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Grundlagen: Terminologie, Theorie, Thesen

  • Joachim Westerbarkey

Zusammenfassung

Das Wort „geheim“ läßt sich seit dem 15. Jahrhundert nachweisen und bedeutet zunächst „vertraut“ oder „zum Haus gehörig“.1 Die semantische Nähe von Geheimnis und Heim ist bis heute in der Möglichkeit erhalten geblieben, beide Begriffe als Aspekte der Privatsphäre zu verwenden, einer juristisch wichtigen Kategorie. SCHOLLER hat für sie in der deutschsprachigen Rechtsliteratur etliche Synonyma gefunden: lebensnotwendiger Eigenraum, Raum der Stille und Ungestörtheit, Bereich des Unbehelligtseins, Für-sich-Bereich, Einheit und Abgeschlossenheit, aber auch Eigenleben oder Eigensphäre der Persönlichkeit.2 Die Rechtswissenschaften unterstellen also traditionell einen natürlichen persönlichen Anspruch auf Errichtung und Erhaltung von Arkanbe- reichen, der nach wie vor im allgemeinen Einverständnis weiterlebt, daß Privatangelegenheiten niemanden etwas angehen. Erst im 18. Jahrhundert (das HÖLSCHER das Jahrhundert der politischen und sozialen Begriffsbildungen nennt) wird Heimlichkeit auch mit negativen Konnotationen vor allem visueller und auditiver Art verknüpft: Man spricht vom Dunkel der Geheimhaltung, von Nacht- und Nebelaktionen oder vom schleichenden Bösen, dagegen aber vom Licht der Öffentlichkeit.3 Alles Geschehen, das man nicht deutlich sieht oder hört, wird in der Euphorie aufklärerischer Ideen abgewertet, obwohl deren Väter den „geheimen Konsens der Herzen“ (Rousseau) oder das „Geheimnis der politischen Vernunft“ (Kant) noch als Konstitutionsbedingungen normativer Ansprüche und deren öffentlicher Erscheinungsformen gewürdigt hatten. Die Umdeutung dieser hermeneutischen Differenzierung in einen semantischen Gegensatz und die gleichzeitige ethische Priorisierung von Öffentlichkeit muß deshalb als Teil einer bürgerlichen Legitimationsstrategie zur Veränderung von Machtverhältnissen interpretiert werden:

„Der Verdacht, daß das Heimliche eine Unredlichkeit, eine gemeinschädliche Absicht in sich birgt — gibt dem Gegenteil: dem Öffentlichen, d.h. dem Offenbaren, die Wertfunktion a priori (… ).“4

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Note

  1. 1.
    FRICK, S. 8.Google Scholar
  2. 2.
    vgl. KRUSE, S. 83; SCHOLLER, S. 71 f.Google Scholar
  3. 3.
    vgl. HÖLSCHER, S. 13, 81, 124 ff.Google Scholar
  4. 4.
    MANHEIM, S. 51; vgl. HÖLSCHER, S. 149.Google Scholar
  5. 5.
    vgl. etwa DOVIFAT, S. 22; HÖLSCHER, S. 7.Google Scholar
  6. 6.
    vgl. SIEVERS 1974, S. 11 u. 18.Google Scholar
  7. 7.
    SIBERSKI, S. 43.Google Scholar
  8. 8.
    vgl. FRICK, S. 7; HÖLSCHER, S. 13; SIBERSKI, S. 43 ff.Google Scholar
  9. 9.
    vgl. STOK 1929, S. 4 ff., 15 f. u. 72; er nennt Retention und Aussperrung (im Gegensatz zu Lüge und Täuschung) „schlichte Dispositionen“ und erwähnt als dritte Möglichkeit Vermittlungsstörungen (z.B. physische Behinderungen); vgl. auch SIEVERS 1974, S. 13.Google Scholar
  10. 10.
    vgl. HOFER 1964, S. 250; MAASS, S. 27; SIEVERS 1974, S. 14 u. 18.Google Scholar
  11. 11.
    vgl. von MEISS, S. 41 ff.; MENDELSON, S. 20.Google Scholar
  12. 12.
