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Kommentar

  • Helmut A. Müller
Chapter

Zusammenfassung

„Hab keine Angst“; „Alles ist in Ordnung“; „Alles ist wieder gut“ sagen Mütter, wenn sie ein Kind in der Nacht trösten. Das Kind hatte einen schweren Traum, ist aufgewacht und sah sich namenloser Angst ausgeliefert. Wir kennen solche Träume. In Krisenzeiten wie nach dem 11. September 2001, während der Kubakrise oder bei den Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg häufen sich Angstträume. Davon berichten Arzte, davon sprechen Psychiater. Und davon können auch Mütter erzählen, wenn sich ihre Kinder in der Nacht nach schrecklichen Träumen in ihren Betten herumwälzen, aufstöhnen und nur schwer zu trösten sind. Auch ich habe in diesen Tagen einen Alptraum gehabt. Ich erinnere mich noch an eine zerstörte, schwarze, verbrannte Landschaft. Eine Stadt, in der es nur noch Ruinen gab. Kaum ein Durchkommen, aber ich musste durch. Ich stieß überall auf schrecklich zugerichtete Leichen. Es war ein wenig wie auf den Apokalypsen von Hieronymus Bosch. Auch ich bin aufgewacht. Ich war froh, dass noch kein Krieg war. Und ich habe mich dann doch danach gesehnt, dass eine große Mutter, ein großer Vater an mein Bett tritt, mir über den Kopf streichelt und wie zu einem Kind sagt: „Alles wird wieder gut“.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Helmut A. Müller

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