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Die Lage der Arbeiterklasse in Deutschland von 1933 bis 1936

  • Timothy W. Mason
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Zusammenfassung

Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der nationalsozialistischen Regierung sind schon unter vielen Gesichtspunkten behandelt worden. Doch stimmen nahezu alle Historiker darin überein, daß diese Maßnahmen in zweifacher Hinsicht einen entscheidenden Erfolg für die neue Reichsführung darstellten: Sie ermöglichten eine schnelle und dabei getarnte Inangriffnahme der Aufrüstung, und sie erzielten eine rasche Überwindung der Massenarbeitslosigkeit. „Hitler hat die Arbeitslosigkeit beseitigt“, — diese allgemein verbreitete Überzeugung bedarf einer genauen Überprüfung. Dabei geht es weniger darum, die Rolle Hitlers in Frage zu stellen, als vielmehr um die Analyse der tatsächlichen Lage der Arbeiterklasse in diesen Jahren und die Klärung der Ursprünge und Methoden nationalsozialistischer Wirtschafts- und Sozialpolitik.

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Notes

  1. 1.
    Vgl. die Tabelle S. 149 und die dort angegebenen Quellen. Der Berechnung der Erhöhung der Rüstungsausgaben liegen die Ausgaben der Jahre 1931/32 zugrunde. Ausgaben für die Arbeitsbeschaffung nach Kroll, Weltwirtschaftskrise, S. 410f.; René Erbe, Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik im Lichte der modernen Theorie, Zürich 1958, S. 31, 183. Die Angabe von Dieter Petzina — 3,8 Mrd. RM bis Anfang 1935 — scheint die Steuererlasse außer acht zu lassen: „Hauptprobleme der deutschen Wirtschaftspolitik 1932/33“, Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 1967, Heft 1, S. 49. Vgl. dagegen Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 32. Schuld: ebda., S. 54. Eine detaillierte quellenmäßige Untersuchung aller dieser Fragen steht noch aus; alle Zahlenangaben sind Schätzungen.Google Scholar
  2. 2.
    Diese Angst wurde vor Januar 1933 von konservativen Kreisen gepflegt, um die ihnen unliebsamen Arbeitsbeschaffungspläne zu diskreditieren. Nach 1933 aber vergaßen dieselben Kreise rasch ihre Bedenken. Zum Teil aus Rücksicht auf die öffentliche Meinung wurde die Kreditschöpfung der neuen Regierung weitgehend getarnt (Steuergutscheine, Mefo-Wechsel usw.). Hamsterkäufe und die wiederholt auftretende Tendenz einer „Flucht in Sachwerte“ gaben der Regierung in den Jahren 1933/34 zur Besorgnis Anlaß.Google Scholar
  3. 3.
    Siehe hierzu Czichon, Wer verhalf Hitler zur Macht?, S. 24–56; Kurt Gossweiler, „Der Übergang von der Weltwirtschaftskrise zur Rüstungskonjunktur in Deutschland 1933 bis 1934“, Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, 1968, Teil II, insbes. S. 71–98.Google Scholar
  4. 4.
    Der Grad der Ausrichtung der nationalsozialistischen Wirtschafts-und Finanzpolitik auf die Aufrüstung in den ersten 18 Monaten nach der Machtergreifung ist etwas umstritten; vgl. Sauer, in Bracher/Sauer/Schulz, Machtergreifung, S. 795–803, dessen starke Hervorhebung der Aufrüstungsorientierung des Regimes vom ersten Tag an nicht voll zu überzeugen vermag. Er hat sicherlich Recht damit, daß es 1933/34 keine eindeutig zivile Etappe wirtschaftlicher Ankurbelung gab, aber seine Schätzung der Rüstungsausgaben auf 2 bis 3 Mrd. RM für das Jahr 1933 erscheint zu hoch. Vgl. die vorsichtigere Darstellung von Petzina, „Hauptprobleme“, S. 44f.Google Scholar
  5. 5.
    Wie schnell ein Wirtschaftssystem völlig auf Rüstung umgestellt werden kann, zeigten zuerst England (1939/40) und die USA (1941), freilich bei einer politisch günstigeren Ausgangssituation. So bedeutsam die Aufrüstungsbestrebungen der Jahre 1933/35 in sich auch waren, sie erscheinen doch vergleichsweise bescheiden. Gelegentlich beschwerte sich die Industrie auch über den geringen Umfang und die schleppende Ausschreibung der Aufträge.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. hierzu die Analyse von Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 151f., 161–168, der die durchaus geringen Sekundärwirkungen der öffentlichen Investitionen nach 1933 hervorhebt (Multiplikatorwert 1,5). Dadurch wird natürlich nichts über eine andere wirtschaftliche Funktion der Aufrüstung, den wirtschaftlichen Imperialismus, ausgesagt.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. dazu den detaillierten Beitrag von Fritz Petrick, „Eine Untersuchung zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit unter der deutschen Jugend in den Jahren von 1933 bis 1935“, Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, 1967, Teil I, S. 287–300. Danach erreichte die Zahl der Notstandsarbeiter im Frühjahr 1934 mit über 630 000 Personen ihren Höhepunkt. Insgesamt waren allein 1934 über 1,5 Mill. Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt mit Notstandsarbeiten beschäftigt: Stat. Jahrbuch 1936, S. 336. Die außerordentlich harten Arbeitsbedingungen führten zu zahlreichen Beschwerden, Streiksund Ausständen: vgl. z. B. Bernhard Vollmer, Volksopposition im Polizeistaat, Stuttgart 1957, S. 96f.; DZA Potsdam, RAM, Bd. 2185, Bl. 323–326; Bd. 2186, Bl. 41–45.Google Scholar
  8. 8.
    Weiteres hierzu in Teil 2 dieses Kapitels.Google Scholar
  9. 9.
    Die Hervorhebung dieses Aspekts wird von Petzina, „Hauptprobleme“, S. 48f., als eine besondere Leistung der politischen Führung bewertet; auf ihre Folgen für die Arbeiterschaft geht er nicht ein. Dabei läßt sich durchaus eine anders geartete Arbeitsbeschaffungspolitik vorstellen, die das materielle Interesse der Bevölkerung viel stärker berücksichtigt und aus diesem Grund das politische „Vertrauen“ gefördert hätte, ohne daß es derart von Propaganda abhängig gewesen wäre.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Sauer, Machtergreifung, S. 799.Google Scholar
  11. 11.
    Petzina, „Hauptprobleme“, S. 45.Google Scholar
  12. 12.
    Zur Steuerpolitik s. Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 28–32; Sauer, Machtergreifung, S. 800.Google Scholar
  13. 13.
    So fielen z.B. nach 1934 die Investitionen der Reichsbahn, eines der wichtigsten Träger der Arbeitsbeschaffung, weit hinter den notwendigen Stand zurück: Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 26; ähnlich war die Entwicklung im Wohnungsbau: s. u. S. 172 f.Google Scholar
  14. 14.
    Kroll, Weltwirtschaftskrise, S. 472, 580ff., widerspricht sich in dieser Hinsicht. Auch Erbes Angaben sind etwas uneinheitlich: Wirtschaftspolitik, S. 42, 45.Google Scholar
  15. 15.