    SIEVERS 1974, S. 9.Google Scholar
  13. 13.
    vgl. EVERTH, S. 1; vgl. auch HAZELRIGG, S. 324; SIEVERS 1974, S. 18; TRIPPETT, S. 42: „Secrecy may not be privacy by definition, but it is certainly essential to it“.Google Scholar
  14. 14.
    von MEISS, S. 60; vgl. MAASS, S. 22 ff.; SCHOLLER, S. 83.Google Scholar
  15. 15.
    vgl. BÖCKELMANN, S. 50; DOVIFAT, S. 149; EVERTH, S. 14; MAASS, S. VIII; RONNEBERGER 1977, S. 15; TRAUB, S. 17; ZANKL, S. 28.Google Scholar
  16. 16.
    NOELLE-NEUMANN 1976, S. 206.Google Scholar
  17. 17.
    NEGT u. KLUGE, S. 35 u. 102 ff.Google Scholar
  18. 18.
    vgl. LUHMANN 1979, S. 44 f.; RUST 1977, S. 10, der später allerdings von „geteilter Öffentlichkeit“ spricht (1982).Google Scholar
  19. 19.
    HÖLSCHER zitiert hier Johann Christoph ADELUNG (vgl. S. 11 ff.); vgl. LUHMANN 1979, S. 45.Google Scholar
  20. 20.
    vgl. HÖLSCHER, S. 12, 15, 28, 36 u. 124; SCHOLLER, S. 74.Google Scholar
  21. 21.
    vgl. HÖLSCHER, S. 118 ff.; SCHOLLER, S. 74; ZANKL, S. 28.Google Scholar
  22. 22.
    vgl. HÖLSCHER, S. 7, 126, 137 ff. u. 169, der auf die „Organizisten“ Albert SCHÄFFLE und Carl Theodor WELCKER verweist.Google Scholar
  23. 23.
    vgl. LUHMANN 1979, S. 44 ff.; vgl. auch RUST 1977, S. 15 u. 31.Google Scholar
  24. 24.
    HÖLSCHER, S. 13; vgl. S. 136.Google Scholar
  25. 25.
    vgl. ders., S. 136.Google Scholar
  26. 26.
    vgl. EVERTH, S. 1 f.; MERTEN 1973, S. 223 ff.Google Scholar
  27. 27.
    vgl. HÖLSCHER, S. 36 ff. u. S. 55 ff.; ZANKL, S. 28. Zur historischen Genese und zum Bedeutungswandel der Begriffe Öffentlichkeit und Publizität vgl. auch HAAKE.Google Scholar
  28. 28.
    vgl. HÖLSCHER, S. 40 f., 118 u. 138, der auch die wechselhafte Bedeutungsgeschichte von „Publikum“ nachzeichnet (vgl. S. 83-90): Ursprünglich meint „publicum“ das abstrakte Gemeinwesen, dann wohl auch Staatsbürgerschaft, später einen spezifischen Personenverband und schüeßlich die Rezipien-ten publizistischer Aussagen. Mit Ende des letzten Jahrhunderts tritt an die Stelle des traditionellen Publikum-Begriffs weitgehend der der Öffentlichkeit.Google Scholar
  29. 29.
    MÜNSTER, S. 10; vgl. TRAUB, S. 17f.Google Scholar
  30. 30.
    NOELLE-NEUMANN 7.4.1979; vgl. KOSCHWITZ 1971, S. 8 u. 15; vgl. ZANKL, S. 30. Als Variante öffentlicher Meinung betrachtet NOELLE-NEUMANN (1976) soziale Kontrolle i.S. einer Verteidigung herrschender Auffassungen (S. 148). Zur Geschichte und zum Stand der Begriffs-Diskussion vgl. auch KOSZYK, S. 214 ff.; SILBERMANN, Bd. 2, S. 329 ff., und wieder NOELLE-NEUMANN (1983) sowie ihre Kritik durch HUNZIKER (1983).Google Scholar
  31. 31.
    Klaus Merten: Kommunikationsmodell und Gesellschaftstheorie. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 30. Jg. 1978, S. 5Google Scholar
  32. 32.
    vgl. z.B. MERTEN 1977, S. 9 u. 12; RENCKSTORF 1977, S. 9.Google Scholar
  33. 33.
    vgl. beispielsweise NASCHOLD, S. 29.Google Scholar
  34. 34.
