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Daniele Del Giudice

  • Steffen Richter
Part of the Literaturwissenschaft/Kulturwissenschaft book series (LWKW)

Zusammenfassung

Während Benoziglio seine ersten Bücher noch mit literaturgeschichtlicher Tuchfühlung zum Nouveau Roman - die Avantgarde-Konzepte beständig vor Augen - publizierte, konnte es für Morshäuser kaum einen ernsthaften Konflikt mit experimentellen Schreibweisen geben. Daniele Del Giudice hingegen debütierte in einem literarischen Umfeld, in dem die Auseinandersetzung mit dem zuvor Geschriebenen immer auch eine Positionierung zu den neoavantgardistischen Poetiken der 60er und 70er Jahre verlangte. Viele Protagonisten der sogenannten „giovane“ oder „nuova narrativa“ der 80er Jahre beschrieben sich - wo sie sich nicht an einem voraussetzungslosen ‘Nullpunkt’ wähnten - geradezu in Frontstellung zu den experimentellen Projekten ihrer literarischen Vorgängergeneration. Wo sich beide Seiten in diesem neuen Generationendialog auf diametrale Gegensätzlichkeit der Positionen zurückzogen, wurde schnell übersehen, daß mit der radikalen Zurückweisung des Erbes nur eine genuin avantgardistische Geste wiederholt war.162 In erster Linie richtete sich die Abwehrhaltung der Jüngeren gegen Programmatiken des Gruppo 63, dessen Diskussionen - ähnlich denen in Frankreich - um Konzepte wie „leggibilità“, „ideologia e linguaggio“, „totalità“, „unità“ usw. kreisten. Vor allem aber betrieben sie eine Abkehr vom zukunftsgewissen neoavantgardistischen „discorso in prospettiva“, wie ihn Angelo Guglielmi auf der zweiten Zusammenkunft in Reggio Emilia 1964 als zentrales Anliegen des Gruppo formulierte.

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2003

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  • Steffen Richter

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