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Sühne und Erlösung

  • Johannes Harnischfeger

Zusammenfassung

An den Erlebnissen des Studenten Anselmus überrascht nicht nur, daß sein poetischer Lehrmeister ihn grausam verfolgt. Ebenso seltsam ist die Art seiner Bestrafung, die Verbannung in ein Kristall. In den vorangegangenen Märchenszenen hatte das Kristall für Anselmus eher eine positive Bedeutung gehabt. Es waren die Klänge „heller Kristallglocken“ (183), die ihn nach jenem unglücklichen Vorfall am Schwarzen Tor zum erstenmal in eine Märchenwelt entführt hatten; und seit dieser Zeit hatte sich in den lieblichen Klängen stets die Nähe Serpentinas angekündigt.1 Die „herrlichen Kristall-Glockentöne“ schienen unmittelbar aus den Windungen ihres schlanken Leibes „hervorzublit-zen“ (198), so daß Anselmus glaubte, das geliebte Schlänglein zu hören, das in jenen „leisen, lispelnden Kristallklängen“(216) zu ihm „spreche“(200). [Anm. 9] Bald darauf erschien ihm das Bild Serpentinas in den funkelnden Reflexen eines Kristallspiegels, und noch in der Schlußvigilie, als Anselmus in Atlantis einzieht, steht die endgültige Vereinigung mit der Geliebten im Zeichen des Kristalls. (Vgl. 253) Unter diesen Umständen muß es befremdlich wirken, daß der Erzähler gerade ein Kristallgefaß dazu bestimmt, Anselmus als Gefängnis zu dienen. Den Interpreten des ‚Goldnen Topfs‘ erschien es kaum denkbar, daß zwischen dem gläsernen Gefängnis des Märchenhelden und der Welt seiner poetischen Phantasien eine direkte Verbindung bestehen könnte. Dem Kristall, in dem er sich eingesperrt findet, wurde meist eine ganz andere Bedeutung zugesprochen. Statt auf das Reich der Phantasie zu verweisen, wie in allen anderen Szenen des Märchens, sollte das Kristall nun genau das Gegenteil bezeichnen, den „starren gläsernen Alltag“2.

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References

  1. 1.
    Vgl. 198, 200, 201, 216, 227, 229 und 245.Google Scholar
  2. 2.
    von Schaukai: E.T.A. Hoffmann, S. 267. — Vgl. auch Apel, S. 205, Busse, S. 113f., Cerny, S. 24, Elling, S. 25, Feldges/Stadler, S. 83, Werner Hoffmann, S. 39, Kindler, Sp. 982, Helmut MüUer, S. 70, Nygaard, S. 97, Reuchlein, S. 318, Ricci, S. 343, Scherber, S. 47, Jochen Schmidt, S. 171f., Schumacher, S. 121, Sucher, S. 148, Vulliod, S. 22 und Wührl: Die poetische Wirklichkeit, S. 106. 1 Werner Hoffmann, S. 39.Google Scholar
  3. 1.
    Pikulik: Anselmus, S. 343. — Für die Behauptung, daß Anselmus sich nicht auf der Eibbrücke befinde, wie die Kreuzschüler und Praktikanten meinen, kann Lothar Pikulik keinerlei Gründe anführen. Er erinnert nur daran, daß Anseknus sich von niemandem in dem Glauben beirren läßt, in der Bibliothek des Archivarius eingeschlossen zu sein. Gerade darin aber sieht er einen Beweis für die Richtigkeit seiner These: Wenn der Held “nicht desillusioniert wird, so offenbar deshalb, weil er sich gar nicht in einer Illusion befindet. Sind es dann nicht vielmehr die anderen, die sich einer Illusion hingeben?” (ebd., S. 355) Was sich den Anschein einer rationalen Argumentation gibt, ist also nichts weiter als ein trockenes Versichern: Wenn Anselmus sich von anderen nicht überzeugen läßt, wird er wohl im Recht sein.Google Scholar
  4. 1.