    HARDT macht darauf aufmerksam, daß früher die Laufbahn vieler amerikanischer Sozial Wissenschaftler mit Studien an deutschen Universitäten begann und daß kommunikationstheoretische Ansätze von Soziologen wie William G. SUMNER, Albion W. SMALL oder Edward A. ROSS deutlich den Einfluß europäischer Lehre spiegeln (vgl. S. 36 f.); vgl. hierzu auch: SCHOECK, S. 406; von WIESE 1954, S. 76.Google Scholar
  35. 35.
    Die extensive Rezeption der Schriften eines HABERMAS oder LUHMANN sind symptomatisch dafür.Google Scholar
  36. 36.
    HARDT präsentiert Texte von Albert SCHÄFFLE, Karl KNIES, Karl BÜCHER, Ferdinand TÖNNIES und Max WEBER; vgl. auch HARDT, S. 19 u. 36. KON kritisiert sowohl den Holismus („Fetischie-rung des sozialen Ganzen ohne Ursprungserklärung“) als auch den Elementarismus (Reduktion von Gesellschaft auf die Summe individueller Wechselbeziehungen); vgl. S. 203.Google Scholar
  37. 37.
    Im Rahmen meines spezifischen Themas war leider das verlockende Ziel einer umfassenden historischen Werkschau weder erreichbar noch sinnvoll.Google Scholar
  38. 38.
    KON nennt hierfür beispielhaft den Palöobotaniker Lester F. WARD (1841–1913), der als Begründer der psychologischen Soziologie in den USA gilt (vgl. S. 56 f. u. 179); vgl. auch KON, S. 60 u. 77. Zu den soziologischen Hauptvertretern der antipositivistischen Gegenströmungen der Jahrhundertwende zählt KON auch Georg SIMMEL (vgl. S. 122 ff.). Zum Begriff „dispositionales Paradigma“ vgl. RENCK-STORF 1977, S. 21 ff.Google Scholar
  39. 39.
    Später (nach 1920) wird FREUD allerdings „rückfällig“ und unterscheidet den Lebens-und den Todestrieb; vgl. FROMM, S. 178; KON, S. 67 ff. u. 73.Google Scholar
  40. 40.
    vgl. KON, S. 77; KUCKARTZ, S.138; RICHTER, S. 11; DURKHEIM leitet nicht das Gesellschaftliche vom Individualpsychologischen ab, sondern betrachtet die menschliche Psyche als Ausdrucksform der überpersönlichen Gesellschaft (vgl. von WIESE 1954, S. 91).Google Scholar
  41. 41.
    vgl. AUER, S. 244 ff.; GOTTSCHALCH, NEUMANN-SCHÖNWETTER u. SOUKUP, S. 41; KUCKARTZ, S. 140. ZIMMER (6.6.1980) konstatiert sogar eine Renaissance biologischer Denkansätze in den Humanwissenschaften, nachdem der Verhaltensforscher Konrad LORENZ eine „evolutionäre Erkenntnislehre“ ausformuliert habe, deren Grundgedanken bereits bei Herbert SPENCER und Georg SIMMEL (!) zu finden seien (S. 35).Google Scholar
  42. 42.
    vgl. NASCHOLD, S. 16 u. 19 ff.; SCHREIBER, S. 291 ff.Google Scholar
  43. 43.
    vgl. KON, S. 294; SCHREIBER, S. 203.Google Scholar
  44. 44.
    vgl. KON, S. 73 f.Google Scholar
  45. 45.
    vgl. SCHREIBER, S. 307 f. u. 311 ff. Bevorzugt werden offenbar Standardfiguren aus dem individuellen Nahbereich (z.B. Eltern oder Freunde), deren Verhalten als maßgeblich akzeptiert wird.Google Scholar
  46. 46.
    vgl. BERNSDORF, S. 487; BOUMAN, S. 4; KLAGES, S. 116 ff.; KON, S. 61; MAUS, S. 285, SCHREIBER, S. 307 ff.; TARDE, S. 109 f.; von WIESE 1956, S. 641. TARDE unterstellt Nachahmung nicht nur als sozialen, sondern auch als intrapsychischen Leitvorgang, wenn er bemerkt, daß sich Menschen durch Gewohnheiten und Gedächtnis ständig selbst reproduzieren. Lt. HOFFMAN (1976) gibt es allerdings keinen eigenständigen Nachahmungstrieb, sondern nur auslösende Bedingungen für Nachahmung, z.B. Gewöhnung, Anpassung, Identifikation oder Über-Ich Kontrolle (vgl. S. 218).Google Scholar
  47. 47.
