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Die Grundlagen zur Lösung des Problems von Wissenschaftsbildung und Staat bei Schelling

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Part of the Schriften · Ausgabe letzter Hand book series (RKSALH, volume 2)

Zusammenfassung

In gerundeter Abgeschlossenheit und Selbstherrlichkeit steht das Bild der deutschen Universität vor uns, das uns als Norm und Richtmaß der Gegenwart dienen soll. Bis in die kleinsten Einzelheiten der Organisation ließe sich dies Bild ausarbeiten, so den trivialen Einwand übertönend, daß wir es hier mit einem „bloßen“ Ideal zu tun haben, das unhandlich und unausführbar vor den Forderungen der „Wirklichkeit“ jeden Wert verliert. Das Wesen jedes Ideals ist es ja gerade, ewig unwirklich zu sein, solange die Wirklichkeit nicht im Ganzen selbst zum Ideal erhöht wird; dann aber haben wir es nicht mehr mit unlebendig-vorfindbarer Gemeinwirklichkeit zu tun, sondern mit der ständigen Anspannung eines wachen Geistes, das Dasein in Natur und Kultur bis in seine letzten Ausläufer hinein gestalthaft zu meistern. Immer bleibt es das Wesen des Ideals, den Menschen aufzurufen, loszureißen vom blinden Gleichmaß des herrschaftslosen Alltags zur Höhe der Idee, in der allein Erfüllung ist. Die Zukunft gehört jener Universität, die in den Tiefen ihrer Gesamtorganisation getragen wird von diesem gewissenaufrüttelnden, vom stumpfen Sein zum selbstbewußten Sollen forttreibenden Strome. Unlösbar dem Kerne deutscher Universität eingewachsen ist der Aufschwung zur Idee; ewig bezeichnend für ihr Wesen die Unabhängigkeit von den Einflüsterungen einer „faulen Vernunft“, die ihre eigene Trägheit zu verhüllen strebt, indem sie die Abkehr von der Gemeinwirklichkeit als blasses Wahnbild verleumdet. In der Not aller Trägen findet deutsche Universität ihr unverrückbares Ziel.

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Notes

  1. 4.
    Schelling: Ideen zu einer Philosophie der Natur als Einleitung in das Studium dieser Wissenschaft — 1797. Wwe. II, S. 12.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

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