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Gründe zur Neuordnung des deutschen Kapitalmarkts durch die Errichtung einer enforcement-Instanz

  • Marcus Kiefer
Chapter
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Part of the Rechnungswesen und Unternehmensüberwachung book series (REU)

Zusammenfassung

Rechnungslegung wird verstanden als financial accounting und business reporting.39 Das financial accounting ist die einwertige, vergangenheitsbezogene und quantitative Ermittlung eines objektivierten Gewinns. Die Erfolgsermittlung ist obligatorisch und bedient sich der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung.40 Das business reporting ist die primär kapitalmarktinduzierte Publizität41 mehrwertiger, vergangenheits- und zukunftsorientierter sowie quantitativer und qualitativer (Mindest-)Informationen in Anhang, Lagebericht und anderen Publizitätsinstrumenten.42

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Notes

  1. 39.
    Die Differenzierung wird durch die Weiterentwicklung der Abkopplungsthese von Moxter erreicht. Vgl. Moxter (1984), S. 157–159; Moxter (1986), S. 67–68; Böcking/Dietz/Kiefer (2001); eingehend Böcking/Benecke (1998), S. 93–95.Google Scholar
  2. 40.
    Vgl. Böcking (1998), S. 29–30.Google Scholar
  3. 41.
    Für Moxter ist Publizität allgemein die Informierung über „betriebliche Sachverhalte“. Moxter (1962), S. 1. Die hier im Vordergrund stehende Konkretisierung des Begriffs ist von Richter, der Publizität als Angaben über die Tätigkeit, wirtschaftliche Lage und Struktur des Unternehmens definiert. Vgl. Richter (1975), S. 5–7.Google Scholar
  4. 42.
    Vgl. Böcking (1998), S. 30; Böcking/Kiefer (2002a), Tz. 1.Google Scholar
  5. 43.
    Vgl. Böcking (1998), S. 52.Google Scholar
  6. 44.
    Vgl. Küting (2000), S. 451.Google Scholar
  7. 45.
    Mutterunternehmen sind Gesellschaften im Sinne der §§ 264a, 290 HGB.Google Scholar
  8. 46.
    Zur Definition eines organisierten Markts siehe § 2 Abs. 5 WpHG.Google Scholar
  9. 47.
    Wertpapiere gemäß § 2 Abs. 1 WpHG.Google Scholar
  10. 48.
    Nach seiner Umstrukturierung hat das Rechnungslegungsgremium IASB (vormals IASC) beschlossen, die IAS im Hinblick auf zukünftige internationale Rechnungslegungsstandards in International Financial Reporting Standards (IFRS) umzubenennen.Google Scholar
  11. 49.
    Ordelheide (1996), S. 545; mit Verweis auf Ordelheide Berger/Lütticke (2003), § 292a HGB Tz. 2.Google Scholar
  12. 50.
    Vgl. BGBl. I 1998, S. 707–709.Google Scholar
  13. 51.
    Eine Voraussetzung für die Anwendung des § 292a HGB ist der Einklang eines befreienden Konzernabschlusses mit der Gesamtheit der Regelungen der 4. und 7. EU-Richtlinie. Ein Vergleich der Studien des Kontaktausschusses für Richtlinien in der Rechnungslegung, des IDW und des DRSC zur Konformität der IAS/IFRS mit den EU-Richtlinien zeigt ein inkongruentes Bild hinsichtlich der festgestellten Abweichungen. Im Einzelfall können tatsächliche Abweichungen im Jahresabschluss durch ergänzende Angaben ausgeglichen werden. Vgl. ausführlich zu weiteren Voraussetzungen und im Besonderen zum Kompatibilitätserfordernis Wollmert/Oser (2002), Teil A, Kapitel VI.Google Scholar
  14. 52.
    Vgl. Krawitz/Albrecht/Büttgen (2000), S. 543.Google Scholar
  15. 53.
    Vgl. Schmidt (2000), S. 2.Google Scholar
  16. 54.
    Vgl. EU-Kommission (1995), S. 5.Google Scholar
  17. 55.
    BT-Drucksache 13/7141, Anlage 1, Artikel 3, A. II. 1.1.Google Scholar
  18. 56.
    Mit der Umstrukturierung des Rechnungslegungsgremiums erlässt das Board nunmehr International Financial Reporting Standards (IFRS).Google Scholar
  19. 57.
    BT-Drucksache 13/7141, Anlage 1, Artikel 3, B. I. 4.Google Scholar
  20. 58.
    Vgl. SFAC 1.34; IAS F.12.Google Scholar
  21. 59.
