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Fallstudien

Chapter
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Part of the Forschung Pädagogik book series (FORSCHPÄD)

Zusammenfassung

Bei der Auswertung des Datenmaterials wurde für die Typisierung der realtypischen Fallanalysen das Kriterium gewählt, wie die Interviewten Berufs- und Familienarbeit im Lebensverlauf miteinander verknüpfen; denn die jeweilige Anordnung bestimmt die Bedingungen für die familiär zu leistende Reproduktionsarbeit und damit ebenfalls ihre inhaltliche Ausgestaltung. Bei dieser Typisierung kristallisierten sich die drei folgenden Vereinbarkeitsarrangement für die mütterliche Vereinbarung von Reproduktionsarbeit und qualifizierter Erwerbsarbeit heraus:
  • die Vereinbarung durch späte erste Mutterschaft

  • die Vereinbarung durch Erwerbsunterbrechung

  • die kontinuierliche Vereinbarung von Berufs- und Reproduktionsarbeit

Mittels dieser Typologie soll im Folgenden nachgezeichnet werden, wie Frauen nach Abschluss der allgemeinbildenden Schule innerhalb ihres Erwachsenenlebens bis ins Rentenalter hinein Erwerbs- und Familienarbeit miteinander verknüpfen, wie sich die Welt der reproduktiven Arbeit aus der Sicht der Akteurinnen in diesen Familien gestaltet und wie sie bewältigt wird.

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Literatur

  1. 483.
    Man spricht in der Medizin und den Sozialwissenschaften von „später erster Mutterschaft“, wenn Frauen ab dem 35. Lebensjahr das erste Kind bekommen. Vgl.: Herlyn, Ingrid; Krüger, Dorothea (2000): Späte erste Mutterschaft — ein neues biografisches Muster? In: Zeitschrift für Frauenforschung und Geschlechterstudien, Jg. 18, 1 +2, 2000, S. 115Google Scholar
  2. 484.
    Interview Nr. 6, Z.: 533Google Scholar
  3. 485.
    Interview Nr. 6, Z.: 51–54Google Scholar
  4. 486.
    Interview Nr. 6, Z.: 83Google Scholar
  5. 487.
    Vgl. Pierre Bourdieu (1997) zu den Personen, die in Institutionen ihren Arbeitsplatz erschaffen: „Die Dispositionen der Akteure bestimmen deren Wahrnehmung und Bewertung der Position, folglich die Art und Weise, wie sie diese einnehmen und damit die ‚Realität‘ der Position selbst. Diese Dialektik zeigt sich paradoxerweise nirgends so deutlich wie im Fall der in den Unsicherheitszonen des sozialen Raums angesiedelten Positionen und der wenig ‚professionalisierten‘ d. h. hinsichtlich ihrer Zugangs- wie ihrer Ausübungsbedingungen noch unzureichend definierten Berufe. Diese eher zu schaffenden denn bereits geschaffenen Posten, dazu geschaffen, geschaffen zu werden, sind für diejenigen, geschaffen, die dazu geschaffen sind und sich dazu geschaffen fühlen, ihre Posten zu schaffen, die sich für die fertigen Posten nicht geschaffen fühlen und die sich, in Ausdrücken der klassischen Alternativen, gegen das Fertige und für das Werdende, gegen das Geschlossenen und für das Offene entscheiden. Die Definition dieser unzulänglich bestimmten, abgegrenzten und abgesicherten Posten liegt paradoxerweise in der Freiheit, die sie ihren Inhabern lassen, sie zu definieren und abzugrenzen, indem sie in aller Freiheit, ihre Grenzen, ihre Definition, die ganze für ihren Habitus konstitutive inkorporierte Notwendigkeit in sie einbringen. Die Posten werden das sein, was ihre Inhaber sind oder zumindest diejenigen Inhaber, denen es in den >berufs< internen Auseinandersetzungen und den Konfrontationen mit den benachbarten und konkurrierenden Berufen gelingt, die für das, was sie sind, günstigste Definition des Berufs durchzusetzen.“ Bourdieu, Pierre (1997): Der Tote packt den Lebenden. In: Steinrücke, Margareta (Hg.), Schriften zu Politik & Kultur 2, Hamburg: VSA Verlag, S. 38–39Google Scholar
  6. 488.
    „Ja, und Angestellte hatten wir vielleicht so, mhh, (kleine Pause) 25 und dann die Ordensschwestern, das war eine größere Gruppe, das waren damals noch 40 Ordensschwestern“. Interview Nr. 6, Z.: 134–137Google Scholar
  7. 489.
    Interview Nr. 6, Z.: 110–111Google Scholar
  8. 490.
    Interview Nr. 6, Z.: 218–220Google Scholar
  9. 491.
    Interview Nr. 6, Z.: 108–110Google Scholar
  10. 492.
    Vgl.: Interview Nr. 6, Z.: 114–123 und Z.: 140–150Google Scholar
  11. 493.
    Siehe z. B. Clement, Ulrich; Clement, Ute (2001): Doppelkarrieren. Familien- und Berufsorganisation von Dual-Career-Couples. In: Familiendynamik, Jg. 26, 3, Stuttgart: Klett-Cotta, S. 251–274Google Scholar
  12. 494a.
    Vgl. Hradils Ausführungen zur Bedeutung der eigenen Wohnung für Singles: „Die Wohnung war schon immer eine stark mit Emotionen und (Un-)Sicherheitsgefühlen besetzte ‚Heimat‘. Heute stellt sie zudem einen Ort der Selbstverwirklichung, der Ausformung der eigenen Individualität, der Stilisierung der eigenen Lebensweise und des persönlichen Rückzugs dar. In ganz besonderem Maße gilt das für Singles. Sie verbringen viel Zeit in ihrer Wohnung. Diese ist ‚Sanatorium und Tankstelle‘, ‚Spielwiese der eigenen Individualität‘. Hier leben Singles nicht selten ihre ‚fiktive Familie‘ aus.“ Hradil, Stefan (1998): Die Seismographen der Modernisierung, Singles in Deutschland. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. B 53/98, 25. 12. 1998, S. 12 unter Bezugnahme aufGoogle Scholar
  13. 494b.
    Soltau, Heide (1993): Pfeifen aufs Duett. Von Singles, Alleinstehenden und anderen Solisten. Köln: 1993, S. 94 f.Google Scholar
  14. 495.
    Vgl. Interview Nr. 6, Z.: 1749–1750Google Scholar
  15. 496.
    Unter Unternehmenskultur soll hier verstanden werden: „die soziale Kooperation der Arbeitenden (...), die durch Werte, Normen und Umgangsformen geprägt wird. Auch hier läßt sich eine vergeschlechtlichte Komponente ausmachen: Die Geschlechterkultur einer Organisation oder einer Abteilung wird geprägt von gesellschaftlichen Mustern, aber auch von unternehmensinternen Überzeugungen und Standards....“ Rastetter, Daniela (1999): Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz — ein betriebliches Problem. In: Zeitschrift für Frauenforschung, Jg. 17, 1+2, S. 90Google Scholar
  16. 497.
    „Ich lernte meinen Mann 1966 kennen und wir haben 1967 geheiratet.“ Interview Nr. 6, Z.: 264–265Google Scholar
  17. 498.
    Mein Mann kam aus der Benediktinerabtei in C. und hatte nur eine angefangene Ausbildung, die er gebrauchen konnte, und hat dann noch ein, sich seiner Ausbildung gewidmet.Interview Nr. 6, Z.: 284–287Google Scholar
  18. 499.
    „...und musste auch damals noch mein Geld verdienen, das ging gar nicht anders, weil mein Mann ja nur eine Nebenbeschäftigung hatte. Da hätten wir davon nicht leben können.“ Interview Nr. 6, Z.: 496–498Google Scholar
  19. 500.
