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Der dialektische Materialismus und die Quantentheorie

  • Paul K. Feyerabend
Part of the Wissenschaftstheorie Wissenschaft und Philosophie book series (WWP, volume 2)

Zusammenfassung

Die Erörterung, ja schon die bloße Beschreibung von Verfahren und Vorgängen in einer Gesellschaft, deren Grundsätze nicht allgemein anerkannt sind, ist immer eine heikle Sache. Nur zu oft werden die Schwierigkeiten des beschriebenen Gegenstands und die ganz natürlichen Fehler derer, die ihn weiterentwickeln, auf die ungeliebte Ideologie projiziert und als klare Beweise für deren Schwächen und Mängel angesehen. Untersuchungen der geschichtlichen Entwicklung des dialektischen Materialismus und Versuche, den Einfluß dieser Philosophie zu beurteilen, sind von dieser Tendenz niemals frei. Sie leiden auch unter der Unwissenheit ihrer Verfasser auf naturwissenschaftlichem Gebiet und ihrer recht primitiven Wissenschaftstheorie. Nur wenige Autoren auf diesem Gebiet sind mit der heutigen Naturwissenschaft so gut vertraut wie Lenin mit der Naturwissenschaft seiner Zeit; und niemand besitzt seinen erstaunlichen philosophischen Instinkt. Das Buch von Wetter ist voll von interessanten Informationen; es ist ein guter Ausgangspunkt. Philosophisch aber ist es wertlos, denn Wetter hat sehr primitive Vorstellungen von der Wechselwirkung zwischen Naturwissenschaft und Ideologie. Dasselbe gilt für Bochenski. Gelegentlich gibt ein Autor seine Schwächen zu, so Lukacs im Vorwort zu seinem Buch,,Die Zerstörung der Vernunft“: von den Naturwissenschaften hat er keine Ahnung und läßt sie also aus. Das unterstreicht nur die Notwendigkeit einer Darstellung, die die Naturwissenschaften berücksichtigt. Grahams interessante, kenntnisreiche, klare und zielsichere Darstellung einer wichtigen Episode der Wissenschaftsgeschichte leidet an keinem dieser Mängel.

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Literatur

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1981

Authors and Affiliations

  • Paul K. Feyerabend

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