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Die Bundestagswahl 2002: Analysen der Wahlergebnisse und des Wahlkampfes

  • Frank Brettschneider
  • Jan van Deth
  • Edeltraud Roller
Part of the Schriftenreihe des Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) book series (DVPW, volume 10)

Zusammenfassung

Eines der kennzeichnenden Merkmale der Bundestagswahl vom 22. September 2002 war das knappe Wahlergebnis. Die SPD erreichte lediglich 6027 Stimmen mehr als die CDU. Die rot-grüne Bundesregierung konnte in ihrem Amt nur deshalb bestätigt werden, weil sie insgesamt vier Überhangmandate gewann und die Grünen, vor allem in Westdeutschland, relativ gut abgeschnitten haben (Roth 2003: 35). Die vorangehende Bundestagswahl 1998 stellte eine Zäsur dar, weil zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik eine amtierende Bundesregierung unmittelbar durch das Votum der Wähler abgelöst und durch eine neue ersetzt wurde. Die Besonderheit der Bundestagswahl 2002 besteht darin, dass die amtierende rot-grüne Bundesregierung trotz gravierender ökonomischer Probleme wieder gewählt worden ist. Eine etablierte Erkenntnis der empirischen Wahlforschung, wonach die Wähler amtierende Regierungen an ihren ökonomischen Leistungen messen und diese bei schlechter ökonomischer Performanz abwählen, konnte in diesem Fall nicht bestätigt werden. Dies ist nicht zuletzt auch deshalb bemerkenswert, weil Bundeskanzler Gerhard Schröder im Wahlkampf 1998 versprochen hatte, „die Arbeitslosenquote signifikant zu senken“ und für den Fall des Scheiterns ankündigte, dass „wir es nicht verdienen, wieder gewählt zu werden, noch werden wir wieder gewählt“ (SPIEGEL 1998: 38ff., zitiert nach Faas/Rattinger 2003).

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Literatur

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Frank Brettschneider
  • Jan van Deth
  • Edeltraud Roller

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