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Beruflicher Erfolg und Mutterschaft: Reproduktionsarbeit in ausgewählten familienzyklischen Phasen

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Part of the Forschung Pädagogik book series (FORSCHPÄD)

Zusammenfassung

Bei den Untersuchungsergebnissen wurden im ersten Teil der Darstellung drei Fallanalysen von den zu unterscheidenden Haupttypen bezüglich der mütterlichen Vereinbarung von Reproduktions- und Erwerbsarbeit veranschaulicht, nämlich
  • die Vereinbarung durch späte erste Mutterschaft

  • die Vereinbarung durch Erwerbsunterbrechung

  • die kontinuierliche Vereinbarung von Berufs- und Reproduktionsarbeit.

Mittels dieser Typologie wurde nachgezeichnet, wie innerhalb der gesamten Erwachsenenlebensspanne (von Beginn der Berufsausbildung bis nach der Verberentung) beruflich qualifizierte Familienmütter im Alitag Erwerbs- und Reproduktionsarbeit miteinander verknüpfen, weiche Bedeutung sie der Reproduktionsarbeit beimessen und wie sich das praktizierte Vereinbarkeitsarrangement auf die Verrichtung der innerfamiliär notwendigen Arbeit auswirkt.

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Literatur

  1. 755a.
    Der Familienzyklus erfasst die „strukturelle Gliederung des Lebenslaufs einer Familie.“ Marbach, Jan & Tratberger, Petra (1983): Familienzyklus und Frauenleben. Theoretische Konzepte und Hypothesen. In: Voges, Wolfgang (Hg.) (1983/1): Soziologie der Lebensalter. Alter und Lebenslauf. München: Sozialforschungsinstitut München e.V. Soziologenkorrespondenz, Band 9, S. 142Google Scholar
  2. 755b.
    Einen Kurzüberblick über die Entwicklung des familiensoziologischen Konzepts des Familienzyklus gibt Marbach, Jan (1987): Das Familienzykluskonzept in der Lebenslaufforschung. In: Voges, Wolfgang (Hg.) (1987): Methoden der Biographie- und Lebenslaufforschung. Opladen: Leske + Budrich, S. 367–388Google Scholar
  3. 756.
    Mit Bezugnahme auf Marbach & Tratberger soll unter Kernfamilie die „kleinste institutionalisierte Verwandtschaftseinheit“ verstanden werden, nämlich eine Gruppe, bestehend aus Frau, Mann und deren nicht verheiratete, minderjährige oder ökonomisch abhängige Kinder. Sie nehmen Bezug auf König, René (1974, S. 64 1976, S. 121), nach dem sich der eigentliche Familienzyklus im engen Sinne ausschließlich auf die Zeit der Kernfamilie erstreckt und damit auf die Phase „zwischen zwei Ehen, einer ersten, relativ kurzen Phase der kinderlosen Ehe und Heirat und einer erneuten langen Phase der Kinderlosigkeit während ‚der nachelterlichen Gefährtenschaft‘, der ‚empty-nest-Phase‘ reduziert ist. Marbach, Jan & Tratberger, Petra (1983): a. a. O., S. 143Google Scholar
  4. 757.
    Nve & Berardo (1973, S.23) stellten fest, dass die Familiensoziologen weitgehend übereinstimmend zu folgender familienzyklischen Phaseneinteilung kommen: 1. Ehepaar ohne Kinder, 2. Familien mit Kindern im Vorschulalter, 3. Familien mit Schulkindern, 4. Das nachelterliche Paar, dessen Kinder nicht mehr im Haushalt leben, 5. Verwitwung nach dem Tod des Partners. Pettinger (1985, S. 9) kommt zu dem Schluss, dass sich in den 80er Jahren eine achtstufige Phaseneinteilung unter den Familiensoziologen durchsetzte; dabei wurden die o. g. um die drei folgenden ergänzt: 1. Familie mit Kleinkindern, 2. Familie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, 3. Alte Familie im Ruhestand. Vgl. Marbach, Jan (1987): a. a. O., S. 370Google Scholar
  5. 758.
    Vgl. Gloger-Tippelt, Gabriele (1988): a. a. O., S. 60; sie kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass der Prozess der Umstellung nach der Geburt eines Kindes ca. ein Jahr umfasst.Google Scholar
  6. 759.
    In Anlehnung an Gloger-Tippelt, Gabriele (1988) soll der Übergang zur Elternschaft als „Eltern-werdung“ bezeichnet werden, weil mit dieser Formulierung der Prozesscharakter des Vorgangs besonders betont wird. Verstanden werden soll die Elternwerdung als ein zusammenhängender, langfristiger körperlicher, psychischer und sozialer Veränderungsprozess, der die nachgeburtliche Phase einer Gewöhnung und Normalisierung im Umgang mit dem Säugling bis ca. 12 Monate nach der Geburt mit einschließt. Gloger-Tippelt bemerkt: „Der Übergang zur Elternschaft ist nicht nach dem Geburtsereignis beendet. Biologisch ist damit zwar die Trennung vom Kind vollzogen und die Eltern müssen vom ersten Tag an als Mutter bzw. Vater handeln. Jedoch stellt Elternwerden auf psychologischer Ebene einen längeren Prozess dar, in dessen Verlauf die neuen Mütter und Väter überhaupt erst ihre elterlichen Rollen ausprobieren. Sie erwerben allmählich Strategien bei der Pflege und Versorgung des Kindes und gewinnen Vertrauen in ihre elterlichen Kompetenzen. Zur Gliederung des nachgeburtlichen Zeit bieten sich auch biologische Kriterien an (Umstellung des mütterlichen Körpers, Stillen, vor allem aber das Wachstum des Kindes). Soziale Kriterien ergeben sich z. B. aus der sich verändernden Interaktion mit dem Kind im Laufe des ersten Lebensjahres (Rückgang von Pflegetätigkeiten im Vergleich zu Spiel- und Anregungstätigkeiten) oder aus der Veränderung der partnerschaftlichen Arbeitsteilung. Die skizzierten Veränderungen auf drei verschiedenen Beschreibungsebenen verdeutlichen, dass der Übergang zur Elternschaft keine einmalige, schlagartige Umwandlung darstellt, sondern sich über eine längere Zeitspanne erstreckt und einen spezifischen Verlauf hat.“ Gloger-Tippelt, Gabriele (1988): a. a. O., S. 16. Zur Gliederung des Verlaufs der Elternwerdung vgl. auch Anmerkung Nr. 523, S. 136Google Scholar
  7. 760.
  8. 761.
    Eine Ausnahme bildet die spät gebärende Frau Müller-Karbaum, deren Lebensentwurf zunächst an dem Modell der Vollerwerbstätigkeit ohne Mutterschaft orientiert ist. (Vgl. Kapital 5.1, Vereinbarkeitsarrangement: „späte erste Mutterschaft“)Google Scholar
  9. 762.
    Gravenhorst (1984) spricht von einer biografischen Gewissheit zur Mutterschaft. Vgl.: Krüger, Helga u. a.(1987): a. a. O., S. 18Google Scholar
  10. 763.
    Zur „altersgemäßen“ Platzierung der ersten Geburt schreibt Gabriele Gloger-Tippelt (1988): „In westlichen Gesellschaften existieren relativ umschriebene Altersnormen über die sozialen Lebensfahrpläne. Mitglieder der amerikanischen Gesellschaft stimmen z. B. relativ hoch in ihren Meinungen darin überein, wann ein Übergang zur Ehe und zur Elternschaft altersangemessen sei (Neugarten et. al., 1978). Weiter konnte nachgewiesen werden, daß Alterszwänge für die Ereignisse im Familienzyklus stärker ausgeprägt sind als für Ereignisse in anderen Lebensbereichen (Hagestad & Neugarten, 1985). Die Wahrnehmung von derartigen Alterszwängen schafft beim einzelnen einen Entscheidungsdruck (Atchley, 1975). Neugarten & Datan (1979) haben für die Beurteilung der Altersangemessenheit von Lebensereignissen die Kategorie ‚on time‘ und ‚off time‘ eingeführt. Ein Übergang zur Elternschaft, der im allgemeinen sozialen Urteil und in der subjektiven Einschätzung als altersgemäß beurteilt wird, entspräche einem normativen Lebensereignis, ein nicht altersgemäßer Übergang einem nicht normativen Lebensereignis (Parke & Tinsley, 1984) (...) Altersnormen bilden ein System sozialer Kontrolle, aus dem sich beim Individuum Folgen für die Selbsteinschätzung und das Selbstwertgefühl ergeben (Neugarten & Datan, 1979).“ Gloger-Tippelt, Gabriele (1988) a. a. O., S. 116Google Scholar
  11. 765.
    Vgl. auch die Textstelle: Interview Nr. 3, Z.: 229–230 auf der vorherigen Seite.Google Scholar
  12. 767.
    Die psychische Arbeit während der Schwangerschaft besteht neben der Auseinandersetzung mit den bevorstehenden „Anforderungen der Mutterrolle“ (Fthenakis u. a., S. 92) auch in der Beschäftigung mit der bevorstehenden Geburt. Dazu Fthenakis, Wassilios E. u. a. (2002): „Vor der Geburt wird das Befinden der Schwangeren insbesondere von Ängsten vor der anstehenden Entbindung beeinflusst. So zeigen werdende Mütter im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft, verglichen mit nicht schwangeren Frauen, deutlich erhöhte und ansteigende Depressivitätswerte und berichten von wesentlich negativeren Stimmungszuständen (O’Hara, Zekoski, Phillips, Wright, 1990). Psychologische Theorien zur Bewältigung kritischer Lebensereignisse lassen erwarten, dass bereits vor der Geburt des Kindes Anpassungs- und Bewältigungsprozesse einsetzen, die eine Eindämmung geburtsbezogener Ängste und den Erhalt des subjektiven Wohlbefindens bewirken (‚antizipatorische Bewältigung‘, ‚präventives Coping‘, vgl. Filipp, 1990). Am Ausmaß des Ängste lässt sich demnach aufzeigen, wie erfolgreich solche Bewältigungsbemühungen waren.“ Fthenakis, Wassilios E. u. a. (2002): Paare werden Eltern. Die Ergebnisse der LBS-Familien-Studie. Opladen: Leske + Budrich, S. 91Google Scholar
  13. 768.
