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Die dualistische Struktur des ‚Goldnen Topfs‘

  • Johannes Harnischfeger
Chapter

Zusammenfassung

Hoffmanns Erzählung ‚Der goldne Topf‘ hat zunächst nur wenig Ähnlichkeit mit der überlieferten Form des Märchens. Was an ihr irritiert, ist nicht allein die realistische Beschreibung des bürgerlichen Alltags, mit ihren genauen Zeit und Ortsangaben. Auch die zentrale Figur der Erzählung, der Student Anselmus, erinnert weniger an einen Märchenhelden, als an den Helden eines Romans. Als ein Kind der ‚neuen Zeit‘ ist er auf die wunderbaren Ereignisse, die plötzlich in sein Leben treten, auf keine Weise vorbereitet. Seine aufgeklärte Denkweise zwingt ihn dazu, über das Geschehene zu reflektieren, um sich das Ungewöhnliche seiner Erfahrungen verständlich zu machen. Für den Helden des Volksmärchens ist es dagegen charakteristisch, daß er die seltsamsten Begebenheiten ohne Verwunderung aufnimmt. Das Wunderbarste erscheint ihm genauso vertraut wie das Gewöhnliche, so daß er, ohne sich weiter zu bedenken, auch den Beistand übernatürlicher Wesen wie etwas Selbstverständliches in Anspruch nimmt. Das Volksmärchen kann deshalb darauf verzichten, das Wesen und die Herkunft der jenseitigen Mächte zu erklären. „Seine Figuren wissen nicht, in was für Zusammenhängen sie stehen; aber sie lassen sich von diesen Zusammenhängen tragen und gelangen zum Ziel.“1

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References

  1. 1.
    Lüthi: Das europäische Volksmärchen, S. 56.Google Scholar
  2. 2.
    Ebd., S. 53.Google Scholar
  3. 1.
    Vgl. dazu Lüthi: Märchen, S. 29.Google Scholar
  4. 2.
    Lüthi: Das europäische Volksmärchen, S. 54.Google Scholar
  5. 3.
    Die Art, wie diese äußeren Verhältnisse geschildert werden, unterscheidet sich jedoch von der Erzählweise des Romans. Schon die kürzere Erzählzeit verbietet es Hoffmann, das bürgerliche Leben mit epischer Ausführlichkeit darzustellen. Seine Beschreibungen sind eher knapp und pointiert, so daß sich die Handlung, ähnlich wie in einer Novelle, rasch entfalten kann. Auch die “überraschenden Wendungen” (von Wiese: Spielraum, S. 20), die Hoffmann dem Märchengeschehen gegeben hat, lassen erkennen, daß sich ‘Der goldne Topf in seinem formalen Aufbau mehr an die Erzählweise einer Novelle anlehnt.Google Scholar
  6. 4.
    Die Seitenzahlen in Klammern beziehen sich auf den ‘Goldnen Topf’.Google Scholar
  7. 1.
    Willenberg, S. 105.Google Scholar
  8. 2.
    Ebd., S. 101.Google Scholar
  9. 1.
    Novalis: Paralipomena zum ‘Heinrich von Ofterdingen’, S. 345. — Vgl. dazu Schulz, S. 712ff.Google Scholar
  10. 2.
    Tieck: Bericht über die Fortsetzung des ‘Heinrich von Ofterdingen’, S. 359.Google Scholar
  11. 3.
    Am 5. April 1800 an Friedrich Schlegel, in: Novalis: Briefwechsel, S. 330.Google Scholar
  12. 1.
    Nach den Entwürfen von Novalis sollte sich die phantastische Identität einiger Romanfiguren erst am Schluß des Werkes enthüllen: “Klinsohr ist der König von Atlantis. Heinrichs Mutter ist Phantasie. Der Vater ist der Sinn./ Schwaning ist der Mond (…)’ (Novalis: Paralipomena zum ‘Heinrich von Ofterdingen’, S. 342).Google Scholar
  13. 2.
    Novalis: ‘Heinrich von Ofterdingen’, S. 289.Google Scholar
  14. 3.
    Ebd., S. 197.Google Scholar
  15. 4.
  16. 5.
    Ebd., S. 196.Google Scholar
  17. 1.