    „Pascha“ laut Duden „Mann, der sich gern (von Frauen) bedienen läßt.“ Vgl.: Der große Duden, Sinn- und sachverwandte Wörter. Band 8. Bibliographisches Institut Mannheim, et al.: 1972, S. 447Google Scholar
  20. 501.
    Vgl. Koppetsch & Burkart zur Ökonomie des Tauschens. Sie bezeichnen den Austausch „von Gaben“ „als Zentrum unserer modernen Alltagsmoral — auch in Paarbeziehungen, während das vollständige Ausbleiben von „Gegengaben“ Konflikte oder Schuldgefühle verursacht. Koppetsch, Cornelia; Burkart, Günter (1999): Die Illusion der Emanzipation. Zur Wirksamkeit latenter Geschlechtsnormen im Milieuvergleich. Konstanz: Universitätsverlag Konstanz, S. 165 ff.Google Scholar
  21. 502.
    Vgl. Koppetsch & Burkart (1999): a. a. O., S. 154Google Scholar
  22. 503.
    Koppetsch & Burkart (1999): a. a. O., S. 159Google Scholar
  23. 504.
    Siehe hierzu auch Brüderl, Leokadia (1992). Sie gibt die Ergebnisse einer empirischen amerikanischen Studie von Camille B. Wortmann & Carol-Ann Emmons u. a. über 139 Paare mit hochqualifizierten Müttern von Vorschulkindern wieder. Trotz gleicher oder teilweise höherer beruflicher Positionen der Frauen trugen sie die Hauptverantwortung für die Versorgung der Kinder und die Haushaltsführung. Je mehr die eigene berufliche Position die des Partners übertraf, desto bereiter waren die Frauen, den Partner von der Erziehungsarbeit zu entbinden. Die Autoren erklären dieses Verhalten mit einer „ambivalenten Einstellung zur Geschlechtsrollenaufteilung.“ „Die normative Geschlechtsrollenzuweisung des Mannes als ‚Ernährer‘ der Familie scheint auch bei den beruflich und finanziell unabhängigen Frauen latent vorhanden zu sein. Sie versuchten das in ihrem Familiensystem durch Statusverschiebung ins Wanken geratene traditionelle Beziehungsmuster durch ein verstärktes persönliches Engagement innerhalb der Familie auszugleichen.“ Brüderl, Leokadia (1992): Beruf und Familie: Frauen im Spagat zwischen zwei Lebenswelten. In: Brüderl, Leokadia; Paetzold, Bettina (Hg.) (1992): Frauenleben zwischen Beruf und Familie. Psychosoziale Konsequenzen für Persönlichkeit und Gesundheit. Weinheim et al.: Juventa, S. 28Google Scholar
  24. 505.
    Beck-Gernsheim (1988) schreibt unter der Überschrift: „Totaler Arbeitseinsatz als oberste Pflicht“ zur Arbeitsbelastung von Frauen in Führungspositionen: „Und immer noch gibt es — offen oder versteckt — viele Vorurteile gegenüber Frauen. Also müssen Frauen, wollen sie trotz ihres Geburtsfehlers Weiblichkeit den Weg nach oben versuchen, mindestens ebensoviel leisten wie Männer — und fast immer noch einiges mehr. Das kostet enormen Aufwand an Kraft und Zeit. Denn ob man Untersuchungen über Manager oder Politiker, Pianisten oder Chefärzte liest, eines wird durchgängig sichtbar: Mit einer 40-Stunden-Woche ist nicht Karriere zu machen. Wer aufsteigen will, muß sich den offiziellen Vorgaben und inoffiziellen Erwartungen, den Spielregeln der innerbetrieblichen Auslese fügen — und die lassen oft keine Freizeit zu, greifen in Feierabend und Wochenende über. Der Karriereberuf fordert ‚ganzen Einsatz‘, stetige Verfügbarkeit, Flexibilität, Mobilität. Er abstrahiert von familialen und privaten Belangen, von den zahlreichen Anforderungen des Alltags (ob Haushalt, Kindererziehung, ob Behördengänge oder das politische Engagement als ‚mündiger Bürger‘). Er ist eine alles verschlingende Aktivität, die man rückhaltlos verfolgen, der man alle anderen Ziele unterordnen muß.“ Beck-Gernsheim, Elisabeth (1988b): Weibliche Berufskarriere? Die Folgen für Frauen und Männer. In: Deutsche Forschungsgemeinschaft Mensch, Arbeit, Betrieb. Bolte, Martin (1988): Beiträge zur Berufs- und Arbeitskräfteforschung. Sonderforschungsbericht. Weinheim, S. 113Google Scholar
  25. 506a.
    Der französische Soziologe Pierre Bourdieu spricht von einer „Komplizenschaft zwischen Habitus und Feld“, wenn sich die „Handlungsdispositionen der sozialen Akteure“ und die Formation des jeweiligen Umfeldes beiderseits bedingen. Vgl.: Schwingel, Markus (1993): Analytik der Kämpfe. Macht und Herrschaft in der Soziologie Bourdieus. Hamburg: Argument 1993, S. 63Google Scholar
  26. 506b.
    zitiert nach: Green, Elke M. (2001): Zufall, Gelegenheit oder zähes Ringen um Anerkennung — Selbstinterpretation weiblicher Hochschulkarrieren bis zur Habilitation. In: Deutscher Hochschullehrerinnenbund e. V. (2001): „Frauenkarrieren in der Wissenschaft — geplantes Risiko oder riskanter Plan?“ Öffentliches Kolloquium am 27. Januar 2001 an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Druckerei der Freien Universität BerlinGoogle Scholar
  27. 507a Beck-Gernsheim (1980) prägte den Begriff der Karrierebegleiterin und Karrierehelferin für Ehefrauen von beruflich engagierten Männern, die ihren Ehemann nicht nur emotional unterstützen, sondern auch alle Reproduktionsarbeiten für ihn übernehmen. Siehe hierzu: Beck-Gernsheim, Elisabeth (1988): a. a. O., S. 110–111.Google Scholar
  28. 507b.
    Siehe auch: Beck-Gernsheim, Elisabeth (1985): Karriere: Wie hoch ist der Preis? In: Altvater, Elmar; Baethge, Martin (Hg.): Arbeit 2000. Hamburg: VSH-Verlag, S. 135.Google Scholar
  29. 507c.
    Beck-Gernsheim, Elisabeth (1980): Das halbierte Leben. Männerwelt Beruf Frauenwelt Familie. Frankfurt a. M.: FischerGoogle Scholar
  30. 508.
    Zur Berufsorientierung von Karrierefrauen und den Konsequenzen für die Partnerschaft/Familie siehe auch Martina Schmidt (1989): „Ihr Beruf ist für sie nicht Mittel zum Zweck (um beispielsweise finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen, einen höheren Lebensstandard zu erreichen oder ihr Bedürfnis nach Geselligkeit zu befriedigen), sondern die Arbeit selbst bereitet ihr so viel innere Befriedigung, daß sie kaum noch zwischen Beruf und Freizeit zu unterscheiden vermag. Arbeit und Vergnügen werden für sie identisch (Metzlar 1985). Das bedeutet aber auch, daß Ehe und Familie bei ihr oftmals einen niedrigeren Stellenwert einnehmen als dies bei anderen Frauen der Fall ist. Die hohe Priorität des Berufslebens verlangt von der ambitionierten Frau, aber auch von ihrem Partner (und ihren eventuell vorhandenen Kindern) zahlreiche Anpassungen, Rücksichtnahmen und in bestimmten Fällen auch Einschränkungen. Insbesondere mit dem Vorbild einer ‚traditionellen‘Ehe vor Augen, in der sich alles nach dem Mann ausrichtet, kann es bei einem solchen Rollenwechsel zu massiven Störungen in der ehelichen Beziehung kommen.“ Schmidt, Martina (1989): Karrierefrauen und Partnerschaft. Sozialpsychologische Aspekte der Beziehung zwischen karriereambitionierten Frauen und ihren Lebenspartnern. Münster et al.: Waxmann, S. 94Google Scholar
  31. 509.