    Vgl. McGlathery: The suicide-motif, S. 122 und Harper/Oliver, S. 118. — Die Annahme, daß Anselmus sich in den Tod gestürzt habe, dürfte schon deshalb abwegig sein, weil er wenig später als Dichter in Atlantis einzieht. Doch James McGlathery, der Hoffmanns Märchen behandelt, als sei es ein Stück christlicher Erbauungsliteratur, hat sich von solchen Einwänden nicht beirren lassen. Anselmus’ Erscheinen in Atlantis ist für ihn nur der Beweis, daß die Seele des Helden durch einen “act of divine grace” gerettet wurde: “Anselmus’ body lies under the ice of the Elbe, while his soul abides in the waters of heaven.” (McGlathery: The suicide-motif, S. 117; vgl. auch Tatar, S. 385.)Google Scholar
  5. 2.
    Wührl: Die poetische Wirklichkeit, S. 106.Google Scholar
  6. 1.
    In den Texten mancher Interpreten ist dieser Sachverhalt ins Gegenteil verkehrt worden. Da Anselmus durch die Verbannung ins Kristall in der Alltagswelt gefangen sein soll, hat man angenommen, daß er sich in der Gewalt der Rauerin befinden müsse: “Prisonnier du cristal, il est au pouvoir du philistinisme, de la vieille qui se prépare à l’emporter.” (Ricci, S. 343)Google Scholar
  7. 2.
    Vgl. Bächtold-Stäubli Bd V, Sp. 576.Google Scholar
  8. 1.
    Schubert: Ahndungen. Erster Theil, S. 337.Google Scholar
  9. 2.
    Ebd. S. 336.Google Scholar
  10. 1.
    Schelling: Clara, S. 170.Google Scholar
  11. 2.
    Ebd. — Vgl. auch S. 175.Google Scholar
  12. 3.
    Ritter: Das Electrische System der Körper, S. 405.Google Scholar
  13. 4.
    Schubert: Ansichten, S. 202.Google Scholar
  14. 5.
    Ritter: Das Electrische System der Körper, S. 261.Google Scholar
  15. 1.
    Frank: Steinherz und Geldseele, S. 269.Google Scholar
  16. 2.
    Schubert: Ansichten, S. 202. — Auch Hoffmann hat sich auf solche Naturtheorien berufen, um die Faszination der Bergkristalle, des Almadins und anderer Edelsteine zu erklären: In dem ‘wunderbaren Gestein’, das in der Tiefe der Erde wie in einer geheimen “Schatzkam-mer()” lagere, könne man die “Abspieglung” dessen erkennen, “was oben über den Wolken verborgen” sei. Man müsse sich nur darauf verstehen, die “geheimen Zeichen” zu entziffern, “die die Hand der (Berg)Königin selbst hineingrabe in das Steingeklüft (…)”. (Hoffmann: Die Bergwerke zu Falun, S. 176 und 193)Google Scholar
  17. 1.
    Hoffmann: Prinzessin Blandina, S. 732.Google Scholar
  18. 2.
  19. 3.
    Hoffmann: Prinzessin Brambilla, S. 255.Google Scholar
  20. 4.
    Ebd., S. 256.Google Scholar
  21. 5.
    Schlegel: Athenäums-Fragment 238, S. 204.Google Scholar
  22. 6.
    Frank: Das ‘wahre Subjekt’ und sein Doppel, S. 19. — Vgl. auch Frank: Was ist Neostruktu-ralismus, S. 376f.Google Scholar
  23. 1.
    Ovid, S. 63.Google Scholar
  24. 2.
    Ebd., S. 62.Google Scholar
  25. 3.
    Ebd., S. 63.Google Scholar
  26. 4.
    Matzker, S. 134.Google Scholar
  27. 5.
    Lacan: Vortrag über die psychische Kausalität, S. 158.Google Scholar
  28. 1.
    Blanchot, S. 42.Google Scholar
  29. 1.
    Stegmann, S. 80.Google Scholar
  30. 2.
    Vgl. dazu Lindemann, S. 249f.Google Scholar
  31. 3.
    Kohut: Die psychoanalytische Behandlung, S. 200.Google Scholar
  32. 4.
