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Regionale Innovationssysteme: Zentrale Beurteilungskriterien für den Erfolg und Hypothesen für die Erklärung der Funktionsfähigkeit

  • Wolfgang Gerstlberger
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Part of the Kasseler Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften book series (KWV, volume 21)

Zusammenfassung

Die Analyse von Innovationssystemen in einer dreidimensional nachhaltigen Perspektive vergrößert die Notwendigkeit systemischer Erklärungsansätze.17 Gegenüber der „klassischen“und aktuellen Innovationsforschung müssen bestehende Kriterien und Hypothesen für die Beschreibung und Erklärung des Erfolgs von Innovationsprozessen modifiziert werden. Die Ausweitung und Weiterentwicklung bereits existierender Erklärungsansätze mit Bezug auf die dreidimensional nachhaltige Beurteilung von Innovationsprozessen ist daher für diese Studie notwendig (vgl. Sternberg 1995, 2000, Riedel 2000).

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References

  1. 18.
    Der Begriff Prinzip wird hier ähnlich wie der Ausdruck Konzept als „Grundlage, Vorstufe“(Hübner 2002, S. 58) für die wissenschaftliche Modellbildung und die Entwicklung von Ansätzen und Paradigmen gebraucht.Google Scholar
  2. 20.
    Derartige Arrangements können anhand der Arbeitsbeziehungen im westdeutschen Modell der „sozialen Marktwirtschaft“oder des „rheinischen Kapitalismus“veranschaulicht werden (vgl. Lipietz 1997).Google Scholar
  3. 22.
    Theoretische Parallelen bestehen weniger zu den „instrumentellen“Ansätzen der Unternehmenskultur-Forschung („Unternehmen haben eine Kultur“) als zu den „interpretativen“(„Unternehmen sind eine Kultur“; vgl. May 1997, S. 41ff.).Google Scholar
  4. 23.
    Dass die Konzentration auf diese ökonomisch-technischen Wechselbeziehungen für die nicht dauerhaft durchhaltbaren, unerwünschten Wirkungen und Folgen des derzeitigen Wirtschafts- und Innovationsgeschehens mitverantwortlich ist, zeigt Hübner (2002, S. 256) plastisch mithilfe der Formulierung „Zwangsehe der Natur- & Ingenieurwissenschaften mit den Wirtschaftswissenschaften“. In diesem Kapitel werden daher ergänzend auch Ansätze analysiert, die stärker als der Karlsruher Ansatz sozial-kulturelle Hinweise auf mögliche Beurteilungskriterien und Erfolgsfaktoren der Funktionsfähigkeit von RIS enthalten.Google Scholar
  5. 24.
    Mit ähnlicher Stoßrichtung werden in einigen Untersuchungen auch die Bezeichnungen „industrielle Komplexe“oder „Produktionssysteme“verwendet (z.B. Scott/Angel 1987, Loasby 1998), die vergleichbare Phänomene zusammenfassen.Google Scholar
  6. 25.
    Eine grundsätzliche Einschränkung besteht darin, dass sie keine originären Erklärungen liefern. Damit ist gemeint, dass keine kausale Rückführungen von Systemveränderungen auf individuelles Handeln vorgenommen werden (vgl. Esser 1999).Google Scholar
  7. 26.
    Diskurse spielen in allen ausgewählten systemischen Ansätzen eine gewisse Rolle. Dem wird in den empirischen Fallstudien durch die Berücksichtigung regionaler Diskursforen Rechnung getragen (vgl. Kapitel 6).Google Scholar
  8. 27.
    Hinsichtlich von Machtfragen existieren sowohl Parallelen zum Promotoren-Modell (vgl. Hauschildt/Chakrabarti 1988) als auch zum mikropolitischen Ansatz und zur Regulationstheorie (vgl. Hübner 1990). Das Promotoren-Modell wird im Rahmen der Vorbereitung des empirischen Vorgehens in Hinblick auf seine regionale Bedeutung explizit aufgegriffen. Auf die politikwissenschaftliche Regulationstheorie wird im Rahmen dieser Arbeit nicht explizit eingegangen, da sie nicht vorrangig die Mikro- und Meso-Ebene der regionalen Unterstützungsbedarfe einzelner Unternehmen thematisiert.Google Scholar