    Vgl. SFAC 1.37; IAS F.15.Google Scholar
  22. 60.
    Vgl. Schildbach (1999), S. 359.Google Scholar
  23. 61.
    Krumnow (1994), S. 679, der sich dies als Frage stellt und zum Ergebnis kommt, dass „die deutsche Rechnungslegung … international im Abseits [steht], jedoch nicht überholt [ist].“ Krumnow (1994), S. 698.Google Scholar
  24. 62.
    Vgl. Deutsche Börse (2001a), http://deutsche-boerse.com/ (Abfrage: 17.02.2003). Für die Unternehmen am SMAX sind die internationalen Regelungen seit 2002 verbindlich. Vgl. Küting/Dürr/Zwirner (2002), S. 1, 5.Google Scholar
  25. 63.
    Zur Entwicklung des Neuen Markts siehe Abschnitt 2.1.4.Google Scholar
  26. 64.
    Auf Antrag des Emittenten kann auch eine Überleitungsrechnung der lokalen Rechnungslegung auf IAS oder US-GAAP ausreichen. Vgl. Deutsche Börse (2002a), Abschnitt 2, Ziffer 7.3.2 (1) Regelwerk Neuer Markt.Google Scholar
  27. 65.
    Dies zeigt eine Auswertung der Bilanzierungspraxis durch Spanheimer/Koch (2000), S. 307, mit einem Untersuchungszeitraum bis einschließlich des Geschäftsjahrs 1999. Auch Krawitz/Albrecht/Büttgen (2000), S. 543–544, treffen diese Feststellung auf der Grundlage einer Befragung von 205 börsennotierten Unternehmen über ihre bisherige und künftige Bilanzierung.Google Scholar
  28. 66.
    Der der Beschlussfassung zugrunde liegende Begriff „Kapitalmarktorientierung“ schließt keine Unternehmen des deutschen Freiverkehrs i. S. v. § 57 BörsG ein. Vgl. EU-Verordnung vom 19.07.2002, AB1EG Nr. L 243, 2002, Artikel 4 i. V. m. Übersicht der EU vom 16.11.2002, AB1EG Nr. C 280, S. 3. In dieser Arbeit wird der Begriff im deutschen und europäischen Kontext analog verwendet.Google Scholar
  29. 67.
    In Bezug auf den Einzelabschluss sowie für nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen wird den Mitgliedstaaten ein Wahlrecht eingeräumt, die Anwendung der IAS/IFRS zu gestatten oder vorzuschreiben. Die Mitgliedstaaten können ferner den Gesellschaften, deren Wertpapiere sowohl in der EU als auch in einem Drittstaat zum Handel an einem geregelten Markt zugelassen sind und die ihren Konzernabschluss bereits nach anderen international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen aufstellen (z. B. US-GAAP) sowie für Gesellschaften, von denen ausschließlich Schuldtitel zum Handel in einem geregelten Markt zugelassen sind, einen Aufschub zubilligen, indem sie definitiv erst ab 2007 auf die IAS/IFRS umstellen müssen. Vgl. EU-Verordnung vom 19.07.2002, AB1EG Nr. L 243, 2002, Artikel 5 und 9.Google Scholar
  30. 68.
    EU-Verordnung vom 19.07.2002, AB1EG Nr. L 243, 2002, Artikel 1.Google Scholar
  31. 69.
    Küting/Lorson (1999), S. 33; Spanheimer/Koch (2000), S. 310.Google Scholar
  32. 70.
    Vgl. Küting/Lorson (1999a), S. 28, die die Liberalisierung der externen Rechnungslegung bezogen auf ein einzelnes Unternehmen wegen der höheren Transparenz positiv werten, zugleich aber als eine weitere Folge eine Heterogenität im Vergleich aller Unternehmensabschlüsse konstatieren.Google Scholar
  33. 71.
    von Keitz (2003), S. 8–9.Google Scholar
  34. 72.
    von Keitz (2003), S. 269–270.Google Scholar
  35. 73.
    Lenz (1999), S. 451–452.Google Scholar
  36. 74.
    Vgl. Böckem (2000), S. 136.Google Scholar
  37. 75.
    Vgl. Hütten/Brakensiek (2000), S. 870, 872, die die Konsequenzen der Anwendung der US-GAAP in Deutschland bei einer fehlenden Börsenaufsichtsbehörde untersuchen.Google Scholar
  38. 76.
    Vgl. Hütten/Brakensiek (2000), S. 870.Google Scholar
  39. 77.
    Vgl. Biener (1996), S. 66–67; Küting (1993b), S. 357–379, vergleicht die Rechnungslegung nach US-GAAP und HGB unter Berücksichtigung des Listing von Daimler-Benz an der New Yorker Börse.Google Scholar
  40. 78.