    Interview Nr. 6, Z.: 265–267Google Scholar
  32. 510.
    Urdze & Rerrich (1981) konnten feststellen, dass bei ca. 50% aller Schwangerschaften der „Zufall“, d. h. mangelnde Verhütungsmethoden die Geburt und deren Zeitpunkt bestimmen. Vgl.: Urdze, Andrejs; Rerrich, Maria S. (1981): Frauenalltag und Kinderwunsch. Motive von Müttern für oder gegen ein zweites Kind. Franfurt a. M. et al.: Campus, S. 50Google Scholar
  33. 511.
    Interview Nr. 6, Z.: 514Google Scholar
  34. 512.
    Schülein (1990) schreibt zum Zusammenhang von Kinderwunsch und ungeplanter Schwangerschaft: „Es ist sicher kein ‚Zufall‘, daß ein so hoher Prozentsatz auf die Möglichkeit einer gezielten Kontrolle verzichtet, statt dessen ‚es darauf ankommen läßt‘. Es wäre denkbar, daß sich hier Ambivalenzen bemerkbar machen: Man will (vielleicht) ein Kind, weiß aber nicht genau, warum und fürchtet zugleich die Folgen. Solche Entscheidungsprobleme werden häufig durch Wegschauen gelöst, d. h.: Man vermeidet eine intentionale Entscheidung und überläßt den Umständen eine definitive Festlegung.“ Schülein, Johann August (1990): Die Geburt der Eltern. Über die Entstehung der modernen Elternposition und den Prozess ihrer Aneignung und Vermittlung. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 92Google Scholar
  35. 513.
    Interview Nr. 6, Z.: 269Google Scholar
  36. 514.
    Vgl. hierzu auch: Herlyn & Krüger (2000), die darauf hinweisen, dass die späte erste Geburt sowohl in der Öffentlichkeit, aber „besonders von Medizinern“ bis Mitte der achtziger Jahre „kritisch beurteilt“ wurde. Herlyn, Ingrid; Krüger, Dorothea (2000): a. a. O., S. 115–133Google Scholar
  37. 515.
    Interview Nr. 6, Z.: 269–271Google Scholar
  38. 516.
    Es (die Schwangerschaft M. D.) war für mich ein Stück Tatsache und damit musste ich versuchen umzugehen.“ Interview Nr. 6, Z.: 553–555Google Scholar
  39. 517.
    Arnold (1999) spricht von „nicht normativen“ Schwangerschaften, „wenn die schwangere Frau nach gesellschaftlichen Normen ‚zu jung‘ oder ‚zu alt‘ ist, um ein Kind zu bekommen (Gloger-Tippelt, 1988, 116 ff).“ Dabei hält sie die Bewertung einer Schwangerschaft als altersbedingt nicht normativ für die Entwicklung der werdenden Mutter für bedeutungsvoll. „Im Falle altersbedingter Veränderungen der Lebensumstände gibt es Vorbilder oder sogar Regeln für den Umgang mit den damit verbundenen Anforderungen; sowohl die betreffende Person selbst als auch die Personen in ihrer Umgebung sind auf diese vorbereitet. Nicht-normative Veränderungen treten dagegen häufig unerwartet ein; sie werden als ungewöhnlich wahrgenommen und z. T. negativ bewertet und sanktioniert. Für den Umgang mit solchen Ereignissen gibt es meist wenig positiv bewertete Vorbilder, was die erfolgreiche Bewältigung der Anforderungen zusätzlich erschwert.“ Arnold, Eva (1999): Familiengründung ohne Partner. Eine empirische Studie mit alleinstehenden und nicht alleinstehenden Frauen zur Wahrnehmung von Anforderungen und zum Einsatz von Bewältigungsstrategien vor und nach der Geburt des ersten Kindes. Münster et al.: Waxmann, S. 101Google Scholar
  40. 518.
    Zu dem Zusammenhang zwischen der Einstellung einer werdenden Mutter zu ihrer Schwangerschaft und den darin auftretenden gesundheitlichen Symptomen schreibt Schülein (1990): „Eine ungewollte Schwangerschaft erhöht (...) die Wahrscheinlichkeit einer negativen psychischen Reaktion und damit auch die physischer Komplikationen. Gewissermaßen dazwischen liegen die (relativ vielen) Fälle, in denen eine Schwangerschaft weder gewollt noch vermieden wurde, sie also dem ‚Schicksal‘ überlassen wurde. Wenn man davon ausgeht, daß hier die Einstellung zu Kindern ambivalent ist, steht zu vermuten, daß diese Ambivalenzen sich im Erleben und Handeln ausdrücken. Konkret bedeutet dies vor allem, daß die typischen körperlichen Effekte der Frühschwangerschaft (Übelkeit, Schlappheit usw.) besonders intensiv psychisch aufgegriffen werden. Außerdem können sich sowohl die Realisierung des Kinderwunsches als auch die Angst, nunmehr definitiv auf ein angenehmes und ungestörtes Leben verzichten zu müssen, sich ein für allemal festgelegt zu haben, in Form psychischer Wechselbäder auswirken.“ Schülein, Johann August (1990): a. a. O., S. 100–101Google Scholar
  41. 519.
    An anderer Stelle des Interviews äußert sich Frau M. dezidiert gegen ein zweites Kind: „...denn man riet mir sehr stark ab, ein weiteres Kind noch zu riskieren. Nicht nur wegen meines Alters, sondern auch wegen des Gesundheitszustandes. Und ich hob’s ja dann auch nicht darauf angelegt, auch aus anderen Gründen nicht, eben auch aus beruflichen Gründen. Ja.“ Interview Nr. 6, Z.: 306–310Google Scholar
  42. 520.
    Vgl. Interview Nr. 6, Z.: 799–801Google Scholar
  43. 521.
    Zu den Risiken einer späten Schwangerschaft vgl.: Gloger-Tippelt, Gabriele (1988): Schwangerschaft und erste Geburt. Psychologische Veränderungen der Eltern. Stuttgart et al.: W. Kohlhammer, S. 122 ff.Google Scholar
  44. 522.
    Siehe hierzu Gloger-Tippelt (1988): Auf der Grundlage von empirischen Studien entwickelt sie ein Verlaufsmodell zum Prozess der Mutterwerdung auf der psychischen Ebene, der sich in zwei Zyklen vollzieht. Im ersten Zyklus während der Schwangerschaft unterscheidet sie folgende Phasen: 1. Die Verunsicherungsphase (ca. bis zur 12. Schwangerschaftswoche) 2. Die Anpassungsphase (ca. ab der 12. bis zur 20. Schwangerschaftswoche) 3. Die Konkretisierungsphase (ca. ab der 20. bis zur 32. Schwangerschaftswoche) 4. Die Antizipations- und Vorbereitungsphase (ca. ab der 32. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt) 5. Der 2. Zyklus beginnt mit der Geburt, der drei nachgeburtliche Phasen folgen (Phase der Überwältigung und Erschöpfung bis ca. vier bis acht Wochen nach der Geburt; Phase der Herausforderung und Umstellung, ca. 2. bis 6. Monat nach der Geburt; Gewöhnungsphase, ca. 6. bis 12. Monat nach der Geburt) Gloger-Tippelt, Gabriele (1988): a. a. O., S. 59 ff.Google Scholar
  45. 523.
