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Verfassung und Funktionen der europäischen Unternehmung zwischen nationalem und europäischem Recht

  • Wolfram Braun

Zusammenfassung

Beurteilt man die Entwicklung eines europäischen Unternehmensrechts zusammenfassend im Hinblick auf die untersuchungsleitende Fragestellung nach den Integrationsfortschritten bei der Vollendung des europäischen Binnenmarktes, dann zeigt sich, daß trotz des Erfolgs auf einzelnen Rechtsgebieten wichtige Bereiche wie zum Beispiel das Liquidations- und Steuerrecht offen geblieben sind. Hierzu gehören auch und vor allem die Regelungen, die sich mit der Mitbestimmimg in Europa befassen. Mehr noch als auf anderen Gebieten bereitet die Rechtsangleichung auf dem Gebiet der Mitbestimmung schon deshalb Schwierigkeiten, weil darunter in den verschiedenen Ländern Europas unterschiedlichste kodifizierte und gewohnheitsrechtlich institutionalisierte Regeln und Normen subsumiert werden. Eine Rechtsangleichung an europäisches Mitbestimmungsrecht könnte im Grunde erst dann vorgenommen werden, wenn in den Ländern alle Regulierungen kodifiziert werden würden. Hinzu kommt, daß Mitbestimmung aus historisch gewachsenen, national unterschiedlichen industriellen Beziehungen erwachsen ist, die sich nicht ohne weiteres im europäischen Maßstab vereinheitlichen lassen. Ob und inwieweit gerade bei der organisatorischen und personellen Umsetzung neuer, mikroelektronisch gsteuerter Fertigungstechnologien mit weitgehenden mitbestimmungsrelevanten Effekten auf die Arbeitsorganisation Alternativen zur bisherigen Mitbestimmungspraxis aufgezeigt sind, wird deshalb in einem eigenen Kapitel behandelt werden (vgl. dritter Teil, viertes Kapitel). Ebenso werden wir uns mit den unternehmenspolitischen Auswirkungen einer defizitären Rechtsangleichung im Steuerrecht (vgl. dritter Teil, erstes Kapitel), bei den Rechtsbereichen, die die Distributionspolitik und das Verkehrswesen betreffen (vgl. dritter Teil, zweites Kapitel) und jenen, die für die Personalpolitik relevant werden (vgl. dritter Teil, drittes Kapitel) zu befassen haben.

Anmerkung

  1. 301.
    Vgl. dazu Lutter, M., Die rechtliche Struktur multinationaler Unternehmen, in: Bayer, W. F. et al. (Hrsg.), Aktuelle Fragen multinationaler Unternehmen, Opladen 1975, S. 61 ff.. Zum Gesellschaftsrecht europäischer Unternehmen dagegen vgl. Lutter, M., Europäisches Gesellschaftsrecht, 2. Aufl., Berlin/New York 1984. Zur Stellung der Unternehmung als Rechtssubjekt vgl. einführend Kubier, F., Gesellschaftsrecht, 2. Aufl., Heidelberg 1986.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Wolfram Braun
    • 1
  1. 1.Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der UniversitätWuppertalDeutschland

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