    Vgl. Glaum/Mandler (1996), S. 22. Mit der Möglichkeit der Überleitungsrechnung einschließlich der allgemeinen Angaben nach Form 20-F ist die SEC der Auffassung, eine noch vertretbare Grenze eines Kompromisses eingegangen zu sein, um ausländischen Unternehmen die Börsenzulassung in den USA zu ermöglichen. Eine Überleitungsrechnung ohne zusätzliche Angaben kann nur dann von Unternehmen angewandt werden, wenn bereits im Umlauf befindliche Aktien in den US-amerikanischen Handel gelangen sollen. Ansonsten ist eine Überleitungsrechnung mit dem Ausweis zusätzlicher Angaben oder ein vollständiger USGAAP Abschluss erforderlich. Vgl. KPMG (2003b), S. XXXIII; Biener (1996), S. 65.Google Scholar
  41. 79.
    Vgl. von Rosen (1998), S. 17; Fitzgerald/Carnall (1999), S. 975–976.Google Scholar
  42. 80.
    Abrufbar im Internet unter: http://www.sec.gov/divisions/corpfin/internatl/companysummary.htm (Abfrage: 6.09.2002).Google Scholar
  43. 81.
    Vgl. Wilhelm (1997), S. 4.Google Scholar
  44. 82.
    Vgl. Wilhelm (1997), S. 4.Google Scholar
  45. 83.
    Der Begriff „Offenlegung“ wird in der vorliegenden Arbeit synonym für den Ausweis oder die Angabe von Informationen gebraucht; unter Offenlegung wird folglich weder die Einreichung von Jahresabschlüssen an die Gesellschafter bzw. zum Handelsregister noch ihre Bekanntmachung im Bundesanzeiger im Sinne von § 325 HGB verstanden.Google Scholar
  46. 84.
    Deutsches Aktieninstitut (2002), S. 5–6. Auch nach Auffassung des amtierenden Vorsitzenden des International Accounting Standards Board (IASB), Sir David Tweedie, der Kritik an der fehlenden Durchsetzung der IAS/IFRS als einseitig zurückweist, sei in gleicher Weise zu prüfen wie US-amerikanische Rechnungslegungsstandards von Unternehmen eingesetzt werden, die nicht in den USA kotiert und daher nicht der Kontrolle der US-Börsenaufsichtsbehörde unterworfen sind. Vgl. Tweedie (2002), S. 89.Google Scholar
  47. 85.
    Vgl. Hütten/Brakensiek (2000), S. 872.Google Scholar
  48. 86.
    Vgl. iX-international exchanges (2000), S. 5. Zu den vermeintlichen Vorteilen eines Zusammenschlusses für die Volkswirtschaft, den Finanzplatz Frankfurt und die Anteilseigner siehe Seifert (2000), S. 30.Google Scholar
  49. 87.
    Vgl. o. V. (2000a), http://www.ftd.de/bm/ma/1050999.html?nv=rs (Abfrage: 24.07.2000).Google Scholar
  50. 88.
    Vgl. Grass (2000), http://www.ftd.de/bm/ma/FTD963864922149.html?nv=se (Abfrage: 24.07.2000).Google Scholar
  51. 89.
    Vgl. o. V. (2000c), http://www.ftd.de/ub/fi/1058765.html?nv=se (Abfrage: 15.10.2000); o. V. (2000e), http://www.ftd.de/bm/bo/105923l.html?nv=se (Abfrage: 15.10.2000).Google Scholar
  52. 90.
    Zu einer Diskussion der juristischen Problematik des Zusammenschlusses siehe Köndgen (2000), S. 32 und eine Replik o. V. (2000b), S. 30. Zu diversen Aspekten der Aufsicht über die Gesellschaft iX vgl. BAWe et al. (2000), http://www.bawe.de/down/erkl_ix.pdf (Abfrage: 29.10.2002).Google Scholar
  53. 91.
    o. V. (2000d), S. 29.Google Scholar
  54. 92.
    Vgl. Küting (2001), S. 1.Google Scholar
  55. 93.
    Zur Trennung von Börse und Börsenträger siehe Segna (1999), S. 2–3, 11–13.Google Scholar
  56. 94.
    Der Geregelte Markt ist ein Marktsegment, an dem insbesondere die Wertpapiere kleinerer und mittlerer Aktiengesellschaften zugelassen sind. Vgl. Kümpel (2000), S. 2056–2066.Google Scholar
  57. 95.