    Einen konkreten Einblick in die geburtsvorbereitenden Arbeiten und die eigentliche Geburtsarbeit in der BRD geben z. B. die beiden folgenden aus Erfahrungsberichten zusammengestellten Publikationen: Reim, Doris (Hg.) (1984/1): Frauen berichten vom Kinderkriegen. München: dtv; Bergmann, Iris u. a. (Hg.)(1981): Geburten. Erfahrungsberichte. Bremen: TechnocoopGoogle Scholar
  14. 769.
    Zur Bedeutung und Wirkung der Wochenbettbetreuung aus der Sicht von Wöchnerinnen siehe z. B. die zusammengefassten Ergebnisse einer Dissertation in: Hassler, Martina (2002): Stationäre Wochenpflege. Evaluation „ganzheitlicher“ und „herkömmlicher“ Betreuungsformen in der postpartalen Phase. In: Pflege. Die wissenschaftliche Zeitschrift für Pflegeberufe. Jg. 15, 5, Bern: Hans Huber, S. 170–180Google Scholar
  15. 770.
    Vgl. z. B. Beck-Gernsheim, Elisabeth (1989): a. a. O., S. 15 ff.Google Scholar
  16. 771.
    Vgl. z. B. Dischner, Gisela (Hg.) (1982): Eine stumme Generation berichtet. Frankfurt a. M.: Fischer, S. 12 „Die Generation unserer Mütter, ausgenommen beruflich schreibende Frauen, hat es nicht gelernt, das eigene Leben für wichtig genug zu halten, daß es sich lohnen könnte, für andere (...) dieses Leben aufzuschreiben. Sie hat auch nicht gelernt, über Beziehungen und private Probleme öffentlich zu sprechen, wie es für uns immer selbstverständlicher wird; nein, im Gegenteil, über solche Probleme wurde nicht einmal im privaten Rahmen der Familie gesprochen, außer im äußersten Konfliktfall (...). Sexualität und Beziehungsfragen waren für diese Generation immer noch (...) tabuisierte Themen.“Google Scholar
  17. 772.
    Ostner, Ilona (1978): Beruf und Hausarbeit. Die Arbeit der Frau in unserer Gesellschaft. Frankfurt et al.: Campus, S. 243Google Scholar
  18. 773.
    Pross, Helge (1976): Die Wirklichkeit der Hausfrau. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, S. 13Google Scholar
  19. 775.
    Vgl. auch Fthenakis, Wassilios E. u. a. (2002), in der die Autoren auf eine Studie von Sanchez und Tomsen (1997) verweisen und „nach der Geburt des ersten Kindes einen dramatischen Zuwachs der Hausarbeit der Frau“ feststellen. Fthenakis, Wassilios E. u. a. (2002): a. a. O., S. 99Google Scholar
  20. 776.
    Zum historisch bedingten Wandel der Mutterrolle und ihrer Bedeutung für die kindliche Entwicklung vgl. Scarr, Sandra (1988/2): Wenn Mütter arbeiten. Wie Kinder und Beruf sich verbinden lassen. München: Beck, S. 50 ff.Google Scholar
  21. 777.
    Zur Notwendigkeit des „Schreien lassen“ als übliches pädagogisches Prinzip im Umgang mit Säuglingen vgl. Sichtermann, Barbara (1981): Leben mit einem Neugeborenen. Ein Buch über das erste halbe Jahr. Frankfurt a. M.: Fischer, S. 39 ff.Google Scholar
  22. 778.
    Eine bundesdeutsche Längsschnittstudie mit 91 Ersteltern (und 84 Zweit- bzw. Mehrfacheltern) scheint die starke Belastung von Müttern in der frühen Phase ihrer Mutterschaft, die in den Folgemonaten langsam abklingt, zu bestätigen. Sie kommen zu folgenden Ergebnissen: Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, durchlaufen in den ersten Wochen nach der Geburt eine Phase erhöhter Depressivität. Hierzu zählen Erschöpfung und Schlafmangel, das Gefühl, alleingelassen zu sein, häufiges Weinen und verminderte Entschluss- und Tatkraft. Allerdings handelt es sich hierbei — in der Regel — nicht um klinisch auffällige Störungen, die eine Therapie bedürfen, sondern um „normale“ Anpassungsreaktionen auf die veränderte Situation und die damit einhergehenden Belastungen. In den Folgemonaten verbessert sich ihr Befinden stetig, so dass eineinhalb Jahre nach der Geburt der Depressivitätswert sogar unter dem Ausgangsniveau liegt.“ Fthenakis, Wassilios E. u. a. (2002): a. a. O., S. 82Google Scholar
  23. 779.
    Siehe hierzu z. B. die folgende Textpassage: „Und dann hab ich damals ganz bald, das weiß ich noch, da war der Konrad ein Vierteljahr alt. Der ist im Sommer geboren, Sommer 54, da war ich schon im Vorstand der_(konfessioneller, gesellschaftspolitisch interessierter Verband), das war ja so die Nachfolgeorganisation der Studentengemeinde, da war ich stolz, da hatten die immer nur einmal im Jahr Vor stands Sitzung, die war aber in X. Und da habe ich zu meinem Mann gesagt, also, da muss ich hin, da hilft alles nichts. Und dann haben wir den Kleinen, das kleine Wurm mit seinem Vierteljahr in so eine Tragetasche gepackt und sind nach X. gefahren, und in der großen Küche haben sie ihm ganz lieb, Möhren zurechtgemacht und so. Und alle fanden das wunderbar. Und auch der übrige Vorstand fand das nicht unpassend, dass ich gekommen war, obwohl ich eigentlich zu Hause dieses Baby hatte. Das Baby war halt mitgekommen. Und so.“ Interview Nr. 05, Z.: 328–340Google Scholar
  24. 780.
    Dabei waren die Erfahrungen von Infragestellung und mangelnder Akzeptanz nicht durchgängig, wie aus der folgenden Textpassage deutlich wird: I.: „Haben Sie auch Unterstützung bekommen? Oder wie haben Sie die Situation bewältigt?“ Frau L.: „Unterstützung erfahren bei einigen Vorgesetzten, bei einigen auch nicht. Ich hatte einen guten Landgerichtspräsident in M. Ich hatte einen guten Chefpräsident, das war auch der gewesen, der mich dann im zweiten Examen in C. geprüft hat, der selber eine berufstätige Frau hatte. Also es gab schon Unterstützung. Ordentliche Kollegen, die einem geholfen haben. Aber es gab auch das Gegenteil.“ Interview Nr. 12, Z.: 316–325Google Scholar
  25. 781.
    Zu der Vielzahl der mit einer Erstelternschaft verbundenen Lebensveränderungen vgl. z. B. die Untersuchungsergebnisse von Reichle (1994), die ihre Erkenntnisse aus einer Fragebogenuntersuchung mit 190 erstmaligen Eltern gewinnt. Reichle, Barbara (1994): Die Geburt des ersten Kindes — eine Herausforderung für die Partnerschaft. Verarbeitung und Folgen einer einschneidenden Lebensveränderung. Bielefeld: KleineGoogle Scholar
  26. 782.
    Beachte in diesem Zusammenhang auch die These von der „Verschränkung der Lebensbereiche“, Strehmel, Petra (1999): a. a. O., S. 154 ff.Google Scholar
  27. 783.
    Vgl. auch Buba & Vaskovics (1994), die in ihrer Studie zum Tagesablauf junger Familien zu dem Ergebnis kommen, dass die Erwerbstätigkeit und die Arbeitszeitregelungen die wesentlichen Bestimmungsfaktoren für die Zeitstrukturen und die Alltagsorganisation in familiären Haushalten sind. Buba, Hans-Peter & Vaskovics, Laszlo A. (1994): Arbeitsteilung und Tagesablauf beim Übergang junger Paare zur Elternschaft. In: Zeitschrift für Familienforschung 6, 3, S. 150–176Google Scholar
  28. 784.
    Verwiesen werden soll in diesem Zusammenhang noch einmal auf das arbeitszeitliche Arrangement von Frau Müller-Karbaum, deren Aussagen in der Fallanalyse: „Vereinbarkeitsarrangement: Späte erste Mutterschaft“ bereits behandelt wurden. In einem frauendominanten Arbeitsfeld arbeitend, nutzt sie ihre Positionsmacht als Geschäftsführerin, um mit viel Organisationsgeschick nach der Geburt des Kindes für einige Wochen günstigere Arbeitszeiten auszuhandeln, um nach dem Ende der Mutterschutzzeit ihre Mutterrolle — zeitlich begrenzt — intensiver wahrnehmen zu können, größere zeitliche Spielräume für die Erledigung der Erziehungsarbeit zur Verfügung zu haben und gleichzeitig ihre berufliche Verantwortung gewissenhaft wahrzunehmen: „Hach, das, also, wie Evelyn klein war in den ersten, ja, drei Monaten habe ich mein, meinen gesamten aufgesparten Urlaub vom Vorjahr mir anrechnen lassen, und habe meine Arbeit nur an halben Tagen getan, so dass ich wohl mein volles Gehalt, also solche Absprachen konnte ich nun auch mit meinem Vorstand treffen. Ich sagte, ich möchte gerne, ich gehe in dem Jahr davor nicht in Urlaub, durfte ich auch nicht, also die Schwangerschaft war zum Teil so labil, also eine Flugreise oder so was kam schon gar nicht in Frage, und ich hob dann gesagt, gut, das geht auch mal so. Ich habe dann bis zum letzten Tag gearbeitet. Ich habe wohl sechs Wochen Mutterschutz gehabt, bin aber immer wieder ins Büro gegangen, weil ich noch Sachen abwickeln wollte und habe noch immer in der Zeit meinen Etat machen müssen, der musste bis März fertig sein, aber ich wusste genau, März bist du nicht da, du kriegst im Januar ein Kind, also habe ich im Januar das fertiggemacht und hatte meinen Stellenplan fertig, nur ein paar Stunden, bevor die Evelyn kam. Und das hat mir auch gar nichts ausgemacht, ich war gesundheitlich gut drauf. Alle sagten: du siehst gut aus, wie hast du das gemacht? Und danach, wie gesagt, war ich acht Wochen zu Hause, länger hatte man ja nicht, und dann, ja, hatte ich diese Lösung mit halben Tagen hier ausgemacht und mit meinem Vorstand besprochen. Ich sagte, ich komm dann erst mal so und so viel und an halben Tagen, dann ist auch meine Mutter noch mal da gewesen’ne Zeit lang und ab 1. Mai, glaube ich, hatte ich die Pflegestelle und hatte das Kind da untergebracht.“ Interview Nr. 6, Z.: 570–599Google Scholar
  29. 785.
