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Einleitung

  • Eva Senghaas-Knobloch
  • Birgit Volmerg

Zusammenfassung

Mit der zunehmenden Besorgnis über Risiken und Gefährdungen, die die technische Entwicklung begleiten, wird auch die berufliche Verantwortung von Ingenieuren öffentlich diskutiert. Diese Diskussion kann zunächst einmal an das berufliche Selbstverständnis von Ingenieuren anknüpfen. So vielfältig auch die beruflichen Bereiche und Branchen, in denen sie tätig sind, sein mögen: engagierte Ingenieure fühlen sich in der Regel für ihre Tätigkeit in spezifischer Weise verantwortlich — ungeachtet aller äußeren Zuweisungen und Abhängigkeiten, in denen sie selbst stehen. Diese Haltung ist mit dem Berufsideal des Ingenieurs, so wie es sich historisch herausgebildet hat, aufs engste verbunden. Der Beruf verdankt sich ja unter anderem der Tatsache, daß die Verantwortung für die sachgerechte technische Umsetzung von Produktionsvorgaben aus dem kollektiven Arbeitsprozeß abgespalten und der neu geschaffenen Position des Ingenieurs zugeteilt wurde. Während diese Position mit entsprechenden Handlungs- und Freiheitsräumen ausgestattet wurde, wurden auf der anderen Seite—bei den Arbeitsplätzen in der Produktion—solche Räume begrenzt und verengt.

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References

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    Schon 1979 sprach Hollomey anläßlich seiner Inaugurationsrede als Rektor der Technischen Universität Graz davon, daß „der Techniker… sich in Zukunft in einem notwendigen neuen Selbstverständnis um einen wesentlich erweiterten Funktionsbegriff bemühen“ müsse (1979, 17). Beispielhaft in dieser Hinsicht ist die Argumentationsweise der Enquête-Kommission Zukünftige Kernenergie-Politik, in der der Versuch gemacht wird, den Bedarf an Energie (bezogen auf Kernenergie und andere Energieformen) mit den gesellschaftlichen Bedarfsprofilen an Kraft, an Wärme usw. zu konfrontieren bzw. abzugleichen. Vgl. auch Fornallaz (1982).Google Scholar
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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Eva Senghaas-Knobloch
  • Birgit Volmerg

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