    vgl. BERNSDORF, S. 487 f.; FISCHER 1956, S. 552; KLAGES, S. 116 ff.; LE BON, S. 89 ff. u. 95 f.; SCHOECK, S. 194; von WIESE 1954, S. 92. Dagegen weist TARDE alle Vorstellungen von einer Kollektivseele oder einem Kollektivbewußtsein zurück (vgl. MAUS, S. 285).Google Scholar
  48. 48.
    vgl. BERNSDORF, S. 482; HONIGSHEIM, S. 271; KON, S. 128 ff.; MATTHES, S. 29; SCHOECK, S. 213 u. 275. BOUMAN hebt übrigens SIMMELs Einfluß auf Norbert ELIAS hervor (vgl. S. 57), KRYSMANSKI seine Rezeption durch Lewis A. COSER (vgl. S. 121 u. 127).Google Scholar
  49. 49.
    HONIGSHEIM, S. 271; vgl. STEINHOFF, S. 223 f., 237 u. 250, die übrigens darauf hinweist, daß bereits für Wilhelm DILTHEY die Individuen Elemente gesellschaftlicher Wechselwirkung sind (vgl. S. 226). Vgl. auch BERNSDORF, S. 482; von WIESE 1954, S. 131 f. KON berichtet, daß auch GIDDINGS zunächst von der zentralen Bedeutung individueller Wechselwirkungen ausgeht, bevor er in späteren Arbeiten das gesellschaftliche Leben ganz auf zwischenmenschliche Beziehungen reduziert (vgl. S. 67 ff.); ähnliches gilt lt. SCHOECK für BURGESS (vgl. S. 407).Google Scholar
  50. 50.
    vgl. BOUMAN, S. 56; KON, S. 125 ff.; STEINHOFF, S. 253.Google Scholar
  51. 51.
    vgl. BERNSDORF, S. 481 f.; BOUMAN, S. 31; KLAGES, S. 120 ff.; KON, S. 128 f.; SCHOECK, S. 275; von WIESE 1954, S. 144. Auch TÖNNIES arbeitet mit dem Beziehungsbegriff, um Gemeinschaft und Gesellschaft unterscheiden zu können (vgl. KON, S. 122). Ein Verfahren zur Messung sozialer Distanzen in kleinen Gruppen entwickelte Jacob L. MORENO: Es wurde „Soziometrie“ genannt und zu einer Methode weiterentwickelt, mit der man versuchen kann, Beziehungsnetze statistisch zu analysieren (vgl. BERNSDORF, S. 491).Google Scholar
  52. 52.
    vgl. SIEVERS 1974, S. 12.Google Scholar
  53. 53.
    vgl. TENBRUCK, S. 432 u. 437; eine ähnliche Komplementarität findet er in der Idee von Liebe und Ehe sowie in der Legitimation von Kameradschaft, wobei er einräumt, daß all diese persönlichen Beziehungen kulturell standardisiert und gesellschaftlich kontrolliert sein können, auch wenn sie i.e.S. auf Freiwilligkeit beruhen (vgl. S. 431 ff.).Google Scholar
  54. 54.
    vgl. KLAGES, S. 111 ff.; MATTHES, S. 208, der MEAD einen „behavioristischen Sozialpsychologen“ nennt; RENCKSTORF 1977, S. 21; ROSE, S. 219; SCHREIBER, S. 265 f. (s.E. fußt der Symbolische Interaktionismus in den USA auf Arbeiten von Charles H. COOLEY, James M. BALDWIN und William I. THOMAS).Google Scholar
  55. 55.
    vgl. WEBER 1960, S. 18. Namentüch wird sein Einfluß auf Robert K. MERTON und Talcott PARSONS immer wieder hervorgehoben, aber auch auf den von WIESE-Schüler Howard BECKER, der WEBERs Methode zu einem rein interpretativen Verfahren auszugestalten versucht. Vgl. BERNSDORF, S. 484; BOUMAN, S. 8; HONIGSHEIM, S. 559; von WIESE 1954, S. 134 f.Google Scholar
  56. 56.