    Interview Nr. 3, Z.: 236–238Google Scholar
  30. 786.
    Zur familienzyklischen Phaseneinteilung in der Familiensoziologie vgl. Marbach, Jan (1987): a. a. O., S. 370Google Scholar
  31. 787.
    Beide Ehepaare leben unhinterfragt und selbstverständlich ein Ehemodell, das dem Ehemann die Rolle des Ernährers der Familie und der Ehefrau die der Hausfrau und Mutter zuweist, wie aus den folgenden Textpassagen deutlich wird: „Ich zum Beispiel habe geheiratet damals, das war völlig klar, damit mein Mann,(...) dass ich ihm diese Haushaltsführungsdinge abnahm, und ich war für die Kinder zuständig. Das war völlig klar, und ich hob das auch so gefunden, da wollte ich auch eigentlich gar nichts von abgeben.“ Interview Nr. 9, Z.: 1731–1735 „Und dann ging es ganz automatisch, als das erste Kind unterwegs war, war klar, ich muss aufhören, wir haben noch ein wenig gezögert, ich hatte das zweite Examen nicht gemacht, aber wir konnten uns gar nicht vorstellen, wie ich das jetzt noch daneben mache.“ Interview Nr. 4, Z.: 51–54 „Ich hätte ja nach acht Wochen schon wieder anfangen müssen, das war uns völlig unvorstellbar, wie ich das hätte machen sollen. Das kam also gar nicht in Frage. Also es war sofort klar, ich will gar nicht mehr. Und da mein Mann Lehrer war, musste ich ja auch nicht unbedingt (...) Da gab es gar keine andere Lösung.“ Interview Nr. 4, Z.: 288–297Google Scholar
  32. 788.
    Zum Vergleich sollen im Folgenden die Ergebnisse der LBS-Studie „Übergang zur Elternschaft“ (Längsschnittstudie mit 175 Paaren aus der BRD-West, deren Kinder von Dez. 1995 bis August 1996 geboren wurden) bezüglich der Nutzung von verschiedenen Formen der Kinderbetreuung bei erwerbstätigen und nicht erwerbstätigen Müttern von eineinhalbjährigen Kindern wiedergegeben werden (Nutzungsquote in Prozent, zeitlicher Umfang in Stunden pro Woche): LBS-Initiative Junge Familie (1998): LBS-Familien-Studie „Übergang zur Elternschaft“. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Report 1/98, S. 4Google Scholar
  33. 789.
    Hierzu beispielhaft zwei Textpassagen: „Und diese ganzen Anhörungen, die mein Vater dann als Verbandsmann zu bestreiten hatte, die bereitete ich ihm vor. Ich machte also sozusagen die ganze politische Vorarbeit, holte ihn dann, damals hatten wir schon ein klitzekleines Autochen, holte ihn dann an der Schule ab, fuhr mit ihm dann in den Landtag, unterrichtete ihn auf dem Wege dahin über das, was vorbereitet war, er konnte das dann noch mal durchlesen. Er machte dann seine Anhörung. Ich fuhr ihn dann wieder nach Hause. Auf dem Rückweg diskutierten wir, wie das nun gelaufen sei und wie das zu bewerten sei und was da nun rauskäme. Kurzum, ich war also da schon mit Politik befasst, mit dem Sektor Bildungspolitik.“ Interview Nr. 2, Z.: 347–362 „Das war auch schön so in der, wir waren dann in der Gemeinde in P. und ich war also voll integriert, war also Pfarrfrau, wie sie im Buche steht, sich engagierend für alle möglichen Leute und, und, meinen Mann unterstützend und Gespräche führend und ich hob dann auch selbstständig so einen Ehepaarkreis aufgemacht und, je länger je mehr, einen theologischen Arbeitskreis. Ich habe immer Theologie sozusagen als Hobby gemacht, hab immer die neuesten Sachen gelesen, Dorothee Sölle damals, ‚Hinreise‘ und ‚Stellvertretung‘ dann auch, glaube ich. Also wir, ich hab viel solche Sachen gemacht und konnte das auch sehr gut; irgendwie hatte ich eine sehr gute Organisation.“ Interview Nr. 13, Z.: 198–207Google Scholar
  34. 791.
    Zum Zusammenhang zwischen dem generativen Verhalten eines Paares und der beruflichen Orientierung bzw. Situation der Frau in der BRD Ende der 90er Jahre bemerkt Fthenakis, W. E. u. a., 2001: „Ob das Paar ein zweites Kind bekommt, hängt in hohem Maße von der Berufsorientierung der Frau ab. (...)Allerdings kommt es nicht auf die objektiven Merkmale ihrer letzten Erwerbstätigkeit (wie Wochenarbeitszeit oder das Einkommen) an oder darauf, wie viel Zeit und Energie sie in ihre Ausbildung investiert hat. Entscheidend ist vielmehr, wie viel Befriedigung die Frau aus ihrer Berufstätigkeit zieht. Je höher der berufliche Status der Frau relativ zu ihrer Ausbildung ist (je mehr sie sich also vor dem Eintritt in die Familienphase ‚hochgearbeitet‘ hat), je belohnender sie ihre berufliche Tätigkeit empfindet und je weniger sie der künftigen Rolle als Hausfrau abgewinnen kann, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in den drei Jahren nach der Geburt des ersten Kindes kein zweites Kind bekommt.“ „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es nicht die Qualität der Bewältigung des Übergangs zur Elternschaft ist, die entscheidet, ob sich ein Paar für ein zweites Kind entscheidet. Unsere Ergebnisse zeigen, dass es in erster Linie auf die Orientierungen und die Lebensentwürfe der Frau ankommt. Für familienorientierte Frauen stellt die Mutterrolle einen zentralen Aspekt ihres Lebensentwurfes dar. Sie haben positive Erinnerungen an die eigene Kindheit und damit verbunden positive Vorstellungen von der Mutterrolle. Der berufliche Bereich ist für diese Frauen von untergeordneter Bedeutung oder hat gar aversiven Charakter, so dass der Ausstieg aus dem Beruf mit geringen persönlichen Kosten verknüpft ist. Die Übernahme der Rolle als Hausfrau und Mutter ist bei ihnen als konsequente Umsetzung ihrer Lebensentwürfe zu sehen. Die Geburt des zweiten Kindes fügt sich gut in die weitere Lebensplanung ein. Aber auch für eher berufsorientierte Frauen stellt die Mutterrolle einen wichtigen Aspekt ihrer Lebensplanung dar. Die Ergebnisse der LBS-Studie zeigen deutlich, dass sich im Beruf engagierte, erfolgreiche und zufriedene Frauen ebenso sehr ein zweites Kind wünschen wie Frauen, die weniger Zeit und Energie in den Beruf investiert haben oder deren letzte berufliche Tätigkeit wenig befriedigend war. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Lebensentwürfe dieser Frauen nicht vorsehen, Berufstätigkeit und Karriereaspirationen zu Gunsten der Mutterschaft völlig aufzugeben. Sie streben vielmehr eine Verknüpfung von Mutterschaft und Erwerbstätigkeit an. In der Realität werden sie jedoch häufig mit den unzureichenden Möglichkeiten konfrontiert, Familie und Beruf in einer befriedigenden Art und Weise zu vereinbaren. Mit einem Kind kann bei guter Organisation, Ausnutzung der verfügbaren formellen (Krippe, Hort) und informellen (Großeltern) Betreuungsmöglichkeiten eine Erwerbstätigkeit der Mutter häufig noch arrangiert werden. Spätestens die Geburt des zweiten Kindes würde jedoch den vorläufigen Abschied vom Beruf und eine Festlegung auf die traditionelle Mutterrolle bedeuten — eine Konstellation, die durchaus nicht den Präferenzen und der Persönlichkeit dieser Frauen entspricht. Das Dilemma ‚Beruf oder zweites Kind‘ wird folgerichtig sehr häufig zu Gunsten des Berufs entschieden.“ LBS-Initiative Junge Familie (2001): LBS-Familien-Studie „Übergang zur Elternschaft“. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Report 1/2001, S. 7 f.Google Scholar
  35. 792.