  18. 2.
    Strack, S. 41.Google Scholar
  19. 3.
    Ebd., S. 34.Google Scholar
  20. 4.
    Samuel, S. 261.-Vgl. auch Lukacs: Die Theorie des Romans, S. 124f.Google Scholar
  21. 5.
    Novalis: Heinrich von Ofterdingen, S. 266.Google Scholar
  22. 6.
    Samuel, S. 268.Google Scholar
  23. 1.
    Kluckhohn: Friedrich von Hardenbergs Entwicklung, S. 56f.Google Scholar
  24. 2.
    Jacobs, S. 139.Google Scholar
  25. 3.
    Novalis: Paralipomena zum ‘Heinrich von Ofterdingen’, S. 347.Google Scholar
  26. 4.
    Am 5. April 1800 an Friedrich Schlegel, in: Novalis: Briefwechsel, S. 330.Google Scholar
  27. 1.
    Tieck: Der blonde Eckbert, S. 25.Google Scholar
  28. 2.
    Ebd., S. 9.Google Scholar
  29. 3.
    Heinz Schlaffer, S. 257.Google Scholar
  30. 4.
    Ebd., S. 258.Google Scholar
  31. 1.
    Tieck: Der Runenberg, S. 61.Google Scholar
  32. 2.
    Ebd., S. 69 und 61.Google Scholar
  33. 3.
    Tieck: Die Elfen, S. 177.Google Scholar
  34. 4.
    Die Scheu vor den Menschen ist eine Eigenheit der Elfen, von der schon die Volkssagen zu berichten wußten: Die Elfen “haben es ungern, wenn ein menschliches Auge sie erblickt; begehen sie ein Fest, feiern sie eine Hochzeit, so vergönnen sie wohl dem Hausherrn zuzusehen (…), aber wenn ein anderes Auge nur durch die kleinste Oeffnung neugierig schaut, entfliehen sie plötzlich und ihre Lust ist gestört/ (Grimm: Über das Wesen der Elfen, S. 201)Google Scholar
  35. 1.
    Am 19. August 1813 an seinen Verleger Carl Friedrich Kunz, in: Hoffmann: Briefwechsel Bd. 1, S. 408.Google Scholar
  36. 2.
    Am 4. März 1814 an Carl Friedrich Kunz, in: Hoffmann: Briefwechsel Bd. 1, S. 445.Google Scholar
  37. 3.
    Am 12. April 1822 an den Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar, in: Goethe: Briefe, S. 491.Google Scholar
  38. 4.
    Vgl. Hans von Müller: E.T.A. Hoffmann in Dresden, S. 759.Google Scholar
  39. 1.
    Fr. Ch. A. Hasse in seinem anonym erschienen Werk: ‘Dresden und die umliegende Gegend’. Pirna 1801, S. 245; zit. nach von Maaßen: Anmerkungen, S. 495.Google Scholar
  40. 2.
    Jaffé, S. 64.Google Scholar
  41. 1.
    Freud: Zur Psychopathologie des Alltagslebens, S. 283.Google Scholar
  42. 2.
    In dem Buch von James Beresford: ‘Menschliches Elend’, dem Hoffmann die ersten Anregungen zum ‘Goldnen Topf verdankt, wird dem Leser bereits vorgeführt, wie jenes böse Verhängnis, dem sich die Protagonisten unterworfen glauben, von ihnen selbst inszeniert wird. (Vgl. Beresford, besonders S. 570ff.)Google Scholar
  43. 1.
    “(…) es möchten alle Lander der Welt ihre Arzney-Bäume rühmen/ wie sie wolten; so reichte doch keiner hierinnen seinem an allen Zäunen und Gräben wachsenden Holder-Baume das Wasser.”(Lohenstein, S. 334; vgl. Sattler, S. 67.) Schon von dem bloßen Duft des Holunders soll eine starke Wirkung ausgehen, so daß es gefährlich sein kann, sich im Schatten eines ‘Hollerbaums’ niederzulegen. (Vgl. Bächthold-Stäubli Bd. IV, Sp. 267ff.) — Als Hofimann einen Holunderbaum wählte, um auf das Wunderbare oder Gespenstische der kommenden Ereignisse hinzudeuten, hat er vielleicht an eine Szene aus Kleists ‘Käthchen von Heil-bronn’ (S. 503ff.) gedacht. Zu Beginn des 4. Aufzugs sieht man das Käthchen, wie sie, unter einem Holunderbaum liegend, von ihrem Geliebten träumt und dabei in eine Art von Trance vefallt. Hoffmann hatte das Drama 1811, also zwei Jahre bevor er den ‘Goldnen Topf’ niederschrieb, am Bamberger Theater aufgeführt und bei dieser Gelegenheit auch die Bühnendekorationen entworfen.Google Scholar
  44. 1.
