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Schlussfolgerungen: Daily Talks und Daily Soaps als Foren der Alltagskommunikation

  • Ingrid Paus-Haase
Chapter
Part of the Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen book series (LAMNRW, volume 38)

Zusammenfassung

Will man verstehen, weshalb die Genres Daily Talks und Daily Soaps und neuerdings Real-Life-Formate wie Big Brother im Alltag von Jugendlichen eine herausgehobene Rolle spielen, erscheint es hilfreich, zunächst einen Blick auf die sich verändernde gesellschaftliche Situation zu werfen, in der Jugend stattfindet.2 Will man diese soziologisch beschreiben, fallen zwei zentrale Prozesse ins Gewicht: Enttraditionalisierung und Selbstbezüg- lichkeit. Diese Faktoren gewinnen auf der Folie nicht mehr stabiler „metasozialer Garantien“(Hahn/Heinzelmaier/Zentner 1999, 11) wie Traditionen, Glaube, Sitte — ihrerseits Beförderer neuer Staatsformen, Techniken und sozialer Gruppierungen (ebd.) — eine wichtige Bedeutung im Kontext einer fortschreitenden Erosion gewohnter, nunmehr aber überkommener, nicht mehr als selbstverständlich akzeptierter, wenn nicht in vielem bereits entwerteter Stabilisatoren. So erscheint Technikgläubigkeit in Zeiten nach Tschernobyl einer vermehrten Risikowahrnehmung zu weichen. Infolge einer zunehmenden Selbstbezüglichkeit, die einhergeht mit den Prozessen der Enttraditionalisierung, „wird die Gesellschaft auf die Zukunft festgelegt, über die durch ihre andauernde Erneuerung der,Gegenwart‘nichts Richtungsweisendes zu sagen ist“(ebd.). Fortschrittsdrang als notwendige Konsequenz fortschreitender Modernisierungsprozesse lässt sich ohne Skepsis und Besorgnis, wenn nicht Angst vor eben dieser Zukunft kaum mehr denken: Ambivalenz prägt das Gesicht der Zeit.

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© Leske + Budrich, Opladen 2001

Authors and Affiliations

  • Ingrid Paus-Haase

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