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Sizilien pp 90-104 | Cite as

Palermo

  • René König
Chapter
Part of the René König · Schriften · Ausgabe letzter Hand book series (RKSALH, volume 5)

Zusammenfassung

Ich sah Palermo zum ersten Male von der Spitze eines Schiffes, das sich am frühen Morgen eines strahlenden Sommertages dem Hafen näherte. Das Meer war von verwirrender Durchsichtigkeit, und zischend wie der Diamant übers Glas schnitt der Bug in die spiegelnde Fläche. Langsam hoben sich in der Ferne die von der Sonne rostrot verbrannten Berge, während ich vergeblich nach der Stadt suchte, bis ein schmaler weißer Streifen, fast verschlungen von Wasser und Berg, sich als Ansammlung von Häusern erwies, die sich bei der geringsten Bewegung dem Blick wieder entzog. So ließ ich das Auge der Kontur der Berge folgen, die rechts und links immer höher aufstiegen. Tief prägte sich das verbrannte Rot des Felsens dem Auge ein, und als ich aufwärts blickte, schoss ein grellgrüner Saum um die Randlinie der Küste, während hoch darüber der ungerührte blaue Himmel stand. So erschien mir Palermo in einer dichten Vermengung von Eigenfarbe und Komplement, von Natur und spiegelndem Reflex, in Blau, Grün, Rostrot und Weiß, zum ersten Male auf der Insel ein flimmernder Traum von Farben, in dem Echtes und Unechtes sich mischen.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

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  • René König

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