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Zusammenfassung

Im Rahmen der historischen Untersuchung wurde zunächst festgestellt, daß der Ursprung der gesetzlichen Bestimmungen zur Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Eine bedeutende Ausdehnung der Regeln zur Goodwill-Bilanzierung erfolgte dann vor allem in den 1930er Jahren, womit die Basis für die heutigen Vorschriften im Einzelabschluß geschaffen wurde. So existiert noch heute ein striktes Aktivierungsverbot für den originären Geschäfts- oder Firmenwert. Dies vermag allerdings vor dem Hinter-grund einer traditionell vom Gläubigerschutz geprägten Vermögens- und Erfolgs-ermittlung kaum zu überraschen. Als Ausnahme hiervon dürfen Ingangsetzungs-und Erweiterungsaufwendungen jedoch wahlweise aktiviert werden. Auch das bestehende handelsrechtliche Aktivierungswahlrecht für den derivativen Goodwill läßt sich historisch ableiten. Bemerkenswert erscheint ferner, daß im Bilanzsteuer-recht hingegen nicht nur eine Aktivierungspflicht für den derivativen Goodwill entstand, sondern daß der Geschäfts- oder Firmenwert zudem bis Mitte der 1980er Jahre als einheitliches, nicht abnutzbares Wirtschaftsgut angesehen und daher nur außerplanmäßig abgeschrieben wurde.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Ingo M. Schmidt
    • 1
  1. 1.BayreuthDeutschland

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