    Nach dem Gesetz zum Schutze der erwerbstätigen Mütter (Mutterschutzgesetz) § 3, Abs. 2 haben Schwangere in den letzten sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin Anspruch auf Freistellung von der Erwerbsarbeit. Vgl. Becksche Textausgaben (2001): Arbeitsschutzgesetze, Mutterschutzgesetz, 43. Auflage, München: C. H. Beck, S. 103Google Scholar
  46. 524.
    Nach § 6 Abs. 1 des Gesetzes zum Schutze der Erwerbstätigen Mütter (Mutterschutzgesetz) besteht während der ersten acht Wochen nach der Geburt ein absolutes Beschäftigungsverbot. Siehe hierzu: Becksche Textausgaben (2001): Arbeitnehmerschutzgesetze. Mutterschutzgesetz, a. a. O., S. 105Google Scholar
  47. 525.
    Interview Nr. 6, Z.: 597–599Google Scholar
  48. 526.
    Vgl: Interview Nr. 6, Z.: 660–661 sowie Z.: 338Google Scholar
  49. 527.
    Vgl.: Interview Nr. 6, Z.: 284–289Google Scholar
  50. 528.
    Im narrativen Teil des Interviews teilt Frau M. mit, dass auch ihr Ehemann die Tochter aus dem Kindergarten bzw. von der Tagesmutter abholt: „..wenn sie den ganzen Tag da war oder bis zum Nachmittag, wenn mein Mann sie abholen konnte.“ Interview Nr. 6, Z.: 512–523Google Scholar
  51. 529.
    Becker-Schmidt, Regina; Brandes-Erlhoff, Uta; Karrer, Marva; Knapp, Axeli G.; Rumpf, Mechthild; Schmidt, Beate (1982): Nicht wir haben die Minuten, die Minuten haben uns. Zeitprobleme und Zeiterfahrungen von Arbeitermüttern in Fabrik und Familie. Bonn: Verlag Neue Gesellschaft GmbH, S. 51Google Scholar
  52. 530.
    Vgl. hierzu Becker Schmidt u. a. (1982), die in ihrer qualitativen Studie über lohnabhängige Mütter zu deren Zeitproblemen und Zeiterfahrungen zu folgenden Ergebnissen kommen: „Die Hausarbeit wartet, Zeit ist (...) für die Frauen Mangelware. Kinder gehen mit ihr ganz anders um: sie trödeln, träumen, wiederholen unermüdlich bis zur Erschöpfung. Gerade beim Spielen müssen Erwachsene fähig sein, feste Zeitpläne aufzugeben. Phantasietätigkeiten vertragen weder Zeitdruck noch Festlegung auf Regelhaftigkeit. Den Müttern wird so abverlangt, im Mitspielen die sonst notwendigen Zeitorientierungen fahren zu lassen und dem Eigensinn der Kinder zu folgen. Das ist sicherlich nicht einfach, wenn man schon die Hälfte des Tages einem fremden Willen unterworfen war:“ S. 52. Und zu den „kontroversen Zeitbedürfnissen“ von Müttern und Kindern nach einem Arbeitstag formulieren sie: „Der Geist (...) muß sich erst sammeln können. Das bedarf einer Überbrückungszeit, die der Unmittelbarkeit kindlicher Bedürfnisse widerstrebt. Ihre ‚Hier und Jetzt‘ -Forderungen konkurrieren mit den Wünschen der Mütter nach Übergangsphasen. Die Frauen brauchen beides: Ruhe, um zur Besinnung zu kommen, und die affektive Zuwendung der Kinder, die ihnen zeigen, daß sie während der mütterlichen Abwesenheit nicht ‚abgeschrieben‘ worden sind. Aus diesen entgegengesetzten Strebungen erwachsen Spannungen: im Verlangen nach einer Besinnungspause erscheinen die Kinder als Störenfriede: die Kinder beiseite zu schieben, verstärkt aber nicht nur die Schuldgefühle, die angesichts der gesellschaftlichen Tabuisierung von Mutterarbeit ohnehin genährt werden: das widerstreitet auch dem Bedürfnis, für die Kinder dasein, mit ihnen Zusammensein zu wollen.“ Becker-Schmidt, Regina u. a. (1982): a. a. O., S. 51–52Google Scholar
  53. 531.
    Siehe Becker-Schmidt, Regina u. a. (1982): a. a. O., S. 45Google Scholar
  54. 532.
    Becker-Schmidt u. a. (1982): „‚Du darfst keine Zeit verlieren!‘ Das behindert (...) Kommunikation, Erfahrungsaustausch, Bei-der-Sache-bleiben-können. Wo der familiale Zusammenhalt mehr sein soll als bloße Zwangsgemeinschaft, lebt er nun aber gerade von solchen Impulsen. Vor allem Kinder sind auf Vitalität in den Beziehungen zu ihren Bezugspersonen angewiesen. Ohne Zuneigung und affektiven Rückhalt kommen Entwicklungsprozesse nicht in Gang. Emotionale Aufmerksamkeit ist eine notwendige Voraussetzung dafür. Ohne sie bleibt Erziehung Dressur und Aufzucht. Darum erfordert der Umgang mit Kindern Zeitstrukturen, die denen in der Fabrik (und der Erwerbsarbeit als Geschäftsführerin M. D.) genau entgegengesetzt sind. Beim Spielen, Zuhören, ja bei jeder Art kindgerechter Zuwendung bedarf des der geduldigen Beachtung des Gebots: ‚Du mußt Zeit verlieren können‘. “ Becker-Schmidt, Regina u. a. (1982): a. a. O., S. 50Google Scholar
  55. 533.
    Vgl. dazu Becker-Schmidt u. a. (1982): „Tätigkeiten dagegen, die dem Wohlbehagen dienen sollen, verlangen die Möglichkeit der Umwegproduktion, der Phantasieentfaltung: ein Essen, das schmecken soll und nicht nur sättigen, will ausprobiert, verfeinert, mit Diesem und Jenem angereichert sein. Alle menschlichen, nicht-mechanischen Tätigkeiten, die auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ausgerichtet sind, erfordern, daß man ‚in der Zeit lebt‘, d. h. während des Tätigseins bei sich ist. Sie kommen nicht aus ohne Aufmerksamkeit, die sich an das Objekt der Beschäftigung binden, bei ihm verharren kann.“ Becker-Schmidt, Regina u. a. (1982): a. a. O., S. 50Google Scholar
  56. 534.
    Dass sie regelmäßig Überstunden erarbeitet, formuliert Frau M. auch an folgenden Textstellen: Z.: 236–243, Z.: 330–332, Z.: 369–370, Z.: 528–529, Z.: 658–661, Z.: 744–745, Z.: 789–799, Z.: 850, Z.: 1126–1129Google Scholar
  57. 535.
    Schülein, Johann August (1990): a. a. O., S. 96Google Scholar
  58. 536.
    Ich wusste, dass meine Tochter da sehr lieb und herzlich aufgenommen war, dass sie da unter zwei anderen Kindern war, dass sie herzlich mit ihr umgingen.“ Interview Nr. 6, Z.: 880 – 881Google Scholar
  59. 537.
    Andererseits hätte ich so nebenher noch eine Kinderfrau dann bezahlen müssen, das wäre sicherlich auch noch teurer gekommen als die Kindertagesstätte, die ja immerhin wie alle Kindergärten öffentlich bezuschusst war“ Interview Nr. 6, Z.: 348–351Google Scholar
  60. 538.
    Interview Nr. 6, Z.: 888–891Google Scholar
  61. 539.
    Faulstich-Wieland, Hannelore (1981): Berufstätigkeit der Eltern und Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. In: WSI-Mitteilungen, 4, S. 245Google Scholar
  62. 540.