    Vgl. Deutsche Börse (2001), S. 63, die eine ausführliche, jedoch nicht lückenlose Analyse des Neuen Markts aus volkswirtschaftlicher und juristischer Perspektive sowie aus Kapitalmarktsicht herausgegeben hat. Schwerpunktmäßig werden in diesem Report Vergleiche zu dem US-amerikanischen Kapitalmarkt, insbesondere zur NASDAQ, angestellt.Google Scholar
  58. 96.
    Um eine Doppelnotierung zu vermeiden, verzichtet der Emittent auf eine Notierung am Geregelten Markt. Vgl. Deutsche Börse (2002a), Abschnitt 2, Ziffer 2.3 (4) Regelwerk Neuer Markt.Google Scholar
  59. 97.
    Abrufbar im Internet unter http://deutsche-boerse.com/nm/.Google Scholar
  60. 98.
    Vgl. Deutsches Aktieninstitut (2002), S. 17.Google Scholar
  61. 99.
    Vgl. Deutsche Börse (2002a), Abschnitt 2, Ziffer 7.3.2 (1) und 7.1.2 (1) Regelwerk Neuer Markt.Google Scholar
  62. 100.
    Vgl. Ballwieser (2001), S. 850–852, der die Qualität von Unternehmensabschlüssen am Neuen Markt geprüft und dabei zahlreiche Mängel festgestellt hat.Google Scholar
  63. 101.
    Siehe http://www.exchange.de (Stand: 1.04.2003).Google Scholar
  64. 102.
    Vgl. d’Arcy/Leuz (2000), S. 390.Google Scholar
  65. 103.
    Vgl. Benz/Kiwitz (1999), S. 1167.Google Scholar
  66. 104.
    Vgl. o. V. (2000), S. 32. Zu den Bestandteilen eines Quartalsabschlusses nach erfolgter Zulassung siehe Deutsche Börse (2002a), Abschnitt 2, Ziffer 7.1.2 (2) Regelwerk Neuer Markt. Zu einem Geschäftsjahresende sind der Jahresabschluss mit dem Bestätigungs-oder Versagungsvermerk und der Lagebericht einzureichen. Vgl. Deutsche Börse (2002a), Abschnitt 2, Ziffer 7.3.2 (2) Regelwerk Neuer Markt.Google Scholar
  67. 105.
    d’Arcy/Leuz (2000), S. 390.Google Scholar
  68. 106.
    d’Arcy (2001), S. 171.Google Scholar
  69. 107.
    Vgl. Deutsche Börse (2003a), http://deutsche-boerse.com/ (Abfrage: 30.06.2003).Google Scholar
  70. 108.
    Zu dieser Entwicklung hat sicherlich auch die Tatsache beigetragen, dass der Gesetzgeber die gesetzliche Prüfung des Risikofrüherkennungssystems auf Unternehmen des Amtlichen Handels begrenzt hat (§§ 317 Abs. 4 i. V. m. 321 Abs. 4 HGB und § 91 Ab. 2 AktG). Für die Prüfung von Unternehmen am Neuen Markt galt diese Vorschrift somit nicht. Erst durch die Verabschiedung des Transparenz-und Publizitätsgesetzes (TransPuG) im Jahr 2002 wurde diese Prürungspflicht auf alle börsennotierten Aktiengesellschaften ausgeweitet. Vgl. BGBl. I 2002, S. 2684. Vgl. zur Eignung des Risikofrüherkennungssystems als Indikator für bestandsgefährdende Risiken eines Unternehmens Gischer/Hommel (2003), S. 950.Google Scholar
  71. 109.
    Der Amtliche Handel ist ein reglementiertes Marktsegment, an dem die Wertpapiere der traditionellen und etablierten Unternehmen (z. B. die DAX-Werte) zugelassen sind und gehandelt werden. Für die Wertpapierzulassung zu diesem Marktsegment gelten im Wesentlichen das Börsengesetz und die Börsenzulassungsverordnung. Vgl. Rödl/Zinser (1999), S. 48.Google Scholar
  72. 110.
    Vgl. Deutsche Börse (2002), http://deutsche-boerse.com/ (Abfrage: 17.02.2003).Google Scholar
  73. 111.
    Vgl. Zielke/Kronner (2003), S. 46.Google Scholar
  74. 112.
    Küting fordert die Deutsche Börse AG auf, in verstärktem Maße die Abschlüsse zu kontrollieren und Verfehlungen zu sanktionieren, vgl. Küting (2001), S. 547.Google Scholar
  75. 113.