    Vgl. hierzu Höpflinger, u. a. (1991): „Normative Dilemmas treten vor allem auf, wenn familialberufliche Rollenkombinationen sozio-kulturell negativ bewertet werden oder gar als unvereinbar interpretiert werden. Wird in einer Gesellschaft die Abwesenheit der (leiblichen) Mutter negativ eingeschätzt, ergibt sich für Frauen ein normatives Dilemma zwischen der Erfüllung der Mutterrolle und beruflichen Anforderungen. Tatsächlich ist die Unvereinbarkeit von Mutterschaft und Vollerwerbstätigkeit bzw. von Mutterschaft und Berufskarrieren immer noch ein relativ verbreitetes Einstellungsmuster, gerade in Ländern mit vergleichsweise geringer Frauenerwerbsquote. Vollberufstätige Mütter kleiner Kinder sehen sich dem normativen Dilemma gegenüber, einerseits ihre berufliche Leistungsfähigkeit zu ‚beweisen’. Andererseits müssen sie sich mit dem Verdacht auseinandersetzen, ihre Kinder zu ‚vernachlässigen‘. Erst neuere wissenschaftliche Arbeiten und sozialpolitische Diskussionen haben mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass die mütterliche Erwerbstätigkeit einen negativen Effekt auf Sozialisation und Entwicklung der Kinder aufweist.“ Höpflinger, François u. a. (1991): a. a. O., S. 132 Frau L.: „Nee, auch von der Familie, der Schwiegermutter, ja, aber ansonsten waren meine Schwager selbst woanders wohnhaft, deren Frauen ebenfalls berufstätig waren. Die Frau vom jüngsten Bruder studierte selbst noch Medizin, die ist heut Kinderärztin. Also da war keine Hilfe.“ I.: „Und Ihre Schwiegermutter, wie sah das konkret aus?“ Frau L.: „Das Verhältnis war gut. Wir sind auch mit der Schwiegermutter regelmäßig in Urlaub gefahren im Winter und im Sommer.“ I.: „Ich fragte nach der Unterstützung.“ Frau L.: Ja, die kam, die war jederzeit da, wenn’s gebrannt hat, und hat die Kinder betreut oder wir haben die Kinder zu ihr gebracht, wie wir dann in X. wohnten, da kam sie her und blieb dann ein paar Tage. Das konnte man, das konnten wir absehen. Wenn man Termine hatte, die einen so Beschlag, mit Beschlag belegt haben, dass man also einfach Hilfe und Unterstützung brauchte, das hat sich alles arrangieren lassen, kein Problem.“ Interview Nr. 12, Z.: 326–342 „Mein Mann hätt’s, ich glaub, nicht ertragen, dass ich nur Hausweibchen gewesen wäre. (Kleine Pause) Wie viele Russen sind, na, er hat auch nicht gemerkt, er hat auch nicht gemerkt, wenn so dick Staub lag oder so, es war ihm auch egal.“ Interview Nr. 3, Z.: 389–391 „Und sie hatten was davon, dass ihre Mutter nicht ständig ihnen auf den Hacken (lacht) sitzt und guckt: hast du auch deine Schularbeiten gemacht? Sind deine Fingernägel (lacht) sauber? Oder was so andere Mütter machen, ne. Also das musste, die mussten für sich selber weitgehend sorgen.“ Interview Nr.. 13, Z.: 1223–1227 „Die Kinder wuchsen dann heran und waren sehr unproblematisch. Sie kamen sehr glatt durch die Schule, war also keine große Schwierigkeit. Ich war durch diese Tätigkeit für meinen Vater und also für, für meinen Mann fürs Feuilleton (der Zeitung X. M. D.) ja auch noch neben der Hausarbeit geistig beschäftigt, so dass ich also auch zufrieden mit der Situation war.“ (Die reproduktive Arbeit ist weitgehend an die eigene Mutter delegiert. M. D.) Interview Nr. 2, Z.: 362–369Google Scholar
  36. 795.
    Vgl. z. B. Leyrer, Katja (1986): Rabenmütter, na und? Essays und Interviews. Hamburg: BuntbuchGoogle Scholar
  37. 796a.
    „Mit Rationalisierung einher geht die Trennung von Emotion und Handlung, eine Entmythologisierung und Entsinnlichung von Handlungen (Weber, 1984). Rationalisierung ist ein sozialer Prozeß der Effizienzsteigerung, der Bürokratisierung und Durchorganisation. ‚Expertenwissen statt Erfahrungswissen, Ordnung schaffen und Effizienz steigern, indem die Zwecke des Handelns separiert und hierarchisiert werden, indem das Nichtberechenbare als unvernünftig und somit störend ausgeschaltet wird und indem die Mittel-Zweck-Relationen nach jeweils derselben Methode der Rechenhaftigkeit optimiert warden — das ist die Devise der Rationalisierung und macht sie gleichzeitig zu einem Prozeß, der aus sich keine Grenzen setzt‘“ Siegel, Tilla (1993): Das ist nur rational. Ein Essay zur Logik der sozialen Rationalisierung, S. 371Google Scholar
  38. 796b.
    zitiert nach: Joost, Angela (2000): Arbeit, Liebe, Leben. Eigene Arrangements. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Frauen in Ostdeutschland. Eine empirisch-rekonstruktive Studie. Königstein/Taunus: Helmer, S. 219Google Scholar
  39. 797.
    Zu den psychischen Folgen von gewalttätigem Verhalten gegenüber Kindern siehe z. B. Miller, Alice (1981): Du sollst nicht merken. Frankfurt a. M.: SuhrkampGoogle Scholar
  40. 798.
    Interview Nr. 7, Z.: 120–134Google Scholar
  41. 799.
    Zu den positiven Seiten von Mutterschaft im ausgehenden 20. Jahrhundert formuliert Elisabeth Beck-Gernsheim: „Es sind die Schattenseiten des ‚eigenen Lebens‘, die spiegelbildlich auf das verweisen, was Muttersein heute an Belohnungen bietet. Oder anders gesagt: Bedürfnisse, die man im normalen Alltag der hochindustrialisierten und durchrationalisierten Gesellschaft vielfach zurückdrängen muß, darf man zulassen in der besonderen Beziehung zum Kind — und hier eben liegt heute ein wesentlicher Teil dessen, was ‚Mutterglück‘ heißt. Die Existenzsicherung in der hochindustrialisierten Gesellschaft ist über den Arbeitsmarkt orientiert, und sie wird von Arbeitsbedingungen bestimmt, die immer stärker verdichtet, durchrationalisiert, bürokratisch organisiert sind. Unsere Sozialformen in Berufswelt und Öffentlichkeit werden von daher entscheidend geprägt. Wie so oft schon beschrieben: wir lernen, spontane Gefühlsäußerungen zurückzuhalten, wir verhalten uns vorwiegend nüchtern, tüchtig und leistungsbezogen — oder gefühlsarm und kalt, wie Beobachter sagen, die aus anderen Kulturen und Lebensformen kommen. Die Bedürfnisse nach Nähe, Zuneigung, Wärme sind deshalb freilich nicht ausgelöscht, aber sie sind zurückgedrängt in den Bereich des Privaten. (...) Da berichten Frauen immer wieder, daß sie überrascht, überwältigt, ja durcheinandergeschüttelt sind von der Intensität ihrer Gefühle. Sie erleben, so heißt es da, eine Bindung und Liebe, wie sie sonst keine kennen, so umfassend und tief. Das mag diejenigen nicht erstaunen, die ‚Mutterliebe‘ untrennbar verbunden sehen mit dem Wesen der Frau und ihrer Natur. Aber die Berufung auf Natur ist fragwürdig geworden, seitdem die neuere familienhistorische Forschung gezeigt hat, daß das Band zwischen Mutter und Kind in früheren Jahrhunderten weitaus weniger gefühlsbestimmt war als heute. Deshalb liegt eine andere Erklärung nahe, die nicht auf die Natur verweist, sondern auf die Lebens- und Umgangsformen unserer Gesellschaft. Danach sind es gerade die Anonymität, Unpersönlichkeit, Gefühlsarmut unseres Alltags, die die Beziehung zum Kind zu einer besonderen machen. Denn hier dürfen, ja sollen wir unsere Gefühle äußern. Wie die neuere Psychologie lehrt, wie in allen Beratungsbüchern steht: Ohne Liebe kann das Kind nicht gedeihen. (...) Die Frage ist freilich, ob dies wirklich gelingt. Die Anforderungen der Umwelt bestehen ja weiter.“ Beck-Gernsheim, Elisabeth, (1989) a. a. O., S. 30–32Google Scholar
  42. 800.
    Vgl. in diesem Zusammenhang die Ausführungen von Beck-Gernsheim, Elisabeth (1989). Sie schreibt: „Vielleicht kann die Bindung ans Kind, die so eng und so elementar erlebt wird wie keine, (.) eine neue Form der Sicherheit und Geborgenheit geben. Nein, nicht auf Dauer, nicht wenn das Kind heranwächst und eigene Wege geht; aber wohl in der ersten Zeit, wo es unmittelbar abhängig ist, ganz angewiesen auf andere. Wie der Psychoanalytiker Helm Stierlin schreibt: Es gehört heute zum psychologischen Auftrag der Eltern ans Kind, ‚ihnen das Gefühl zu geben, liebend gebraucht zu sein‘. Und ähnlich der Bevölkerungswissenschaftler Rainer Münz: Kindern wird heute ein Wert zugeschrieben, der ‚primär mit Lebenserfüllung, mit Sinnstiftung, mit persönlichen Glückserwartungen, auch mit der symbolischen Verlängerung der eigenen Existenz verbunden wird‘. Offenbar kann die Beziehung zum Kind, eben weil sie so direkt ist und sinnlich erfahrbar, der eigenen Existenz auch einen Schwerpunkt verleihen, eine Zuflucht aus der Beliebigkeit, ein Gewicht angesichts der ‚unerträglichen Leichtigkeit des Seins‘ (Milan Kundera).“ Beck-Gernsheim, Elisabeth (1989): a. a. O., S. 40–41Google Scholar
  43. 801.
