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Sachfragen, generalisierte politische Positionen und Leistungsbewertungen: Zur Konditionierung präferenzorientierten Wählens

  • Bernhard Weßels
Part of the Schriftenreihe des Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) book series (DVPW, volume 10)

Zusammenfassung

Das einfache Modell präferenzorientierten Wählens unterstellt, dass die Wählerinnen und Wähler aus dem politischen Angebot der Parteien dasjenige auswählen, welches den eigenen Präferenzen am ehesten entspricht. Danach resultiert die Wahlentscheidung aus einem einfachen Abgleich der eigenen Positionen und Ziele mit den Angeboten der politischen Parteien und es wird diejenige Partei gewählt, die mit den eigenen Positionen und Zielen am stärksten übereinstimmt. Der klassische Ansatz für die Erklärung dieses Modus der Wahlentscheidung ist das so genannte räumliche Modell nach Anthony Downs (1957), das den Grad der Übereinstimmung in den Positionen und Zielen zwischen Wählern und Parteien in eine räumliche Vorstellung von Nähe und Distanz umsetzt. Dieses einfache Modell scheint jedoch nicht hinreichend die komplexe Realität der Entscheidungskalküle der Wähler abzubilden. Umfassende Modelle zur Erklärung des Wahlverhaltens berücksichtigen neben sozialstrukturellen und demographischen Faktoren auch affektive Faktoren wie langfristige psychologische Bindungen an Parteien und so genannte evaluative Faktoren, solche also, die sich auf die Kompetenz- und Leistungsbeurteilung von Parteien und Kandidaten richten.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Bernhard Weßels

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