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Die Neuordnung der Klassenverhältnisse

  • Timothy W. Mason
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Zusammenfassung

Die Bedeutung des Theatercoups vom 2. Mai 1933 lag nicht allein in der Zerstörung der Gewerkschaften, sondern auch darin, daß die Parteiführung sich dadurch in die Lage brachte, eine neue Gesellschaftsordnung mehr oder weniger von Grund auf und sofort verkünden und aufbauen zu müssen. Eine „organische“ Entwicklung, eine allmähliche Unterwerfung und Aushöhlung der bestehenden Gewerkschaften — wie sie die Gewerkschaftsführung als kleineres Übel im April noch wünschte2 — war nun endgültig ausgeschlossen. Damit hatte aber auch die kurze Geschichte der NSBO ihr Ende gefunden, denn sie wäre das geeignete Instrument gewesen, eine allmähliche Gleichschaltung der Gewerkschaften herbeizuführen. Durch die Aktion vom 2. Mai jedoch hatte die Parteiführung die politische Initiative eindeutig an sich gezogen: in Gestalt des Reichsorganisationsleiters Dr. Robert Ley, des Nachfolgers und erbitterten Gegners von Gregor Strasser, der seinerseits bis Ende 1932 die NSBO gegen den rechten Parteiflügel wirksam geschützt hatte. Die einzige spezifisch nationalsozialistische Organisation, die eine auch nur ungefähre, der Industriegesellschaft adäquate sozialpolitische Konzeption hatte — die einer parteigebundenen Einheitsgewerkschaft —, sollte also von der sozialpolitischen Willensbildung ferngehalten werden.

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Notes

  1. 1.
    Der Parteitag der Arbeit vom 6. bis 13. September 1937. Offizieller Bericht über den Verlauf des Reichsparteitages mit sämtlichen Kongreßreden, München 1938, S. 264f.Google Scholar
  2. 2.
    Schumann, Gewerkschaftsbewegung, S. 56–59.Google Scholar
  3. 3.
    Einzelheiten zur Gründung der DAF: ebda., S. 76ff.; zur Zurückdrängung der NSBO, S. 87–92. Vgl. Leys kritische Ausführungen über die NSBO, Parteitag der Arbeit, S. 266f.Google Scholar
  4. 4.
    Die sehr unvollständige Aktenüberlieferung für die Wirtschafts-und Sozialpolitik der zweiten Jahreshälfte von 1933 erschwert die Herausarbeitung der Grundzüge der Entwicklung noch mehr.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. o. Anm. 1. Ley vermengte in dieser Rede die gröbsten Lügen mit überraschend wahrheitsgetreuen Aussagen über die Geschichte der DAF. Die rhetorische Überwindung von Scheinproblemen gehörte zu den wichtigsten Taktiken nationalsozialistischer Propaganda.Google Scholar
  6. 6.
    Literaturübersicht bei Raimund Rämisch, „Die berufsständische Verfassung in Theorie und Praxis des Nationalsozialismus“, Diss. Phil. FU Berlin, 1957. Zahlreiche Eingaben hinsichtlich eines ständischen Aufbaus aus allen Gesellschaftsschichten: DZA Potsdam, RAM, Bd. 6462, 6463; Akten zur Diskussion auf Regierungsebene April-Juni 1933: BA Koblenz, R43II, Bd. 527b. Zur Mittelstandsbewegung s. Schweitzer, Big Business, Kap. II-V; Heinrich August Winkler, „Unternehmerverbände zwischen Ständeideologie und Nationalsozialismus“; ders., Mittelstand, Demokratie und Nationalsozialismus, bes. Kap. VIII. „Ständischer Aufbau“ war die Parole des deutschen Faschismus, bildete in der nationalsozialistischen Bewegung aber nur eine Strömung unter anderen und ging auch weit über diese hinaus. Vgl. die katholische Soziallehre der Enzyklika „Quadragesimo Anno“.Google Scholar
  7. 7.
    Verbot vom 8. 7. 33: DZA Potsdam, RWM, Bd. 8964, Bl. 3f.; weitere Debatten: ebda., Bd. 8920, 8932.Google Scholar
  8. 8.
    Zu Thyssen: BA Koblenz, R43II, Bd. 527b, 531; GPSA Berlin, Rep. 90, Bd. 1767; v. Papens Entwürfe einer ständischen Ordnung: BA Koblenz, R43II, Bd. 348; Feder versuchte noch im November 1933 seine Plänedurchzusetzen: DZA Potsdam, RWM, Bd. 8932, Bl. 2–20.Google Scholar
  9. 9.