    Just, S. 391.Google Scholar
  45. 2.
    Ebd., S. 392.Google Scholar
  46. 1.
    Freud: Das Unheimliche, S. 264.Google Scholar
  47. 1.
    Lacan: Der Individualmythos des Neurotikers, S. 60.Google Scholar
  48. 1.
    Vgl. Diez, S. 891.Google Scholar
  49. 1.
    Novalis: Logologische Fragmente, S. 545.Google Scholar
  50. 2.
    Miller: E.T.A. Hoffmanns doppelte Wirklichkeit, S. 372.Google Scholar
  51. 3.
    Schlegel: Fragment 43 der ‘Ideen’, S. 260.Google Scholar
  52. 4.
    Novalis: Logologische Fragmente, S. 534.Google Scholar
  53. 1.
    Novalis: Heinrich von Ofterdingen, S. 267. — Vgl. dazu Janz, S. 105.Google Scholar
  54. 2.
    Novalis: Blüthenstaub-Fragment 32, S. 427.Google Scholar
  55. 3.
    Schlegel: Fragment 54 der ‘Ideen’, S. 261.Google Scholar
  56. 4.
    Schlegel: Fragment 106 der ‘Ideen’, S. 266.Google Scholar
  57. 5.
    Schlegel: Fragment 101 der ‘Ideen’, S. 266.Google Scholar
  58. 1.
    Schlegel: Fragment 54 der ‘Ideen’, S. 261.Google Scholar
  59. 2.
    ‘Aus der alten Registratur der Staatskanzlei’. Wien 1870, S. 179; zit. nach Schmitt, S. 53.Google Scholar
  60. 3.
    Schmitt, S. 65.Google Scholar
  61. 4.
    Am 20. August 1809 an den Geheimen Finanzrat Stagemann, in: Briefe und Aktenstücke aus dem Nachlaß von Stagemann. Hg. von Franz Rühl. Leipzig 1899. I, S. 118; zit. nach Schmitt, S. 65.Google Scholar
  62. 1.
    Am 12. Dezember 1807 an Theodor Gottlieb von Hippel, in: Hoffmann: Briefwechsel Bd. 1, S. 230.Google Scholar
  63. 2.
    Wittkop-Ménardeau, S. 34.Google Scholar
  64. 3.
    Bergengruen, S. 40.Google Scholar
  65. 1.
    Am 7. Mai 1808 an Theodor Gottlieb von Hippel, in: Hoffmann: Briefwechsel Bd. 1, S. 242.Google Scholar
  66. 2.
    Wittkop-Ménardeau, S. 68.Google Scholar
  67. 3.
    Tagebucheintragungen vom 25. und 26. November 1812, in: Hoffmann: Tagebücher, S. 183.Google Scholar
  68. 4.
    Wittkop-Ménardenau, S. 49.Google Scholar
  69. 1.
    Am 7. März 1814 an Johann Friedrich Rochlitz, in: Hoffmann: Briefwechsel Bd. 1, S. 449.Google Scholar
  70. 2.
    Johann Friedrich Rochlitz; zit. nach Hans von Müller: Beziehungen, S. 705.Google Scholar
  71. 3.
    In einem Brief vom 28. Dezember 1813 an seinen Bamberger Verleger Friedrich Kunz liefert er dafür ein schönes Beispiel. Vgl. dazu die Anmerkung von Friedrich Schnapp in: Hoffmann: Briefwechsel Bd. 1, S. 431f.Google Scholar
  72. 1.
    Hans-Georg Werner: E.T.A. Hoffmann, S. 19.Google Scholar
  73. 2.
