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Familie und Autorität: Der deutsche Vater im Jahre 1955 (1957/1974)

  • René König
  • Rosemarie Nave-Herz
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Part of the René König · Schriften · Ausgabe letzter Hand book series (RKSALH, volume 14)

Zusammenfassung

Als Frédéric LePlay 1855 eine zunehmende Auflösung der Familie gleichzeitig mit einem Abnehmen der Autorität, besonders der Autorität des Vaters, vorhersagte, da war es nicht seine Absicht, eine spezifische Theorie der Familienentwicklung, sondern vielmehr eine Sozialpolitik (réforme sociale) zu schaffen. Obwohl er einige wichtige Schritte in der Ausbildung von Forschungstechniken auf dem Gebiet der Familiensoziologie unternahm, speziell in bezug auf das Anlegen und Auswerten von Monographien, die Auswertung von Familienbudgets usw., müssen seine Theorien mit großer Zurückhaltung betrachtet werden. LePlay hatte bei seiner Familien- und Autoritätstheorie eine bestimmte Art der Familie, nämlich die landbesitzende Bauernfamilie seiner Zeit im Auge. Die Machtstruktur der Familie, wie sie von LePlay gesehen wurde, ist mit anderen Worten im wesentlichen an einen spezifischen historischen Bezugsrahmen gebunden, der als das Besitzsystem der Agrargesellschaft bezeichnet werden könnte. Damit ergibt sich auch das wesentliche Ziel der Sozialpolitik LePlays, dessen zentrale Erfahrung die offensichtlich mangelnde Stabilität der Arbeiterfamilie war, die sich vom Agrar- auf das Industriesystem umgestellt hatte. Sein Ziel war also, die Arbeiterfamilie durch Begünstigung der Bildung von „Stamm“-Familien (families souches) wieder zu stabilisieren.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • René König
  • Rosemarie Nave-Herz

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