    Ansätze zu einer solchen Analyse bei Petzina, „Hauptprobleme“, S. 47, Anm. 91; Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 28–32; ferner in der zeitgenössischen Untersuchung von Leo Grebler. „Work Creation Policy in Germany 1932–1935“, International Labour Review (im folgenden: ILR), Genf, Bd. 35 Nr. 3 und 4 (März-April 1937). Der gesamte Komplex Arbeitsbeschaffung erfordert eine breite sozial-und wirtschaftshistorische Untersuchung anhand der jetzt zugänglichen Regierungsakten.Google Scholar
  16. 16.
    Allein die Textil-und Bekleidungsindustrie war von dem wirtschaftlichen Aufschwung fast vollkommen ausgeschlossen, vornehmlich durch die Beschränkung der Rohstoffeinfuhr Mitte 1934.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. die Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten und Bergbehörden 1933–34, darin: „Preußen“, S. 33f., 63f., 70f., 169, 307–311, 329–332, 380f.; „Bayern“, S. 20. Einen allgemeinen Überblick über diese Problematik gibt der Bericht „The Reduction of the Working Week in Germany“, ILR, Bd. 32 Nr. 6 (Juni 1934), S. 166–182. Trotz dieser Bestrebungen verlängerte sich der durchschnittliche Arbeitstag im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs (s. Tabelle S. 149); dennoch sollte ihre Wirkung, besonders 1933, nicht unterschätzt werden.Google Scholar
  18. 18.
    Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1.6. 33: RGBl. I, 1933, S. 323. Bei einer 40-Stunden-Woche verdiente ein Notstandsarbeiter rund 20 RM.Google Scholar
  19. 19.
    Siehe J. Grünfeld, „Rationalisation and the Employment and Wages of Women in Germany“, ILR, Bd. 32 Nr. 5 (Mai 1934), S. 609. Die Ursache dieser Entwicklung lag einmal in der Konzentration der Frauenarbeit in den von der Krise weniger stark betroffenen Verbrauchsgüterindustrien, zum zweiten in ihrer niedrigeren Entlohnung. Die Arbeitslosigkeit der Frauen ist kein Maßstab für die Beurteilung dieser Frage, da sich weit mehr arbeitslose Frauen ganz aus dem Berufsleben zurückzogen. So waren im Januar 1933 nicht einmal 20 % der gemeldeten Arbeitslosen Frauen, dagegen 36 % aller Beschäftigten. Zahlenmaterial: Stat. Jahrbuch 1930, S. 374; Stat. Jahrbuch 1939/40, S. 312. Für weitere Einzelheiten s. Mason, „Women“, Part I, in History Workshop, Nr. I, S. 91 ff.Google Scholar
  20. 20.
    Einen ähnlichen Antrieb erhielt auch die Siedlungsideologie aus den Krisenverhältnissen; Arbeitslose mit großen Gärten konnten die Notlage viel besser überbrücken, wie z.B. in Süddeutschland beobachtet wurde.Google Scholar
  21. 21.
    Stat. Jahrbuch 1936, S. 338.Google Scholar
  22. 22.
    Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1.6. 33: RGBl. I, S. 323.Google Scholar
  23. 23.
    Stat. Jahrbuch 1936, S. 35; Petrick, „Jugend“, S. 290, Anm. 15; Deutsche Sozialpolitik. Bericht der Deutschen Arbeitsfront, Zentralbüro, Sozialamt, 30. 6. 1936 bis 31. 8. 1937, S. 59f. Die so begünstigten Familien hatten im Durchschnitt doppelt so viele Kinder wie andere Familien. Vgl. auch Mason, „Women“, S. 95ff.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Gesetz vom 12. 5. 33 und VO vom 16. 5. 33; RGBl. I, S. 265, 283 (Sozialversicherung); Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 32.Google Scholar
  25. 25.
    Zahlen für Juni 1936: Stat. Jahrbuch 1937, S. 324. Schon in diesem Jahr erwies sich der Erfolg als zweideutig, denn es war nicht leicht, die Frauen, was zunehmend notwendig wurde, für die Industriearbeit zurückzugewinnen. Vgl. u. S. 275–279.Google Scholar
  26. 26.
    AnO über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. 8. 34: DRA, Nr. 202, Abschn. II u. III. Aufschlußreiche Diskussion der Probleme bei Friedrich Syrup, Hundert Jahre staatliche Sozialpolitik (bearb. von Otto Neuloh), Stuttgart 1957, S. 419 f. Details unten von ihm übernommen.Google Scholar
  27. 27.
    — Besonders wegen der zahlreichen „freiwilligen“ Austauschaktionen, meistens auf Druck der Parteiorganisationen, vor Inkrafttreten der AnO. Dabei spielte der Ausbau des Reichsarbeitsdienstes eine wichtige Rolle.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. Petrick, „Jugend“.Google Scholar
  29. 29.
    Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten… 1933–34, darin: „Preußen“, S. 14; „Sachsen“, S. 33ff., 65.Google Scholar
  30. 30.
    Kabinettsvorlage des Reichsarbeits-und des Reichswirtschaftsministers vom 26. 10. 33: BA Koblenz, R43II, Bd. 537/2. Diese Grundsätze wurden von der Reichsregierung gutgeheißen und in einer veränderten Fassung im R.Arb.Bl., 1933, Teil II, Nr. 33, veröffentlicht. Für den Kreis der Beamten ging die Regierung allerdings über Aufrufe hinaus und schränkte ihre Nebenverdienstmöglichkeiten sowie die Beschäftigung verheirateter Frauen im Beamtenverhältnis gesetzlich ein: Gesetz zur Änderung von Vorschriften auf dem Gebiete des allgemeinen Beamten-, des Besoldungs-und des Versorgungsrechts vom 30. 6. 33: RGBl. I, S. 433. Weitere Einzelheiten hierzu im Anhang zur Vorlage, ebda. Vgl. auch die Diskussion des Problems: Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 421f.; Material über die Auswirkungen der Regierungspolitik und die Weiterentwicklung der Kampagne der Parteiorgane war nicht zu ermitteln.Google Scholar
  31. 31.
    Verfügung des Stellvertreters des Führers vom 24. 7. 33: BA Koblenz, R43II, Bd. 417; Erlaß des Präsidenten der Reichsanstalt an die Präsidenten der Landesarbeitsämter (LAA) vom 18.10. 33: ebda., Bd. 534; Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten … 1933–34, darin: „Sachsen“, S. 26. Zahlreiche Arbeitgeber ließen sich in ihrer Personalpolitik bei Neueinstellungen von der NSBO und der DAF beraten; Beschwerden von der Stahlhelm-Selbsthilfe an Seldte im Juni/Juli 1933: DZA Potsdam, RAM, Bd. 6463, Bl. 193f., 237ff., 246., 257f., 307.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. o. S. 96 ff.Google Scholar
  33. 33.
    Die Vereinbarungen wurden im Oktober 1933 getroffen; Erlaß des Präsidenten der Reichsanstalt (s.o. Anm. 31) sowie sein Bericht an den Reichsarbeitsminister vom 4. 12. 33: BA Koblenz, R43II, Bd. 534. Es verging also fast ein Jahr, bis die Regierung zu gesetzlichen Mitteln griff, um die wilden Aktionen zu unterbinden; inzwischen waren die alten Kämpfer wohl alle wieder beschäftigt. VO über die Verteilung von Arbeitskräften vom 10. 8. 34: RGBl. I, S. 786. Über den Hintergrund: Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 407.Google Scholar
  34. 34.
    Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes vom 15. 5. 34: RGBl. I, S. 381 (§ 1). Die Zuzugssperre bildete eine wirkungsvolle Hilfsmaßnahme, besonders in Berlin, wo es im Januar 1933 655 000 Arbeitslose gab. Nach Ansicht der Behörden aber war sie dem beruflichen Fortkommen des einzelnen zu hinderlich, als daß sie für Breslau, Chemnitz, Dresden, Plauen und einige Städte im Ruhrgebiet hätte angeordnet werden können, wo der Anteil der Arbeitslosen an der Bevölkerung teilweise noch höher war als in Berlin. Siehe Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 412, 415f., Stat. Jahrbuch 1934, S. 310.Google Scholar
  35. 35.
    Einzelheiten dazu s. u. S. 169 f.Google Scholar
  36. 36.
    Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 410. Weiteres über die Ausbildung von Facharbeitern s. u. S. 272 ff.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. Kroll, Weltwirtschaftskrise, S. 466f. Die oft unterernährten Arbeitslosen empfanden die körperliche Arbeit an den Baustellen und Meliorationen natürlich als außerordentlich anstrengend.Google Scholar
  38. 38.
    Stat. Jahrbuch 1936, S. 334f. Im Dezember 1934 war die Zahl der Notstandsarbeiter auf 270 000, ein Jahr später auf 120 000 reduziert (ebda., S. 325), die vorwiegend in den ausgesprochenen Notstandsgebieten konzentriert waren. Diese Politik wurde u.a. durch die Vermutung der Machthaber begründet, viele Arbeitslose seien einfach arbeitsunwillig; Chefbesprechung vom 10. 1. 35: BA Koblenz, R41, Bd. 24, Bl. 2–7.Google Scholar
  39. 39.
    Siehe Arbeiterklasse und Volksgemeinschaft, Statistischer Anhang, Dok. Id.Google Scholar
  40. 40.
    So ist z.B. eine Gegenüberstellung der Tabellen im Stat. Jahrbuch 1937, S. 340f. und S. 350, aus diesem Grunde wenig ergiebig. In der Statistik der Arbeitslosigkeit sind alle Branchen der Eisen-und Metallindustrie zusammengefaßt, in der Industrieberichterstattung dagegen gesondert aufgeführt. Die Statistik der Industrieberichterstattung umfaßt nicht einmal die Hälfte aller in Industrie und Handwerk Beschäftigten; sie basiert auf einem großen repräsentativen Querschnitt der Betriebe: vgl. Stat. Handbuch, S. 480. Die dortigen Angaben sind Indexzahlen. Vgl. Stat. Anhang, Dok. Ib.Google Scholar
  41. 41.
    Diese Zahl deutet nur die Tendenz an: Einmal berücksichtigt sie nicht die unregelmäßig Beschäftigten, zum anderen ist sie saisonbedingt, d.h. sie mißt den Abstand zwischen dem Tiefpunkt 1933 und dem Höhepunkt 1936. Die beiden Faktoren dürften sich ungefähr ausgleichen. Vgl. Stat. Anhang, Dok. Ia.Google Scholar
  42. 42.
    Der sich verlangsamende Rückgang der Arbeitslosigkeit war auch durch eine Konjunkturflaute im Spätsommer 1935 bedingt. Die Zahl der Arbeitslosen begann schon Ende August wieder anzusteigen. Möglicherweise lagen die Ursachen in den Außenhandelsschwierigkeiten.Google Scholar
  43. 43.
    Alle Angaben über den Beschäftigungsstand stammen aus der Statistik der Industrieberichterstattung. Die Zahlenreihen sind zum Teil im Stat. Anhang, Dok. Ib, abgedruckt. Vergleicht man diese Statistik mit den Ergebnissen der Zählungen von 1933 und 1938 (Anhang, Dok. Id), so geben sie etwas höhere Werte an, insbesondere für die Konjunkturindustrien; das liegt wohl an der Eigenart der Erhebung.Google Scholar
  44. 44.
    Ohne die Bauhilfsarbeiter, für die der Rückgang 63,1 % betrug. Der starke Aufschwung der Bauindustrie zog 1933–35 viele erwerbslose ungelernte Arbeiter in diesen Beruf. Alle Angaben über Arbeitslosigkeit nach Stat. Jahrbuch 1936, S. 340.Google Scholar
  45. 45.
    Die Sägeindustrie sowie die Nahrungs-und Genußmittelindustrie: ebda. Die beiden Zahlenreihen über die Nahrungs-und Genußmittelindustrie weisen deutlich auf die begrenzte Aussagekraft des statistischen Quellenmaterials hin. Der Beschäftigungsstatistik zufolge war die Entwicklung in dieser Branche etwa durchschnittlich, doch lag der Rückgang der Arbeitslosigkeit (54,5 %) weit unter dem Durchschnitt. Da diese Industrie bestimmt nicht zu den für Arbeiter attraktivsten gehörte, kann die Erklärung nur in der Zusammensetzung der Statistik liegen. Die Angaben für die Textil-und Bekleidungsindustrie sind genau umgekehrt: durchschnittlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit bei einem Beschäftigungsstand, der 1936 weit unter dem von 1929 lag. Der Grund für diese Diskrepanz lag aber z.T. in der Abwanderung aus diesen Branchen. Es ist sehr bemerkenswert, daß die Reichsregierung es vorerst nicht für erforderlich hielt, bessere Erhebungsgrundlagen zu erstellen. Erst die Arbeitsbucherhebung vom Juni 1938 füllte die Lücke. Vgl. auch Stat. Anhang, Dok. Id.Google Scholar
  46. 46.
    Vgl. Stat. Jahrbuch 1936, S. 340.Google Scholar
  47. 47.
    Von Juli 1935 bis Juni 1936 war ein Drittel aller männlichen Personen, die die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung der Arbeitsämter in Anspruch nahmen, an einer Ausbildung in einer Branche der Eisen-und Metallindustrie interessiert. Für alle anderen Berufszweige zeigte jeweils nicht mehr als etwa ein Neuntel der Ratsuchenden Interesse: Stat. Jahrbuch 1937, S. 361. Vgl. auch Dok. 3 Teil II/6.Google Scholar
  48. 48.
    Stat. Jahrbuch 1939/40, S. 376. Im Durchschnitt waren 54,2 % aller männlichen Arbeiter unter 35 Jahre alt, in der Eisen-und Metallindustrie waren es aber 58,4 %. „Überaltert“ waren das Verkehrswesen und das graphische Gewerbe sowie die Textilindustrie und die Gruppe der Angestellten.Google Scholar
  49. 49.
    Die Angaben der Arbeitsbucherhebung entsprachen für den öffentlichen Dienst überhaupt nicht den wirklichen Zuständen; vgl. Stat. Anhang, Dok. Id und die Erläuterung dazu. Ob es sich hier um eine bewußte Verschleierung oder um Besonderheiten in der Erhebungsmethode handelte, denen zufolge Wehrmachts-und Arbeitsdienstangehörige nicht mitgezählt wurden, bleibt unklar. Die einzige weitere veröffentliche Statistik über die Zahl der im öffentlichen Dienst Beschäftigten liegt fast doppelt so hoch: 4,46 Mill. (1939); s. John P. Cullity, „The Growth of Governmental Employment in Germany 1882–1950“, Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, Bd. 123 Heft 2, April 1967, S. 202. Die Frage ist nicht allein für die Sozialgeschichte von Bedeutung, mußte doch der Aufbau einer totalen Herrschaftsordnung vermutlich einen weiten Ausbau aller staatlichen Tätigkeiten voraussetzen, dessen tatsächlicher Umfang sich aber nicht genau feststellen läßt.Google Scholar
  50. 50.
