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Demokratie als normative Prämisse der Ungleichheitsforschung

Chapter
Part of the Reihe „Sozialstrukturanalyse“ book series (SSA, volume 20)

Zusammenfassung

Nachdem die These der Individualisierung (Beck 1986) und die These einer Nivellierung sozialer Ungleichheiten durch eine Anhebung des materiellen Wohlstandes der Gesamtgesellschaft (Schulze 1992) die Hoffnung auf eine endgültige Überwindung der Ungleichheits- und Armutsproblematik genährt hatten, zeigt die empirische Datenlage am Ausgang des 20. Jahrhunderts, dass diese Hoffnung trügerisch war (Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung 2001). Auch der Übergang in eine wissensbasierte Ökonomie, die eine über neue Kommunikationsmedien induzierte allgemeine Partizipation am gesellschaftlichen Wohlstand ermöglichen sollte, stellt sich entgegen der ursprünglichen Emphase bezüglich der Chancen für bis dahin depravierte Schichten eher als eine Reproduktion ungleichheitsrelevanter Merkmale dar (Bittlingmayer 2001). Eine Überwindung der Ungleichheitsproblematik, so das ernüchternde Resümee, steht weiter aus. Im Gegenteil ist auch ohne die Aufklärung durch sozialwissenschaftliche Methoden eine anhaltende und sich verschärfende soziale Disparität unübersehbar. Offen bleiben muss jedoch die Frage, warum dieser Zustand kritikwürdig ist, warum Ungleichheit überwunden werden soll?

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

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