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Einleitung

  • Michael Mönninger
Chapter

Zusammenfassung

Bei seinen Forschungen zum Städtebau befolgte er eine strenge Methode. Wenn Camillo Sitte in einer Stadt angekommen war, ließ er sich vom Bahnhof aus zum größten Platz im Zentrum fahren und fragte nach drei Dingen: der besten Buchhandlung, dem besten Aussichtsturm und dem Hotel mit dem besten Restaurant. Dann kaufte er sich einen Stadtplan, zerschnitt ihn in Einzelteile, damit er ihn auch bei starkem Wind lesen konnte und bestieg den höchsten Turm. Dort analysierte er stundenlang den Stadtgrundriß und fertigte abends bei erlesenen Diners seine Skizzen über jeden Kirchen- und Marktplatz sowie die wichtigsten Monumente an.1 Nachdem er dreißig Jahre lang so verfahren war, veröffentlichte er 1889 ein Buch: Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen. Es zählt nach den Werken des Römers Vitruv und des Florentiners Alberti zu den wichtigsten praktischen Lehrbüchern des abendländischen Städtebaus.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. den Nachruf von George Ellsworth Hooker: Camillo Sitte, City Builder, Chicago Record Herald, 15. 1. 1904Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Françoise Choay, La règle et le modèle. Sur la théorie de l’architecture et de l’urbanisme. Paris 1980Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. S. 67 dieser Arbeit.Google Scholar
  4. 4.
    Sigfried Giedion, Raum, Zeit, Architektur. Die Entstehung einer neuen Tradition (1941). Zürich und München 1976, S. 464 fGoogle Scholar
  5. 6.
    Vgl. Heinrich Klotz über die Sitte-Adaptionen von Rob und Leon Krier in: Heinrich Klotz, Moderne und Postmoderne. Architektur der Gegenwart 1960–1980. Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie. Braunschweig/Wiesbaden 1985 (2. Aufl.), S. 299 ffGoogle Scholar
  6. 7.
    Daniel Wieczorek, Camille Sitte et les débuts de l’urbanisme moderne. Brüssel 1981. Wieczorek baut als Schüler der großen französischen Urbanistin Françoise Choay deren historische Systemtheorie des Städtebaus weiter aus. In ihrer logischen und zugleich spekulativen Gedankenschärfe reicht Wieczoreks Arbeit an die großen semiologischen Arbeiten von Roland Barthes heran.Google Scholar
  7. 8.
    George R. Collins, Christiane Crasemann Collins, Camillo Sitte, The Birth of Modern City Planning. New York 1986. Die Autoren haben mit ihrer Lehrtätigkeit an der New Yorker Columbia University dort ein Zentrum der amerikanischen Sitte-Forschung geschaffen. Ihr Buch bietet die derzeit beste internationale Rezeptionsgeschichte von Sittes Hauptwerk und eine unschätzbare, weil nahezu komplette Bibliographie der deutschsprachigen Städtebaudebatte um die Jahrhundertwende.Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. Helmut Winter, Zum Wandel der Schönheitsvorstellungen im modernen Städtebau: Die Bedeutung psychologischer Theorien für das architektonische Denken. Berichte zur Orts-, Regional-und Landesplanung des Instituts für Orts-, Regional und Landesplanung an der ETH Zürich. Nr. 65, 1988, S. 137–154. Vgl. auch Cornelis van de Veen, Space in Architecture, Amsterdam 1978, S. 102109. Die zahlreichen Verweise auf Sitte in anderen Städtebaulehren und Architekturgeschichten bieten nur Paraphrasen von Sittes Hauptwerk.Google Scholar
  9. 15.
    Vgl. S. 120 ffGoogle Scholar
  10. 16.
    Vgl. S. 161Google Scholar
  11. 17.
    Zur Verdeutlichung von Sittes geologisch-naturaler Auffassung siehe seinen Aufsatz über den »urban sprawl« in der Stadtentwicklung: »Wiener Villenzone« in den Dokumenten, S. 206Google Scholar
  12. 18.
    Siehe Sittes Aufsatz »Auf gleicher Höh« im Anhang, S. 203Google Scholar
  13. 19.
    C.S., Enteignungsgesetz und Lageplan, in: Der Städtebau, Jg.1, Berlin 1904. Heft 1, S. 5–8; Heft 2, S. 17–19; Heft 3, S. 35–39. S. 209 ff. in den DokumentenGoogle Scholar
  14. 21.
    Vgl. S. 52 ffGoogle Scholar
  15. 22.
    Wie unerbittlich seine Anforderungen an Literaturkenntnis und Bildung waren, verdeutlicht eine Buchrezension, in der Sitte dem Autor des besprochenen Werkes Dutzende von Titeln vorhält, die er vor Verfassen seiner Schrift hätte lesen sollen. Die Rezension Friedr. Graberg: Die Erziehung in Schule und Werkstätte, o.O.,o.J. Sitte-Archiv, Inventar-Nummer 212g wird in den Dokumenten vollständig wiedergegeben.Google Scholar
  16. 23.
    Vgl. Hermann Lübbe, Politische Philosophie in Deutschland. Basel, Stuttgart 1963, 5. 134Google Scholar
  17. 24.
    Gottfried Benn, Goethe und die Naturwissenschaften, in: Gesammelte Werke. Hg.von Dieter Wellershoff. Stuttgart 1986, 1.Bd., S. 186Google Scholar
  18. 25.
    Die deutschsprachige Debatte über diese neuen urbanistischen Denkformen findet überwiegend in der Vierteljahreszeitschrift »Arch +«, Berlin und Aachen, statt. Vgl. vor allem die Ausgaben »Chaosstadt« Nr. 105/106, 1990; »Der Sprawl« Nr. 109/110,1991; »Die Architektur des Ereignisses« Nr. 119/120, 1993 und »Die Architektur des Komplexen«, Nr. 121, 1994Google Scholar

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Michael Mönninger
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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