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Zusammenfassung

Die Verlagsfunktion kann bis in die vorindustrielle Zeit zurückverfolgt werden. Verlage übernahmen die Ausgleichsfunktion zwischen kleinen dezentralisierten handwerklichen Produktionsbetrieben und den ebenfalls dezentralisierten und schlecht erschlossenen Absatzmärkten. Dabei regten sie die Produktion durch Auftragsvergabe und „Vorlage“ der benötigten finanziellen Mittel an und übernahmen den Verkauf auf eigene Rechnung. Diese Trennung in Real- und Nominalgüterprozesse führte in der vorindustriellen Zeit zu möglichst geringen Transaktionskosten. Der Verleger koordinierte somit die Marktkenntnisse der Produktions- und Abnehmerseite und die finanziellen Ressourcen zur Vorfinanzierung der Produktion. Seine Fertigungstiefe war auf „Null“ reduziert; er war lediglich Know-How-Träger und trug sowohl bezüglich des Produktionserfolgs als auch bezüglich des Verkaufserfolgs das unternehmerische Risiko. Später verengte sich diese Sichtweise stark auf das Objekt „Informationen“. Das Verlagssystem ist ein Beispiel früher Netzwerkorganisation.63

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Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Martin Schüngel

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