    Das Problem wurde von den Gewerbeaufsichtsbeamten wiederholt erwähnt (Jahresberichte … 1933–34). Es gab auch einige wenige Nachbildungskurse für Arbeiter, die aus diesem Grund oder wegen langer Arbeitslosigkeit den Anforderungen ihres Berufes nicht mehr gewachsen waren. Die Statistik der sog. berufsfremd Beschäftigten vom Juni 1938 (Stat. Anhang Dok. Ic) unterschätzt wahrscheinlich das Ausmaß dieses Phänomens.Google Scholar
  51. 51.
    Stat. Jahrbuch 1931, S. 301, 312.Google Scholar
  52. 52.
    Hier scheint eine vorsichtige Formulierung geboten zu sein, denn das Problem ist noch nicht detailliert untersucht worden. Den häufigen rationalisierungsfeindlichen Äußerungen aus Parteikreisen ist, was die Produktionstechnik, anbetrifft, wenig Gewicht, beizumessen. Gewichtiger waren diese Aussagen, wo es um die Rationalisierung von Arbeitsvorgängen ging. Maßnahmen zur Einsparung von Lohnkosten unterblieben 1933/35 weitgehend. Andererseits deuten die Produktionssteigerungen der dreißiger Jahre wie auch die Investitionsstatistik unverkennbar auf eine starke allgemeine Tendenz zur technologischen Erneuerung hin: vgl. Kroll, Weltwirtschaftskrise, Kap. 19 (Produktion), und Berenice A. Carroll, Design for Total War. Arms and Economics in the Third Reich, Den Haag/Paris 1968, S. 187f. (Investition). Carroll’s Kritik an Burton H. Klein, Germany’s Economic Preparations for War, Harvard 1959, scheint in diesem Punkt voll berechtigt.Google Scholar
  53. 53.
    Nach der Steigerung des Kohlenbedarfs im Vierjahresplan traf dies bald für den Bergbau nicht mehr zu, doch war diese Entwicklung nicht erwartet worden: s. Dok. 85–93; ZwT. vorDok. 125. Die Notlage älterer Angestellter war schon seit Beginn der Rationalisierungswelle akut gewesen. Ab Ende 1934 wurden geringfügige Subventionen an Betriebe gezahlt, die zusätzlich ältere Angestellte beschäftigten. Vgl. Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 429f.; AnO über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. 8. 34, DRA, Nr. 202, S. 16; zur weiteren Entwicklung: Dok. 10.Google Scholar
  54. 54.
    Im März 1936: 573 000 (ohne Bauhilfsarbeiter).Google Scholar
  55. 55.
    Nach Carroll, Design, S. 74 (Anm. 3), 184, 263.Google Scholar
  56. 56.
    Die — zum großen Teil kartellmäßig gebundenen — Preise auf diesem Sektor waren in der Krise nur wenig zurückgegangen. Sehr viel größer war der Preissturz von Verbrauchsgütern und ausländischen Rohstoffen gewesen: vgl. Kroll, Weltwirtschaftskrise, S. 92. Den betreffenden Branchen ging es darum, die daraus wie auch aus der Lohnentwicklung entstandenen Kostenvorteile soweit wie möglich beizubehalten.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. Tabelle unten S. 149, Punkt 6 und 7. Diese Statistiken stellen keine absoluten Werte dar. Sie sind volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen entnommen, die mit einer etwas verdächtigen Genauigkeit, arithmetisch betrachtet, immer stimmen. Das hat auch seinen Grund, denn Erbes (Wirtschaftspolitik) Anliegen ist volkswirtschaftlich-theoretischer Natur und nicht historisch-empirisch; seine Zahlen vermitteln zweifelsohne ein richtiges Bild der großen Entwicklungstendenzen und reichen für seinen Zweck der globalen Deutung wohl aus. Die Tatsache aber, daß jeder Wirtschaftsfachmann, der sich mit diesen Problemen beschäftigt hat, eigene Zahlenreihen verwendet, die selten miteinander übereinstimmen, läßt den Nichtfachmann ziemlich hilflos, insbesondere weil relativ geringe Abweichungen in der Statistik für bestimmte Fragen von großer Bedeutung sein können, z.B. für den Vergleich zwischen der Verteilung des Volkseinkommens in den 20er und den 30er Jahren. Zum neuesten Stand der Diskussion vgl. Carroll, Design, Kap. X und S. 262–267, deren Studie aber längst nicht alle Unklarheiten behebt. Besonders problematisch bleiben die Posten öffentliche Ausgaben und Investitionen. Die Zahlen bei Süphan Andic und Jindrich Veverka, „The Growth of Government Expenditure in Germany since Unification“, Finanzarchiv, N. F., Bd. 23 Heft 2 (Januar 1964), scheinen für die 30er Jahre wenig zuverlässig zu sein. Wolfram Fischer, Die Deutsche Wirtschaftspolitik 1918–1945, 2. Aufl., Stuttgart 1968, stützt sich zum Teil darauf.Google Scholar
  58. 58.
    Eine genauere Formulierung wäre irreführend. Folgende Berechnung mag als typisch für die Probleme einer statistischen Analyse gelten: Angesichts der rd. 10%igen Steigerung der Arbeitszeit und der 4%igen Erhöhung des durchschnittlichen Stundenverdienstes (1932–37) würde man erwarten, daß das gesamte Arbeitseinkommen schneller angestiegen wäre als die Zahl der Beschäftigten. Beide Werte weisen jedoch fast genau dieselbe Zuwachsrate auf: rd. 50 %. Noch niedrigere Zahlen für das Arbeitseinkommen bei Kroll, Weltwirtschaftskrise, S. 607.Google Scholar
  59. 59.
    Siehe hierzu die quellenreiche Diss. von Farquharson. Diese Probleme sind bei Bracher/Sauer/Schulz, Machtergreifung, S. 570–578, und bei Dieter Petzina, Autarkiepolitik im Dritten Reich. Der nationalsozialistische Vierjahresplan, Stuttgart 1968, nur flüchtig behandelt; etwas detaillierter ist Schoenbaum, Braune Revolution, Kap. V. Eine wichtige Grundlage bildet die Diss. von Horst Gies, R. Walther Darré und die nationalsozialistische Bauernpolitik in den Jahren 1930 bıs 1933, Frankfurt a.M. 1966. Für eine eingehende Analyse der gedruckten Quellen s. Frieda Wunderlich, Farm Labor in Germany, 1820–1945, Princeton 1961, S. 222–291.Google Scholar
  60. 60.
    Briefe des RAM an den RMfEuL vom 17. 8. und 3. 9. 35: BA Koblenz, R43II, Bd. 318; Seldte an Lammers vom 30. 10. 35: ebda., Bd. 311. Dem Problem wurde größere Bedeutung beigemessen, der Briefwechsel wurde allen beteiligten Reichsministern zugeleitet, und sowohl Lammers wie auch Krohn (Staatssekretär im RAM) hielten Vortrag bei Hitler darüber; s. „Aufzeichnung über die Einkommensverhätnisse“ vom 4. 9. 35, BA Koblenz, R43II, Bd. 318; DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 252. Erst Anfang Februar 1936 konstatierten die R.Trh. eine größere Stabilität der Nahrungsmittelpreise: ebda., Bl. 305–323. Zum handelspolitischen Hintergrund s. Arthur Schweitzer, „The Foreign Exchange Crisis of 1936“, Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, Bd. 118 Heft 2, April 1962; Petzina, Autarkiepolitik, S. 30–45.Google Scholar
  61. 61.