    Die Schlagzeilen lauteten unter anderem „Holzmann-Prüfer am Pranger“, o. V. (2000f), http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,59719,00.html (Abfrage: 25.05.2000) und „Zahme Wachhunde“, o. V. (2000g), http://www.ftd.de/ub/di/1051785.html?nv=se (Abfrage: 25.05.2000).Google Scholar
  76. 114.
    Vgl. o. V. (2002), S. 17.Google Scholar
  77. 115.
    Vgl. statt vieler Wetzel (2000), http://www.welt.de/daten/2000/03/24/0324un158556.htx (Abfrage: 25.10.2002), der im Zusammenhang mit dem FlowTex-Betrug kommentiert „In einer idealen Welt hätte nicht ein Staatsanwalt, sondern der Wirtschaftsprüfer den Betrug entdeckt. Darin hätte nämlich erst seine Existenzberechtigung gelegen.“Google Scholar
  78. 116.
    Vgl. EMNID-Institut (2000).Google Scholar
  79. 117.
    Offenbar verwechselten diese Befragten eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einem Wirtschaftsforschungsinstitut. Vgl. Wiedmann (2001), S. 25.Google Scholar
  80. 118.
    Berufsständische Verlautbarungen zur einheitlichen und fachkonformen Berufsausübung der Wirtschaftsprüfer werden in Deutschland grundsätzlich vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) allein oder gemeinsam mit der WPK herausgegeben. Für die Beratungen der fachlichen Fragestellungen wurden vom IDW der Hauptfachausschuss (HFA) und besondere Fachausschüsse (z. B. Bankenfachausschuss, Steuerfachausschuss) gebildet. Internationale Verlautbarungen werden insbesondere von der International Federation of Accountants (IFAC), der wiederum das IDW und die WPK angehören, veröffentlicht. Vgl. IDW (2000a), Abschnitt B, Tz. 18–21 und Tz. 64–67. Zur Umsetzungspflicht der Verlautbarungen der IFAC in Deutschland vgl. Böcking/Orth/Brinkmann (2000), S. 220–221.Google Scholar
  81. 119.
    Vgl. die empirischen Untersuchungen zur Erwartungslücke von Knief (1976), S. 120–124; Hunger (1981), S. 154–155 sowie Ruhnke/Deters (1997), S. 929–931.Google Scholar
  82. 120.
    Vgl. Orth (2000), S. 55.Google Scholar
  83. 121.
    Vgl. Orth (2000), S. 57.Google Scholar
  84. 122.
    Der Begriff „Öffentlichkeit“ ist in diesem Zusammenhang nicht mit dem politisch-historisch geprägten Begriff der öffentlichen Meinung, sondern im weitesten Sinne mit den stakeholders und den Anteilseignern, im Sinne der an der Abschlussprüfung interessierten Personen, gleichbedeutend. Vgl. ähnlich Böcking/Orth (1998), S. 352 m. w. N. Zur Definition der öffentlichen Meinung vgl. Zünd (1992), S. 372.Google Scholar
  85. 123.
    Vgl. Orth (2000), S. 55.Google Scholar
  86. 124.
    Vgl. Störk (1999), S. 77.Google Scholar
  87. 125.
    Vgl. Theisen (1999), S. 341; Schwegler (1995), S. 1683; Hommelhoff (1998), S. 2627.Google Scholar
  88. 126.
    Der Bereitstellung von Informationen an den Aufsichtsrat kommt der Abschlussprüfer gewöhnlich durch den Prüfungsbericht (§ 321 Abs. 5 Satz 2 HGB i. V. m. § 170 Abs. 3 AktG) und der (aus der allgemeinen Treuepflicht abgeleiteten) Redepflicht nach. Vgl. IDW (2000a), Abschnitt Q, Tz. 1114. Nach § 171 Abs. 1 Satz 2 AktG hat der Abschlussprüfer außerdem eine Auskunftspflicht über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfüng auf der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats (-ausschusses) zu erfüllen. Vgl. Dörner (2000), S. 101–102; Arbeitskreis Externe und Interne Überwachung der Unternehmung der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft (2000), Rn. 176–181. Zur Berichterstattung gegenüber dem Vorstand dienen grundsätzlich der Prüfungsbericht und der management letter. Die Informationen an die Hauptversammlung sind prinzipiell begrenzt, da der Abschlussprüfer keine Auskunftspflicht hat (§ 176 Abs. 2 AktG).Google Scholar
  89. 127.
    Vgl. Böcking (1999), S. 724.Google Scholar
  90. 128.
