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Gläubiger

  • Jacek Bak
Part of the Ökonomische Analyse des Rechts book series (ÖAR)

Zusammenfassung

Im Rahmen dieser Arbeit wird davon ausgegangen, dass auch die Beziehung zwischen den Gesellschaftern und den Gläubigern als eine Agency-Beziehung verstanden werden kann. 847 Aus der juristischen Perspektive mag diese Annahme gekünstelt erscheinen. Die Agency-Beziehung setzt voraus, dass eine auftragsähnliche Beziehung besteht. Der Agent ist verpflichtet, im Interesse des Prinzipals zu handeln. Die Agency-Kosten erwachsen daraus, dass der Agent über einen Handlungsspielraum verfügt und der Prinzipal das Verhalten des Agenten nicht vollständig überwachen kann. Es wird also unterstellt, dass grundsätzlich der Prinzipal zur Überwachung und Steuerung des Agenten befugt ist. Das ist beim Rechtsverhältnis zwischen dem Geschäftsführer und der Gesellschaft der Fall. Zwar hat der Vorstand nach dem deutschen Aktienrecht (§ 76 I AktG) die Gesellschaft unter eigener Verantwortung zu leiten. Das bedeutet, dass der Vorstand nicht weisungsgebunden ist. Ungeachtet dessen ist der Geschäftsführer grundsätzlich aufgrund des Dienstvertrages nach § 611 BGB ff. zum Handeln im Interesse der Gesellschaft verpflichtet. Das ist bei der Gläubiger-SchuldnerBeziehung anders. Zwischen den Parteien des Darlehensvertrages besteht ein solches Über-Unterordnungsverhältnis nicht. Der Schuldner ist nicht verpflichtet, im Interesse des Gläubigers zu handeln. Er ist grundsätzlich nur zur Rückzahlung der Kreditsumme verpflichtet.

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Literatur

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Jacek Bak

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