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Diamanten-Fieber

  • Wolfgang Degen

Zusammenfassung

Senor Frits Carlos van Guttmann-Sanchez stolperte über „peanuts“. Mehr waren die 20 000 südafrikanischen Rand, etwa 7750 Mark, nicht. Zumindest nicht aus der Sicht eines Mannes, der jahrelang Millionen gescheffelt hatte, das meiste auch noch an der Steuer vorbei. Was waren schon 7750 Mark für einen, der zu seinen besten Zeiten nachts in einer Wiesbadener Kneipe innerhalb kurzer Zeit Hunderttausende von Mark bar auf einen Tisch gestapelt haben soll — wie andere Leute Zeitungspapier. Aus Geltungssucht, um bei einer Wette zu beweisen, daß er mit den Großen aus dem Milieu mithalten konnte — zumindest was das Finanzielle anging. Das trieb ihn seit Ende der 70er Jahre an, seit dem er in berüchtigten „Geldvernichtungsfirmen“ das Handwerk gelernt hatte. Für einen wie Senor „Frits“ waren die 7750 Mark nicht mehr als ein Griff in die Portokasse, wenn man weiß, daß er sich mit einer Kaution von zwei Millionen Mark den Knast erspart hatte. Für einige Zeit zumindest. Und er hatte, wenn auch mit gehöriger Wut im Bauch, verschmerzen können, daß er diese zwei Millionen abschreiben muß. Die Kaution war bis auf einen kleinen Rest von betrogenen Kunden weggepfändet und im Frühjahr 1998 vom Oberlandesgericht Frankfurt für verfallen erklärt worden.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Degen

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