    vgl. KON, S. 301, 311 u. 316; MATTHES, S. 200 f. u. 209; MERTEN 1977, S. 60; RUST 1977, S. 31. Zu den Begründern des Strukturfunktionalismus zählt KON nach Emil DURKHEIM vor allem die britischen Ethnologen Alfred R. RADCLIFF-BROWN und Bronislaw MALINOWSKI (vgl. S. 298 f.).Google Scholar
  57. 57.
    vgl. KON, S. 307 ff.; RENCKSTORF 1977, S. 21; SCHREIBER, S. 228.Google Scholar
  58. 58.
    vgl. LUHMANN 1971, S. 61 u. 91; MATTHES, S. 210.Google Scholar
  59. 59.
    vgl. SCHREIBER, S. 269 f. u. 314.Google Scholar
  60. 60.
    vgl. EURICH, S. 41 f. u. 67 f.; RENCKSTORF 1977, S. 11 u. 14; SCHREIBER, S. 201. Zum klassischen Transaktionsmodell vgl. z.B. BARNLUND oder BAUER. Für eine modifizierte Renaissance dieser Ansätze sorgten vor allem FRÜH und SCHÖNBACH mit dem Ziel, zwischen Wirkungs-und Nutzenperspektive der Publizistikwissenschaft zu vermitteln.Google Scholar
  61. 61.
    vgl. EURICH, S. 41; FRÜH und SCHÖNBACH; RENCKSTORF 1977, S. 11 f. u. 50 f.; SCHREIBER, S. 202. Eine detaillierte Gesamtdarstellung motivationaler Kommunikationsanalysen präsentiert DRABCZYNSKI, und eine Zusammenfassung der wichtigsten Forschungsergebnisse zur Mediennutzung und Medienwirkung bietet HOCHWALD (bes. S. 5-16). Zur Diskussion des „Uses-And-Gratifications-Approach“ vgl. die Beiträge von Philip PALMGREEN, Klaus SCHÖNBACH, Klaus MERTEN und Volker RONGE in: Rundfunk und Fernsehen, 1984, S. 51 ff.Google Scholar
  62. 62.
    vgl. MERTEN 1977, S. 14, 27 ff., 38 u. 41 ff.Google Scholar
  63. 63.
    SIMMEL 1968, S. 256; vgl. MATTHES, S. 27.Google Scholar
  64. 64.
    vgl. SIMMEL, S. 287 f.; STEINHOFF, S. 249.Google Scholar
  65. 65.
    TARDE, S. 115; vgl. SIMMEL 1924, S. 157 u. 160.Google Scholar
  66. 66.
    vgl. DOVIFAT, S. 149; KRYSMANSKI, S. 115; WATZLAWICK, BEAVIN u. JACKSON, S. 32; WURZBACHER, S. 24.Google Scholar
  67. 67.
    vgl. LUHMANN 1975, S. 21 ff.; MERTEN 1977, S. 51, 62 ff. u. 81; vgl. ferner HABERMAS (1981) mit seiner Skizze der kommunikationswissenschaftlichen Leitmotive Georg H. MEADs (S. 13); McCALL u. SIMMONS, S. 214 f.; RONNEBERGER 1971, S. 55.Google Scholar
  68. 68.
    WEBER 1924, S. 203 (vgl. auch S. 214); vgl. LUHMANN 1969, Sp. 832; MERTEN 1977, S. 49 f., 61, 64 f., 74 f. u. 80; MERTEN 1978, S. 7, 19 f. u. 32 (Anm. 37); WATZLAWICK, BEAVIN u. JACKSON, S. 53.Google Scholar
  69. 69.
    vgl. McCALL u. SIMMONS, S. 122 f.; LUHMANN 1967, S. 632; MERTEN 1977, S. 63 f.; RENCK-STORF 1977, S. 24 u. 27, der sich auf George H. MEAD stützt. LUHMANN (1967) definiert Reflexivität als leistungssteigernde Anwendung von (Selektions-)Prozessen auf sich selbst (vgl. S. 632).Google Scholar
  70. 70.
