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Kulturalistische, republikanische und zivilgesellschaftliche Konzepte für die Integration von Immigranten

  • Yves Bizeul
Chapter
Part of the Sozialwissenschaft book series (WiWiss)

Zusammenfassung

Der Nationenbildungsprozess ging weltweit mit einem tief greifenden Integrations- und Akkulturationsprozess einher. Die meisten Nationalstaaten haben die Eingliederung von autochthonen und eingewanderten kulturellen Minderheiten in das, was Will Kymlicka die territorial verdichtete „dominante gesellschaftliche Kultur“ nennt, mit großem Eifer vorangetrieben; und dies nicht nur in Staaten mit einem stark assimilatorischen Verständnis des Nationalen wie Frankreich, sondern auch in traditionellen Einwanderungsgesellschaften wie den Vereinigten Staaten von Amerika oder Australien (Kymlicka 1999: 21 ff.).1 Von den einzelnen Gesellschaftsmitgliedern wurde in aller Regel erwartet, dass sie die Mehrheitssprache lernten, das kollektive bzw. kulturelle Gedächtnis der Nation — samt dessen Verdichtung in Erinnerungsorten — verinnerlichten und sich dominanten Einstellungen und Verhaltensweisen anpassten. In den staatsbürgerlichen Nationen ist so allmählich aus dem Schmelztiegel der einheimischen und fremden Kulturen eine stets im Wandel begriffene Mehrheitsmischkultur entstanden, die für die Einwohner des Landes lange richtungweisend war. Es kam dadurch auch zu einer ausgedehnten Komplementarität der sozialen Kommunikation. Darunter verstand Karl W. Deutsch die auf der Grundlage gemeinsamer Codes beruhende Fähigkeit, mit den Mitgliedern der eigenen nationalen Gesellschaft über eine Vielzahl von Angelegenheiten einfacher und effektiver zu kommunizieren als mit Außenseitern (Deutsch 1972). Die kulturelle Integration erwies sich als die Voraussetzung für eine Steigerung der Effizienz und der Outputs des Gesellschaftssystems. Zugleich haben die Integrationsleistungen des Nationalstaats auf der Haben-Seite eine Reduzierung von Komplexität und eine rationalere Gestaltung des Gemeinwesens ermöglicht.

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH/GWV Fachverlage, Wiesbaden 2004

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  • Yves Bizeul

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