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Der strukturkonservative Risikodiskurs. Eine Analyse der Tschernobyl »media story« in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

  • Angelika Poferl

Zusammenfassung

Am 26. April 1986 um 1.23 Uhr ereignet sich in Block 4 des sowjetischen Atomkraftwerkes Tschernobyl nördlich von Kiew ein Unfall, von der Moskauer Nachrichtenagentur Tass zwei Tage später als »Havarie« gemeldet. Versuche zur Notabschaltung des Reaktors schlagen fehl. Eine explodierende Wasserstoffblase zerstört das Reaktorgebäude. Fünf Tonnen Kernbrennstoff werden freigesetzt und vom Wind davongetragen. Das Ereignis und seine verheerenden Folgen gehen als Realisierung des »Größten Anzunehmenden Unfalls«, als GAU und Super-GAU, um die Welt. Nachträgliche nuklearwissenschaftliche Analysen des Reaktorunfalls sprechen von einer Kernschmelze und 185 bis 250 Millionen Curie freigesetzter Radioaktivität.15 1996, zehn Jahre danach, wird mit einer gemeinsamen Konferenz der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU, mit Regierungserklärungen16 sowie einer Fülle von Protest- und Mahnveranstaltungen des Ereignisses gedacht. Ein wichtiges Kapitel hat sich damit in die Geschichte der “Risikogesellschaft” (Beck 1986) eingeschrieben—ein “Jubiläum ohne Jubel” (so die taz vom 27.04.1996) findet statt.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

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  • Angelika Poferl

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