    Zum Bindungsverhalten von Kleinkindern und zum Aufbau von Mehrfachbindungen bei familienergänzender Unterbringung vgl. auch: Faulstich-Wieland, Hannelore (1981): a. a. O., S. 245 ff.Google Scholar
  63. 541.
    „...dann ist sie nachts aufgewacht und ist zu mir ins Bett gekommen.“ Interview Nr. 6, Z.: 1027–1028Google Scholar
  64. 542.
    Interview Nr. 6, Z.: 1037–1041Google Scholar
  65. 543.
    Vgl. die Ausführungen unter der Überschrift: Eheleben kinderfrei ab S. 127 ff.Google Scholar
  66. 544.
    „man hat mir immer wieder gesagt, dass Evelyn ein überdurchschnittlich gutes Sozialverhalten hätte, heute sage ich manchmal: „Du bist zu anständig.“ Aber sie sagt: „Tja, hob ich halt, so bin ich halt erzogen worden, ich kann es nicht ändern, so bin ich halt.“ Interview Nr. 6, Z.: 318–323Google Scholar
  67. 545.
    Siehe hierzu: Die Kurzdarstellung dieses lerntheoretischen Ansatzes in: Faulstich-Wieland, Hannelore (2000): Individuum und Gesellschaft. Hand- und Lehrbücher der Pädagogik. München et al.: R. Oldenbourg, S. 87–92Google Scholar
  68. 546.
    Vgl: Faulstich-Wieland (2000): Mit Verweis auf Barbara Dippelhofer-Stiem (Dippelhofer-Stiem 1995, S. 58) definiert sie: „Erziehung ist intentional, planvoll, Entwicklungsprozesse unterstützend und insofern Teil des Sozialisationsgeschehens“. Faulstich-Wieland, Hannelore (2000): a. a. O., S. 11Google Scholar
  69. 548.
    Frau M. schildert, dass sie sich intensiv mit der einschlägigen pädagogischen Fachliteratur auseinandergesetzt hat. „...wie ich jetzt das kleine Kind hatte, hatte ich sehr viel mich mit Klein-Kinderziehung und so was befasst.“ Interview Nr. 6, Z.: 935–937Google Scholar
  70. 549.
    Einen Überblick über zentrale empirischen Studien zum mütterlichen Kontrollverhalten und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes in den 60er und Anfang der 70er Jahre gibt Lehr (1978). Lehr, Ursula (1978/2): Die Rolle der Mutter in der Sozialisation des Kindes. Darmstadt: Dr. Dietrich Steinkopf Verlag, S. 117 ff.Google Scholar
  71. 550.
    In einer repräsentativen Befragung von Hausfrauen in Luxemburg gaben nur 20% aller Hausfrauen an, dass sie ihren schulpflichtigen Kindern nicht bei der Erstellung der Hausaufgaben behilflich sind, aber fast 60% antworteten, dass sie ihre Kinder regelmäßig unterstützen. Weitere 15% betreuen die Kinder bei Bedarf. Dabei ist die Unterstützungsarbeit der Mütter mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. 15% gaben an, dass sie täglich mehr als zwei Stunden dafür aufwenden, fast 30% verbringen täglich zwischen ein bis zwei Stunden und ein „gutes Drittel“ täglich zwischen einer halben bis einer Stunde mit der Betreuung der Kinder bei der Hausaufgabenerstellung. Vgl.: Ministerium für Frauenförderung, Luxemburg (Hg.) (1998): Hausfrauen in Luxemburg. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung. Luxemburg, S. 50 ff.Google Scholar
  72. 551.
    Zu den „veränderte(n) Bedingungen des Kinderalltags“ schreibt Zeiher (1991): „In der Kindheit der Eltern und Großeltern heutiger Kinder war der Nachmittag die Zeit, in der Kinder am ehesten ihren Alltag bestimmen konnten. Damals waren die kindergarten- und schulfreien Nachmittage die Zeit für ein Stück eigenes Kinderleben unter Nachbarskindern in Hausnähe, ohne raum-zeitliche Fixierungen, jenseits pädagogischer Kontrolle und auch relativ unabhängig von dem, was die Hausfrauen-Mütter zur gleichen Zeit taten.“ Zeiher, Helga (1991): Eigenes Leben der Mütter — eigenes Leben der Kinder? In: Mayer, Karl Ulrich; Allmendinger, Jutta; Huinink, Johannes; (Hg.)(1991): Vom Regen in die Traufe: Frauen zwischen Beruf und Familie. Frankfurt a. M. et al.: Campus, S. 342Google Scholar
  73. 552.
    Vgl. Interview Nr. 6, Z.: 959–972 (Kontaktaufnahme mit Evelyns Klassenlehrerin im sechsten Schuljahr; Gespräch über angemessenes Lehrerverhalten bei Disziplinproblemen in der Klasse; Evelyn ängstigt sich, weil die Klassenlehrerin bei Disziplinproblemen sehr laut wird; Lehrerin lobt das vorbildliche Schülerinnenverhalten von E.)Google Scholar
  74. 553.
    Während des Interviews äußert sich Frau M. nicht eindeutig zur beruflichen Situation ihres Ehemannes. (Vgl.: Interview Nr. 6, Z.: 284–289) Aus dem Gesagten lässt sich aber schließen, dass Herr M. in der mittleren Kindheit von Evelyn bereits als vollzeiterwerbstätiger Arbeitnehmer einer kaufmännischen Tätigkeit nachging und sich deshalb nachmittags nicht in der Wohnung aufhielt.Google Scholar
  75. 554.
    Über die Situation von Kindern nach der Entlassung aus einer längeren Ganztagsbetreuung in einer öffentlichen Einrichtungen schreibt Zeiher (1991): „Wenn Kinder (...) jahrelang in geschlossenen Einrichtungen betreut gewesen sind und im Alter von neun oder zehn Jahren aus dem Hort entlassen werden, geraten viele von ihnen in soziale Isolation. Kontakte in der Nachbarschaft haben ganztags betreute Kinder schon aus Zeitmangel meist nicht herstellen können. Nur wenige haben das Glück, nach dem Hortalter Zugang zu einer offenen Kindereinrichtung in der Nähe zu finden. Manche suchen in einem Sportverein eine außerhäusige Bindung, die dann freilich auf Veranstaltungszeiten beschränkt ist. Sozialpädagogen wissen, daß sehr viele der Hortabgänger in ein ‚soziales Loch‘ fallen, wenn sie nun nachmittags bis zur Heimkehr der Eltern plötzlich sich selbst überlassen sind, allein in der Wohnung.“ Zeiher, Helga (1991): a. a. O., S. 356Google Scholar
  76. 555.
    Bourdieu, Pierre (1983) zitiert nach Nissen, Ursula (1992): Raum und Zeit in der Nachmittagsgestaltung von Kindern. In: Deutsches Jugendinstitut (Hg.): Was tun Kinder am Nachmittag? Ergebnisse einer empirischen Studie zur mittleren Kindheit. Weinheim et al.: Juventa, S. 166Google Scholar
  77. 556a.
    Zur geschlechts- und schichtspezifischen Wahrnehmung institutionalisierter musisch-kultureller Freizeitangebote siehe Nissen (1992): sie stellt eine deutliche geschlechtsspezifische Ausprägung im Freizeitverhalten der mittleren Kindheit fest. „Während die Mädchen sich überwiegend und häufig an mehreren musisch-kreativen Angeboten beteiligen, nehmen Jungen überwiegend nur ein Sportangebot wahr. [...] Während Jungen mehrmals in der Woche immer den gleichen Freizeitort aufsuchen, halten sich Mädchen in mehreren unterschiedlichen inhaltlichen und sozialen Kontexten auf. Sie müssen folglich häufiger unterschiedliche Wegezeiten, Anfangszeiten etc. berücksichtigen und sich unterschiedlichen pädagogischen Ansprüchen stellen. [...], dafür kann vor dem Hintergrund einer institutionalisierten Kindheit vor allem bei Mädchen aus der Ober- und oberen Mittelschicht von einer sozialen und kontextuellen Verinselung gesprochen werden.“ Nissen, Ursula (1992): a. a. O., S. 159 f., 161 f.Google Scholar
  78. 556b.