  9. 28.
    Nahversorgung fasst den möglichst einfachen Zugang zu Gütern des täglichen Bedarfs zusammen (Lebensmittel u.ä., aber auch Leistungen von Post, Banken, Ärzten, Apotheken etc.; vgl. z.B. O-berösterreichische Umweltakademie 1995).Google Scholar
  10. 29.
    Das Promotorenverständnis des Münchener Ansatzes weist einen graduellen Bedeutungsunterschied gegenüber dem innovationsorientierten Promotoren-Modell von Hauschildt/Chakrabarti 1988 auf. Während in dem innovationsorientierten Modell zwischen Fach- und Machtpromotoren unterschieden wird, hebt der Münchener Ansatz Diskurspromotoren hervor (vgl. Hahmann 2000, S. 224ff.).Google Scholar
  11. 30.
    Grundsätzliche theoretische und methodische Parallelen bestehen zu verwaltungswissenschaftlichen Studien über die Lernfähigkeit von Städten bzw. Kommunen (vgl. Hellstern/Wollmann 1984).Google Scholar
  12. 31.
    Der mikropolitische Ansatz lässt sich als qualitative Entsprechung zu den formalisierten bzw. mathematisierten Rational choice- und spieltheoretischen Konzepten begreifen. Es wird bei der qualitativen Herangehensweise Gewicht darauf gelegt, „Spiele“zu formulieren, „die wirkliche Akteure spielen können“(Scharpf 1990).Google Scholar
  13. 32.
    Unter „Fachkulturen“werden hier normative Orientierungen einzelner fachlicher Disziplinen verstanden. Diese rühren aus den besonderen Arbeitsbedingungen und -regelungen der Professionen her (vgl. Bosetzky/Heinrich 1986).Google Scholar
  14. 33.
    Ähnlichkeit mit dieser Betrachtungsweise von „hermetisch geschlossenen Netzwerken“weist das organisationspsychologische Konzept der „optimalen Divergenz“auf (vgl. Reber u.a. 2000).Google Scholar
  15. 34.
    Die Einordnung „qualitativ“bezieht sich einerseits auf die methodische Herangehensweise, die überwiegend auf der Basis von offenen oder teil-strukturierten persönlichen Interviews erfolgt. Andererseits ist damit auch die starke Berücksichtigung sozial-kultureller und politischer Rahmenbedingungen von Innovationsprozessen in inhaltlicher Hinsicht ausgedrückt. „Interpretativ“meint darüber hinaus, dass — neben „objektiven“Indikatoren für Innovationen — ihre subjektive Neuheit (vgl. Kowol/Krohn 1995) und ihre individuellen Folgen für einzelne Akteure, Organisationen bzw. Unternehmen sowie RIS und NIS thematisiert werden.Google Scholar
  16. 35.
    Im Gegensatz zur politikwissenschaftlich orientierten Regulationstheorie, die auch politische, machtbezogene „Rückwirkungen“bestimmter technologischer Entwicklungen reflektiert (vgl. z.B. Storper et al. 1997), liegt der Fokus des Karlsruher Ansatzes auf der wirtschaftlichen Innovationsförderung. Was den Grad der theoretischen und methodischen Formalisierung angeht, ist der Karlsruher Ansatz weiter fortgeschritten als die regulationstheoretische Herangehensweise (vgl. Hübner 1990).Google Scholar
  17. 36.
    Die öffentlichen und privaten Universitäten fördern, anders als beispielsweise die deutschen Hochschulen, diese private Netzwerkbildung traditionell (vgl. Scott 1998 für die Beschäftigungsstruktur in Silicon Valley).Google Scholar
  18. 37.
    Teilweise wird in der Netzwerkliteratur die Definition „lose gekoppelte Elemente“gebraucht, die für einzelne Untersuchungen weiter konkretisiert werden muss (vgl. z.B. Kneissler 2000 für theoretische und empirische Ergebnisse zu dieser Frage).Google Scholar