    „Ein Kind, das sich in der Dunkelheit ängstigte, hörte ich in Nebenzimmer rufen: ‚Tante, sprich doch zu mir, ich fürchte mich.‘ ‚Aber was hast Du davon? Du siehst mich ja nicht‘; darauf das Kind: ‚wenn jemand spricht, wird es heller.‘“ Freud, Sigmund (1989): Allgemeine Neurosenlehre. Studienausgabe Band 1, Frankfurt a. M.: FischerGoogle Scholar
  44. 802.
    Erst 1977 wurde das Familienrecht zur Arbeitsteilung der Ehepartner novelliert. Nach bis dahin gültigem Recht waren der Ehemann für den Unterhalt der Familie und die Frau für die Haushaltsführung und Kindererziehung verantwortlich. Vgl. Keddi, Barbara & Seidenspinner, Gerlinde(1991): a. a. O., S. 160Google Scholar
  45. 803.
    Vgl. hierzu Lambs (1986); er geht von der Tatsache aus, dass sich die elterliche Rolle nicht ausschließlich auf die unmittelbaren Erziehungs-, Pflege- und Versorgungsarbeiten beschränkt, und unterscheidet zwischen drei verschiedenen (väterlichen) Formen der Erziehungsarbeit: Eltern-Kind-Interaktion: Die direkte unmittelbare mehr oder weniger zielgerichtete Tätigkeit am oder Kommunikation mit dem Kind (gemeinsames Spiel, miteinander geführtes Gespräch). Erreichbarkeit: Vater (bzw. Mutter) sind in der Nähe des Kindes und erreichbar; das Kind hat die Möglichkeit, bei Bedarf Kontakt aufzunehmen. Ausübung der Verantwortung: alle Aktivitäten, die nicht zwingend Kontakt mit dem Kind, aber für das Kind ausgeübt werden, z. B. Besuch des Elternsprechtages, Anmeldung bei der Kindertagesstätte usw. Lambs, (1986) wiedergegeben nach Fthnakis, Wassilios E.; Kalicki, Bernhard; Peitz, Gabriele (2002): Paare werden Eltern. Die Ergebnisse der LBS-Familien-Studie. Opladen: Leske + Budrich, S. 103–104Google Scholar
  46. 804.
    Zur Übernahme der Geschlechtskategorien im Sozialisationsprozess siehe: Faulstich-Wieland, Hannelore (1995): Geschlecht und Erziehung. Grundlagen des pädagogischen Umgangs mit Mädchen und Jungen. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, S. 86 ff.Google Scholar
  47. 805.
    Faulstich-Wieland, Hannelore (1995): a. a. O., S. 88Google Scholar
  48. 806.
    Zur Herstellung der männlichen Vormachtstellung zwischen den Geschlechtern vgl. auch die Ausfuhrungen von Bronwyn Davies(1992): „Der männlich-weibliche Dualismus ist eine Vorstellung mit materieller Macht, durch die den Männern Positionen zugeordnet werden, in denen sie sich verhalten können, als seien sie mächtig. So werden sie mächtig, einmal dadurch, daß sie eine Subjektivität entwickeln, die um Macht herum organisiert ist, und zum zweiten durch die diskursiven Praxen, die männliche Macht als wirklich und rechtlich konstituieren. Frauen werden Positionen der Schwäche zugeordnet, komplementär zu dieser Macht und zu ihrer Unterstützung. Bis zu dem Grad, zu dem der Dualismus als wahr angenommen wird, ist er es auch.“ Davies, Bronwyn, (1992) S. 144, zitiert nach Faulstich-Wieland, Hannelore (1995): a. a. O., S. 88Google Scholar
  49. 807.
    Beck-Gernsheim, Elisabeth (1983): „Vom ‚Dasein für andere‘ zum Anspruch auf ein Stück ‚eigenes Leben‘ — Individualisierungsprozesse im weiblichen Lebenszusammenhang“. In Soziale Welt, 3, S. 307–340Google Scholar
  50. 808.
    Vgl. die Ausführungen zur geschlechtsspezifischen Sozialisation im Alltagsleben von H. Faulstich-Wieland (2002): „Vermittelt werden Sozialisationsprozesse über den Lebensstil: Das Aufwachsen ist eingebettet in die alltäglichen Geschäfte der ‚Familie’, d. h. der Angehörigen, die für die Pflege, Unterkunft, Nahrung, Kommunikation usw. zuständig sind. Das neugeborene Baby registriert von Anfang an, in welcher Umwelt es sich befindet, und es gewöhnt sich an den normalen Tagesablauf. Die alltäglichen Routinen bestimmen die doxa, die Selbstverständlichkeiten, die vom Kind angeeignet warden — eben weil sie Selbstverständlichkeiten sind.“ „Sozialisation ist die Aneignung und Realisierung alltäglicher Lebensführung. Geschlecht ist dabei ein Merkmal, dessen Erwerb, Erhalt und Ausfüllung in die Alltagsprozesse eingebettet ist (vgl. Faulstich-Wieland, 2000). Entscheidend für eine Analyse ist es, den Blick auf die konkreten regionalen, sozialen und historischen Bedingungen des Aufwachsens zu richten. Durch tätige Auseinandersetzung (...) in kooperativer und kommunikativer Form, zunächst vor allem in der Kind-Erwachsenen-Beziehung, eignen die Einzelnen sich die menschlichen Errungenschaften an. In diesem Prozess sind Bedeutungsverallgemeinerungen — als Erlernen des gesellschaftlich-kulturellen Erbes der Menschheit — sowie, Unmittelbarkeitsüberschreitungen‘ (Holzkamp 1985) — als Ausweitung des Aktionsradius von der Mikrostruktur der unmittelbaren Familienbeziehung auf die Meso-, Exo- und Makrostrukturen — wesentliche Sozialisationserfahrungen. Die Transaktionalität (Dippelhofer-Stiem 1995) von Erfahrungen auf allgemein ‚Gültiges‘ geschieht wesentlich über das Erlernen symbolischer Bedeutungen.“ Faulstich-Wieland, Hannelore (2002): Alltägliche Lebensführung als Sozialisationskonzept für Geschlecht. In: Erwägen — Wissen — Ethik, Jg. 13, 1, S. 36Google Scholar
  51. 809.
    West/Zimmermann, 1991, zitiert nach Faulstich-Wieland (2002): a. a. O., S. 36Google Scholar
  52. 810.
    Projektgruppe Kinderpanel: Lebenswelten von Kindern — mit ihren Augen gesehen. In: DJI Bulletin, 67, Sommer 2004, S. 7Google Scholar
  53. 811.
    Zur Bedeutung der familiären Beziehungen, des familiären Klimas und der empathischen Haltung, des sog. „familiären sozialen Kapitals“, für die Entwicklung des Kindes und dessen Schulerfolg vgl. z. B. Leu, Hans Rudolf (1997): Anerkennungsmuster als „soziales Kapital“ von Familien. In: Diskurs, 1, S. 32–39Google Scholar
  54. 812.
    Erste Ergebnisse aus dem DJI-Kinderpanel, an dem im ersten Untersuchungsabschnitt im Herbst des Jahres 2002 insgesamt 2190 Familien beteiligt waren, ergaben, dass 9 von 10 Müttern, Vätern und Kindern von häuslichen Auseinandersetzungen berichten und sich diese am häufigsten am Aufräumen des Kinderzimmers entzünden. Projektgruppe Kinderpanel (2004): Lebenswelten von Kindern — mit ihren Augen gesehen. In: DJI Bulletin, 67, Sommer 2004, S. 4–7Google Scholar
  55. 813.
    Vgl. z. B.: AOK, die Gesundheitskasse (8/2001): Elterninfo Kind. Leckeres für Schüler. Kornwestheim: Druckhaus MünsterGoogle Scholar
  56. 814.
    Klaus Noysen (Research), Hamburg stellt in seiner Untersuchung über die Verzehrgewohnheiten der Bundesdeutschen einen Trend zur „Auflösung“ der traditionellen Mahlzeitenstruktur fest und verzeichnet einen stetigen Anstieg des „Essens außer Haus“, wobei Imbisse, Fast-Food-Betriebe und die Lebensmittel-Einzelhandelsgastronomie die Gewinner dieses Trends sind. Vgl. Frohn, Hermann (2000): „Essen außer Haus“ und Trends bei Großverbrauchern. In: Köhler, Barbara Maria; Oltersdorf, Ulrich; Papastefanou, Georg (Hg.): Ernährungsberichterstattung in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin: Ed. Sigma, S. 182–196 Die Auswertung der letzten Zeitbudgeterhebung durch Meier, Uta u. a. (2004) bestätigt zwar die Zunahme der außerhäuslichen Essensversorgung. 26,2% der Bevölkerung nahmen 2001/2002 täglich mindestens eine Mahlzeit außer Haus ein (1991/92: 18%). Gleichwohl signalisieren die Ergebenisse der letzten Zeitbudgeterhebung, dass weder von einer „Erosion der Esskultur“ noch von „einer Individualisierung des Essens durch Auflösung der Mahlzeitenstruktur“ und eines „Rund-um-die-Uhr-Essverhaltens“ die Rede sein kann. Vgl. Meier, Uta (2004): a. a. O., S. 5–7Google Scholar
  57. 815.
    Von den 8–9 jährigen Grundschülern besuchte im Jahre 2002 in Westdeutschland nur jedes 7. Kind eine Ganztagstagsschule. Projektgruppe Kinderpanel (2004): a. a. O., S. 7Google Scholar
  58. 816.