    Eine der wesentlichen Ursachen für die Erwartungslücke der Abschlussprüfung ist die Verschwiegenheitspflicht des Abschlussprüfers, die ihn grundsätzlich daran hindert, Kenntnisse von unternehmensinternen Tatsachen und Umständen an Dritte, d. h. auch an die Öffentlichkeit, weiterzugeben. Die Pflicht zur Verschwiegenheit ist durch berufsrechtliche, strafrechtliche sowie weitere besondere gesetzliche Vorschriften vorgeschrieben. Für die Rechtsquellen zur Verschwiegenheitspflicht siehe z. B. § 43 Abs. 1 Satz 1 WPO im Berufsrecht, § 203 StGB im Strafrecht sowie § 323 Abs. 1 Satz 1,1. Halbsatz HGB im Zivilrecht. Die Verpflichtung zur Verschwiegenheit des Wirtschaftsprüfers entfällt grundsätzlich nur dann, wenn der Prüfer durch seinen Auftraggeber, in der Regel der Aufsichtsrat (§318 Abs. 1 Satz 4 HGB), hiervon befreit wird und eine Aussagegenehmigung erhält; zu weiteren Ausnahmen vgl. im Einzelnen IDW (2000a), S. 71–73, Tz. 270–279. Die Verschwiegenheitspflicht gegenüber der WPK in Aufsichts-und Beschwerdesachen wird möglicherweise aufgehoben, siehe Abschnitt 5.1.3.Google Scholar
  91. 129.
    Vgl. auch Orth (2000), S. 65–70.Google Scholar
  92. 130.
    Grundsätzlich stimmt der deutsche Prüfungsstandard 400 des IDW zur Erteilung von Bestätigungsvermerken bei Abschlussprüfungen mit dem International Standard on Auditing (ISA) 700 The Auditor’s Report on Firiandai Statements und dessen Anforderungen überein. Vgl. IDW (1999), S. 652, 655.Google Scholar
  93. 131.
    Vgl. Mulford/Comiskey (1996), S. 376.Google Scholar
  94. 132.
    Vgl. Clemm (1984), S. 646; mit Verweis auf Clemm Nonnenmacher (1996), S. 261.Google Scholar
  95. 133.
    Vgl. etwa Orth (2000), S. 61.Google Scholar
  96. 134.
    Einem Rechnungslegungssystem sind Defizite der Aussagefähigkeit immanent. Um die tatsächliche ökonomische Leistung eines Unternehmens beurteilen zu können, bedarf es einer Unternehmensbewertung. Vgl. Nowak (2000), S. 15.Google Scholar
  97. 135.
    Bei jedem Rechnungslegungskonzept verbleiben Unzulänglichkeiten in der Abbildung einzelner Sachverhalte. Vgl. Behr (1996), S. 545–546. Zur Systematisierung der bei der Abschlussprüfung zu berücksichtigenden Gesetzesverstöße siehe die Übersicht von Sell (1999), S. 43.Google Scholar
  98. 136.
    Siehe § 317 Abs. 1 Satz 3 HGB. Die handelsrechtliche Regelung, neu formuliert durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), wird in der Gesetzesbegründung als Festschreibung einer bereits gängigen Berufspraxis qualifiziert. Vgl. BT-Drucksache 13/9712, S. 27; ähnlich Ludewig (2000), S. 634. Eine entsprechende berufsständische Verlautbarung des IDW existierte schon länger mit der Stellungnahme HFA 7/1997. Vgl. IDW (1998), S. 29–33. An deren Stelle ist der Prüfungsstandard IDW PS 210 getreten, vgl. IDW (2003a), der das deutsche Pendant zu den internationalen Anforderungen ISA 240, vgl. IFAC (2001), und ISA 250, vgl. IFAC (2001a), darstellt. Die beiden Rechtsbegriffe „Wesentlichkeit“ und „Gewissenhaftigkeit“ werden handelsrechtlich nicht weiter bestimmt. Vgl. Arbeitskreis Externe und Interne Überwachung der Unternehmung der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft (2000), Rn. 94; zum Kriterium der Wesentlichkeit bei der Prüfung des Jahresabschlusses vgl. Ossadnik (1995), S. 35.Google Scholar
  99. 137.
    Vgl. Orth (2000), S. 50–51.Google Scholar
  100. 138.
    Für Hoffmann besteht anlässlich der Bilanzierungsprobleme bei der früheren Hypo-Bank (jetzt: Hypovereinsbank) und bei Holzmann das Erfordernis die Öffentlichkeit über die der Rechnungslegung innewohnenden Schätzungenauigkeiten aufzuklären. Vgl. Hoffmann (2000), S. 490.Google Scholar
  101. 139.
    Vgl. Böcking (1999), S. 724.Google Scholar
  102. 140.
    Vgl. KPMG (2001), Rn. 5; ähnlich DVFA (2000), S. 3.Google Scholar
  103. 141.