    Parteitag der Arbeit, S. 265f.Google Scholar
  10. 10.
    Vorstellungen über die Form des ständischen Aufbaus wurden insofern doch konkretisiert, als die Übertragung der Sozialversicherung an die Stände eingehend beraten wurde: BA Koblenz, R43II, Bd. 534. Siehe auch u.S. 111f.Google Scholar
  11. 11.
    Reichswirtschaftsminister Hugenberg und sein Nachfolger Schmitt galten beide als Gegner ständischer Experimente. Frauendorfer, der die offizielle Linie der NSDAP ausarbeitete, setzte sich zwar auch für eine ständische Ordnung ein, widersprach aber dem ständischen Konzept Thyssens in allen wichtigen Punkten: Schumann, Gewerkschaftsbewegung, S. 83. Ley überwarf sich mit Frauendorfer und Thyssen im Januar 1934: DZA Potsdam, RWM, Bd. 9018, Bl. 3–7; BA Koblenz, R43II, Bd. 527b.Google Scholar
  12. 12.
    Zur positiven Haltung einiger Industrieller zu gewerkschaftsfeindlichen Plänen der Parteiführung 1932: Schweitzer, Big Business, S. 359. Die diesbezügliche Tätigkeit der Arbeitgeberverbände im Frühjahr 1933 ist noch nicht erforscht worden.Google Scholar
  13. 13.
    Schumann, Gewerkschaftsbewegung, S. 79. Arbeiter-und Angestelltenverbände wurden in „zwei Säulen“ der DAF zusammengefaßt: S. 76.Google Scholar
  14. 14.
    DZA Potsdam, RAM, Bd. 105, Bl. 55–153.Google Scholar
  15. 15.
    Harpener Bergbau AG: DZA Potsdam, RAM, Bd. 105, Bl. 46–51; Poensgen, Bochum und Niederlausitz: GPSA Berlin, Rep. 320, Bd. 39.Google Scholar
  16. 16.
    GPSA Berlin, Rep. 320, Bd. 16; Exemplar des Berichts mit darauffolgendem Schriftwechsel: BA Koblenz, R43II, Bd. 532. Dieses ohnehin arme Gebiet war von der Wirtschaftskrise sehr schwer betroffen. Arbeitskämpfe wurden am 17. 5. 33 im ganzen Reich vorläufig verboten. Zu diesem gesamten Komplex vgl. Broszat, Der Staat Hitlers, S. 184–192.Google Scholar
  17. 17.
    Eingriff des RAM im Oktober 1933: BA Koblenz, R431I, Bd. 550. Zahlreiche Beschwerden über diese Fragebogen aus den Jahren 1936–37: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10312.Google Scholar
  18. 18.
    Tarifverhandlungen: DZA Potsdam, RAM, Bd. 2185, Bl. 305; Bd. 2186, Bl. 83; Schreiben des Düsseldorfer Industriellen Raabe an Poensgen vom 4. und 13. 10. 33: GPSA Berlin, Rep. 77, Bd. 16 Eingabe betr. der Bauarbeiterlöhne vom 9. 8. 33: DZA Potsdam, RAM, Bd. 2185, Bl. 230ff.Google Scholar
  19. 19.
    Anonyme Denkschrift vom 29. 8. 33: DZA Potsdam, RWM, Bd. 9931, Bl. 77–90. Es gibt keinen Hinweis auf den Namen des Verf., doch ist anzunehmen, daß es sich dabei um eine bedeutende Persönlichkeit handelt, da die anderen Denkschriften in dieser Akte von Goerdeler und Lautenbach stammen.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Hitlers kategorische Äußerung in der Kabinettsitzung vom 4. 5. 33: BA Koblenz, R43II, Bd. 537b.Google Scholar
  21. 21.
    Eine umfassende Darstellung müßte auch andere Aspekte behandeln: die Korruptheit vieler NSBO-Funktionäre, ihren weitgehenden Mangel an fachlicher Qualifikation, das organisatorische Durcheinander usw.; Umriß bei Schumann, Gewerkschaftsbewegung, Kap. IV A.Google Scholar
  22. 22.
    Schoenbaum, Braune Revolution, S. 336.Google Scholar
  23. 23.
    Gerhard Meinck, Hitler und die deutsche Aufrüstung 1933–37, Wiesbaden 1959, S. 17.Google Scholar
  24. 24.