    Nissen, Ursula (1992): a. a. O., S. 161 f.Google Scholar
  79. 557.
    Zur Wahrnehmung außerschulischer freizeitpädagogischer Angebote Zeiher (1991): „Mit klar sachbezogenem Inhalt und festen Terminen bieten solche Veranstaltungen sich als Bausteine für einen selbst zusammengesetzten Kinderalltag an. (...)Selbstbestimmung besteht nur im Wählen und Abwählen. Das Tun selbst folgt einem Programm, auf das die Kinder wenig Einfluß haben. Diese Organisationsform verlangt Zeitdisziplin — Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit -, die Müttern und Kindern im Mittelschichtsviertel keine Schwierigkeiten macht, gewährt im übrigen aber Unverbindlichkeit und Distanz. In den Kindergruppen, die nur einmal in der Woche für kurze Zeit und in schulähnlicher Situation zusammen sind, entstehen kaum persönliche Beziehungen unter den Kindern. Dies umso weniger, wenn Kinder mehrere Kurse besuchen, in denen sie jeweils andere Kinder treffen. Mit der raum-zeitlichen Partikularisierung solcherart organisierter Kinderfreizeit geht eine Partikularisierung der sozialen Bindungen der Kinder einher. Kinder, deren Nachmittage überwiegend in dieser Weise mit Tätigkeiten gefüllt sind [...] ‚leben trotz der vielfältigen Einbindungen in die außerfamiliale Welt relativ allein.“ Zeiher, Helga (1991): a. a. O., S. 353Google Scholar
  80. 558.
    Zinnecker 1990 b, S. 26 zitiert nach Nissen, Ursula (1992): a. a. O., S. 158Google Scholar
  81. 559.
    Sie berichtet von einer intensive Beziehung zu der Erzieherin aus ihrer altersgemischten Gruppe in der Kindertagesstätte und einer starken Bindung an die ca. 180 km entfernt wohnende Großmutter. Vgl. Interview Nr. 6, Z.: 312–316 und Z.: 1189–1191Google Scholar
  82. 560.
    Vgl. dazu Allerbeck & Hoag (1985), die empirisch belegen, dass es innerhalb der Familien keine weit verbreiteten Generationskonflikte gibt. Allerbeck, Klaus; Hoag, Wendy (1985): Jugend ohne Zukunft? München: R. Pieper, S. 53 ff.Google Scholar
  83. 561.
    Siehe z. B.: Hirsch, Anna Maria (1991): Wenn Kinder flügge werden. Eltern und Kinder im Ablösungsprozeß. München, et al.: Piper, S. 65–114Google Scholar
  84. 562.
    Vgl. dazu Gaiser, Mayr-Kleffel und Müller (1989). In einer Studie mit 336 Jugendlichen im Alter von 15 bis 22 Jahren gaben 32,2% der Mädchen und 31,8% der Jungen an, dass es in ihrer Familie eher so ist, dass Gefühle nicht gezeigt werden, und 37,6% der Mädchen und 36,1% der Jungen sagten, dass die Familienmitglieder ihre Probleme leichter mit Menschen außerhalb der Familie besprechen können. Gaiser, Wolfgang; Mayr-Kleffel, Verena; Müller, Hans Ulrich (1989) a. a. O., S. 123.Google Scholar
  85. 563.
    Trotzdem gehört Frau M. zu einer Minderheit. Laut Auskunft des Statistischen Bundesamtes, Mikrozensus, April 1999 sind in der BRD-West nur 21,6% der Bevölkerung im Alter von 60–65 Jahren noch erwerbstätig. Vgl.: Die Zeit, Nr. 37, 7. 9. 2000Google Scholar
  86. 564.
    Vgl.: Interview Nr. 6, Z.: 186–195 und Z.: 213–257Google Scholar
  87. 565.
    Vgl.: Interview Nr. 6, Z.: 252–255Google Scholar
  88. 567.
    Interview Nr. 6, Z.: 1635–1636Google Scholar
  89. 568.
    Vgl. z. B. Dethlefsen, & Dahlke (1983), die auf den Zusammenhang zwischen Krankheit und Lebensführung aufmerksam machen. Dethlefsen, Thorwald; Dahlke, Rüdiger (1983/6): Krankheit als Weg, Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder. München: BertelsmannGoogle Scholar
  90. 569.
    Insgesamt ist nur eine Minderheit von Ruheständlern in den alten Bundesländern der BRD ehrenamtlich tätig. Kohli u. a.(1992) stellen in ihrer Studie fest, dass 11,6% der befragten Rentner und 4,4% der befragten Rentnerinnen sich ehrenamtlich engagieren. Kohli, Martin u. a.(1992): Tätigkeitsformen im Ruhestand — Verbreitung und Bedeutung. Schlußbericht der 2. Projektphase an die DFG (Ko 905/1–2), Berlin, S. 126Google Scholar
  91. 570.
    Quantitative Studien zu verheirateten Ruheständlern kamen zu dem Ergebnis, dass nach Beendigung der Erwerbsarbeit nicht nur die als Paar gemeinsam miteinander verbrachte Zeit ansteigt, sondern auch die wechselseitige Interdependenz zunimmt (Kelley 1981, Aldous 1987, Gather, 1989b, Niederfranke 1990) sowie eine verstärkte Orientierung an der Partnerschaft anstatt an der Elternrolle erfolgt. Vgl.: Gather, Claudia (1996): Konstruktionen von Geschlechterverhältnissen. Berlin: Edition Sigma, S. 32–33Google Scholar
  92. 571a.
    1996 lebten 25,9% der Elternpaare im Alter von 55–69 Jahren und 8,8% der Elternpaare im Alter von 70–85 Jahren mit ihren Kindern in einem Haushalt. Vgl.: Alters-Survey 1996 gewichtet. Zitiert nach: Kohli, Martin (2000): Wohnen, Vererben, Geben: Das Generationsverhältnis in der Familie. In: SPD-Projektgruppe Zukunft der Familie und sozialer Zusammenhalt (Hg.)(2000): Zukunft Familie. Berlin, S. 120Google Scholar
  93. 571b.
    Zum Auszug von Jugendlichen aus dem Elternhaus vgl. auch: Gaiser, Mayr-Kleffel, Müller (1989): Mit Bezug auf „Das Jugendwerk der Deutschen Shellstudie 1985, Band 3, S. 465“ geben sie an, dass sich der Anteil der 21 bis 24-Jährigen, die noch in der Herkunftsfamilie wohnen, von 1954 bis 1984 sehr stark reduziert hat. Wohnten 1954 noch 74% der jungen Erwachsenen im Elternhaus, waren es 1984 nur noch 36%. Von den 23-Jährigen waren 1984 77% aus dem Elterhaus ausgezogen, von den 26-Jährigen bereits 83%. Von den 26–30-Jährigen leben noch 7% mit den Eltern in einem Haushalt. Gaiser, Wolfgang; Mayr-Kleffel, Verena; Müller, Hans Ulrich (1989): Jugendliche im Elternhaus — Zwischen Anpassung und eigenem Leben. In: Brodersen, Ingke; Duve, Freimut (1989): Familienalltag. Ein Report des Deutschen Jugendinstituts. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, S. 134Google Scholar
  94. 572.
