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Kommentar

  • Ronald Bottlender

Zusammenfassung

In einem Netz von Linien, die sich verknoten ist ein Kapitel aus dem 1983 auf Deutsch erschienen Roman Wenn ein Reisender in einer Winternacht von Italo Calvino. Dieser Roman macht sich selbst und sein Gelesen-Werden zum Thema. Gängige narrative Konventionen durchbrechend beginnt er mit den Zeilen: „Du schickst dich an, den neuen Roman Wenn ein Reisender in einer Winternacht von Italo Calvino zu lesen. Entspanne dich. Sammle dich. Schieb jeden anderen Gedanken beiseite. Laß deine Umwelt im ungewissen verschwimmen. Mach lieber die Tür zu, drüben läuft immer das Fernsehen. Sag es den anderen gleich: „Nein, ich will nicht fernsehen!“ Heb die Stimme, sonst hören sie’s nicht: „Ich lese! Ich will nicht gestört werden!“ Vielleicht haben sie’s nicht gehört bei all dem Krach; sag’s noch lauter, schrei: „Ich fang gerade an, den neuen Roman von Italo Calvino zu lesen!“ Hypnosegleich wird so der Leser in einen Bann gezogen, vereinnahmt, um alsbald unmerklich und ahnungslos selbst zur Hauptperson zu werden. Die Grenzen zwischen Roman und Leser, zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen zunehmend, und nach und nach eröffnet sich ein metafìktionales, selbstreflexives Vexierspiel, in dem zwischen fiktiven, realen und Metaebenen hin und her gewechselt wird, diese Ebenen schließlich miteinander verschmelzen und sich so die Illusion einer geschlossenen fiktiven aber auch realen Welt allmählich aufzulösen beginnt.

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Literatur

  1. Conra. K. Die beginnende Schizophrenie. Thieme: Stuttgart 1958.Google Scholar
  2. JaspersK. Allgemeine Psychopathologie. Ein Leitfaden für StudierendeÄrzte und Psychologen. Springer: Berlin 1913.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Ronald Bottlender

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