    Vgl. Kloock (1996), S. 1–2.Google Scholar
  104. 142.
    Mellwig weist auf den handlungsanalytischen Aspekt der Spieltheorie hin und verdeutlicht, dass sich bei der Ableitung optimaler Verhaltensweisen ein Bezug zur Gleichgewichtsanalyse zeigt. Vgl. Mellwig (1993), Sp. 1608.Google Scholar
  105. 143.
    Das Gefangenendilemma wurde von Albert William Tucker hervorgebracht und erstmalig 1950 in einer Vorlesung vor Psychologen öffentlich präsentiert. Vgl. Princeton University (1995), http://www.princeton.edu/pr/news/95/q1/0126tucker.html (Abfrage: 14.11.2002); Luce/Raiffa (1957), S. 94–97. Weimann (2001), S. 115–126, veranschaulicht das Dilemma verständlich durch Beispiele.Google Scholar
  106. 144.
    Schumann (1992), S. 462.Google Scholar
  107. 145.
    Vgl. Stobbe (1991), S. 473.Google Scholar
  108. 146.
    Vgl. Stobbe (1991), S. 473.Google Scholar
  109. 147.
    Grundlegend zur Trennung von Eigentum und Management Berle/Means (1932/1968). Berle/Means haben die Separierung von Eigentum und Management für die 200 größten Unternehmen (nach Vermögen) im Jahre 1929 empirisch untersucht, S. 84–111.Google Scholar
  110. 148.
    Vgl. Watrin (2001a), S. 27. Die Beobachtung asymmetrischer Informationen geht auf Akerlof (1970), S. 488–500 zurück.Google Scholar
  111. 149.
    Vgl. Akerlof (1970), S. 489, in Bezug auf den Informationsstand der Käufer und Verkäufer auf dem Gebrauchtwagenmarkt.Google Scholar
  112. 150.
    Eine von Eigennutz gekennzeichnete Aktion kann außerdem die stakeholders benachteiligen.Google Scholar
  113. 151.
    Vgl. generell zu einer von Eigennutz bestimmten Verhaltensweise Buchanan/Tullock (1962/1997), S. 303–304. Das Verhältnis von Vorstand und Kleinaktionären erläutert Olson (1968), S. 54.Google Scholar
  114. 152.
    Vgl. Weimann (2001), S. 121–122.Google Scholar
  115. 153.
    Vgl. Watrin (2001a), S. 36.Google Scholar
  116. 154.
    Die fehlerhafte Unternehmensdarstellung kann zum Zeitpunkt der Emission oder während des daran anschließenden Handels von Wertpapieren erfolgen.Google Scholar
  117. 155.
    Es liegt eine enge Verknüfung zum Prinzipal-Agenten-Problem vor, bei dem es darum geht, dass ein Eigentümer (Prinzipal) einen Manager (Agenten), den er nicht ständig überwachen kann, vertraglich zu einem festgelegten Verhalten verpflichten muss. Vgl. Weimann (2001), S. 145–149; Ballwieser (1987), S. 354–355. Die im Kontrakt festgelegten Anreize werden von Parametern bestimmt, die von Eigentümer und Manager beobachtet werden können. Vgl. Hartmann-Wendeis (1991), S. 143. Zu einer grundlegenden Erläuterung der Prinzipal-Agenten-Theorie vgl. Schubarth (1997), S. 178–181.Google Scholar
  118. 156.
    In der Spieltheorie lässt sich experimentell nachweisen, dass das Phänomen des unkollektiven Verhaltens auch bei mehrmaligem Spielen beobachtet werden kann (z. B. Tit-for-tat-Strategie). Vgl. Weimann (2001), S. 125–126; Frank (1992), S. 35–39. Dunn weist anhand einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung des Beschäftigungsverhältnisses darauf hin, dass das eigentliche Kooperationsproblem nicht darin besteht, „ob überhaupt kooperiert wird, sondern wie“ zusammengearbeitet wird. Dunn (1998), S. 169.Google Scholar
  119. 157.
    Grundfest (1990), S. 90–91; vgl. ebenso Wenger (1996), S. 425.Google Scholar
  120. 158.
    Vgl. Watrin (2001a), S. 33.Google Scholar
  121. 159.
    Vgl. Nadvornik (1994), S. 39–40. Schildbach bezeichnet Urbild-und Abbildungsspielräume als „Löcher“ der Überprüfbarkeit aus Sicht der Anteilseigner. Schildbach (1997), S. 35.Google Scholar
  122. 160.
    Vgl. May (1994), S. 11.Google Scholar
  123. 161.