    vgl. AUFERMANN, Nr. 20, S. 1 f.; LUHMANN 1967, S. 632; MERTEN 1977, S. 63 ff., 87 f., 113 u. 160 ff.; MERTEN 1978, S. 10 f. u. 16. Vgl. hierzu auch das Erwartbarkeits-Axiom bei BAACKE (1975), der Erwart barkeit von Erwartungen als Strukturelement jeder Kommunikation betrachtet, das selbst auf Kommunikation beruht und (weitere) Kommunikationsprozesse erleichtern hilft (S. 116).Google Scholar
  71. 71.
    vgl. HABERMAS 1981, Bd. 1, S. 384 f. u. Bd. 2, S. 14; er unterscheidet übrigens Verständigung von Gleichgestimmtheit und Übereinstimmung (vgl. S. 386 f.).Google Scholar
  72. 72.
    vgl. DETERMEYER, S. 247; HARDT, S. 20; MERTEN 1977, S. 54.Google Scholar
  73. 73.
    vgl. HOMANS, S. 173 ff. u. 180 ff.; MERTEN 1977, S. 54. Vgl. auch BAACKE (1975), der jede Kommunikation als „Negation einer anderen möglichen“ betrachtet, und zwar sowohl im Hinblick auf Themen wie auf Partner (S. 110).Google Scholar
  74. 74.
    hier zitiert nach STEINHOFF, S. 249.Google Scholar
  75. 75.
    vgl. Albert BANDURA: Aggression. Stuttgart 1979; McCALL u. SIMMONS, S. 168.Google Scholar
  76. 76.
    vgl. GOFFMAN 1974, S. 448.Google Scholar
  77. 77.
    vgl. LUHMANN 1985, S. 191-241.Google Scholar
  78. 78.
    SCHREIBER, S. 212.Google Scholar
  79. 79.
    WATZLAWICK, BEAVIN u. JACKSON, S. 53 (Hervorhebung i.O.); vgl. BAACKE 1975, S. 108 f. (Beziehungs-Axiom); BURKART, S. 95; HOLDER, S. 43; RÜCK, S. 23.Google Scholar
  80. 80.
    COOLEY, S. 18 (aus: Charles H. Cooley, Social Organization. New York 1909); NASCHOLD, S.Google Scholar
  81. 81.
    HOLDER, S. 4; vgl. RÜCK, S. 19; SCHEFLEN, S. 226.Google Scholar
  82. 82.
    SIMMEL 1968, S. 257; vgl. RÜCK, S. 21; WATZLAWICK, BEAVIN u. JACKSON, S. 53. BAACKE (1975) unterscheidet „In-Beziehung-Treten“ bzw. Zuwendung (als Grundbedingung jeder Kommunikation) von Beziehung als Folge davon und Basis inhaltlicher Kommunikation (vgl. S. 144 f.).Google Scholar
  83. 83.
    vgl. HUND, S. 270; SCHREIBER, S. 276 ff.Google Scholar
  84. 84.
    vgl. BAACKE 1975, S. 108; GOFFMAN 1974, S. 262 f.; KON, S. 125 f.; LUHMANN 1969, Sp. 832; MERTEN 1977, S. 58 ff.; NIEDERER, S. 212 f.; SCHEFLEN, S. 226; SCHERER 1972, S. 42; WÖLLER, S. 35 u. 40 (Anm. 1).Google Scholar
  85. 85.
    SIMMEL 1924, S. 161 f.; vgl. SIMMEL 1968, S. 484 ff. Vgl. auch DETERMEYER (S. 408), der das Sprichwort vom Gesicht als Spiegelbild der Seele zitiert.Google Scholar
  86. 86.
    vgl. BOUMAN, S. 62; GOFFMAN 1974, S. 263 f.; LUHMANN 1971, S. 42 f.; LUHMANN 1975, S. 83; MERTEN 1977, S. 52 f., 57 f. u. 112 f.; WIENOLD, S. 64 u. 68.Google Scholar
  87. 87.
    vgl. GOFFMAN 1974, S. 396 f.; GRAUMANN; HOLDER, S. 42; MERTEN 1978, S. 10; REIFARTH, S. 35 f.; RÜCK, S. 21, vgl. auch S. 26: „Kommunikative Bezichungskonstanz stiftet einen perspektivisch offenen Orientierungsrahmen.“ (Hervorhebung i.O.)Google Scholar
  88. 88.
