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Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)

  • Andreas Huther
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Zusammenfassung

Mit der Einführung des KonTraG zum 1. Mai 1998 hat der Gesetzgeber auf die eingangs skizzierten Unternehmenskrisen und den damit einhergehenden Druck einer breiten Öffentlichkeit nach einer effektiveren Leitungs- und Überwachungsstruktur (Corporate Governance) in den Unternehmungen reagiert. Das in Form eines Artikelgesetzes verfasste und sich hauptsächlich in Änderungen des AktG und HGB niederschlagende KonTraG zielt deshalb in erster Linie auf eine Korrektur der Schwächen und Verhaltensfehlsteuerungen im deutschen System der Unternehmenskontrolle ab.27 Dieses Ziel soll insbesondere durch die Verpflichtung des Vorstands einer Aktiengesellschaft zur Einrichtung eines angemessenen Risikomanagementsystems erreicht werden.28 Konkret hat der Vorstand nach § 91 Abs. 2 AktG neuer Fassung geeignete Maßnahmen zu treffen, „insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.“ Damit konkretisiert der Gesetzgeber letztlich die allgemeine Leitungsaufgabe des Vorstands gemäß § 76 AktG sowie die in § 93 Abs. 1 Satz 1 AktG formulierten allgemeinen Sorgfaltspflichten der Vorstandsmitglieder und präzisiert die gesetzliche Verpflichtung zu Risikomanagement und Überwachung über die allgemeine Leitungsaufgabe und die Sorgfaltspflicht des Vorstands.29

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Literatur

  1. 28.
    Vgl. die Begründung aus dem Regierungsentwurf zur Änderung des §91 AktG z. B. in Ernst/Seibert/Stuckert (1998), S. 53.Google Scholar
  2. 31.
    Neben den hier angesprochenen Neuregelungen zählen noch folgende Aspekte zum KonTraGReformbereich: Stärkung der Kontrolle durch die Hauptversammlung, Reform des Aufsichtsrates, Zulassung moderner Finanzierungs- und Vergütungsinstrumente, Abschaffung von Mehrstimmrechtsaktien und Höchststimmrechten (Übergang zum sog. „one-share-, one-vote-Prinzip“) sowie Änderungen zu Vollmachtsstimmrechten der Kreditinstitute. Zu einer umfassenden Darstellung des KonTraG (Gesetzeswortlaut einschließlich der Gesetzesbegründungen) wird auf Ernst/Seibert/Stuckert (1998) verwiesen. Einen Gesamtüberblick der Neuregelungen des KonTraG geben auch z. B. Emmerich (1999) und Schindler/Rabenhorst (1998).Google Scholar
  3. 32.
    Vgl. Küting/Hütten (2000), S. 404, sowie die dort angegebene Literatur.Google Scholar
  4. 34.
    § 322 Abs. 3 Satz 2 HGB. Vgl. dazu auch Dörner (1998), S. 4.Google Scholar
  5. 36.
    Zu einer umfassenden Diskussion der unterschiedlichen Begriffsauffassungen vgl. z. B. Braun (1984), S. 22 ff.; Wolf/Runzheimer (2001), S. 22 ff, sowie die dort jeweils angegebene Literatur.Google Scholar
  6. 38.
    Vgl. z. B. Baetge/Schulze (1998), S. 939; Kromschröder/Löck (1998), S. 1573; Küting/Hütten (2000), S. 405; Perridon/Steiner (2002), S. 98 ff.Google Scholar
  7. 39.
    In der Literatur findet sich synonym dafür auch Downside-Risk, Verlustrisiko, Verlustgefahr oder Schadengefahr. Vgl. Göppl/Schlag (2001), Sp. 1847; Kromschröder/Lück (1998), S. 1573; Pfingsten/Homölle/Rieso (2001), Sp. 1871.Google Scholar
  8. 41.
    Vgl. Perridon/Steiner (2002), S. 99. LÜCK (2001a), S. 13, versteht dagegen unter Risiko i. e. S. lediglich „die Möglichkeit einer ungünstigen Entwicklung“, ohne explizit die Vorlage von Wahrscheinlichkeiten zu fordern.Google Scholar
  9. 43.
    Vgl. z. B. Baetge/Schulze (1998), S. 940; Füser/Gleiiner/Meier (1999), S. 754; Kromschröder/Löck (1998), S. 1573; Wolbert (1999), S. 102; Küting/Hütten (2000), S. 406; Eggemann/Konradt (2000), S. 504, betonen explizit, dass Chancen vom Gesetzgeber nicht unter dem Risikobegriff subsumiert werden.Google Scholar
  10. 50.
    Saitz (1999), S. 75. Dies trifft insbesondere für die Funktion der Planung zu, da ohne Planung bzw. Planvarianten die Grundlage für die Ermittlung einer positiven oder negativen Zielabweichung nicht existieren würde. Weitere Funktionen betreffen z. B. Soll/Ist-Abweichungen oder Aufgaben der Revision.Google Scholar
  11. 53.
    Eine Ausnahme bilden z. B. Eggemann/Konradt (2000), S. 504; Emmerich (1999), S. 1078; Füser/Gleißner/Meier (1999), S. 754, die explizit die Bildung einer Gesamtrisikoposition fordern.Google Scholar
  12. 58.
    Dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger als die Hälfte der Unternehmungen über ein angemessenes Risikomanagementsystem verfügen ist auch Ergebnis zahlreicher anderer Studien. Vgl. z. B. Glaum (2000); Hölscher (2000a); PwC (2000); Rosen/Vogler (2000).Google Scholar
  13. 60.
    Gelegentlich wird daher auch der wesentliche Reformimpuls des KonTraG lediglich im neuen Prüfungsrecht des Abschlussprüfers gesehen. Vgl. z. B. Hommelhoff/Mattheus (1998), S. 249.Google Scholar
  14. 61.
    Pollanz (1999), S. 393. Ähnlich äußert sich auch Giese (2000), S. 490.Google Scholar
  15. 65.
    Vgl. z. B. Coenenberg (1997), S. 27 ff., der diesen Zusammenhang sehr ausführlich darstellt.Google Scholar
  16. 67.
    Das hier zugrunde gelegte Verständnis von Chance als positive Zielabweichung ist ausdrücklich gegenüber dem sprachwissenschaftlichen Verständnis zu präzisieren, welches Chance als „günstige Gelegenheit“, „Aussicht auf Erfolg“ oder „Möglichkeit, etwas bestimmte zu erreichen“ (Duden (1997), S. 143.) versteht und damit häufig den Eindruck erweckt, Chance wäre mit dem Eintritt einer Gewinnsituation gleichzusetzen. (Vgl. z. B. Lück (2001), S. 2312.) Denn in einem betriebswirtschaftlichen Kontext ist beispielsweise die Möglichkeit eines geringeren als erwarteten Verlustbeitrags bereits als Chance zu interpretieren.Google Scholar
  17. 74.
    So weisen z. B. Füser/Gleicner/Meier (1999), S. 753, darauf hin, dass vermehrt in Lageberichten dem Leser die wertschöpfende Aufgabe des Risikomanagements dargelegt wird.Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Andreas Huther

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