    So z.B. der Reichsverband der deutschen Industrie schon im März 1933: BA Koblenz, R43II, Bd. 362. Nach Meinung führender Industrieller konnte eine neue, auf Arbeitsbeschaffung gerichtete Wirtschaftspolitik erst nach „Lösung“ der Gewerkschaftsfrage in Angriff genommen werden. Diesen Hinweis verdanke ich Herrn Dr. F. P. Kahlenberg, Bundesarchiv.Google Scholar
  25. 25.
    Verfügung von Ley und Wagener (Reichskommissar für die Wirtschaft); Text nach Wolff’s Tele graphisch es Büro (W.T.B.) vom 17. 5. 33: BA Koblenz, R43II, Bd. 531.Google Scholar
  26. 26.
    RGBl. I, S. 285. W.T.B. vom 15. 6. 33: a.a.O., Bd. 534. Schumanns Behauptung (Gewerkschaftsbewegung, S. 82), die neuen Treuhänder seien „mit einer Ausnahme sämtlich ehemalige juristische Berater großer Arbeitgeberverbände“ gewesen, trifft nicht zu. Genaugenommen dürfen nur fünf als solche bezeichnet werden; vier waren als höhere Beamte auf Landesebene schon für sozialpolitische Fragen zuständig gewesen; dazu kamen ein Rechtsanwalt (Fachrichtung politisches Strafrecht), ein Ingenieur und der Gründer der NSBO. In den ersten zwölf Monaten wurden mehrere Treuhänderämter neubesetzt, aber die Syndici bildeten nie eine Mehrheit: Schoenbaum, Braune Revolution, S. 319.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. zur Taktik der KPD z.B. Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Bd. V,S.40 f.Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. Schumann, Gewerkschaftsbewegung, S. 78 f. Zum lohnpolitischen Aspekt der Vertrauensfrage s. u. S. 110f.Google Scholar
  29. 29.
    Wie z.B. Mitgliedschaft in der DAF als Voraussetzung für eine Beschäftigung, Abzug der Beiträge direkt vom Lohn durch den Unternehmer usw.; s. u. S. 181 f.Google Scholar
  30. 30.
    Einzelheiten bei Schumann, Gewerkschaftsbewegung, Kap. IV A 4. Der neue Geschäftsverteilungsplan des Geheimen Staatspolizeiamts (Gestapa) vom Januar 1934 wies dem wirtschaftspolitischen Dezernat (IIE 1) einen neuen Aufgabenbereich zu — „Zersetzungserscheinungen in der NSBO“: GPSA Berlin, Rep. 90 P, Bd. 2/2. Auf regionaler und lokaler Ebene dauerten die Kämpfe bis zum Herbst 1934 an.Google Scholar
  31. 31.
    Stenograph. Protokoll: BA Koblenz, R43II, Bd. 321/1. „12 Millionen“ war eine maßlose Übertreibung; diese Angabe entspricht eher der Zahl der überhaupt in Arbeit Stehenden, nicht aber der der Gewerkschaftsmitglieder. Es überrascht etwas, daß Ley diese Gedanken teilweise auch öffentlich formulierte; vgl. die Sammlung seiner Reden usw.: Durchbruch, S. 13f.Google Scholar
  32. 32.
    Propaganda-Parolen und Reden aus diesen Monaten in der DAF-Zeitschrift Arbeitertum, Juni 1933 bis März 1934. Hitlers Rede am „Tag der nationalen Arbeit“ (1. 5. 33): Max Domarus, Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945, 1. Aufl., Würzburg/Neustadt a.d. Aisch 1962, Bd. I, S. 259–264; Ley, Durchbruch, insbes. S. 19, 5 5f.Google Scholar
  33. 33.
    Siehe den Aufruf unmittelbar nach der Auflösung der Gewerkschaften: DZA Potsdam, RMdI, Bd. 26036, Bl. 82 Wiederholung der Mahnung: Arbeitertum vom 15. 5. 33. Lohnerhöhungen, versprochen vor dem Großen Konvent der DAF am 23. 5. 33: Der deutsche Metallarbeiter vom 3. 6. 33. Auch die Treuhänder der Arbeit erließen Mahnungen: DZA Potsdam, RAM, Bd. 235–238. Vor allem die kleinen Unternehmer waren bestrebt, die Löhne weiter herabzusetzen, also gerade die Schicht, die die NSDAP sehr stark unterstützte.Google Scholar
  34. 34.