    KRUSE, S. 83; vgl. MENDELSON, S. 20; MERTEN 1977, S. 86; RÜCK, S. 20. Vgl. auch SIMMEL (1968), der sowohl den selektiven wie subjektiven Charakter dieses dialektischen Zusammenhangs pointiert: „Da man niemals einen anderen absolut kennen kann, (…) da man sich aber doch aus den Fragmenten von ihm (…) eine personale Einheit formt, so hängt die letztere von dem Teil seiner ab, den unser Standpunkt ihm gegenüber uns zu sehen gestattet.“ (S. 257; Hervorhebung i.O.) Vgl. ferner POPITZ, der sogar annimmt, daß soziales Leben nur möglich ist, wenn und weil die wechselseitigen Verhaltensinformationen unvollständig bleiben (S. 6).Google Scholar
  89. 89.
    vgl. LUHMANN 1979, S. 46; MERTEN 1977, S. 138.Google Scholar
  90. 90.
    vgl. BAACKE 1975, S. 108 ff.; McCALL u. SIMMONS, S. 197 ff.; RENCKSTORF 1977, S. 14; SIMMEL 1968, S. 256; WIENOLD, S. 79.Google Scholar
  91. 91.
    vgl. HALL, S. 36 f.; HOLZKAMP-OSTERKAMP, S. 21 ff.; STOK 1926/27, S. 27.Google Scholar
  92. 92.
    MERTEN 1977, S. 65. Eine kritische Betrachtung sozialwissenschaftlicher Beiträge zur Anthropologie von FEUERBACH bis HABERMAS stellen HONNETH u. JOAS an.Google Scholar
  93. 93.
    vgl. DUX, S. 70; ECKENSBERGER, S. 35, 40 ff., 44 f. u. 72 ff.; FROMM, S. 75; GOTTSCHALCH, NEUMANN-SCHÖNWETTER u. SOUKUP, S. 42; HOLDER, S. 99; LUHMANN 1975, S. 76; RÜCK, S. 20; ZIMMER 19.12.1980; ZIMMER 14.8.1981, S. 10. Der durch die erste soziale Objekt-Bindung begründete dialektische Zusammenhang zwischen Beziehung und Identität weist übrigens weit über die FREUDsche Reduktion von Beziehungen auf Möglichkeiten der Befriedigung libidinöser Triebe hinaus, auch wenn unbestritten ist, daß die Entwicklung von Objektbeziehungen in engem Zusammenhang mit der Reifung erogener Zonen steht. Vgl. dazu auch FROMM, S. 45 u. 175; GOFFMAN 1974, S. 444 f.; LAING, S. 88 f.Google Scholar
  94. 94.
    ZIMMER 27.6.1980, S.9; vgl. ECKENSBERGER, S. 46 f.; GOTTSCHALCH, NEUMANN-SCHÖNWETTER u. SOUKUP, S. 44; GRUNENBERG, S. 77 (in Anlehnung an Wolfgang SCHMID-BAUER); RONNEBERGER 1979, S. 9 f.Google Scholar
  95. 95.
    vgl. BAACKE 1975, S. 146 ff.; PORTELE, S. 122; RÜCK, S. 21 f.; WIENOLD, S. 71.Google Scholar
  96. 96.
    vgl. MERTEN 1977, S. 59.Google Scholar
  97. 97.
    vgl. TARDE, S. 115 f.Google Scholar
  98. 98.
    vgl. STOK 1925/26, S. 349 ff.; STOK untergliedert übrigens „volle Beziehungen“ in „schizothyme“ und „zyklothyme“, d.h. in Fälle unzureichenden und relativ gelungenen wechselseitigen Verstehens (S. 357 u. 360).Google Scholar
  99. 99.
