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Zusammenfassender Überblick: Klassisch-instrumentelle und systemtheoretische Prämissen im Zusammenhang mit Wissen

  • Christoph Soukup

Zusammenfassung

Mit unseren Überlegungen sind wir nunmelir an einem Punkt angelangt, an dem wir einzelne Stränge zusammenfügen können. Bevor wir dazu übergehen, aus dem bisherigen Material Schlussfolgerungen für den Umgang mit Wissen in Unternehmen abzuleiten, soll kurz miteinander kontrastiert werden, wie klassisch-instrumentelle Ansätze und systemtheoretische Zugänge zum Management von Wissen operieren. Am deutlichsten lässt sich dies anhand der leitenden Unterscheidungen der beiden Denkrichtungen zeigen (vgl. Abbildung 25). Klassische Ansätze entfalten sich vor dem Hintergrund der Grundannahme, dass Wissen als Ressource zu betrachten sei und der Erwerb bzw. das Haben von Wissen Ziel aller Anstrengungen sein müsse. Zwingende Folge sind Bemühungen, Wissen zu entwickeln, zu steuern, zu verteilen und schließlich zu bewerten. Der Wissensbegriff wird über die vage Bestimmung als Ressource hinaus nicht geklärt; es wird vielmehr nur angedeutet, dass klassische und Wissensressourcen sich voneinander unterscheiden. Während klassisch-instrumentelle Zugänge einseitig die Habenseite von Wissen (Wissen ist besser als Nichtwissen) besetzen, wird in einer systemtheoretischen Betrachtungsweise die Entscheidung zwischen Bewahren und Verändern von Erwartungen (und das heißt: von Wissen) zur Kernfrage. Wissen ist nicht so sehr eine quantitative Größe, die sich bilanzieren und messen lässt, sondern das Kondensat an (gültigen) Erfahrungen, die die Erwartungen eines Unternehmens an Umweltsachverhalte bestimmen. Das Verhältnis von Wissen zu Nichtwissen wird neu bestimmt durch die Frage nach der Übereinstimmung des Wissens mit den Umweltanforderungen. Wissen muss passen oder aufgegeben und durch anderes Wissen ersetzt werden. Dies geschieht aber nicht in einem additiven, sondern in einem Substitutionsverfahren, in dem altes gegen neues Wissen, alte gegen neue Erwartungen ausgetauscht werden.

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 2001

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  • Christoph Soukup

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