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Zur Überwindung des Konzeptes der Integration. Eine Lektion aus französischen Erfahrungen der Gegenwart

  • Michel Wieviorka
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Part of the Sozialwissenschaft book series (WiWiss)

Zusammenfassung

Der Begriff der Integration ist meist positiv konnotiert.1 Damit assoziiert man die Vorstellung, dass jeder einen angemessenen Platz in der Gesellschaft erhalten kann. Der Einzelne achtet die Grundprinzipien bzw. Grundwerte des Gemeinwesens und wird in seiner Person, d. h. in seiner physischen bzw. moralischen Integrität respektiert. Mit anderen Worten: Die Integration soll einen harmonischen Abgleich der Interessen der Gemeinschaft mit denen der Einzelnen und eine harmonische Verknüpfung des Ganzen mit seinen Einzelteilen ermöglichen, ohne dass dies zum Nachteil einer der beiden Seiten geht. Sie verlangt weder eine völlige Unterwerfung der Einzelnen unter die Codes der Gruppe — sie ist also keine Tyrannei der Mehrheit, um den berühmten Ausdruck de Tocquevilles aufzugreifen — noch eine vollständige, im Namen eines grenzenlosen Individualismus erteilte Absage an jedes kollektive Projekt bzw. an jeden kollektiven Entwurf. Und in der Tat ist der Begriff der Integration weniger problematisch als der der Assimilation. Denn Assimilation steht für gesellschaftliche Homogenität und für die Atomisierung der Menschen. Eine sorgfältige Untersuchung der Debatten, die in Frankreich seit den 80er Jahren zum Begriff der Integration geführt werden, zeigt allerdings, dass dieser problembehafteter ist, als zuerst vermutet.

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH/GWV Fachverlage, Wiesbaden 2004

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  • Michel Wieviorka

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