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Einleitung

  • Andreas Huther
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Zusammenfassung

„Mittlerweile aber sei das Ziel des Risikomanagements verstanden worden“, wurde der Leiter des zentralen Risikomanagements der Philipp Holzmann AG im Mai 1999 zitiert.1 Gut sechs Monate später, im November 1999, musste die Geschäftsleitung des damals zweitgrößten Baukonzerns Deutschland die Überschuldung bekannt geben. Der Konkurs konnte jedoch durch einen in der deutschen Wirtschaftsgeschichte bis dato einmalig geleisteten Kraftakt von kreditgebenden Banken, Aktionären, Mitarbeitern und der Bundesregierung abgewendet werden. Im November 2000 informierte das Unternehmen in einer vom damaligen Vorstandsvorsitzenden gezeichneten Broschüre, dass Philipp Holzmann nach der erfolgreichen Restrukturierung wieder seinen angestammten Platz unter den weltweit führenden Bauunternehmen anstrebe.2 Ferner liest sich darin: „Das Risikomanagementsystem wurde im Jahr 2000 ausgebaut. Technische und wirtschaftliche Risiken sollen dadurch künftig bereits in einem Stadium erkennbar werden, in dem ein wirksames Gegensteuern bei sich abzeichnenden negativen Entwicklungen noch möglich ist.“3 Doch das Unternehmen war auch nach diesem Statement und damit nach der erfolgreich abgewendeten ersten Krise erneut insolvent. Am 21. März 2002 beantragte das Traditionsunternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Offensichtlich konnte das Risikomanagementsystem die erhoffte Wirkung ein zweites Mal nicht erreichen.

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Literatur

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Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Andreas Huther

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