    Im Jahr 1998 wohnten 17,3% aller Bafög empfangenden Studentinnen bei den Eltern, 1999 waren es 17,8%. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2001): Grund- und Strukturdaten 2000/2001. Bonn: Poppdruck, S. 291Google Scholar
  95. 573.
    Zu den Möglichkeiten der gleichberechtigten Beziehungsgestaltung zwischen Mutter und Tochter schreiben Kontos & Walser (1979): „Eines der entscheidenden Probleme der Mutterarbeit entsteht aus der extremen Asymmetrie der Mutter-Kind-Beziehung, die der Mutter zwar die Chance gibt, eine Beziehung gewissermaßen vom Nullpunkt anzufangen und sie partiell nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten; sie erreicht allerdings kaum je den Zustand einer gleichgewichtigen Beziehung reifer Persönlichkeiten, der in den Wünschen und Hoffnungen, die die Mutter an die Entwicklung des Kindes knüpft, vermutlich immer auch enthalten ist. Die Vorstellung, sich mit dem Kind einen Vertrauten zu schaffen, ist kaum oder selten zu realisieren und führt meist zu einer Überforderung des Kindes. ‚Es besteht meist eine klaffende Diskrepanz zwischen dem, was die Mutter von dem Kind will, und dem, was das Kind von der Mutter braucht‘“. Kontos, Silvia; Walser, Karin (1979): ...weil nur zählt, was Geld einbringt. Gelnhausen: Burckhardthaus-Laetare, S. 121Google Scholar
  96. 574.
    Jurczyk & Rerrich sprechen von 3 Ebenen, auf denen die Koordinations- und Abstimmungsanforderungen im Alltag zunehmen: 1. „auf der Ebene der zeitlichen Organisation des Alltags“ 2. „auf der Ebene der sachlich-arbeitsteiligen Organisation des Alltags“ 3. „auf der Ebene der sozialen Organisation des Alltags“ ; Jurczyk, Karin; Rerrich, Maria S. (1993): Die Arbeit des Alltags. Freiburg i. Breisgau: Lambertus, S. 26–27Google Scholar
  97. 575.
    Beck, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 186Google Scholar
  98. 576.
    Zum Zusammenhang zwischen Mutter-Beziehung und Partnerwahl schreiben Burger &Seidenspinner (1988): „Könnte dies vielleicht ein Hinweis darauf sein, daß die starke Identifikation mit der Mutter den Ablösungsprozeß verzögert, daß es der Tochter bei einer starken Mutter schwerer fällt, sich mit Jungen einzulassen, eine sexuelle Beziehung einzugehen und sich in einer Freundschaft zu behaupten? Diese Zusammenhänge deuten sich zumindest an.“ Burger, Angelika; Seidenspinner, Gerlinde (1988): Töchter und Mütter, Ablösung als Konflikt und Chance. Opladen: Leske + Budrich, S. 43Google Scholar
  99. 577.
    Siehe hierzu die „Kontinuitätsthese“ zum Freizeitverhalten von Ruheständlern, in der davon ausgegangen wird, dass im Ruhestand selten neue Hobbys und Aktivitäten begonnen werden. Die Lebensgestaltung in früheren Lebensphasen beeinflusse maßgelblich das Verhalten, dabei sei die Herstellung von Kontinuität ein wesentlicher Aspekt. Gather, Claudia (1996): Konstruktionen von Geschlechterverhältnissen, Machtstrukturen und Arbeitsteilung bei Paaren im Übergang in den Ruhestand. Berlin: Ed. SigmaGoogle Scholar
  100. 578.
    Pieper, Barbara (1986): Familie im Urteil ihrer Therapeuten. Bausteine einer Theorie familialer Arbeit. Frankfurt: CampusGoogle Scholar
  101. 579.
    Ostner, Ilona (1988): Die Tabuisierung der Hausarbeit. In: Rapin, Hildegard (Hg.), Frauenforschung und Hausarbeit. Frankfurt et. al.: Campus, S. 55Google Scholar
  102. 580.
    Nach Keddi & Sardei (in Anlehnung an Krafeld 1988) soll Lebensentwurf dabei verstanden werden „als subjektive Vorstellungen und Perspektiven, die strukturierend und handlungsleitend sind im Hinblick auf zentrale Lebensbereiche und damit zusammenhängende Muster der Lebensführung und des Lebenslaufs. Sie können ferner subjektiv besonders bedeutsame Lebensziele und — orientierungen einschließlich der subjektiven Interpretation der eigenen Lebenslage beinhalten. Lebensentwürfe werden vor dem Hintergrund von biographischen Vorgaben und von Bedingungen der gegenwärtigen Situation im Spannungsfeld von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, in der Aufarbeitung von ‚Lebensalltag, Lebensgeschichte und Lebensumwelt‘ (Krafeld 1988: 253) entwickelt.“ Keddi, Barbara; Sardei, Sabine (1991): Zum Wandel der Lebensentwürfe von Mädchen und jungen Frauen. Ausgewählte Ergebnisse empirischer Untersuchungen seit den sechziger Jahren. S. 180 In: Brock, Dietmar; Hantsche, Brigitte; Kühnlein, Gertrud; Meulemann, Heiner; Schober, Karen (Hg.)(1991): Übergänge in den Beruf. Zwischenbilanz zum Forschungsstand. Weinheim et al.: Juventa S. 180–191Google Scholar
  103. 581a.
    Becker-Schmidt, Regina u. a. (1982): a. a. O.Google Scholar
  104. 581b.
    Keddi, Barbara; Sardei, Sabine (1991): a. a. O.Google Scholar
  105. 581c.
    Brüderl, Leokadia; Paetzold, Bettina (Hg.)(1992): a. a. O.Google Scholar
  106. 581d.
    Paetzold, Bettina (1996): a. a. O.Google Scholar
  107. 581e.
    Mesletzky, Josephine; Oelkers, Susanne (1996): Beruf und Familie bei Medizinerinnen und Medizinern. Pfaffenweiler: CentaurusGoogle Scholar
  108. 582a.
    Das Verhalten von Frau M. deckt sich mit den Ergebnissen empirischer Untersuchungen zu Karrierefrauen. Vgl. Brüderl (1992) und Clement & Clement (2001). Sie zitieren die Ergebnisse einer Studie von Brines (1984), die zeigt, „dass Frauen (...) umso mehr Hausarbeit verrichten, je mehr sie ihrem Mann einkommensmäßig überlegen waren.“ Brines interpretiert das Ergebnis folgendermaßen: „...dass Frauen, die mehr verdienen als ihre Männer, sich so sehr von ihrer traditionellen Rolle entfernt erleben, dass sie dies durch ‚weibliche‘ Hausarbeit kompensieren. Ihre Männer hingegen, denen die traditionelle Rollenbestätigung der Familienernährers fehlt — so die Interpretation weiter — entziehen sich deshalb mehr der Hausarbeit, um weitere Männlichkeitsgefährdungen zu vermeiden.“ Brüderl (1992): a. a. O., S. 28 ff.Google Scholar
  109. 582b.
    Clement & Clement (2001): a. a. O., S. 260Google Scholar
  110. 583.
    Clement & Clement, a. a. O., S. 273Google Scholar
  111. 584.
    Clement & Clement, a. a. O., S. 273Google Scholar
  112. 585.
    Zum Vergleich: 1988 standen für nur 4.6% aller Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren Hortplätze zur Verfügung. Miedaner, Lore; Permien, Hanna (1992): Betreuungssituation und Nachmittagsgestaltung von Mädchen und Jungen — zur Weiterentwicklung familienergänzender Angebote. In: Deutsches Jugendinstitut (Hg.)(1992): Was tun Kinder am Nachmittag? Ergebnisse einer empirischen Studie zur mittleren Kindheit. Weinheim et al.: Juventa S., 175Google Scholar
  113. 586.
