Advertisement

Zur Validierung von Computersimulationsmodellen

  • Peter Milling

Zusammenfassung

Unter Validierung sollen solche Tests verstanden werden, die zeigen, daß das Modell in der Lage ist, das Verhalten des realen Systems mithinreichender Genauigkeit wiederzugeben (und gegebenenfalls vorherzusagen) und daß Veränderungen in dem Modell zu dem gleichen Ergebnis führen wie entsprechende Veränderungen in der Realität1). Bei der Beurteilung der Validität eines Computersimulationsmodelles ist zweierlei zu beachten:
  1. (1)

    die Validität eines Modells muß im Hinblick auf seine spezifische Problemstellung beurteilt werden. Ein Modell ist sinnvoll und hat sich bewährt, wenn es den von ihm erwarteten Zweck erfüllt. Validität, als ein abstraktes und absolutes, vom jeweiligen Modellzweck losgelöstes Konzept, hat keine Bedeutung. Ein Modell, das für ein bestimmtes Problem exzellente Ergebnisse zu liefern vermag, kann für eine andere Fragestellung zu falschen Schlüssen führen und somit nutzlos — oder sogar gefährlich — sein2).

     
  2. (2)

    Validität ist kein dichotomes Konzept; nur in Ausnahmefällen bestehen Kriterien für die binäre Entscheidung richtig-falsch oder wahr-unwahr. Es existiert vielmehr ein Validitätsspektrum, bei dem richtig und falsch nur Extrema sind. Das Vertrauen in die Gültigkeit des Modells muß daher durch eine Reihe von Tests abgesichert werden. Dabei ist ein endgültiger Beweis für die Richtigkeit des Modells (Verifizierung) nicht möglich. Ein negativer Beweis gegen die Richtigkeit des Modells führt nicht unbedingt zu dessen Ablehnung, da es immer noch besser sein kann als andere Modelle, insbesondere als die unpräzisen mentalen Modelle, die weitgehend der Entscheidungsfindung zugrunde liegen.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Hinweise

  1. 2).
    Vgl. Forrester, J. W.: Industrial Dynamics, a. a. O., S. 115; ders.: Industrial Dynamics-A Response to Ansoff and Slevin, a. a. O., S. 613 f.; Schrank, W.E. and Holt, Ch. C.: Critique of: “Verification of Computer Simulation Models”, in: MS, Vol. 14 (1967), S. B-105.Google Scholar
  2. 1).
    Vgl. dazu Forrester, J. W.: Industrial Dynamics, a. a. O., S. 57, der diesen bedeutenden Unterschied zwischen Präzision und Realitätskonformität mit dem Begriffspaar “precision-accuracy” umschreibt. Vgl. auch Amstutz, A. E.: Computer Simulation of Competitive Market Response, Cambridge, Mass. 1970, S. 378 f.; Shubik, M.: Simulation of the Industry and the Firm, in AER, Vol. 50 (1960), S. 913 f.Google Scholar
  3. 1).
    Zu den Begriffen der Isomorphie und der Homomorphie vgl. Geliert, W.; Küstner, H.; Hellwich, M.; Kästner, H. (Hrsg.): Mathematik, dritte Auflage, Leipzig 1968, S. 76 ff. und S. 712 ff.; Holliger, H.: Dynamische Management-Modelle, in: IO, Bd. 40 (1971), S. 485.Google Scholar
  4. 3).
    Vgl. auch Schlager, K. J.: How Managers Use Industrial Dynamics, in: IMR, Vol. 6 (1964), S. 22.Google Scholar
  5. 3).
    Vgl. ebenda, S. 52 f. und Forrester’s Begriff des “counter-in-tuitive behavior of social systems”, in: Forrester, J. W.: Urban Dynamics, a. a. O., S. 107 ff.; Forrester, J. W.: Counter-intuitive Behavior of Social Systems, in: TR, Vol. 73 (1971), S. 53–68.Google Scholar
  6. 2).
    Vgl. Turing, A. M.: Computing Machinery and Intelligence, in: MIND, Vol. 59 (1950), S. 433–460.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler · Wiesbaden 1974

Authors and Affiliations

  • Peter Milling

There are no affiliations available

Personalised recommendations