    WEBER 1960, S. 21.Google Scholar
  100. 100.
    vgl. ders., S. 22 f. u. 35.Google Scholar
  101. 101.
    vgl. von WIESE 1954, S. 144 ff., 152 ff. u. 158; von WIESE übernimmt hier SIMMELs frühe Vorstellung, Gesellschaft als objektives Gebilde verdichte und kristallisiere sich aus fließenden Beziehungen (vgl. dazu auch STEINHOFF, S. 227).Google Scholar
  102. 102.
    vgl. GOFFMAN 1974, S. 256 f., 275 f. u. 419 f.; vgl. auch von WIESE 1950, S. 100.Google Scholar
  103. 103.
    vgl. WATZLAWICK, BEAVIN u. JACKSON, S. 69 f. HUNZIKER (1976) unterscheidet nach diesem Kriterium intergenerative von intragenerativen Beziehungen (vgl. S. 182 f.).Google Scholar
  104. 104.
    ROSENGREN u. WINDAHL, S. 174. Lt. HABERMAS (o.J.) tritt durch Identifikation eine symbolische Beziehung an die Stelle einer empirischen, und zwar durch Internalisierung normativer Erwartungen einer relevanten Bezugsperson (S. 5).Google Scholar
  105. 105.
    vgl. WATZLAWICK, BEAVIN u. JACKSON, S. 81 u. 127; vgl. auch TENBRUCK, der ein hohes Maß an wechselseitiger Übereinstimmung von Selbst-und Fremdbildern für ein Kriterium von Freundschaft hält (S. 441).Google Scholar
  106. 106.
    vgl. STOK 1929, S. 1 ff.Google Scholar
  107. 107.
    vgl. BAACKE 1975, S. 162; GRAUMANN; HOFFMANN 1976, S. 219; MacKENZIE, S. 11; SIEVERS 1974, S. 11 ff. u. 45; STOK 1926/27, S. 26 f.; STOK 1929, S. 75; WATZLAWICK, BEAVIN u. JACKSON, S. 55.Google Scholar
  108. 108.
    vgl. FÜLGRAFF 1965, S. 29 f.; HABERMAS 1971, S. 214; VOGT, S. 77; WAGNER 1980, S. 171 ff. LUHMANN (1975) definiert Gesellschaft als „das jeweils umfassendste System kommunikativer Beziehungen zwischen menschlichen Erlebnissen und Handlungen, die füreinander erreichbar sind“ (S. 83).Google Scholar
  109. 109.
    vgl. COOLEY, S. 21 u. 25; von WIESE 1950, S. 100 ff., der Rundfunkkontakt „individualisierten Mengenkontakt“ nennt; s.E. ist er sogar „eigentlich nur ein halber Kontakt, ein halber sozialer Pro-zeß“ (S. 100). Vgl. auch MERTEN 1977, S. 145. TEICHERT (1979) meint zur normativen Situation der Rezipienten: „Das Publikum (…) ist in dieser Funktion freigestellt von jeder Verpflichtung und Verantwortung für den erfolgreichen Verlauf der Beziehung, es kann sich jederzeit zurückziehen.“ (S. 79)Google Scholar
  110. 110.
    vgl. MERTEN 1977, S. 81, 138 u. 146; ROSENGREN u. WINDAHL, S. 174 f. Vgl. ferner von WIESE (195, der den publizistischen Erwartungszusammenhang allerdings auf den Kommunikator und auf dessen „Antizipation der Wirkung“ verkürzt (S. 101). PRAKKE (1968) nennt die modellhafte Präsenz rezeptiver Bedürfnisse beim Kommunikator „Inspiration“ (vgl. S. 93), und RONNEBERGER (1971) sieht ein entscheidendes Problem des Publizisten darin, seine Distanz zum Rezipienten durch Antizipation dessen Verhaltens zu überwinden (vgl. S. 55).Google Scholar
  111. 111.
    vgl. AUER S. 274 f.; DROGE 1967, S. 110 f.; MERTEN 1977, S. 138. Zur Kommunikationsstruktur großer Präsenzpublika vgl. auch WÖLLER, der nach einer Befragung studentischer Teilnehmer Ähnlichkeiten zwischen universitären Lehrveranstaltungen und medialer Publizistik feststellt (S. 35 f.).Google Scholar
  112. 112.
    vgl. HAGEMANN 1951, S. 310; WEBER 1956, S. 19 f., der ausschließlich massenbedingte Reaktionen jedoch für Grenzfalle sozialen Handelns hält, da sie nicht sein Kriterium der sinnhaften Orientierung erfüllen.Google Scholar
  113. 113.
    vgl. LUTHER, S. 22; NASCHOLD, S. 39.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Joachim Westerbarkey

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