    Briefe von Karl Raabe an Ernst Poensgen und Ludwig Grauert in der ersten Oktoberhälfte 1933: GPSA Berlin, Rep. 320, Bd. 16. Die Verhandlungen über die Sozialversicherung waren außerordentlich verwickelt und wären eine Spezialuntersuchung wert; hier kann nicht weiter darauf eingegangen werden. Materialien: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10327, 10328, 10367.Google Scholar
  35. 35.
    Ley, Parteitag der Arbeit, S. 268, 267; seine Version der Krisenüberwindung (er habe gleich im Mai heimliche Reserven aufgebaut; ebda.) ist mit Sicherheit unwahr. Siehe auch Ley, Durchbruch, S. 16. Über Abzüge: Briefwechsel Raabe—Poensgen—Grauert, a.a.O.; weitere Eingaben darüber von der Industrie: DZA Potsdam, RWM, Bd. 10327. Weitere Einzelheiten s. u. S. 180 ff.Google Scholar
  36. 36.
    Briefwechsel Raabe-Poensgen-Grauert, a.a.O.; Denkschrift Goerdeler vom 7. 9. 33: DZA Potsdam, RWM, Bd. 9931, Bl. 119–134. Vgl. ferner die ähnlichen Vorstellungen Thyssens über die Neuordnung der Verhältnisse innerhalb des Betriebes: Schweitzer, Big Business, S. 361. Über die Industrie-und Handelskammer s. Schulz, in Bracher/Sauer/Schulz, Machtergreifung, S. 643–647.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. Schweitzer, Big Business, S. 360; Sauer, in Bracher/Sauer/Schulz, Machtergreifung, S. 862–877. Schmitt, Seldte und Grauert kamen 1933 direkt aus der Wirtschaft in die Politik bzw. in den Staatsdienst, ebenso Werner Mansfeld, Verbandsanwalt im Ruhrgebiet, der die für Lohn-und Sozialpolitik zuständige Abteilung im RAM übernahm und das Arbeitsordnungsgesetz entwarf.Google Scholar
  38. 38.
    BA Koblenz, R43II, Bd. 531.Google Scholar
  39. 39.
    Die wirtschaftspolitischen Verbände der Industrie, die 1933/35 umgebildet und zu der neuen „Organisation der gewerblichen Wirtschaft“ zusammengefaßt wurden, blieben außerhalb der DAF. Hitler war sich über das grundsätzliche Organisationsprinzip schon am 10. 5. 33 im klaren: Rede zur Gründung der DAF. — Voller Wortlaut: Paul Nassen, Kapital und Arbeit im Dritten Reich, Berlin 1933, Kap. VIII.Google Scholar
  40. 40.
    Schon im ersten, kurzlebigen Organisationsschema der DAF war die Industrie in den wichtigsten Beratungsgremien — im Kleinen und Großen Konvent-stark vertreten.Google Scholar
  41. 41.
    Die instrumenteile Präzision bürgerlicher Vorstellungen wies aber auch auf ihre Begrenztheit hinsichtlich der gesamtpolitischen Zusammenhänge hin.Google Scholar
  42. 42.
    Text nach Domarus, Reden, Bd. I, S. 267. Zu dieser Zeit war Hitler in vielen Bereichen durchaus von der Industrie abhängig, strebte aber seine politische Selbständigkeit an. Ley nahm das Makler-Leitmotiv später wieder auf;s. u. S. 193.Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. S. 192 ff. Ley deutete sein Mißfallen darüber öffentlich an, sprach von „langen, schweren Verhandlungen“; er legte ihr Ergebnis schon als Sieg für NSDAP, Unternehmer und Arbeiterklasse zugleich aus, aber mit einer ganz anderen Betonung als die Regierung und die Industrie: Durchbruch, S. 45–55.Google Scholar
  44. 44.
    Wortlaut der Reden von Ley, Schmitt und Goebbels am 27. 11. 33 (W.T.B.-Bericht): BA Koblenz, R43II, Bd. 557.Google Scholar
  45. 45.
    Abkommen und Protokoll: BA Koblenz, R43II, Bd. 531; das Original des Protokolls ist in indirekter Rede verfaßt. Weiteres zu den wirtschaftlichen Unternehmungen der DAF s. u. S. 254 f.Google Scholar
  46. 46.