    Stat. Jahrbuch 1936, S. 294f.Google Scholar
  62. 62.
    Die wichtigste Bestätigung bilden die Vorbehalte des Staatssekretärs im RMfEuL gegenüber dem Index, die er in einer Sondersitzung der R.Trh. am 27. 8. 35 (Aufzeichnung, Bl. 16) zum Ausdruck brachte, sowie die Preissenkungen für Kartoffeln und einzelne Fleisch-und Käsesorten, die er am Tag darauf anordnete (RAM an RMfEul vom 3.9.35: BA Koblenz, R43II, Bd. 318). Das RMdI vertrat den gleichen Standpunkt wie das RAM; Eingaben an die Reichskanzlei im Juli 1935: ebda. Die R.Trh. selbst übten massive Kritik an dem amtlichen Index; Bericht über die Besprechung vom 14. 8. 35: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 34f. Sogar die Reichswirtschaftskammer fand seine Zahlen zu niedrig: Bericht von K. Reichhold, „Einkommen, Verbrauch und Sparung in Deutschland 1929–1932-1936“ (S. 19f.), BA Koblenz, R43II, Bd. 311. Zeitgenössiche Darstellung der Erhebungsmethoden bei Alfred Jacobs, „Statistik der Preise und Lebenshaltungskosten“, in Friedrich Burgdörfer (Hrsg.), Die Statistik in Deutschland nach ihrem heutigen Stand, Bd. II, Berlin 1940. Kritik der Erhebungsmethoden bei Bry, Wages, S. 260, Vgl. Stat. Anhang, Dok. IIa.Google Scholar
  63. 63.
    Dieser Index lautete: 1929 = 117, 1932 = 100, 1935 = 111, 1936 = 144. Die Statistik der Verbrauchsmengen wurde wiederholt nachträglich korrigiert, in den meisten Fällen nach oben; der Grund dafür ist nicht klar. Aber auch die höheren Werte im Stat. Jahrbuch 1939/40, S. 398f., ändern wenig an dem oben gezeichneten Bild. Vgl. Stat. Jahrbuch 1936, S. 350f.; Stat. Jahrbuch 1937, S. 362f.Google Scholar
  64. 64.
    Petzina, Autarkiepolitik, S. 33, Anm. 41. Die Korrektur von Bry, Wages, S. 264, setzt erst 1937 an und liegt dann auf einmal über 5 Punkte höher als der amtliche Index, was ein etwas schiefes Bild ergibt.Google Scholar
  65. 65.
    Vgl. Gossweiler, „Der Übergang“, S. 86–97.Google Scholar
  66. 66.
    Zur Beitragspflicht s. die verschiedenen AnO und Gesetze: RGBl. I, 1933, S. 148, 265, 311, 519. 1935 waren über 4 Mill. Arbeiter von der Beitragspflicht befreit: Stat. Jahrbuch 1936, S. 324. Die Aufhebung der Befreiung im Steinkohlenbergbau war hart umkämpft und führte zu heftigen Protesten: BA Koblenz, R43II, Bd. 534.Google Scholar
  67. 61.
    Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 532.Google Scholar
  68. 68.
    Damit machten die Abzüge nach 1933 zwischen 13 % und 20 % des Bruttolohns aus; s. „Aufzeichnung über die Einkommensverhältnisse“ vom 4.9.35: BA Koblenz, R43II, Bd. 318. Bry, Wages, S. 264, scheint diesen Faktor in seiner Berechnung des realen Wochenlohns zu unterschätzen, indem er die Erhöhung bis einschließlich 1935 mit 1 %, danach mit 2 % des Verdienstes angibt. Vgl. auch Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 93.Google Scholar
  69. 69.
    Vgl. die Tabelle o. S. 149.Google Scholar
  70. 70.
    Vgl. o. Anm. 62. In diese Richtung tendieren auch die Bemerkungen von Kroll, Weltwirtschaftskrise, S. 622–625, die aber mit seinen eigenen Ausführungen über die Entwicklung der Löhne (S. 606f.) kaum unter einen Hut gebracht werden können. Erbes Gegenüberstellung der Reallohnstatistik mit den Einzelhandelsumsätzen (Wirtschaftspolitik, S. 94f.) trägt zur Bestätigung der oben vorgenommenen Korrektur bei. Vgl. auch die etwas vage Diskussion dieser Probleme im Stat. Anhang, Dok. IIa.Google Scholar
  71. 71.
    Stat. Anhang, Dok. IIa.Google Scholar
  72. 72.
    In diese Gruppe gehören auch die Angestellten, deren Gehälter schneller anstiegen als die Arbeiterlöhne; vgl. den Bericht von K. Reichhold, zit. o. in Anm. 62.Google Scholar
  73. 73.
    Die Arbeiter in diesen Branchen waren immer relativ hoch bezahlt. Nach 1933 aber verursachte die Pressepolitik des Nationalsozialismus durch die Schließung oppositioneller Zeitungen, Zeitschriften usw. eine anhaltende Unterbeschäftigung im Druckereigewerbe. — Die Nachfrage nach Bier war extrem elastisch, der Absatz weiter gehemmt durch die Einschränkung des Hopfenanbaus zugunsten anderer Agrarprodukte.Google Scholar
  74. 74.
    Ausnahmen sind der Kohlenbergbau und die Bekleidungsindustrie: Stat. Anhang, Dok. IIa. Diesem Dokument sind alle Kalkulationen in diesem Absatz entnommen.Google Scholar
  75. 75.
    Nach den Ergebnissen der Industrieberichterstattung stieg die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit in den meisten Branchen des Verbrauchsgütersektors von 1933 bis 1936 leicht an, für alle Branchen zusammen um 1/4 Stunde. In vielen Zweigen der Produktionsgüterindustrie betrug die Steigerung dagegen eine gute Stunde: Stat. Jahrbuch 1937, S. 342f. In seiner Eingabe an Lammers vom 30. 10. 35 hob Seldte diesen Punkt besonders hervor: BA Koblenz, R43II, Bd. 311.Google Scholar
  76. 76.
    Die Regierung gab sich sehr besorgt über dieses Gefälle und die dadurch verursachten sozialen Spannungen; vgl. Dok. 3 Teil I 2.Google Scholar
  77. 77.
    Genau das ist in den Jahren 1937/39 eingetreten. Vgl. u. Kap. VI, sowie insbes. Dok. 132 und Stat. Anhang, Dok. IIb. Die Tendenz wurde durch den allgemein um sich greifenden Arbeitskräftemangel verstärkt, was auch die Konsumgüterindustrien zu Lohnerhöhungen zwang.Google Scholar
  78. 78.
    Durch die 14. VO zur Durchf. des AOG vom 15. 10. 35 (RGBl. I, S. 1240, § 2) wurden die R.Trh. ermächtigt, Betriebe, Betriebsabteilungen und auch einzelne Arbeiter aus dem Geltungsbereich einer Tarifordnung herauszunehmen, d.h. Unterentlohnung zuzulassen. Die Anträge von der Industrie auf Anwendung dieser Vorschrift waren aber so zahlreich, daß das RAM eine scharfe Überprüfung anordnete; Berichte über die Treuhänderbesprechung vom 9. 12. 35: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 254, 256.Google Scholar
  79. 79.