    Vgl. auch 184, 186, 187, 203. — Da die Liebe zu sich selbst immer die Liebe zu einem Bild ist, kommen auch in ihr zwei Momente zusammen: jene faszinierende Gestalt, die die Liebe des Betrachters auf sich zieht, und jene Liebe, die — von den Augen des Spiegelbilds ausgehend-wieder auf den Betrachter zurückstrahlt. In der Geschichte des Narziß scheinen sich beide Momente vollkommen zu durchdringen, während bei Anselmus eines von beiden überwiegt, nämlich das Verlangen, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen und von dem sehnsüchtigen Blick des geliebten Wesens umfangen zu werden. (Vgl. dazu Kohut: Narzißmus, S. 57 und 129ff.)Google Scholar
  33. 1.
    Vgl. Lacan: Das Spiegelstadium, S. 66ff.Google Scholar
  34. 2.
    Freud: Psychoanalytische Bemerkungen, S. 307.Google Scholar
  35. 3.
  36. 1.
    Hoffmann: Prinzessin Brambilla, S. 230.Google Scholar
  37. 2.
    Vgl. Freud: Neurose und Psychose, S. 389.Google Scholar
  38. 3.
    Schon am Anfang seiner Entwicklung, wenn das Individuum beginnt, nach einer Vorstellung seiner selbst zu suchen, sind es verschiedenartige Bilder, die ihm seine Identität repräsentieren. Das Kind erkennt sein Ebenbild nicht nur im Spiegel, sondern auch in der Gestalt anderer, etwa gleichaltriger Kinder. (Vgl. Lacan: Die Familie, S. 54ff. und Reflections, S. 16.) Die “Liebesbeziehung”, die es an sein eigenes Bild bindet, entsteht jedoch nicht von selbst, sondern sie ist eine “durch die Liebe vermittelte Beziehung” (Safouan, S. 28 lf.). In dem sehnsüchtigen Blick, der dem Kind aus dem Spiegel entgegenleuchtet, wiederholt sich der liebende Blick der Mutter. In dieser Phase hat das Verhältnis zur Mutter, das die Grundlage des Narzißmus abgibt, selbst noch einen narzißtischen Charakter, da das Kind im anderen nur sich selbst liebt. An Stelle der Mutter, die mit dem Bild der eigenen Person verschmilzt, können daher beliebig andere, imaginäre Wesen treten.Google Scholar
  39. 1.
    Vgl. Freud: Das Ich und das Es, S. 257.Google Scholar
  40. 2.
    Lacan: Die Familie, S. 67.Google Scholar
  41. 3.
    Ebd., S. 80.Google Scholar
  42. 1.
    Novalis: Logologische Fragmente, S. 545.Google Scholar
  43. 1.
    Freud: Metapsychologische Ergänzungen zur Traumlehre, S. 420.Google Scholar
  44. 1.
    Safranski, S. 451; vgl. auch von Matt, S. 157 und Köhler, S. 95 und 100.—Die Vereinzelung des Märchenhelden, die Hoffmann so eindringlich zu schildern weiß, ist von der Sekundärliteratur kaum beachtet worden. Dabei ist die Vorstellung, wie in einem Glas-oder Kristall-gefaß eingeschlossen zu sein, ein bekanntes Bild für den Rückzug in die narzißtische Isolation. Durch eine Wand aus Glas kann man von Menschen umgeben und dennoch von ihnen getrennt sein. Außerdem spielt in die Metapher vom gläsernen Gefängnis ein weiteres Motiv hinein, das Sylvia Plath in ihrer Beschreibung psychotischer Wahrnehmungen hervorgehoben hat. Obwohl das gläserne Gefäß für Außenstehende nicht sichtbar ist, kann es so fest und undurchdringlich sein, daß sich der Gefangene wie gelähmt fühlt: “The air of the bell jar wadded round me and I couldn’t stir.” (Plath, 196f.) In dem Begriff ‘bell jar’, der mit ‘Glasglocke’ übersetzt wird, klingt noch eine weitere Bedeutung an, die in Hoffmanns Charakteristik des Kristallgefäßes ebenfalls erwähnt wird; das Wort ‘jar’ trägt auch den Sinn von ‘Mißton’, ‘Uneinigkeit’, ‘Zusammenstoß’.Google Scholar
  45. 1.
    Otto Nipperdey, S. 73.Google Scholar
  46. 2.