    Carl Friedrich Kunz, S. 16f.Google Scholar
  74. 3.
    Hans-Georg Werner: E.T.A.Hoffmann, S. 19.Google Scholar
  75. 4.
    Brentano: Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl, S. 782.Google Scholar
  76. 5.
    Ebd. — Ahnliche Skrupel, wie sie Brentano beschrieb, konnte man lediglich abseits der Jenaer Romantik, in dem Werk von Johann Heinrich Wackenroder, antreffen. Eine seiner Romanfiguren, den Kapellmeister Joseph Berglinger, befallt am Ende seiner Laufbahn die “Mißmü-tigkeit und das unbehagliche Bewußtsein, daß er mit allem seinen tiefen Gefühl und seinem innigen Kunstsinn für die Welt nichts nütze und weit weniger wirksam sei als jeder Handwerksmann (…)” (Wackenroder, S. 128).Google Scholar
  77. 1.
    Novalis: Blüthenstaub-Fragment 77, S. 447.Google Scholar
  78. 2.
    Eichendorff: Krieg den Philistern, S. 528.Google Scholar
  79. 3.
    Brentano: Der Philister, S. 959.Google Scholar
  80. 4.
    Ebd., S. 964.Google Scholar
  81. 1.
    Novalis: Blüthenstaub-Fragment 77, S. 447.Google Scholar
  82. 2.
    Hoffmann: Gedanken über den hohen Wert der Musik, S. 36.Google Scholar
  83. 3.
    Ebd., S. 38.Google Scholar
  84. 1.
    Hoffmann: Johannes Kreislers, des Kapellmeisters, musikalische Leiden, S. 31.Google Scholar
  85. 2.
    Am 1. Januar 1809 an Julius Eduard Hitzig, in: Hoffmann: Briefwechsel Bd. 1, S. 257.Google Scholar
  86. 3.
    Hoffmann: Die Serapions-Brüder, S. 56.Google Scholar
  87. 4.
    Die Gemütlichkeit, die von seinen Beschreibungen manchmal ausgeht, hat sicher viele seiner zeitgenössischen Leser angezogen. Auch einigen Interpreten, wie Hermann August Korff, gefallen an dem Märchen gerade die Kleinbürgerszenen, vor allem das “Punschgelage beim Konrektor Paulmann, bei dem schließlich vor lauter Spaß die Punschterrine an die Decke geworfen wird (…)” (Korff: Geist der Goethezeit. IV. Teil, S. 624). Während Korff für das “Wolkenkuckucksheim des schönen Landes Atlantis” wenig Sinn hat, zieht es ihn mehr zu der “prosaischen und doch so lustigen Alltagswelt” (ebd., S. 622). Die Behaglichkeit der Dresdner Bürgerwelt ist jedoch nur einAspekt ihrer Darstellung. Hofimann ging es nicht darum zu zeigen, wie lustig7 es im bürgerlichen Leben zugehen kann. Über die kritische Intention seines Humors, die erst durch den Kontrast gegensätzlicher Wahrnehmungsweisen hervortritt, hat Korff allerdings hinweggelesen.Google Scholar
  88. 1.
    Hoffmann: Die Serapions-Brüder, S. 56.Google Scholar
  89. 2.
    Wührl: Die poetische Wirklichkeit, S. 86.Google Scholar
  90. 1.
    Hunter-Lougheed, S. 14.Google Scholar
  91. 1.
    Wührl: Erläuterungen, S. 58.Google Scholar
  92. 2.
    Karl Ludwig Schneider, S. 200.Google Scholar
  93. 3.
    Brentano: Der Philister, S. 1000.Google Scholar
  94. 1.
    Just, S. 392.Google Scholar
  95. 2.
    Ebd., S. 393.Google Scholar
  96. 1.
    Preisendanz: Humor, S. 94.Google Scholar
  97. 2.
    Ebd., S. 94f.Google Scholar
  98. 1.
    Miller: E.T.A. Hoffmanns doppelte Wirklichkeit, S. 368.Google Scholar
  99. 2.
    Hoffmann: Prinzessin Brambilla, S. 230.Google Scholar
  100. 1.
    Duerr, S. 110.Google Scholar
  101. 1.
    Derrida: Cogito und Geschichte des Wahnsinns, S. 95.Google Scholar
  102. 2.