    Zum Erleben des Schulalltags aus der Sicht von Kindern im Folgenden die Ergebnisse aus dem DJI — Kinderpanel 2002: „Über 40% der 8–9-jährigen Kinder haben oft Angst, in der Schule zu viele Fehler zu machen. Kinder aus niedrigen sozialen Schichten äußern diese Befürchtung häufiger als Kinder aus höheren Schichten. Jedes vierte Kind langweilt sich in der Schule, die Jungen mehr als die Mädchen. Bei jedem siebten Grundschulkind kommt es nach Wahrnehmung der Mütter zu zwei und mehr Belastungssymptomen durch die Schule: Kopf- und Bauchschmerzen; Angst vor dem Lehrer/der Lehrerin; Sorge um das Abschneiden am nächsten Tag; starke Aufregung beim Aufrufen im Unterricht. Auch in der Gruppe der belasteten Schüler sind Kinder aus niedrigen sozialen Schichten überproportional vertreten. Zwei Drittel aller Kinder weisen keine derartigen Symptome auf.“ Projektgruppe Kinderpanel (2002): a. a. O., S. 7Google Scholar
  59. 817.
    In der wissenschaftlichen Forschung ist z. Zt. unumstritten, dass Erfolgs- und Misserfolgserlebnisse in der Schule nicht unwesentlich über die Familie vermittelt werden. „Hinter den Schülern stehen Eltern, die als ‚Coach‘ ihrer Kinder tagtäglich mehr oder weniger erfolgreich bemüht sind, die Schularbeit und die Schullaufbahn ihrer Kinder zu ‚managen‘ und sie auf gute Wege zu bringen. Wie Schule erlebt, verarbeitet und bewältigt wird, hängt wesentlich davon ab, wie diese Management-System zu Hause aussieht.“ Fend, Helmut (1999): Schule und Persönlichkeit: Eine Bilanz der Konstanzer Forschungen zur „Sozialisation in Bildungsinstitutionen.“ In: Pekrun, Reinhard; Fend, Helmut (1999): Schule und Persönlichkeit. Stuttgart: Lucius & Lucius, S. 28Google Scholar
  60. 818.
    Furtner-Kallmünzer & Hössl sprechen von einem Beziehungsdreieck Kind — Schule — Familie, das „besonders im Rückmeldungs- und Wahrnehmungsprozess in den ersten Schuljahren sehr eng (ist), wenn die Schule z. B. bei Verbalzeugnissen oder Hausaufgaben den Eltern Informations- und Vermittlungsfunktionen überträgt.“ Furtner-Kallmünzer, Maria & Hössl, Alfred (2004): Der Start in die Schule. Leistungsrückmeldungen und Belastungen aus der Sicht von Kindern und Eltern. Pilotstudie „Wahrnehmung von Leistungsrückmeldungen in den ersten Grundschuljahren.“ DJI Verlag, Deutsches Jugendinstitut: München, S. 22Google Scholar
  61. 819.
    Frau M., die wie ihr Ehemann ganztags erwerbstätig ist und deren Kinder nach der Schule nicht von einem Erwachsenen beaufsichtigt oder in einer Institution betreut werden, fordert z. B. in einem Gespräch mit der Klassenlehrerin eine Rückmeldung der Pädagogin zum schulischen Verhalten ihrer Tochter ein: „Ich bin auch, als meine Kinder zur Schule gingen, habe ich mir selbst die Frage gestellt, wie gut kennst du deine Kinder wirklich, kannst du denen soviel vertrauen, dass sie ihre Hausaufgaben machen? Also die Noten sind zwar gut, aber wie ist das Verhalten deiner Kinder? Zu Hause gibt es nichts Auffälliges, aber es ist doch besser, wenn du mindestens einmal Kontakt zum Klassenlehrer oder zur Lehrerin aufnimmst. Und dann habe ich auch einen Termin gemacht, bin hingegangen. Meine Tochter, und dann hab ich es angesprochen, bei meinem Sohn auch noch, da war ich mit meinem Mann, aber bei meiner Tochter war ich alleine.(...) Und in der Schule war sie genauso, also die Lehrerin meinte, dass meine Tochter, die damals in der Grundschule war, also überhaupt keine Probleme hatte, also im Verhalten so normal und so nett und sie ist gut vorbereitet und aufgeschlossen und es gibt überhaupt keine Probleme. Und dann habe ich mir gedacht, dann machst du weiter so. Sie hat auch das X-Gymnasium besucht und hat Architektur in Bochum studiert.“ Interview Nr. 8, Z. 893–912Google Scholar
  62. 820.
    Grundmann, Matthias u. a.(1999) sprechen bezüglich des Einflusses der familiären Bedingungen auf den Bildungsverlauf von einem „komplexen Gefüge ineinandergreifender, sich überlagernder und zum Teil konkurrierender Einflussfaktoren, die für den Anregungsgehalt der familialen Interaktion und somit auch für die Fähigkeit der Familie, bildungsförderliche Kompetenzen in den Kindern hervorzubringen, relevant sind.“ Grundmann, Matthias; Huinink, Johannes; Krappmann, Lothar (1994): Familie und Bildung. Empirische Ergebnisse und Überlegungen zur Frage der Beziehung von Bildungsbeteiligung, Familienentwicklung und Sozialisation. In: Büchner, Peter u. a. (1994): Kindliche Lebenswelten, Bildung und innerfamiliale Beziehungen. München, Verlag Deutsches Jugendinstitut, S. 80Google Scholar
  63. 821a.
    Ulich, Klaus (1993) stellt eine Differenz in der Häufigkeit und der Art der Kontakte zwischen Schule und Eltern fest, dergestalt, dass diese sich mit dem Ausmaß der sozialen Distanz zwischen Eltern und Lehrern reduziert. Ulich, Klaus (1993): Schule als Familienproblem. Konfliktfelder zwischen Schülern, Eltern und Lehrern. Frankfurt a. M.: FischerGoogle Scholar
  64. 821b.
    Gudjons, Herbert (1992) differenziert zwischen folgenden Elterntypen: den „Schulfrommen“, den „späten 68ern“, den „Aufstiegsorientierten“ sowie den Eltern mit „Behördenkomplex“. Vgl. Gudjons, Herbert (1992): Eltern: Sand im Getriebe? In: Pädagogik, 5, S. 6–9Google Scholar
  65. 822.
    Krumm, Volker (2001) stellt fest, dass sich die faktische Eltern-Lehrer-Interaktion nach wie vor lediglich auf Problemsituationen und Informationen über das Verhalten oder die Leistung des Schülers bezieht. Wirkliche pädagogische Kooperation zwischen Schule und Elternhaus lassen die Rahmenbedingungen von Institution Schule z. Zt. offenbar nicht zu. „Das Interesse der Lehrer an Kooperation konzentriert sich auf Mitarbeit der Eltern in der Schule, weniger auf die Lösung von Lernproblemen ihrer Schüler (...) und fast gar nicht auf Erziehungsnöte, die Eltern mit ihren Kindern daheim haben.“ Krumm, Volker (2001): Elternhaus und Schule. In: Rost, Detlef H. (Hg.)(2001): Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. Weinheim: Beltz, S. 110Google Scholar
  66. 823.
    Neuere IFS-Umfragen ergeben, dass das Verhältnis der Eltern zur Schule ihrer Kinder kritischer und distanzierter geworden ist. Die Schule wird schlechter bewertet, gleichzeitig sind die an sie gerichteten Erwartungen gestiegen. Ein zunehmender Teil der Eltern bemängelt darüber hinaus die niedrigen Leistungsanforderungen. Kanders, Michael (2000): IFS-Umfrage: Die Schule im Spiegel der öffentlichen Meinung. Ergebnisse der elften IFS-Repräsentativbefragung der bundesdeutschen Bevölkerung. In: Rolff, Hans-Günter (Hg.)(2000): Jahrbuch der Schulentwicklung, Weinheim: Juventa, S. 23Google Scholar
  67. 825.
    Vgl. Helmke, Andreas & Schrader, Friedrich-Wilhelm (1998): Entwicklungen im Grundschulalter. In: Pädagogik, 6, S. 62 f.Google Scholar
  68. 826.
    Vgl. ebenda, S. 85Google Scholar
  69. 827.
    Krumm, Volker (2001): a. a. O., S. 109Google Scholar
  70. 828.
    Vgl. z. B. die Luxemburger Hausfrauenstudie, deren Ergebnisse besagen, dass 60% der Mütter von Kindern im Alter zwischen 6–15 Jahren diese regelmäßig, 15% häufig und 6% selten bei der Hausaufgabenerledigung unterstützen. Dabei ist diese Mitwirkung mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden: 15% benötigen täglich mehr als zwei Stunden, knapp 30% der Mütter verbringen täglich zwischen einer und zwei Stunden mit der Hausaufgabenbetreuung und 35% sind täglich zwischen einer halben bis einer Stunde beschäftigt. Nur 10% wenden weniger als 1 Stunde wöchentlich auf und weitere 10% bis zu 3 Stunden wöchentlich. Ministerium für Frauenförderung, Luxemburg (Hg.) (1998) Hilf, Ellen: Hausfrauen in Luxemburg. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung. Luxemburg, S. 51Google Scholar
  71. 829.
    Vgl. z. B. Furtner-Kallmünzer, Maria & Hössl, Alfred (2004): a. a. O., S. 75Google Scholar
  72. 830.
    Furtner-Kallmünzer & Hössl (2004) formulieren zu den Schwierigkeiten der mütterlichen Hausaufgabenbetreuung: „Hausaufgaben bilden einen der häufigsten Konfliktanlässe in der Beziehung zwischen Kindern und Eltern; sie können zu Entfremdungstendenzen zwischen Kindern und Eltern führen (...). Die Zeit, die Eltern für die Hausaufgabenhilfe aufwenden, scheint im historischen Prozess zugenommen zu haben. Das elterliche Verhalten bezieht sich vor allem auf Kontrolle (ob sie gemacht wurden, ob sie Fehler haben), auf die zeitliche Regelung, das Achten auf saubere Schrift, Abhören usw. und kann über dies kontraproduktiv sein (...). ‘ Sowohl die aktuelle Lerneffizienz als auch die überdauernde Leistungsmotivation scheint ungünstig beeinflusst zu werden, wenn die eigenständige Auseinandersetzung des Kindes mit den Leistungsanforderungen in der Hausaufgabensituation chronisch behindert wird‘ (Trudewind/Windel 1991, S. 147). Letzteres erklärt sich dadurch, dass Eltern dieses Verhalten besonders dann zeigen, wenn sie mit den Leistungen der Kinder unzufrieden sind, bei Kindern deshalb die leistungshemmende Frucht vor Misserfolg steigen kann, sich also ein ‚Teufelskreis‘ einstellen kann. Furtner-Kallmünzer, Maria & Hössl, Alfred (2004): a. a. O., S.26Google Scholar
  73. 833.
