Advertisement

Objektiv-hermeneutische Analyse einer Sequenz aus der vierzehnten Stunde einer psychoanalytischen Kurztherapie

  • Martina Leber

Zusammenfassung

Mit diesem Beitrag, die Bestandteil eines Versuchs ist, die Struktureigenschaften therapeutischer Interaktion zu rekonstruieren, möchte ich zugleich einen kleinen Einblick in die Leistungsfähigkeit der Methode der objektiven Hermeneutik2 für die Analyse von Therapieverläufen geben. Ich hoffe zeigen zu können, daß man schon mit wenigen Äußerungen zu weitreichenden Hypothesen über die Persönlichkeitsstruktur des Patienten sowie deren Genese und zugleich über die Struktur dieser therapeutischen Interaktion kommt. Ich behaupte sogar, daß man schon nach der Analyse der hier vorliegenden kurzen Passage des Tonbandtranskripts, einer Sequenz von höchstens zwei Minuten, gut begründet Voraussagen machen kann bezüglich der Entwicklungschancen der Behandlung. Und dies nicht, weil hier eine „schöne Stelle“ ausgewählt wurde, in der sich in besonderer Weise die ganze Struktur verdichtet, sondern aufgrund der in der Sprache selbst liegenden untrüglichen Präzision, die mit der Methode expliziert werden kann.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Leber, Martina; Oevermann, Ulrich (1994): Möglichkeiten der Therapieverlaufs-Analyse in der objektiven Hermeneutik. In: Garz, D.; Kraimer, K. (Hrsg), “Die Welt als Text”, Frankfurt. (In diesem Aufsatz, der leider vor der editorischen Überarbeitung in Druck ging, fehlt bedauerlicherweise der Hinweis auf die Ulmer Textbank (vgl.Fn 1).)..Google Scholar
  2. Oevermann, U.; Allert, T.; Konau, E.; Krambeck, J. (1979): Die Methodologie einer “objektiven Hermeneutik” und ihre allgemeine forschungslogische Bedeutung in den Sozialwissenschaften. In: Soeffner, H. G. (Hrsg.), Interpretative Verfahren in den Sozial-und Textwissenschaften, Klett-Cotta, Stuttgart.Google Scholar
  3. Oevermann, Ulrich (1983): Zur Sache. Die Bedeutung von Adornos methodologischem Selbstverständnis für die Begründung einer materialen soziologischen Strukturanalyse. In: J. Habermas/L, Von Friedeburg (Hrsg.), Adorno-Konferenz 1983, Frankfurt a. Main.Google Scholar
  4. Oevermann, Ulrich (1988): Eine exemplarische Fallrekonstruktion zum Typus ver-sozialwissenschaftlichter Identitätsformation. In: Brose, H.-G.; Hildenbrand, B. (Hrsg.), Vom Ende des Individuums zur Individualität ohne Ende. Opladen.Google Scholar
  5. Oevermann, Ulrich (1991): Genetischer Strukturalismus und das sozialwissenschaftliche Problem der Erklärung der Entstehung des Neuen. In: Müller-dohm, S. (Hrsg.), Jenseits der Utopie, Frankfurt a. Main.Google Scholar
  6. Oevermann, Ulrich (1993): Die objektive Hermeneutik als unverzichtbare methodologische Grundlage für die Analyse von Subjektivität. Zugleich eine Kritik der Tiefenhermeneutik. In: Jung, T.; Müller-Dohm, S. (Hrsg.), “Wirklichkeit” im Deutungsprozeß. Verstehen und Methoden in den Kultur-und Sozialwissenschaften, Frankfurt a. Main.Google Scholar
  7. Oevermann, Ulrich (1993): Struktureigenschaften supervisorischer Praxis-Exemplarische Sequenzanalyse des Sitzungsprotokolls der Supervision eines psycho-analytisch orientierten Therapie-Teams im Methodenmodell der objektiven Hermeneutik. In: Bardé, B.; Mattke, D. (Hrsg.), Göttingen 1993.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Martina Leber

There are no affiliations available

Personalised recommendations