  19. 38.
    Interdependente Beziehungen sind dadurch gekennzeichnet, dass kein Akteur ohne die Beteiligung eines weiteren Akteurs oder mehrerer anderer Akteure bestimmte — durch wiederholte Handlungsschritte erreichbare — Ziele realisieren kann, die für alle einbezogenen Akteure von Bedeutung sind (vgl.Axelrod 1991).Google Scholar
  20. 39.
    Die Charakterisierung „lose gekoppelt“entstammt ursprünglich der Organisationspsychologie und beschreibt die spezifische Koordination in dezentralisierten Organisationen. Im Zentrum stehen Dilemmata zwischen Flexibilität und Steuerung. In diesem Zusammenhang werden auch Rückbindungen („feste Kopplungen“) erfasst, die durch eine zu weit gehende Dezentralisierung ausgelöst werden können (vgl. Orton/Weick 1990 und — speziell für die Regionalentwicklung — Grabher 1994, S. 31ff.).Google Scholar
  21. 40.
    Die Grenzen zwischen Netzwerken, Hierarchien und Märkten sind häufig fließend (vgl. Powell 1990). Neuere Organisationsformen für internationalisierte Unternehmen, wie z.B. Franchising-Konzepte, belegen dies (vgl. Sydow/Windeler 2000).Google Scholar
  22. 41.
    Müller (1996, S. 68ff.) liefert für diese Einschätzung einige systemtheoretische Hinweise, indem er die Überlegungen Bertalanffys aus den 1930er Jahren zur Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Systemen auf fortgeschrittene Volkswirtschaften bezieht.Google Scholar
  23. 42.
    Teilweise hat sich mittlerweile in der Innovationsforschung auch die Bezeichnung „Innovations-Cluster“etabliert. Diese soll den engen Zusammenhang zwischen Innovationsfähigkeit und der Kooperation in Wettbewerbsbranchen verdeutlichen (vgl. z.B. Fuchs 2001).Google Scholar
  24. 43.
    Was als starke Innovationskultur zu werten ist, wird im Konzept des innovativen Milieus nur grob qualitativ umschrieben: Traditionelle akteursübergreifende Wertorientierungen, die Neuerungen erleichtern, und eine „historisch gewachsene“Innovationsbereitschaft. Eine weiter gehende Präzisierung muss jeweils für konkrete Regionen vorgenommen werden (vgl. Camagni 1995).Google Scholar
  25. 44.
    Als Internetquelle: http://2000plus.mpg.de/d/389/article/; abgerufen am 15.07.2002 (vgl. für frühere theoretische Überlegungen und empirische Befunde Begnasco 1977 und die ursprüngliche Begründung dieses Ansatzes Marshall 1927).Google Scholar
  26. 46.
    Ein bekanntes Beispiel für derartige lokal-globale Verbindungen stellt die Filmindustrie in Südkalifornien („Hollywood“) dar. Globale Märkte werden ausgehend von lokal hoch konzentrierten Produzenten und Zulieferer-Netzwerken bedient. Als „Makler“fungieren vor allem „Produzenten“und „Distributeure“, aber auch Filmhochschulen, Akademien und Zeitschriften (vgl. Scott 1998).Google Scholar
  27. 48.
    Die in Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Globalisierung sinkenden Transport- und Kommunikationskosten relativieren diesen ökonomischen Vorteil regionaler Stoffkreisläufe und Produktionsketten (vgl. Fichter/Kujath 2000).Google Scholar
  28. 49.
    Nahversorgung fasst den möglichst einfachen Zugang zu Gütern des täglichen Bedarfs zusammen (Lebensmittel u.ä., aber auch Leistungen von Post, Banken, Ärzten, Apotheken etc.; vgl. z.B. O-berösterreichische Umweltakademie 1995).Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Gerstlberger

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