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Wer wählt die PDS? Ein Vergleich von Stamm- und Wechselwählern bei den Bundestagswahlen 1994–2002

  • Katja Neller
  • S. Isabell Thaidigsmann
Part of the Schriftenreihe des Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) book series (DVPW, volume 10)

Zusammenfassung

Die Gültigkeit des alten Sprichworts, dass Totgesagte länger leben, hat die PDS, deren sicheres Ende von vielen Wahlforschern bereits für die Bundestagswahl 1994 vorausgesagt worden war, bei dieser wie auch der folgenden Wahl zum deutschen Bundestag bewiesen (Moreau 1992; Falter/Klein 1994; Brunner/Walz 1998; Pickel 1998). Bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl konnte sie „nur“ungefähr elf Prozent der ostdeutschen und gut zwei Prozent der gesamtdeutschen Wählerstimmen auf sich vereinen. Da die Fünf-Prozent-Sperrklausel 1990 für Ost und West getrennt angewendet wurde, zog sie auf der Grundlage dieses Ergebnisses mit 17 Abgeordneten in den Bundestag ein. 1994 erreichte sie im gesamten Bundesgebiet 4,4 Prozent und in den neuen Bundesländern 19,8 Prozent der Wählerstimmen. Zudem gewann sie in Berlin vier Direktmandate, so dass sie ihrem Zweitstimmenanteil entsprechend mit 30 Abgeordneten in den Bundestag einziehen konnte. 1998 saßen dort sogar 36 ihrer Vertreter. Der PDS war es gelungen, mit 5,1 Prozent der Wählerstimmen insgesamt und knapp 22 Prozent der ostdeutschen Stimmen regulär die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Katja Neller
  • S. Isabell Thaidigsmann

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