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Zur Bedeutung des peer review als Kernelement der Projektselektion: Die Mitwirkung unabhängiger externer Experten im Auswahlprozess

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Part of the Sozialwissenschaft book series (SozWi)

Zusammenfassung

Die gemeinschaftlichen forschungspolitischen Inhalte entstehen in einem Handlungssystem von Interdependenzen, so auch die Rahmenprogrammierung. In der politikwissenschaftlichen Fachliteratur ist es anerkannt, das Gesamtsystem der Gemeinschaft als „dynamisches Mehrebenensystem“118 zu verstehen — so wird die europäische FTE-Politik in einem supranationalen, mehrdimensionalen System ausgehandelt. Seine Struktur ist von einer interdependenten, aber „nicht-hierarchischen Anordnung von Handlungs- und Entscheidungsebenen“119 durchwirkt. Eines der wichtigsten Funktionsmerkmale des Systems ist die Gestaltungsautonomie, über die jede der Handlungsebenen mangels eines Entscheidungszentrums in der EU verfügt.120 Innerhalb des Mehrebenensystems ist die EU unumstritten als relevanter staatlicher Akteur und damit die Europäische Kommission als maßgeblicher institutioneller Akteur in der Rolle des Initiators und Koordinators anerkannt.121 Im Rahmen der Forschungspolitik nimmt sie drei ausschlaggebende Aufgaben wahr: die Zusammenführung der Forschungsmittel, die Definition der wissenschaftlichen und technologischen Prioritäten und die Verwaltung von umfangreichen Programmen. Die Kommission verfügt wegen ihres Vorschlagsrechts über weitreichende eigene Gestaltungsspielräume und macht davon auch intensiv Gebrauch.122 Traditionell stellt sie thematische Schwerpunkte mit erheblicher industrieller Zielsetzung auf und nicht zuletzt deswegen ist die Bedeutung der europäischen Förderebene sukzessive gestiegen, was sich dadurch bemerkbar macht, dass die Mitteleinwerbung für Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den thematischen Schwerpunktbereichen nicht mehr als zweitrangig abgetan werden kann.123 Die mit jedem neuen Rahmenprogramm zunehmende Mittelausstattung124 bei gleichzeitiger thematischer Zuspitzung spricht für eine Dimension von Verteilungskonflikten, die auf eine starke Konkurrenz der Programmteilnehmer schließen lässt.

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© Deutscher Universitäts-Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

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