    RGBl. I, S. 45. Alle Zitate in diesem Abschnitt sind dem Gesetzestext entnommen (in den folgenden Anm. als AOG zitiert). Heute ist das Gesetz am besten anhand einer der späteren Ausgaben der offiziellen Kommentare zu studieren, die die zahleichen Durchf. VO sowie die Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichts zu den einzelnen Paragraphen enthalten: Werner Mansfeld, Die Ordnung der nationalen Arbeit. Handausgabe mit Erläuterungen, Berlin 1941. Ausführlicher ist Alfred Hueck, Hans Carl Nipperdey und Rolf Dietz, Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, 3. Aufl., Berlin 1939. Zur Entstehung des AOG s. meinen Beitrag in Mommsen/Petzina/Weisbrod (Hrsg.), Industrielles System, S. 322–351.Google Scholar
  47. 47.
    Weiteres hierzu s. u. S. 192, 206, 255 f.Google Scholar
  48. 48.
    Rede vom 1. 5. 33, zit. nach Domarus, Reden, Bd. I, S. 260.Google Scholar
  49. 49.
    Die größte Gruppe unter den Angeklagten bildeten die Inhaber kleiner Betriebe.Google Scholar
  50. 50.
    Zweite Durchf. VO zum AOG vom 10. 3. 34: RGBl. I, S. 187.Google Scholar
  51. 51.
    Gesetz über die Beisitzer der Arbeitsgerichts-und Schlichtungsbehörden … vom 18. 5. 33 (RGBl. I, S. 276), durch das die DAF zunächst nur das Recht zur Ernennung der Beisitzer gewann. Konsolidierung und Ausbau der Bestimmungen: AOG § 66. Ausführliche Behandlung dieses Themas: Frieda Wunderlich/Ernst Fraenkel, German Labor Courts, Chapel Hill 1948.Google Scholar
  52. 52.
    1934 kam es darüber zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen DAF und Industrie; die DAF forderte, zum Teil mit Erfolg, die Gestapo dazu auf, solche Verbände aufzulösen: DZA Potsdam, RWM, Bd. 9073, Bl. 16, 30, 32–35. Erlaß des Gestapa II E vom 24. 2. 34 im Nachrichtenblatt des Gestapa, 1934, Nr. 6: GPSA Berlin, Rep. 90 P, Bd. 2/1. Die wirtschaftspolitischen Spitzenverbände unterhielten weiterhin „Sozialwirtschaftliche Referate“.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. Robert A. Brady, The Rationalisation Movement in German Industry, Berkeley 1933; ders., The Spirit and Structure of German Fascism, London 1937, Kap. IV/2, V; Preller, Sozialpolitik, S. 416f. Eine gründliche Sozialgeschichte der industriellen Arbeitsverhältnisse in der Weimarer Zeit steht noch aus.Google Scholar
  54. 54.
    Das soll nicht heißen, daß die Industrie mit den tatsächlichen Zielen der nationalsozialistischen Außenpolitik von vornherein einverstanden gewesen wäre; aber die Wiedergewinnung einer Großmachtstellung für Deutschland war Ziel der gesamten deutschen Wirtschaft nach 1919. Aufschluß hierüber gibt Henry Ashby Turner jr., Stresemann and the Politics of the Weimar Republic, Princeton 1963, Kap. VII.Google Scholar
  55. 55.
    Vgl. u. Kap. VI.Google Scholar
  56. 56.
    Hitlers Ausführungen vor der Generalität am 3.2. 33 (Meinck, Aufrüstung, S. 17f.) und vor führenden Industriellen im Generalrat der Wirtschaft am 20. 9. 33 (BA Koblenz, R43II, Bd. 321/1) ließen kaum noch Zweifel übrig.Google Scholar
  57. 57.
    Schweitzer, Big Business, S. 364–399, hebt diesen Aspekt zu Recht stark hervor. Der durchschnittliche reale Stundenlohn in der Industrie stieg von 82 (1924) auf 115 (1929) an. Index: 1913 = 100. Bry, Wages, S. 71.Google Scholar
  58. 58.
    Arbeitsausschuß deutschnationaler Industrieller an das RAM vom 10. 3. 33: DZA Potsdam, RAM, Bd. 2185, Bl. 90–93. Weitere in diese Richtung zielende Eingaben kleiner Verbände: ebda., Bd. 6557, Bl. 41–54. Über die ähnliche Haltung der IG Farben, Direktion Leverkusen: GPSA Berlin, Rep. 335, Bd. 204. Das Verhalten der großen Firmen und Verbände in diesem Punkt bedarf noch einer gründlichen Klärung.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1977

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  • Timothy W. Mason

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