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Arbeitnehmerinteressen in der betriebswirtschaftlichen Theorie — Analyse der „Arbeitsorientierten Einzelwirtschaftslehre“

  • Karl-Friedrich Ackermann

Zusammenfassung

Am 6. und 7. Juni 1973 veranstaltete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut des Deutschen Gewerkschaftsbundes (WSI) ein Forum, dessen Leitthema: „Arbeitsorientierte Einzelwirtschaftslehre contra Kapitalorientierte Betriebswirtschaftslehre“1) ein weiteres Kapitel in der an Richtungskämpfen gewiß nicht armen Geschichte der Betriebswirtschaftslehre eröffnet. Die „Arbeitsorientierte Einzelwirtschaftslehre“ (AOEWL)2) wendet sich einerseits gegen die orthodox-marxistische Lehre und die von ihr als Allheilmittel für alle ökonomischen Schwierigkeiten empfohlene Verstaatlichung der Produktionsmittel und Zentralplanung, andererseits gegen die bisher an den Unversitäten gelehrte und vertretene Betriebswirtschaftslehre (BWL), die global als eine „kapitalorientierte Entscheidungslehre“ apostrophiert und prinzipiell als unbrauchbar und überholt, ja als gesellschaftspolitisch bedenklich, weil einseitig interessengebunden, abgelehnt wird. Gegenstand der Kritik ist nicht die — behauptete — Interessenbindung als solche, allenfalls sind es ihre versteckten, den Vertretern der BWL offenbar nicht bewußt gewordenen Formen; gefordert wird nicht eine von partikularen Gruppeninteressen gesäuberte „neutrale“ Wissenschaft, sondern eine neue Konzeption der Betriebswirtschaftslehre, die sich vom bisher bevorzugten Interessenstandpunkt der Kapitaleigner loslöst und der Bezeichnung „arbeitsorientiert“ entsprechend offen Partei für die Interessen der Arbeitnehmer ergreift.

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Copyright information

© Dr. Gabler-Verlag, Wiesbaden 1975

Authors and Affiliations

  • Karl-Friedrich Ackermann
    • 1
  1. 1.KölnDeutschland

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