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Die europäische Bürgergesellschaft — geschlossene Gesellschaft oder offener Zukunftsentwurf für Jugendliche in Europa?

  • Peter Lauritzen
Part of the Schriften des Instituts für angewandte Kommunikationsforschung book series (INSTAK, volume 6)

Zusammenfassung

Es ist nicht zu leugnen — nach langen Jahren der Zugehörigkeit zum Europarat und der Gewohnheit, meine Texte in Englisch oder Französisch zu redigieren, stellt sich bei mir eine regelrechte Schreibhemmung ein, wenn ich gesellschaftliche Zusammenhänge in ihrer europäischen und transnationalen Dimension in Deutsch darzustellen versuche. ‚European citizenship‘ oder ‚citoyenneté européenne‘, das ist geläufige politische Sprache, man weiß, was gemeint ist — ‚aber europäische Bürgerschaft‘, gar ‚Staatsbürgerschaft‘, das klingt nicht oder noch nicht sonderlich vertraut. Ist es dasselbe? Wohl nicht; es gibt Unterschiede im englischen und französischen Gebrauch des Konzepts, die wiederum bekannt sind, und dann kommt eben dies ein wenig Gestelzte und Gesetzte dazu, das sich einstellt, wenn der äquivalente Ausdruck im Deutschen benutzt wird. So geht es auch mit ,participation‘, das wohl mit Teilhabe übersetzt wird. Man ist Teilhaber einer Firma, so kenne ich das Wort, aber Teilhabe oder ,demokratische Teilhabe‘ kommt ja auch eher als eine sehr exquisite Wortwahl daher. Dabei anglizieren wir unseren Sprachgebrauch ständig und reden neuerdings von Zivilgesellschaft — auch ein sehr bemühter Ausdruck, wenn man sich des alten Sprachgebrauchs von Staat und Gesellschaft erinnert: was ist denn so anders an der Zivilgesellschaft, verglichen mit ‚Gesellschaft‘?

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

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  • Peter Lauritzen

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