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Politische Diskurse von Frauen

  • Claudia M. Gdaniec

Zusammenfassung

Über sprachliche Diskriminierung von Frauen — Sexismus in der Sprache — ist viel gesprochen und geschrieben worden, was Wortschatz, Gesprächsverhalten und einzelne Sprechhandlungen angeht (Spender 1980; Trömel-Plötz 1984; Pusch 1984). Auch Beziehungen zwischen sprachlichem Verhalten und gesellschaftlicher Praxis der Geschlechter wurden konstatiert, sie wurden aber selten genauer thematisiert. In meinem Beitrag gehe ich prinzipiell der Frage nach, wie das Geschlechterverhältnis als Herrschaftsverhältnis durch den sprachlichen Bezug auf gesellschaftliche Verhältnisse und Erfahrungen abgebildet bzw. hergestellt wird. Viele gesellschaftliche Bereiche und Diskurse gestalten die Beziehungen zwischen den Geschlechtern als ein Verhältnis von Unter- und Überordnung und von Gleichheit zugleich, ein Beispiel ist der Heterosexismus mit Formulierungen wie eine Frau nehmen und Lebenspartnerin. Für meine Untersuchung wählte ich den Bereich des Politischen, weil hier am explizitesten über Herrschaft verhandelt wird, jedoch (noch) wenig über die Geschlechter. Darüber hinaus gab es·einen aktuellen Anlaß: den Wahlkampf für die Wahlen zum Westberliner Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen im Winter 1984/85. Der Frauenbereich der Alternativen Liste (AL) stellte in der Partei den Antrag, die ersten zwei Jahre eine reine Frauenfraktion in das Abgeordnetenhaus zu entsenden, die Hälfte der MdAs sollten Frauen aus der Autonomen Bewegung sein. Auch in der SPD wurde die Frage der Frauenbeteiligung diskutiert, sie stellte drei Anwärterinnen für Senatsämter vor. Parallel dazu gründete sich die Autonome Frauenliste mit Kandidatinnen für zwei Bezirksverordnetenversammlungen.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Claudia M. Gdaniec

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