    Vgl. Stat. Anhang, Dok. IIa.Google Scholar
  80. 80.
    Vgl. o. S. 118. Die Begründung für diese Maßnahme war freilich eine andere: die erhoffte Vertiefung des Vertrauens in die Betriebsgemeinschaft durch die Übertragung unmittelbarer Verantwortung für die Lohnbildung.Google Scholar
  81. 81.
    Besorgte Meldungen über den durch jahrelange Arbeitslosigkeit erheblich geschwächten Gesundheitszustand der Arbeiter: Jahresberichte der Gewerbe aufsichtsbeamten … 1933–34, darin: „Preußen“, S. 167 f. und 434 f. (betont von den Gewerbemedizinalräten). Vgl. auch die Entwicklung der Arbeitsproduktivität im Kohlenbergbau: Dok. 85; 92.Google Scholar
  82. 82.
    Vgl. über Streiks und Lohnverhandlungen: Dok. 3. Auf die Dauer war diese Entwicklung auch mit der bestehenden Macht-und Kompetenzverteilung im Herrschaftssystem nicht vereinbar. In ihren zwischen August 1935 und Februar 1936 stattfindenden Besprechungen kamen die R.Trh. immer wieder darauf zurück, daß die DAF soziale Forderungen stellte, sich in ihren Zuständigkeitsbereich einmischte usw. DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 23–28, 32–42, 195f. Ferner hierzu u. Kap. V und VI.Google Scholar
  83. 83.
    Siehe Erlaß des RAM an den Sondertreuhänder für das Baugewerbe vom 14. 1. 35 mit umfangreichen statistischen Anlagen: BA Koblenz, R43II, Bd. 552; Seldte an Lammers vom 16. 1. 35: ebda., Bd. 542; Seldte an Lammers vom 12. 2. 35: ebda., Bd. 552. Anfang März hielt Seldte bei Hitler Vortrag über die Frage: Seldte an Hitler vom 16. 3. 35, mit einer neuen Denkschrift als Anlage: ebda., Bd. 552.Google Scholar
  84. 84.
    Kaufmann an Heß; Krogmann an den Adjutanten des Führers, Brückner, vom 15. 3. 35; Vermerk in der Reichskanzlei vom 27. 3. 35: BA Koblenz, R43II, Bd. 552. Unter den Gauleitern nahm Kaufmann stets besonders große Rücksicht auf die Stimmung in der Arbeiterklasse; im November 1935 verkündete er auf eigene Faust und gegen den Einspruch Darrés Höchstpreise für den Lebensmittelgroßhandel: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 185; vgl. u. S. 203.Google Scholar
  85. 85.
    Heß an Seldte vom 27.4. 35: BA Koblenz, R41, Bd. 24, Bl. 42. Eine Gauleiterbesprechung fand am 11. April statt; ein Protokoll war nicht zu ermitteln.Google Scholar
  86. 86.
    Seldte an Hitler vom 25. 5. 35 nebst Niederschrift der Chefbesprechung; Lammers an Seldte vom 13. 6. 35: BA Koblenz, R41, Bd. 24, Bl. 48–57; R43II, Bd. 542. Die Entscheidung „für ein ganz starres Festhalten an den z. Zt. geltenden Lohnsätzen“ wurde dann allen höheren Dienststellen des Staates, der Partei und der DAF bekanntgegeben. Im weiteren Verlauf des Sommers versuchte das RAM durch Einzelmeldungen über Lohnsteigerungen, die ohne sein Zutun vorkamen, sowie über Forderungen aus der DAF, die Reichskanzlei vergeblich von der Sinnlosigkeit dieser Entscheidung zu überzeugen; ebda.Google Scholar
  87. 87.
    Vgl. die Behandlung dieser Frage in der Treuhänderbesprechung vom 12. 11. 35: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 191f.Google Scholar
  88. 88.
    Denkschriften, Entwürfe usw. hierzu aus der Zeit zwischen Mai 1935 und Dezember 1937: BA Koblenz, R43II, Bd. 543; R41, Bd. 24.Google Scholar
  89. 89.
    Der Prozeß der lohnpolitischen Willensbildung auf Regierungsebene läßt sich in diesem Fall besonders genau verfolgen: DZA Potsdam, RAM, Bd. 106, Bl. 53–138.Google Scholar
  90. 90.
    Weiteres zur Lage im Kohlenbergbau s. Dok. 85–93.Google Scholar
  91. 91.
    Vgl. die o. in Anm. 60 und 84 zitierten Dokumente.Google Scholar
  92. 92.
    Die hierin begründete Tendenz zum Immobilismus wurde nach Herbst 1935 durch die von höheren Beamten gehegten Zweifel über die Dauerhaftigkeit der Konjunktur weiter verstärkt: vgl. o. Anm. 42; Anm. 3/26.Google Scholar
  93. 93.
    Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches vom 26. 2. 35: RGBl. I, S. 311. Diese Registrierung der arbeitenden Bevölkerung stellte eine sehr komplizierte und aufwendige Verwaltungsmaßnahme dar und erfolgte stufenweise. Erst im Frühjahr 1939 galt sie als abgeschlossen; befreit von der Arbeitsbuchpflicht waren nur noch Beamte, gewisse Gruppen von Selbständigen (für Handwerker gab es aber eine Sonderkartei) sowie die freien Berufe. Vgl. die VO über das Arbeitsbuch vom 22. 4. 39: RGBl. I, S. 824. Die Initiative für die Maßnahme ging vom Reichskriegsministerium aus, das auch einen Großteil der Kosten trug — ein deutlicher Hinweis auf die Funktion des Arbeitsbuches: BA/MA Freiburg, WiIF 5, Bd. 326/1.Google Scholar
  94. 94.
    Zur Verwendung des Arbeitsbuches vgl. Dok. 12; ZwT. vor Dok. 125; Dok. 125; Stat. Anhang, Dok. Id;s. auch unten S. 226.Google Scholar
  95. 95.
    VO über die Verteilung von Arbeitskräften vom 10. 8. 34: RGBl. I, S. 786, § l;vgl. o. S. 137.Google Scholar
  96. 96.
    DRA, 1935, Nr. 2 Der Arbeitsplatzwechsel innerhalb eines Arbeitsamtsbezirks blieb frei. Es war eine schwache Maßnahme.Google Scholar
  97. 97.
    Siehe Dok. 8; 2 7–26; unten Kap. VI.Google Scholar
  98. 98.
    Das hier Gesagte ist eine grobe Zusammenfassung. Dieser sehr verwickelte Fragenkreis verdient eine Spezialuntersuchung. Die Gesamtzahl der Lehrlinge nach den Angaben der Arbeitslosenversicherung: Stat. Jahrbuch 1930, S. 322; Stat. Jarbuch 1933, S. 296; Stat. Jahrbuch 1937, S. 336. Zahl der Einstellungen: Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 444–447. Über den Ernst der Situation war sich die Industrie durchaus im klaren; vgl. Wege zur Behebung des Facharbeitermangels (Veröffentlichungen des Reichsstandes der Deutschen Industrie, Nr. 61), Berlin, Mai 1934. Die Statistik von Petzina, Autarkiepolitik, S. 159, Anm. 15, scheint die Lücke der Jahre vor 1934 zu übertreiben; s. Stat. Jahrbuch 1934, S. 320. Weiteres zu diesem Thema: S. 272 ff.; Dok. 6.Google Scholar
  99. 99.