    Miller: E.T.A. Hoffmanns doppelte Wirklichkeit, S. 368.Google Scholar
  103. 3.
    Vgl. August Wilhelm Schlegel: Geschichte der klassischen Literatur, S. 72.Google Scholar
  104. 4.
    Pikulik: Anselmus, S. 363.Google Scholar
  105. 5.
    Miller: E.T.A. Hoffmanns doppelte Wirklichkeit, S. 368.Google Scholar
  106. 6.
    Preisendanz: Humor, S. 90.Google Scholar
  107. 1.
    Fühmann, S. 65.Google Scholar
  108. 1.
    Wührl: Die poetische Wirklichkeit, S. 124 und Fühmann, S. 66.Google Scholar
  109. 1.
    Novalis: Fragmente und Studien 1799–1800, S. 685.Google Scholar
  110. 2.
    Ebd., S. 681.Google Scholar
  111. 3.
    Hoffmann: Nachricht von einem gebildeten jungen Mann, S. 301.Google Scholar
  112. 1.
    Hoffmann: Die Serapions-Brüder, S. 526.Google Scholar
  113. 2.
  114. 3.
    Hans-Georg Werner: Der romantische Schriftsteller, S. 96.Google Scholar
  115. 4.
  116. 5.
    Vgl. Reddick, S. 579 und Momberger, S. 93.Google Scholar
  117. 1.
    Hoffmann: Die Serapions-Brüder, S. 254.Google Scholar
  118. 2.
    Hoffmann: Die Brautwahl, S. 590.Google Scholar
  119. 3.
    Hoffmann: Die Abenteuer der Silvester-Nacht, S. 256.Google Scholar
  120. 4.
    Vgl. Stegmann, S. 75 und Tatar, S. 367ff.Google Scholar
  121. 1.
    Pikulik: Anselmus, S. 348.Google Scholar
  122. 2.
    Novalis: Blütenstaub-Fragment 16, S. 419.Google Scholar
  123. 3.
    Novalis: Logologische Fragmente, S. 562.Google Scholar
  124. 1.
    von Arnim, S. 754. — In Arnims Novelle ‘Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneau’ ist es eine Kopfwunde, die den Helden ‘des Verstandes beraubt (…)” (ebd.). Als sich die Wunde öffnet und der Chirurg einen Knochensplitter herauszieht,’ strahlt wieder Licht in (s)einen Kopf (…)” (ebd., S. 753), so daß die Wahnvorstellungen wie ein böser Traum zergehen.Google Scholar
  125. 2.
    Miller: E.T.A. Hoffmanns doppelte Wirklichkeit, S. 365.Google Scholar
  126. 1.
    Hoffmann: Die Serapions-Brüder, S. 354.Google Scholar
  127. 2.
    Ebd., S. 355.Google Scholar
  128. 3.
    Pikulik: Anselmus, S. 349.Google Scholar
  129. 4.
    Ebd. — Vgl. auch Sucher, S. 113.Google Scholar
  130. 5.
    Vgl. Wöllner, S. 73.Google Scholar
  131. 1.
    Pikulik: Anselmus, S. 349. — Vgl. auch Lothar Köhn, der in Hoffmanns Werken zwischen ‘Wirklichkeit’ und ‘Realität’ unterscheiden möchte. (S. 38f., 118f., 223, 236) — Hans Dahmen meint dagegen, daß es “verschiedene ‘Wirklichkeiten’” gebe, “die übereinander geschichtet sind.” (Dahmen: Weltanschauung, S. 40f.) Man müsse sich die Erscheinungen einer ‘höheren Welt’ so vorstellen, daß sie keine ‘irdsche’, wohl aber eine ‘höhere Wirklichkeit’ besitzen: “(…) auf der Erde selbst verändert sich also nichts, sondern es wird der höheren Welt gewissermaßen nur die Tarnkappe abgezogen und der entzückte oder erschreckte Blick gewahrt sie so hinter den diesseitigen Formen, wie einst Siegfried hinter Günther stand.” (ebd., S. 41).Google Scholar
  132. 2.
    Pikulik: Anselmus, S. 356.Google Scholar
  133. 3.
