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Beteiligungsverfahren — Ein neuer Vorschlag

  • Wolfgang Holeschak
Chapter
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Part of the DUV Sozialwissenschaft book series (DUVSW, volume 1)

Zusammenfassung

Bevor über bekannte Beteiligungsverfahren und deren Mängel berichtet wird, um dann ein Instrumentarium vorzuschlagen, das Informiertheit der Laien als auch Repräsentanz von Laien und Experten in entsprechenden Gremien miteinander verbindet, soll die bisherige Rolle von Laien und Experten zusammmenfassend dargestellt werden. Es soll von der Position des Laien ausgegangen werden, weil aus dieser Sicht vielerlei an der Herrschaft der Experten in Wissenschaft und Technik auszusetzen ist. Engagierte Laien entwickeln den Ehrgeiz, sich in den wissenschaftlichen Diskurs von Experten einbeziehen zu wollen. Aber welche Möglichkeiten stehen ihnen zur Verfügung, um ernst genommen zu werden, um sich durchzusetzen? Stellt man eine Liste riskanter Technologien auf, etwa aus dem Bereich der Biotechnologie, der Energiewirtschaft, der Entwicklung und Herstellung chemischer Stoffe oder einer neuartigen Technologie wie der Magnetschwebebahn, und legt sie einer repräsentativen Bevölkerungsgruppe vor, so wird sich doch vermutlich zeigen, daß sich die Befragten bei den meisten Themen sachlich für inkompetent halten, weil naturwissenschaftlich-technische Grundkenntnisse fehlen. Sie können nur ein Unbehagen, eine Besorgnis äußern und mangelndes Vertrauen in die sachlichen Zwänge, die angeblich nur diese oder jene Möglichkeit offen lassen. Als durchschnittlich informierte Bürger sind wir uns bewußt, daß außerhalb des angestammten Fachbereiches eine umfassende sachliche Beurteilung nicht möglich ist. Wir sind in der vielschichtigen Welt unserer Zivilisation im wesentlichen Laien. Wo wir von den Dingen mehr verstehen, haben wir meist nicht in dem Maße mitzureden, wie es uns unserer Meinung nach zustünde. Beides ist eine Folge der arbeitsteiligen Gesellschaft in der modernen Zivilisation. Für einen neuen Ansatz sollten wir aus der bisherigen Entwicklung den Schluß ziehen, zu unserer Rolle als Laien zu stehen, wo wir Laien sind; d.h. wir haben Unkenntnis in den meisten Sachfragen, wir können das Gespaltensein einer Gemeinschaft von Experten in wissenschaftlichen Fragen nicht nachvollziehen, wir können schlimme Szenarien beider Seiten nicht beurteilen, aber diese Szenarien machen uns Angst. Dies alles führt zu Mißtrauen gegenüber Experten, den politischen Entscheidungsstrukturen und letztlich den Technologien und Infrastrukturen im Hintergrund, die für das reibungslose Funktionieren unserer Alltagswelt unerläßlich sind.

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

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  • Wolfgang Holeschak

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