    Vgl. den Aufsatz von Jay Haley über ‘Die Interaktion von Schizophrenen’, S. 94f.Google Scholar
  47. 1.
    Pikulik: Anselmus, S. 354, Elling, S. 25, Daemmrich: The Shattered Self, S. 30, Sera, S. 77.— Den Interpreten ist es nicht leicht gefallen zu erklären, warum eine so grausame Strafe nötig ist, um Anselmus seiner Bestimmung als Dichter entgegenzufuhren. Nur Kurt Willimczik, der sich bemüht, dem ‘Goldnen Topf’ mit den Erkenntnissen faschistischer Pädagogik beizukommen, macht in dieser Hinsicht eine Ausnahme. Für ihn ist es unmittelbar einsichtig, daß die Bestrafung—und sei sie noch so qualvoll—das beste Mittel ist, den widerspenstigen Studenten zur Räson zu bringen. Die Welt von Atlantis, in die Anselmus hineingezwungen wird, heißt bei Willimczik (S. 6) sinnigerweise “das dritte Reich”, weil sie angeblich zwei anderen Reichen, der Welt der Philister und dem zwielichtigen Reich der Träume, entgegensteht. Um nun einen so zögerlichen Menschen wie unseren Märchenhelden ins dritte Reich hineinzugeleiten, muß der Archivarius genügend “Führerschaft” (ebd., S. 8) beweisen. Er hat die Aufgabe, seinen Zögling “zum vollkommenen Einsatz bei jedwedem Dienst” zu bringen, und zu diesem Zweck empfiehlt es sich, ihn “in blindem Gehorsam und untergeordneten Diensten zu halten” (ebd., S. 20).Google Scholar
  48. 2.
    Pikulik: Anselmus, S. 356.Google Scholar
  49. 3.
    Pikulik: Anselmus, S. 358.—Vgl. auch S. 346.Google Scholar
  50. 1.
    Kemberg: Objektbeziehungen, S. 33.Google Scholar
  51. 1.
    Kemberg: Borderline-Störungen, S. 322.Google Scholar
  52. 2.
    Freud: Ichspaltung, S. 59.Google Scholar
  53. 3.
    Vgl. Kemberg: Early Ego Integration, S. 239.Google Scholar
  54. 1.
    Jaffé, S. 185.—Vgl. auch Wührl: Das deutsche Kunstmärchen, S. 162.Google Scholar
  55. 1.
    Freud: Das Medusenhaupt, S. 47.Google Scholar
  56. 1.
    Reil, S. 64.Google Scholar
  57. 2.
    Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft, S. 456.Google Scholar
  58. 3.
    Reil, S. 132.Google Scholar
  59. 4.
    Ebd., S. 305.Google Scholar
  60. 5.
    Ebd., S. 55.Google Scholar
  61. 6.
    Ebd., S. 338.—Vgl. Ellinger: Anmerkungen, S. 186 und Sucher, S. 68f.Google Scholar
  62. 1.
    Hoffmann: Der Sandmann, S. 341.Google Scholar
  63. 2.
    Aichinger, S. 131.Google Scholar
  64. 3.
    Uber, S. 32.Google Scholar
  65. 1.
    Vgl. Thalmann: Das Märchen und die Moderne, S. 87.Google Scholar
  66. 2.
    Hoffmann: Der Sandmann, S. 346.Google Scholar
  67. 1.
    Jaffé, S. 303.Google Scholar
  68. 2.
    Hoffmann: Die Elixiere des Teufels, S. 8.Google Scholar
  69. 3.
    Novalis: Logologische Fragmente, S. 563.Google Scholar
  70. 4.
    Hoffmann: Die Elixiere des Teufels, S. 8.Google Scholar
  71. 1.
    Marquard: Zur Bedeutung der Theorie des Unbewußten, S. 384.Google Scholar
  72. 2.
    Jaffé, S. 239.Google Scholar
  73. 3.
  74. 4.
    Ebd., S. 240.Google Scholar
  75. 1.
    Freud: Die Traumdeutung, S. 284.—Vgl. dazu Derrida: Freud, S. 333 und Lacan: Das Drängen des Buchstabens, S. 35.Google Scholar
  76. 2.
    Derrida: Freud, S. 335Google Scholar
  77. 3.