    Fortgesetzte Beschwerden hierüber in den Treuhänderbesprechungen 1935/36: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 37 f., 41, 198, 200, 263, 313, 331–335. Aus diesen Gründen schleppte sich die Umarbeitung der alten Tarifverträge jahrelang hin, und die Position der R. Trh. gegenüber anderen Behörden, insbesondere den Gerichten und der Presse, blieb weiterhin schwach. Verantwortlich für die Personalfrage waren das RFM, das RMdI und der Rechnungshof. Die DAF benutzte die Überlastung der Dienststellen als Argument für die Erweiterung der eigenen Zuständigkeit; Eingabe des Sozialamts der DAF an den RAM vom 16. 12. 36: ebda., Bd. 10320, Bl. 16; vgl. auch unten Kap. V. Ende 1936 führte der RAM in der Reichskanzlei Beschwerde: BA Koblenz, R43II, Bd. 529a; Anm. 30/1. Weiteres zur Organisation der staatlichen Sozialpolitik: Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbeamten … 1933–34, darin: „Preußen“, S. 1, 5 ff.Google Scholar
  100. 100.
    Unterlagen über die vielen Fälle dieser Art in den Handakten Seldtes: BA Koblenz, R41, Bd. 6, 7, 11. Allein in Bayern fehlten im September 1936 20 Sachbearbeiter: ebda., Bd. 221, Bl. 57.Google Scholar
  101. 101.
    Bis dahin war die Hauptaufgabe der Abt. IV im RAM der Problemkreis der Arbeitslosigkeit! In der Praxis wurde die staatliche Aufsicht über den Arbeitsmarkt hauptsächlich von der Reichsanstalt und den ihr unterstellten Arbeitsämtern ausgeübt. Die Berufung des Präsidenten der Reichsanstalt und des Leiters der Hauptabt. III im RAM (zuständig für die R.Trh., Lohnpolitik, Arbeitsrecht) in die Geschäftsgruppe Arbeitseinsatz des Vierjahresplans durch Göring Ende 1936 veränderte die Situation nur unwesentlich, denn es handelte sich hier in erster Linie um ein Beratungsgremium. Durch einen Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 21. 12. 38, einen Erlaß des RAM vom 23. 12. 38 und die VO über den Arbeitseinsatz vom 25. 3. 39 wurde die Reichsanstalt in das RAM eingegliedert; der Präsident wurde zum Leiter der neuen Hauptabt. V, der der Arbeitseinsatz oblag. Die Vereinheitlichung der Arbeitsverwaltung wurde dann am 1. 8. 39 mit der Ernennung der Leiter der Gewerbeaufsichts-und der Arbeitsämter zu Beauftragten der R.Trh. fortgesetzt. Vgl. RGBl. I, 1938, S. 1892; R.Arb.Bl. I, 1939, S. 2; RGBl. I, 1939, S. 575; Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 469f.Google Scholar
  102. 102.
    Aufzeichnung vom 4. 9. 35: BA Koblenz, R43II, Bd. 318. Die Aufzeichnung wurde Hitler vorgelegt. Obwohl die Errechnung des Durchschnittslohns in der Industrie sehr problematisch ist, kann als sicher gelten, daß 25 RM pro Woche unter dem Durchschnitt lag. Dagegen sind die Zahlen im Stat. Anhang, Dok. IIa, Tab. //(September 1933: 30 RM; September 1936: 35 RM) wahrscheinlich etwas zu hoch; s. die vergleichende Tabelle im Stat. Handbuch, S. 469.Google Scholar
  103. 103.
    Stat. Handbuch, S. 502ff. Unregelmäßige Einnahmen der Familie sind in der Analyse oben nicht berücksichtigt. Die Mehrheit der männlichen Industriearbeiter verdiente 1936 über 32 RM pro Woche,und die Haushalte der Arbeiter, die entweder ungelernt oder aber im Konsumgütersektor beschäftigt waren, konnten sich wohl oft auch auf die Verdienste anderer Familienmitglieder stützen. Vgl. ebda., S. 470f.Google Scholar
  104. 104.
    Zahlen hierzu im Stat. Jahrbuch 1937, S. 350, 357–361. Etwas gelindert wurde die Notlage der Arbeitslosen durch die zusätzliche Unterstützung der DAF (soweit sie Mitglied waren), die maximal 15 % des letzten Arbeitsverdienstes betrug. Eine wesentliche Lücke der amtlichen Statistik ist, daß sich die Dauer der Arbeitslosigkeit nicht präziser errechnen läßt. Zahlen liegen hier nur für die Empfänger der Krisenunterstützung vor. Von ihnen waren im August 1934 482 000 (= 61 %) länger als ein Jahr arbeitslos gewesen; im August 1936 waren es immer noch 297 000 (= 62 %) — ebda., S. 360.Google Scholar
  105. 105.
    Übersicht über die Bestimmungen, die wiederholt geändert wurden: Wilhelm Wiedermann, „Zur neuen Verordnung über die Kurzarbeiterunterstützung“, R.Arb.Bl., 1936, II, S. 369–372. Zahlen: Stat. Jahrbuch 1937, S. 336.Google Scholar
  106. 106.
    Vgl. die Statistik der Industrieberichterstattung, nach der das durchschnittliche Monatseinkommen zwischen Juli 1934 und Dezember 1935 den Stand von September 1933 nur in drei Monaten wieder erreichte: Stat. Jahrbuch 1936, S. 332.Google Scholar
  107. 107.
    Das statistische Quellenmaterial zu diesem gesamten Fragenkomplex ist lückenhaft und nur begrenzt zuverlässig. Nützlich sind Klein, Germany’s Economic Preparations, S. 70, und ein Bericht der DAF über Kurzarbeit, der Hitler im Dezember 1935 vorgelegt wurde: BA Koblenz, R43II, Bd. 553.Google Scholar
  108. 108.
    Stat. Jahrbuch 1936, S. 335.Google Scholar
  109. 109.
    Siehe vor allem die Denkschrift des Oberpräsidenten der Rheinprovinz an Schacht vom 5. 2. 36, „Folgen aus der Entmilitarisierung für das linksrheinische Gebiet“, BA/MA Freiburg, WiIF5, Bd. 1282. Vgl. die Klage des R.Trh./Hessen in der Treuhänderbesprechung am 12. 11. 35: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 188. Zur Lage im Aachener Raum s. Vollmer, Volksopposition, (passim), obwohl die Berücksichtigung wirtschaftlicher Probleme in dieser Dokumentenauswahl unzureichend ist.Google Scholar
  110. 110.
    Generell zu diesem Thema s. den anregenden Aufsatz von Hans Raupach, „Der interregionale Wohlfahrtsausgleich als Problem der Politik des Deutschen Reiches“, in Conze/Raupach, Staats-und Wirtschaftskrise, S. 13–34, sowie die dort angegebene Literatur. Wichtige Angaben enthält ferner eine Denkschrift des Arbeitswissenschaftlichen Instituts der DAF: „Materialien zum sozialen Ost-West-Gefälle“, DZA Potsdam.Google Scholar
  111. 111.