    Familiäre reproduktive Arbeit wird bei erwachsenen Kindern vor allem in Krisensituationen oder bei Krankheit notwendig (und gesellschaftlich erwartet), wie an der folgender Interviewpassage beispielhaft verdeutlicht wird: „Ja, wenn jemand krank war. Ja, das war einfach noch mal nachher, da waren unsere Kinder eigentlich schon erwachsen, da wurde unsere Tochter sehr krank, eine psychotische Erkrankung und (kleine Pause) und fiel wieder (seufzt) ganz, sie war schwer depressiv, aus dem Studium. Und da war sie eigentlich schon fünf Jahre aus dem Haus. Das war noch mal’ne ganz, ganz schwere Zeit, weil sie dann zwar die Woche über dann nicht da war, aber sie kam am Wochenende und war wieder wie so ein kleines Kind. Da musste man alles mit ihr machen, das hat unheimlich an den Kräften gezehrt. Das haben wir, das haben wir auch gemacht zu zweit, aber bis dahin war ich froh, daß ich meinen Beruf gut kannte, da konnte ich den durchziehen, meine ganze Kraft ging in das Wochenende.(...)Und da hätte ich mehr Unterstützung gebraucht.“ Interview Nr. 9, Z.: 377–403Google Scholar
  74. 834a.
    Vgl. z. B.: Krüger, Helga & Born, Claudia (1991): Unterbrochene Erwerbskarrieren und Berufsspezifik: Zum Arbeitsmarkt- und Familienpuzzle im weiblichen Lebenslauf. In: Mayer, Karl Ulrich; Allmendinger, Jutta; Huinink, Johannes (Hg.)(1991): Vom Regen in die Traufe: Frauen zwischen Beruf und Familie. Frankfurt a. M.: Campus, S. 142–161.Google Scholar
  75. 834b.
    Engelbrecht, Gerhard (1989) spricht von der „dritten Schwelle“ berufsbiografischer Übergänge bei Frauen. Engelbrecht, Gerhard (1989): Erfahrungen von Frauen an der „3. Schwelle“. Schwierigkeiten bei der beruflichen Wiedereingliederung aus der Sicht der Frauen. Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 1, 100–114Google Scholar
  76. 839.
    Oubaid, Monika (1988) spricht von einer größeren familiären Aufmerksamkeit, die der Entwicklung von Jungen im Vergleich zu den Mädchen geschenkt wird. Vgl. Oubaid, Monika (1988): a. a. O., S. 78Google Scholar
  77. 840.
    Im Anforderungsspagat zwischen beruflichen und familiären Verpflichtungen lässt sich mit Beginn der mütterlichen Erwerbstätigkeit (oder Berufsausbildung) unabhängig von der familienzyklischen Phase erkennen, dass in diesem Sample die Erfüllung der beruflichen Verpflichtungen Vorrang erhalten und die häuslichen Verpflichtungen nachrangig behandelt werden. Der Begriff „Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie“ suggeriert eine Gleichwertigkeit und Balance zwischen den Anforderungsprofilen, die bei den erwerbstätigen qualifizierten Frauen im Alltag praktisch nicht gelebt wird und werden kann, wie die folgenden Zitate verdeutlichen: „Oder wenn ich so denke an die Entführungen, spektakuläre Entführungen Schleyer, Erlemann, Gallwitz, alles, was durch die Presse gegangen ist. Insbesondere bei XY war ich monatelang eingespannt, habe ich mit meiner Familie nur noch schriftlich verkehrt. Das war 1980. Wenn ich abends nach Hause kam, zwölf oder halb eins, dann schliefen die schon, und wenn ich morgens ging, schliefen die immer noch. Ich hab dann immer aufgeschrieben, hab in den Kühlschrank geguckt, was sie holen mussten. Wir hatten keine ruhigen Weihnachten, wir hatten keine ruhigen Ostern, auch keinen Karneval, was ja für die Kinder wichtig ist, das hat sich ja hingezogen bis Mai, dann war das Kind wieder da. Und dann hatte ich die Aufgabe, das Kind zu vernehmen und auch die Familie noch weiter zu betreuen. So dass ich also ständig unterwegs war, Samstag und Sonntag. Doch, man hatte Weihnachten Rücksicht auf mich genommen und auf Familie und hatte mir gesagt, ich dürfte also Weihnachten nach Hause gehen, ersten Weihnacht stag. Man hat mich vor Weihnachten, ich hatte Urlaub vom 18. Dezember, als das passierte. Ich war dabei, die Fenster zu putzen, als sie mich dann weggeholt haben. Dann bin ich sofort da eingestiegen. Und eben monatelang damit befasst gewesen. Und das erfordert eine ganze Menge von der Familie. Es gibt aber auch einen Zusammenhalt, muss ich sagen. Ja, das ist nicht immer nur negativ zu werten, das ist auch positiv. Ganz einfach, weil der eine für den anderen auch sorgen muss. Nein, das ist (kleine Pause) doch auch mein Beruf war, das war eigentlich positive Reaktion.“ Interview Nr. 11, Z.: 1555–1576 I.: „Und wie sah nach Beginn der Erwerbstätigkeit dann eine Durchschnittswoche aus?“ Frau St.: „Ja, also, ich bin eigentlich zu Anfang bin ich um acht Uhr im (Name der Dienststelle M. D.) gewesen, bin sozusagen mit den Kindern aus dem Haus, das war nun nicht weit mit dem Auto zehn Minuten, nicht mal. Weil wir da immer `ne_Andacht hatten, das habe ich später abgeschafft. Denn ich hatte ja auch noch abends was. Und ich musste mich ziemlich da eingewöhnen erst, dann bin ich oft denn mittags nach Haus gefahren, habe Mittag gemacht, weil ich dann Nachmittag und Abend wieder da war. Und nachher habe ich das so ein bisschen besser hingekriegt, dass ich dann morgens entweder um neun oder um zehn erst angefangen habe. Vorher ich das schon im Haus soweit geregelt hatte, dass das gut ging. Und so. Das, ich hatte’nen unregelmäßigen Job. Also nicht so jeden Tag von acht bis vier oder so was, sondern ich hatte ja viel Abende, hatte Wochenenden immer wieder, war auch auf Tagungen tagelang, was weiß ich, Wochenende oder halbe Woche oder so was, bin auch viel hingereist. Nun wurden die Kinder ja größer und erwachsen auch mit der Zeit und gingen dann ja auch nachher aus dem Haus, während ich berufstätig war, also das, ich war halt dann fünfzehn Jahre berufstätig. Hinterher waren die natürlich erwachsen. Nur die Anfangsjahre, die waren noch problematisch und wo auch noch mal ein bisschen geguckt werden musste, wo, z. B. meine Mutter kam einmal die Woche und hat für die Kinder gekocht. Ne, so. Und blieb dann den Nachmittag bis abends.“ I.: „Die kam immer einmal?“ Frau St.: „Ja.“ Interview Nr. 13, Z.: 1230–1253 Frau Z.: „Ich habe halt die Dinge gemacht, die ich mir zutraute, und die gingen dann auch. Die habe ich dann auch. Ich bin sowieso kein ängstlicher Mensch, sondern ziemlich zupackend und habe den Kopf in der Regel auch über den Dingen. Gerate also nicht so schnell in Schwulitäten (lacht). Das gab’s also nicht. Es kam wohl vor, dass ich also zeitlich in Bedrängnisse kam, dass ich also wirklich jede Minute nutzen musste, und das ging über Jahrzehnte so, dass ich praktisch rund um die Uhr mit, nahezu rund um die Uhr arbeitete, außer den sechs Stunden Schlaf, nicht? Dass ich halt morgens um sechs anfing und dass ich abends um elf Uhr gerade aufhörte und dass ich, wo ich ging und stand, nur schon wieder vordachte und vorarbeitete für das nächste, damit auch diese Sache wohlvorbereitet gelingen würde. So dass ich also rationell arbeitete, sehr rationell, nicht? Und dass ich also jahrelang im Grunde genommen nur las, was ich für meine Arbeit lesen musste, mir also versagen musste, Literatur zu lesen, die ich sonst gerne gelesen hätte, vielleicht die Besprechungen in der FAZ, im Feuilleton, damit ich mitreden konnte und auch wusste, dass es da einen Bestseller gab oder so. Also, meine alten germanistischen Neigungen sind nicht ganz untergegangen, aber ich konnte sie nicht entfalten und entwickeln, sondern ich musste also, selbst wenn ich in Urlaub fuhr oder so, dann mieteten wir uns meistens Wohnungen am Meer. Dann nahm ich einen Koffer voll Bücher mit, halt Bücher, die ich lesen musste oder lesen wollte, um auf diese Weise konzeptionell immer aktuell zu sein, nicht?“ I: „Und das Verhältnis zu Ihren Kindern?“ Frau Z.: „Das war sehr, sehr unkompliziert und unproblematisch. Wie gesagt, die, die, die Aussage von oberster Mami und Mami zeigt ja, irgendwo haben sie das genossen, dieses Nebeneinander und Miteinander, dass sie da sich voll bedient gefühlt haben, nicht? Und, ich habe mal unseren Sohn, da waren sie so am Renommieren hier, ätsch, mein Opa ist aber Tierarzt, ätsch, mein Opa ist aber Rektor, ätsch, das, ätsch, das. Und dann kam der letzte Trumpf von Bernd, und daraufkam kein Wort mehr von den anderen, dann sagte er: ätsch, ich habe aber zwei Mamaren. So Situationen beschreiben ja einiges, ne?