    So die Feststellung von Gerke (1993), S. 626 für den außerbörslichen Kapitalmarkt.Google Scholar
  124. 162.
    Vgl. Gerke (1993), S. 625.Google Scholar
  125. 163.
    Vgl. Ballwieser (2002), S. 298. Die Anforderungen an die intersubjektive Überprüfbarkeit von prognosebasierten Informationen im Rahmen des business reporting sind im Allgemeinen weniger restriktiv als bei vergangenheits-und gegenwartsbezogenen Daten. Vgl. ähnlich Hartmann-Wendeis (1991), S. 362. Zur Problematik der Qualitätsunsicherheit unter Hinweis auf das Beispiel des Gebrauchtwagenmarkts von Akerlof (1970) vgl. Kunz (1985), S. 48; Hopf (1983), S. 30–31.Google Scholar
  126. 164.
    Wenger (1996), S. 425; vgl. auch Axelrod (1997), S. 120–122.Google Scholar
  127. 165.
    Vgl. Phillips/Zecher (1981), S. 21.Google Scholar
  128. 166.
    Vgl. Rosen (2002), S. 64–65.Google Scholar
  129. 167.
    Vgl. Stobbe (1991), S. 475. Diese Forderung beruht auf dem kategorischen Imperativ Kants: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ Kant (1869), S. 35.Google Scholar
  130. 168.
    Vgl. Frank (1992), S. 25–27 zur Ehrlichkeit, S. 24 zur Fairness und S. 77–78 zur Treue.Google Scholar
  131. 169.
    Stobbe (1991), S. 475.Google Scholar
  132. 170.
    Buchanan liefert das folgende simple Beispiel: Zwei Kinder teilen sich einmütig Murmeln in einem bestimmten Verhältnis auf, um anschließend mit ihnen zu spielen. Die Beiden wissen voneinander, dass der jeweils andere mogelt, wenn er nicht beaufsichtigt wird. Daher einigen sie sich auf einen Schiedsrichter, der bei ihrem Spiel die Einhaltung der Spielregeln kontrollieren soll. Ausgehend von diesem Beispiel sieht Buchanan eine Rechtfertigung des Staats in der Rolle des institutionellen Schiedsrichters. Als Einrichtung zur Durchsetzung tritt der Staat vorhandenen Vertragsparteien gegenüber, um die Einhaltung der Vertragsklauseln zu gewährleisten. Vgl. Buchanan (1984), S. 96–97.Google Scholar
  133. 171.
    Zum Begriff der Regulierung siehe Fußnote 36. Eine private Instanz als Eingriff in das Marktgeschehen ist möglich, sofern sich ihr die betroffenen Individuen bzw. Unternehmen freiwillig oder gesetzlich unterwerfen.Google Scholar
  134. 172.
    McCraw (1984), S. 153.Google Scholar
  135. 173.
    Shapiro (1984), S. 4.Google Scholar
  136. 174.
    Koslow (1990), S. 103.Google Scholar
  137. 175.
    Vgl. Herzog (1989), S. 171.Google Scholar
  138. 176.
    Vgl. allein im Jahr 2002 insbesondere Böcking/Kiefer (2002); Hütten/Lorson (2002); IDW/F.A.Z.-Institut (2002); Naumann (2002); Küting/Wohlgemuth (2002); Arbeitskreis Externe Unternehmensrechnung der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft (2002); Tielmann (2002); Wüstemann (2002).Google Scholar
  139. 177.
    Schildbach (1999), S. 414. Entgegen der Aussage Schildbachs z. B. kritisch zur bilanziellen Abbildung der Einstellung von Geschäftsbereichen nach IAS und US-GAAP sowie einer Befürwortung der HGB-Bilanzierung im Falle der Einstelllung von Geschäftsbereichen Böcking/Dietz/Kiefer (2001), S. 382.Google Scholar
  140. 178.
    Vgl. Sec. 10 (b) und rule 10b-5 Securities Exchange Act (SEA). Siehe zu den Vorschriften Abschnitt 4.1.8.2.Google Scholar
  141. 179.
    Als Folge einer mangelnden Verlässlichkeit auf die Unternehmensinformationen werden die potenziellen Anleger nach Auffassung der SEC aller Voraussicht nach nicht investieren, wodurch die Marktliquidität zum Nachteil der Kapitalmarktteilnehmer reduziert wird. In ihrer Begründung stellte die SEC fest: „the Commission will not apply a different standard with respect to foreign issuers…“. SEC (2000c), http://www.sec.gov/litigation/admin/34-43372.htm (Abfrage: 6.12.2002).Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Marcus Kiefer

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