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Die Rolle der TV-Duelle im Bundestagswahlkampf 2002

  • Jürgen Hofrichter
Chapter
Part of the Schriftenreihe des Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) book series (DVPW, volume 10)

Zusammenfassung

Am 25. August und am 8. September 2002 fanden erstmals in Deutschland zwei „TV-Duelle“ zwischen dem Bundeskanzler und seinem Herausforderer statt. In anderen Ländern längst Teil des Standardrepertoires in Wahlkämpfen, wurde dieses Novum im deutschen Wahlkampf dadurch ermöglicht, dass mit Bundeskanzler Schröder erstmals ein Amtsinhaber einer solchen Auseinandersetzung zugestimmt hat. Beide Duelle wurden live übertragen, das erste von RTL und SAT.1, das zweite von ARD und ZDF. Beide erreichten mit etwa 15 Millionen Zuschauern mehr Wahlberechtigte als jede andere politische Sendung. Sie waren herausragende Medienereignisse, über die im Vorfeld, am Abend des jeweiligen Ereignisses selbst und in den Tagen danach ausgiebig in allen Medien und Formaten berichtet wurde. Schlagworte wie „Mediendemokratie“ und „Amerikanisierung der Wahlkämpfe“ wurden intensiv diskutiert. Der Trend zur Personalisierung erreichte einen neuen Höhepunkt, obwohl durch das textlastige Format die Befürchtungen, dass die Sendungen zu Personality-Shows werden, nicht eintrafen (Hilmer 2003: 199). Die Erwartungen im Vorfeld waren sowohl bei den Journalisten als auch bei den Politikern groß. Über den Ablauf der Sendungen wurden lange und detaillierte Verhandlungen geführt. Das Format wurde bis ins kleinste Detail festgelegt, um die Risiken für die beiden Spitzenkandidaten aus Sicht ihrer jeweiligen Berater möglichst niedrig und kalkulierbar zu halten.

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Literatur

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Jürgen Hofrichter

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