    Willimczik, S. 20.Google Scholar
  134. 4.
    Jaffé, S. 72.Google Scholar
  135. 1.
    Hoffmann: Der unheimliche Gast, S. 602.Google Scholar
  136. 2.
    Hitzig, S. 311.Google Scholar
  137. 3.
    Hoffmann: Prinzessin Brambilla, S. 260.Google Scholar
  138. 4.
    Hoffmann: Der Dichter und der Komponist, S. 82.Google Scholar
  139. 5.
    Hoffmann: Ritter Gluck, S. 18.Google Scholar
  140. 1.
    Novalis: Fragmente oder Denkaufgaben, S. 564.Google Scholar
  141. 2.
    Schlegel: Gespräch über die Poesie, S. 334.Google Scholar
  142. 3.
    Ebd., S. 285.Google Scholar
  143. 1.
    Novalis: Heinrich von Ofterdingen, S. 225.Google Scholar
  144. 2.
    Schubert: Die Symbolik des Traumes, S. 128. — Vgl. auch Schubert: Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft, S. 337f., 356 und Ritter: Fragmente, S. 204 (Bd 2).Google Scholar
  145. 1.
    Novalis: Die Lehrlinge zu Sais, S. 79.Google Scholar
  146. 2.
    In den Momenten der Entrückung scheinen die verschiedenen Sinneseindrücke zu einer einzigen, umfassenden Wahrnehmung zu verschmelzen. Die Strahlen der Sonne “brennen in glühenden Tönen (…)”(253), und die Düfte der Blumen verwandeln sich in “herrlichen Gesang”(184). Durch sein synästhetisches Empfinden gewinnt Anselmus einen neuen, intuitiven Zugang zur Natur, der sich auf jene ursprünglich’ sympathie’ aller Wesen zu gründen scheint. Denn die “Vermählung der Sinne” (Wöllner, S. 83) macht eine Trennung rückgängig, die am Ursprung der Geschichte, in einer paradiesischen Vorzeit, offenbar noch nicht bestanden hat. Wie Hoffmanns Phosphorus-Mythe berichtet, waren einst alle Wesen der Schöpfung durch ein gemeinsames Streben einander zugetan. Nur jenem unglücklichen Geschöpf, das sich aus dieser innigen Gemeinschaft losreißen wollte, war die Erfahrung zugedacht, daß es sein unmittelbares Empfinden für die Natur verlieren sollte, um fortan auf die Vermittlung seiner Sinne angewiesen zu sein: “Die Sehnsucht, die jetzt dein ganzes Wesen wohltätig erwärmt, wird in hundert Strahlen zerspaltet, dich quälen und martern, denn der Sinn wird die Sinne gebären (…)”(192).Google Scholar
  147. 1.
    Novalis: Blüthenstaub-Fragment 18, S. 419.Google Scholar
  148. 2.
    Stegmann, S. 84.Google Scholar
  149. 1.
    Hoffmann: Der unheimliche Gast, S. 602.Google Scholar
  150. 2.
    Marhold, S. 66.Google Scholar
  151. 3.
  152. 1.
    Miller: E.T.A. Hoffmanns doppelte Wirklichkeit, S. 362. — Norbert Miller bezieht sich mit dieser Formulierung auf Hoffmanns Erzählung ‘Der Sandmann’, in der die pathologischen Züge deutlicher hervortreten als im ‘Goldnen Topf’.Google Scholar
  153. 2.
    Preisendanz: Humor, S. 103.Google Scholar
  154. 3.
    Roland Heine, S. 186.Google Scholar
  155. 4.
    vom Hofe: E.T.A. Hoffmanns Zauberreich Atlantis, S. 110.Google Scholar
  156. 1.
    Im ‘Godwi’, dem Jugendroman von Clemens Brentano, ist es die Krankheit des Erzählers-eine “bösartige Zungenentzündung” (S. 414)-, die ihn daran hindert, sein Werk zu beenden. Nach dem Tod des Erzählers übernimmt dann Godwi, der Held des Romans, die Aufgabe, die Arbeit’ seines’ Erzählers fortzuführen.Google Scholar
  157. 1.
    Vgl. Steffen, S. 111.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1988

Authors and Affiliations

  • Johannes Harnischfeger

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