“ Interview Nr. 2, 1215–1265 „Nee, die Abende sind weg. Ich war 16 Jahre lang in B. Parteivorsitzende, als ich damals in den Landtag gekommen bin 71, stellte sich die Frage des Wechsels im Kreisvorsitz, und da habe ich also klar erkannt, du hast also jetzt auf dem dreizehnten Platz kandidiert, ohne je, ohne gewisse Verankerung, nur Verankerung Frauen und Jugend, das zählt ja auch in dieser Partei noch nicht. Frau Z. wird Ihnen das ja sagen können, wie wir lange Jahre gemeinsam gekämpft haben gegen die Männer, gegen die Männermafia. Dann habe ich gedacht,_so, also wenn ich im Landtag bleiben will, dann muss also den Kreisvorsitz anstreben. Es gab dann eine Kampfkandidatur, die ich auch gewonnen habe. Von da an war ich dann 16 Jahre Parteivorsitzende in Y. Dann können Sie sich ja vorstellen, dass kein Termin in einem Ortsverband war, wo L. nicht da war. Das habe ich so gepflegt, ich habe nicht in (der Landeshauptstadt M. D.) Karriere gepflegt, aber in meinem Kreisverband. Und damals hatten wir 74 mal eine Kommunalwahl, da hatten wir 45,9 Stimmen für die ABC in dieser gewachsenen ABA-Stadt.“ Interview Nr. 12, Z.: 691–707 „Ich bin dann von Dezember 76 bis Juni, einschließlich Juni 77, sieben Monate nach X (Universitätsstadt M. D.) gegangen. Das bedeutete, dass ich sonntags abends oder montags morgens immer in aller Herrgottsfrühe zu Hause meine Sachen packte, eine ganze Woche von der Familie getrennt in X war. Ich kam am Freitag Frühnachmittag wieder, setzte mich auch erst gar nicht hin, ich fütterte als erstes meine Waschmaschine, mein Mann kaufte ein oder hatte eingekauft. Dann begann ich für eine ganze Woche zu kochen und zu braten und zu tun. Am Samstagmorgen war Putzen angesagt, wobei ich sagen muss, dass ich von meinen Töchtern, insbesondere von der großen sehr unterstützt wurde. Die hatte einfach Freude daran zu kochen. Und die am Samstag, die waren beide zwischenzeitlich hier in A. auf dem Gymnasium, dann sagte die: Putz du mal, ich koche weiter. Die konnte das auch. Die konnte also mit, die war inzwischen 13, mit 13 konnte die auch schon ganz gut kochen. War für mich `ne große Entlastung. Und wurde am Sonntag gebügelt. Dann wieder der Koffer gepackt. Sie können so was nur machen, wenn eine Familie dahintersteht und wenn der Mann das auch mitträgt. Das heißt, er muss, er stand ja nun die ganze Woche für den Haushalt und für die Kinder grade. Ich möchte auch sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt keine Putzhilfe hatte, sondern alles selber gemacht habe. Jedes Kind hatte so bestimmte Aufgaben. Der eine war für die Küche zuständig, der andere für Bad und Toilette. Und mein Mann putzte Staub und (lacht) und sorgte dafür, dass es sonst sauber war in der Wohnung. Also jeder hatte so seine bestimmten Aufgaben. Und die Grundreinigung ging dann eben am Wochenende über die Bühne. Das waren sieben Monate.“ Interview Nr. 11, Z.: 256–279Google Scholar
  78. 841.
    Frau St.: „Nur die Anfangsjahre, das war noch problematisch und wo auch noch mal ein bisschen geguckt werden musste, wo, z. B. meine Mutter kam einmal die Woche und hat für die Kinder gekocht. Ne, so. Und blieb dann den Nachmittag bis abends.“ I.: „Die kam immer einmal?“ Frau St.: „Ja.“ I.: „Und die andere konkrete Bewältigung des Alltags, hatten Sie da Unterstützung?“ Frau St.: „Ich hatte dann ein schwarzes Ehepaar, die bei mir saubermachten. Ich war gar nicht da, die hatten Schlüssel und so, da hob ich mich drauf verlassen, dass das gut ging, und war auch total.“ Interview Nr. 13, Z. 1248–1257Google Scholar
  79. 842.
    Vgl. hierzu auch die Ausführungen von Beck-Gernsheim zur Arbeitsbelastung von Führungsfrauen in Anmerkung Nr. 506, S. 130, Beck-Gernsheim (1988): a. a. O., S. 113Google Scholar
  80. 843a.
    Neugarten & Datan (1973) differenzieren auf der Basis unterschiedlicher Rollenorientierungen für Frauen im mittleren Alter vier Gruppen von Veränderungsmuster: „statics“ (die Rollen bleiben gleich), „shifters“ (die Rollen werden gewechselt), „expanders“ (die Rollen werden erweitert) und constrictors (die Rollen werden eingeengt). Neugarten, B.L. & Datan, N. (1973): Lebenslauf und Familienzyklus. In: Rosenmayer, L. (Hg.): Die menschlichen Lebensalter — Kontinuität und Krisen, München: Piper, S. 156–188,Google Scholar
  81. 843b.
    zitiert nach Papastefanou, Christiane (1992): Mütterliche Berufstätigkeit in der Übergangsphase zur „Nachelternschaft“. In: Brüderl, Leokadia; Peatzold, Bettina (Hg.)(1992): Frauenleben zwischen Beruf und Familie. Psychosoziale Konsequenzen für Persönlichkeit und Gesundheit. Weinheim et al.: Juventa, S. 210–230Google Scholar
  82. 844.
    Vgl. auch die Textinterpretation Kapitel 5.2.2.7.Google Scholar
  83. 845.
    Vgl. z. B. Struck, Peter (1995/3): Bindungsbedürfnisse und Bindungsdefizite sowie Übermütter und Rabenmütter. In: ders.: Familie und Erziehung. Pädagogik zum Anfassen für Eltern, Lehrer und Erzieher. Neuwied et al.: Luchterhand, S. 35–42Google Scholar
  84. 849.
    Vgl. z. B. Kontos, Silvia & Walser, Karin (1979): a. a. O., S. 121; Papastefanou, Christiane (1992): a. a. O., S. 210 ff.Google Scholar
  85. 850.
    Vgl. z. B. das Kinderlied „Hänschen klein“, in dem es in der zweiten Strophe heißt: „Aber Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr, da besinnt sich das Kind, läuft nach Haus geschwind.“Google Scholar
  86. 851a.
    Roberts C. L. & Lewis, R. A. (1981): The empty nest syndrome. In: J. G. Howells (Ed.): Modern perspectives in psychiatry of middle life. New York: Brunner/Mazel Publishers;Google Scholar
  87. 851b.
    Oliver, R. (1977): Empty nest syndrome as a focus of depression — cognitive treatment model, based on rational emotive therapy. Psychotherapy — Theory, Research and Practice, 14, S. 87–94CrossRefGoogle Scholar
  88. 852.
    Fahrenberg (1986) hat bereits 1986 darauf aufmerksam gemacht, dass der Ausdruck „leeres Nest“ bereits eine subtile Bewertung in sich birgt. Er ist defizitär angelegt und lässt anklingen, dass etwas „voll“ sein müsste und dieser Zustand weder erwünscht noch normal sei. Das Wort „leer“ suggeriert Einsamkeit und Verlustgefühl. Fahrenberg, Brigitte (1986): Die Bewältigung der „empty-nest-situation“ als Entwicklungsaufgabe der älter werdenden Frau. Eine Literaturanalyse. Zeitschrift für Gerontologie, 19, S. 323–335Google Scholar
  89. 853.
    Ist ungewöhnlich, ne. Und das war eben sozusagen, wir waren eigentlich froh, dass er achtzehn war, als er auszog, es konnte nicht mehr irgendein Prozess laufen oder so, mangelnde Aufsichtspflicht, ne, so. Und weil sie ja Lehrerin auch war und so.“ Interview Nr. 13, Z. 1457–1461Google Scholar
  90. 854.
    Silvia Kontos & Karin Walser schätzen die Möglichkeiten zur gleichwertigen Beziehungsgestaltung zwischen Mutter und Kind eher gering ein. Sie schreiben: „Eines der entscheidenden Probleme der Mutterarbeit entsteht aus der extremen Asymmetrie der Mutter-Kind-Beziehung, die der Mutter zwar die Chance gibt, eine Beziehung gewissermaßen vom Nullpunkt anzufangen und sie partiell nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten; sie erreicht allerdings kaum je den Zustand einer gleichgewichtigen Beziehung reifer Persönlichkeiten, der in den Wünschen und Hoffnungen, die die Mutter an die Entwicklung des Kindes knüpft, vermutlich immer auch enthalten ist. Die Vorstellung, sich mit dem Kind einen Vertrauten zu schaffen, ist kaum oder selten zu realisieren, und führt zumeist zu einer Überforderung des Kindes. ‚Es besteht meist eine klaffende Diskrepanz zwischen dem, was die Mutter von dem Kind will, und dem, was das Kind von der Mutter braucht.‘“ Kontos, Silvia & Walser, Karin (1979): a. a. O., S. 121Google Scholar
  91. 855.
    Imhof (1981) spricht im Zusammenhang mit der nachelterlichen Phase von Müttern etwas idealisierend von den „gewonnenen Jahren“ im Leben einer Frau, in der sie von den Aufgaben der Kinderversorgung weitgehend befreit ist und die verbleibende Lebenszeit für ihre eigene Prioritätensetzung und Entwicklung nutzen kann. Imhof, Arthur E. (1981): Die gewonnenen Jahre. München: BeckGoogle Scholar

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