    Lévi-Strauss: Der Blick aus der Ferne, S. 221Google Scholar
  78. 4.
    Nehring, S. 13.Google Scholar
  79. 1.
    Nietzsche, S. 311.Google Scholar
  80. 2.
    Freud: Beiträge zur Psychologie des Liebeslebens, S. 80.Google Scholar
  81. 3.
    “Pour que l’être humain puisse établir la relation la plus naturelle, celle du mále à la femelle, il faut qu’intervienne un tiers, qui soit l’image de quelque chose de réussi, le modèle d’une harmonie. Ce n’est pas assez dire—il y faut une loi, une chaîne, un ordre symbolique, l’intervention de l’ordre de la parole, c’est-à-dire du père.” (Lacan: Les Psychoses, S. 111)Google Scholar
  82. 4.
    Lang, S. 237.Google Scholar
  83. 1.
    Lévi-Strauss: Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft, S. 73 und 81.Google Scholar
  84. 1.
    Leclaire, S. 108.Google Scholar
  85. 2.
    Lacan: Über eine Frage, S. 106.Google Scholar
  86. 1.
  87. 2.
    Ebd.—Vgl. auch Lacan: Les Psychoses, S. 114.Google Scholar
  88. 3.
    Freud: Der Realitätsverlust bei Neurose und Psychose, S. 366.Google Scholar
  89. 1.
    Kittler: Das Phantom unseres Ichs, S. 346.Google Scholar
  90. 2.
    Ebd.—Vgl. auch Lehmann, S. 321 und Mahlendorf, S. 205ff.Google Scholar
  91. 3.
    Hoffmann: Der Sandmann, S. 335.Google Scholar
  92. 4.
    Die “Unbewegtheit” und das “aufmerksame Schauen”, die in den Erlebnissen der Hoffmann-schen Figuren beide Male zusammenkommen, sind auch sonst, wenn sie in Phantasien und Traumszenen auftauchen, typische Elemente der ‘Urszene’. (Freud: Geschichte, S. 60f.).Google Scholar
  93. 5.
    Freud: Über infantile Sexualtheorien, S. 182.Google Scholar
  94. 6.
    Auch das Erscheinen wilder Tiere mag ein Hinweis sein, daß die seltsame Vision als phantastische Darstellung einer ‘Urszene’ zu lesen ist. Nach den Erkenntnissen der Psychoanalyse sind die kindlichen Vorstellungen von dem, was sich insgeheim zwischen den Eltern abspielt, zum Teil der Beobachtung von Tieren entlehnt, so daß manche Elemente dieser Beobachtung in den ‘Urphantasien’ wiederkehren. (Vgl. Freud: Geschichte, S. 87ff. und Vorlesungen S. 384f.)Google Scholar
  95. 1.
    Vgl. Freud: Das Unheimliche, S. 243.Google Scholar
  96. 2.
    Vgl. Samuel M. Weber. Das Unheimliche, S. 136f.—In einer der großen Studien Sigmund Freuds, der Fallgeschichte vom ‘Wolfsmann’, findet sich beschrieben, wie ein Kind ein zentrales Moment seiner Erfahrungswelt, die Kastrationsdrohung, verwirft. Die Gefahr, die es in seinem Innern nicht anerkennen will, tritt ihm aber, da sie sich nicht völlig verleugnen läßt, als “Halluzination” von außen wieder entgegen. (Freud: Geschichte, S. 117)Google Scholar
  97. 3.
    Wöllner, S. 81.Google Scholar
  98. 1.
    Nehring, S. 10.Google Scholar
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    de Loecker, S. 65.—Vgl. auch Daemmrich: Fragwürdige Utopie, S. 506f.Google Scholar
  100. 3.
    Jaffé, S. 227.Google Scholar
  101. 4.
    Korff: Geist der Goethezeit. IV. Teil, S. 624.—Vgl. auch Helmut Müller, S. 66, Nygaard, S. 100 und Elling, S. 30.Google Scholar
  102. 1.
    Beardsley: E.T.A. Hoffmanns Tierfiguren, S. 46.Google Scholar
  103. 2.
    Wöllner, S. 85.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1988

Authors and Affiliations

  • Johannes Harnischfeger

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