    Vermerk des RAM vom 31. 8. 35: BA Koblenz, R43II, Bd. 311; Stat. Jahrbuch 1936, S. 298.Google Scholar
  112. 112.
    Dieser und mehrere ähnliche Fälle aus den Jahren 1934–36: DZA Potsdam, RAM, Bd. 105, Bl. 114–169.Google Scholar
  113. 113.
    Hier ist kein Platz, um auch nur die wichtigsten Akten zu diesem Thema aufzuzählen; es war 1934–36 mehrfach Gegenstand von Chefbesprechungen (vgl. BA Koblenz, R43II, Bd. 376; R41, Bd. 24, Bl. 2–6, 135ff.) und stand ständig auf der Tagesordnung der Treuhänderbesprechungen (DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 26, 189, 254). Über das Ausbleiben einer wesentlichen Verbesserung s. den Schriftwechsel zwischen dem RAM und dem R.Trh./Schlesien vom September 1940: BA Koblenz, R41, Bd. 59, Bl. 124–127.Google Scholar
  114. 114.
    Statistische Vergleiche sind wegen der großen Bedeutung der Deputate auf dem Lande nicht möglich. Siehe Stat. Jahrbuch 1936, S. 316f. Im Januar 1939 schätzte ein R.Trh. das Bruttorealeinkommen eines Landarbeiters auf 50–70 % des entsprechenden Einkommens eines ungelernten Industriearbeiters: BA/MA Freiburg, WiIF 5, Bd. 1223. Vgl. auch Wunderlich, Farm Labor, S. 235ff., 25 3ff.Google Scholar
  115. 115.
    AnO über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. 8. 34: DRA, Nr. 202, § 18; das Programm wurde durch zwei VO vom 10. und 18. 3. 37 ausgebaut: RGBl. I, S. 292; DRA, Nr. 67; ferner Petzina, Autarkiepolitik, S. 93; Denkschrift „Material zur Landarbeiterfrage“ vom 14. 12. 37: BA/MA Freiburg, WiIF5, Bd. 1223.Google Scholar
  116. 116.
    Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes vom 15. 5. 34: RGBl. I, S. 381, §§ 2 und 3; dazu die Durchf. AnO vom 17. 5. 34: DRA, Nr. 114. Gesetz zur Befriedigung des Bedarfs der Landwirtschaft an Arbeitskräften vom 26. 2. 35: RGBl. I, S. 310; dazu die Durchf. AnO vom 29. 3. 35: DRA, Nr. 76.Google Scholar
  117. 117.
    Die Formalitäten der Aufhebung dieser Vorschriften: VO vom 27. 11. 36, DRA, Nr. 278; R.Arb.Bl. I, S. 302. Weiteres dazu in Dok. 27 (Anm. 11); Dok. 33 (Anm. 25); Dok. 68. In der Sitzung des kleinen Ministerrats am 11. 2. 37 äußerte sich Darré sehr scharf über die Nutzlosigkeit der Maßnahmen: BA Koblenz, R43II, Bd. 353a. Syrups Rechtfertigung seiner Politik geht am eigentlichen Problem ganz vorbei: Syrup/Neuloh, Hundert Jahre, S. 417ff. Die Landflucht hielt jedoch verstärkt an: Dok. 102; Dok. 108 Teil. 2; Dok. 147 Teil 2; Stat. Anhang Dok. Id; die ausführlichen Beschwerden und Warnungen Darrés: BA Koblenz, R43II, Bd. 213b. Im März 1939 wurde die Genehmigungspflicht bei der Lösung von Arbeitsverhältnissen in der Landwirtschaft wieder eingeführt: Dok. 158.Google Scholar
  118. 118.
    Gerade weil sich niemand um die Kleinbetriebe kümmerte, ist die Quellenlage hier sehr viel ungünstiger als z.B. für den öffentlichen Dienst. Außerdem steht in dieser Untersuchung die Sozialpolitik im Vordergrund. Außer einigen Bestrebungen zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in der Heimarbeit gab es diesen Gruppen und Ortschaften gegenüber eben keine staatliche Politik. In einer umfassenden Sozialgeschichte müßte dieser Komplex einen wichtigen Platz einnehmen.Google Scholar
  119. 119.
    Detaillierte Zahlenreihen über die tatsächlichen Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst sowie über Angestelltengehälter waren nicht zu ermitteln; die Unterschiede kommen in den Tarifsätzen kaum zum Ausdruck: Stat. Jahrbuch 1937, S. 327, 330–333. Die Darstellung fußt auf zahlreichen Einzelbeschwerden, z.B. über die Besoldung der R.Trh.: BA Koblenz, R43II, Bd. 532; R41, Bd. 24; DZA Potsdam, RAM, Bd. 6635. Für eine gründliche Diskussion dieser Probleme, s. Jane Caplan, „The Civil Servant in the Third Reich“, D. Phil. thesis (Masch.), Oxford 1973. Zur Position des Reichsfinanzministeriums s. H. Stuebel, „Die Finanzierung der Aufrüstung im Dritten Reich“, Europa-Archiv, Juni 1951, Spalte 4131. Weiteres zu den allgemeinen Arbeitsverhältnissen im öffentlichen Dienst s. u. S. 201 f.; zum Arbeitskräftemangel und seinen Folgen s. u.S. 224 ff.; Dok. 100.Google Scholar
  120. 120.
    Indexzahlen für Wohnungskosten: Stat. Jahrbuch 1937, S. 310f. Auch diese Zahlenreihe kann nicht vorbehaltlos akzeptiert werden, denn es ist prinzipiell unwahrscheinlich, daß bei den herrschenden Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt selbst strengste Kontrollen jede Steigerung hätten verhindern können. Dem Index lagen Altbaumieten zugrunde. Ehestandsdarlehen: s. o. S. 132 f. Staatliche Subventionen: Erbe, Wirtschaftspolitik, S. 27f. Erbes Schätzung des Anteils öffentlicher Gelder an den Bruttoinvestitionen in der Wohnungswirtschaft (13 % in den Jahren 1933–1938 gegenüber fast 50 % in den späten 20er Jahren) scheint aber etwas zu niedrig zu sein. Die gesamte Frage der Politik auf dem Wohnungsmarkt in diesen Jahren wäre eine Einzeluntersuchung wert.Google Scholar
  121. 121.
    Stat. Jahrbuch 1937, S. 181. Das Problem wurde 1935 mehrfach auf Ministerebene erörtert: BA Koblenz, R41, Bd. 25, Bl. 5f., 45f. (Fehlbedarfsstatistik).Google Scholar
  122. 122.
    Vgl. Dok. 84; 103; 151 Teil VIII. Diese drei Beispiele könnten aus den Akten der Reichskanzlei und des zuständigen RAM beliebig vermehrt werden.Google Scholar
  123. 123.
    Treuhänderbesprechung am 7. 2. 36: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10296, Bl. 305.Google Scholar
  124. 124.
    Diese Probleme wie auch der sich anbahnende Arbeitskräftemangel wurden auf einer Sondersitzung der R.Trh. am 19. 8. 36 ausführlich besprochen. Der Sitzungbericht diente als Grundlage für Beratungen über Gegenmaßnahmen (vgl. Dok. 3): BA/MA Freiburg, WiIF5, Bd. 203, Bl. 349–361.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1977

Authors and Affiliations

  • Timothy W. Mason

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