    Siehe hierzu: Das Konzept von der „Dominanz der beruflichen Arbeitserfahrung“ bzw. die These vom „langen Arm der Arbeit“ (Meissner 1971) aus der Berufssoziologie. Das Konzept besagt, dass die Erfahrungen in der Erwerbsarbeit die Ausprägung von Verhaltensmustern und -orientierungen auch in der außerberuflichen Lebenswelt prägen, und geht auf die Extensionstheorie von Habermas (1958) zurück. Vgl. Schirra-Weirich, Liane (1995): Karriere versus Familie? Ein Beitrag zur Diskussion um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie am Beispiel individueller Deutungsmuster. Alsbach/Bergstraße: LTV-Verlag, S. 40 ff.Google Scholar
  114. 587.
    Vgl. Voß (1994) S. 282 zitiert nach Metzger, Jutta Anna (2001): Arbeit und Familie — Individualisierung im Quadrat. In: Familiendynamik, Jg. 26, 3, Juli 2001, Stuttgart: Klett-Cotta, S. 212–225Google Scholar
  115. 588a.
    Die Berufsunterbrecherinnen entsprechen in ihrem Vereinbarkeitsarrangement dem Drei-Phasen-Modell. Vgl. hierzu Myrdal & Klein (1956), die in den 50er Jahren das Drei-Phasen-Modell entwickelten, nach dem Frauen die Familien- und Berufsorientierung nacheinander, in zeitlich von einander getrennten Phasen verwirklichen. Dieses Modell geht davon aus, dass berufliche und familiäre Verpflichtungen für Mütter parallel unvereinbar sind. Lange Zeit dominierte es als Erklärung für das weibliche Erwerbsverhalten. Weltz stellte bereit 1971 dieses Modell in Frage. Myrdal, Alva; Klein, Viola (1956): Die Doppelrolle der Frau in Familie und Beruf. Köln/Berlin: Kiepenheuer & Witsch.Google Scholar
  116. 588b.
    Weltz, Friedrich (1971): Bestimmungsgrößen der Frauenerwerbstätigkeit. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2, S. 204Google Scholar
  117. 589.
    Bundesland, in dem der jetzige Wohnsitz von Frau A. liegt.Google Scholar
  118. 590.
    Born u. a. (1996): „In den 50er Jahren, (...) war die Familiengründung mit ‚klassischer‘ familialer Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern als kulturelle Selbstverständlichkeit (erneut) durchgesetzt.“ Born, Claudia; Krüger, Helga; Lorenz-Meyer, Dagmar (1996): Der unentdeckte Wandel. Annäherung an das Verhältnis von Struktur und Norm im weiblichen Lebenslauf. Berlin: Ed. Sigma, S. 68Google Scholar
  119. 591.
    Zur Berufswahl von Mädchen in der Nachkriegszeit siehe auch Born u. a. (1996). In ihrer empirischen Untersuchung zu Frauen der Altersjahrgänge „um 1930“, die nach Kriegsende eine Lehre absolvierten und anschließend heirateten und Mutter wurden, stellen sie fest, dass diese jungen Frauen mehrheitlich insbesondere von ihren Müttern dazu angehalten und darin unterstützt wurden, eine berufliche Ausbildung zu durchlaufen. Die Autorinnen folgern daraus, dass der mütterliche Support u. a. auch aus der vornehmlich kriegsbedingten Erfahrung resultierte, „daß die Ehe keine lebenslange Versorgungsgrundlage darstellte.“ Born, Claudia; Krüger, Helga; Lorenz-Meyer, Dagmar (1996): a. a. O., S. 77–79Google Scholar
  120. 592.
    In der repräsentativen, auf Schleswig-Holstein begrenzten Studie von Kappelhoff & Schulz (1991) stellen diese fest, dass die Frauen aus der Geburtskohorte 1929–1936 (Frau Ackerle ist Jahrgang 1931) ungefähr gleich oft jeweils zu ca. 40% ihre Erwerbstätigkeit bei der Geburt des Kindes und bei Heirat beendeten. Kappelhoff, Peter; Schulz, Sigrid (1991): Determinanten des Berufsverläufe von Frauen. Abschlußbericht vom DFG-Projekt „KA 777/1–1“. Kiel: Institut für Soziologie des Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Tabelle 4.6 im AnhangGoogle Scholar
  121. 593.
    Beck-Gernsheim, Elisabeth (1989/2): Die Kinderfrage. Frauen zwischen Kinderwunsch und Unabhängigkeit. München: C. H. Beck, S. 118Google Scholar
  122. 594.
    Pilzecker, Ute (1994): Der „Kinderwunsch“ : die Geburt eines Phänomens. In: Pieper, Marianne (1994): Beziehungskisten und Kinderkram. Neue Formen der Elternschaft, Frankfurt a. M. et al.: Campus, S. 240Google Scholar
  123. 595.
    Vgl. die Ergebnisse einer Studie über Abiturientinnen aus dem Jahre 1959, in der der Wunsch zur Berufstätigkeit nach einer qualifizierten Ausbildung untersucht wird. Auf die Frage, ob diese Berufstätigkeit nach der Eheschließung fortgesetzt werden soll, antwortet die Mehrheit nämlich 56% mit „nein“. Auf die Frage, ob sie nach der Geburt von Kindern erwerbstätig sein wollen, antworten 93% mit einem unbedingten Nein und nicht eine mit einem unbedingten Ja. Das Fazit der Studie lautet: „Das Leitbild vom Beruf wird vom Leitbild der Familie überschattet. Die Familie wird als der für die Frau zentrale Lebenswert schlechthin dargestellt; alle anderen Ziele und Werte, auch die des Berufes stehen dahinter zurück.“ Schmidt-Relenberg, Norbert (1965): Die Berufstätigkeit der Frau und die Familie in den Leitbildern von Abiturientinnen. In: Soziale Welt, 2, S. 150Google Scholar
  124. 596.
    „Hauptbefund für ältere Geburtskohorten ist (gemeint sind die Geburtskohorten 1929–1931 sowie 1929–1936 M. D.), daß die Frauenerwerbsquoten zum Teil erheblich mit der beruflichen Stellung des Ehepartners variieren: Frauen von gehobenen oder höheren Angestellten und Beamten zeigten eine unterdurchschnittliche und Frauen von Arbeitern und Selbstständigen eine überdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung.“ Kurz, Karin (1998): Das Erwerbsverhalten von Frauen in der intensiven Familienphase. Ein Vergleich zwischen Müttern in der Bundesrepublik Deutschland und den USA. Opladen: Leske + Budrich, S. 120Google Scholar
  125. 597.
    Vgl.: „Bis in die 70er Jahre hinein war es für fast zwei Drittel der Frauen in der BRD gelebte Realität, ‚nur‘ Hausfrau zu sein. Die Ehe wurde als lebenslängliche Gemeinschaft konzipiert, der Kinderwunsch gehörte automatisch dazu, Ehe und Familie wurden gleichgesetzt.“ Domke, Monika (1999): Leistung & Idylle. Frauen zwischen Markt- und Hauswirtschaft. Köln: PapyRossa, S. 75Google Scholar
  126. 598.
    Die ersten beiden Kinder sind im Abstand von zwei Jahren und von vier, da kam das dritte.“ Interview Nr. 4, Z.: 303–304Google Scholar
  127. 599.
    Rerrich (1983) schreibt zu den veränderten Bedingungen von Mutterschaft und Hausfrauenleben zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts „Das ist nichts Neues: Kinderhaben wird immer schon Verzicht bedeutet haben. Aber der Verzicht der Mütter heute hat subjektiv eine neue Qualität, seitdem das Ziel ‚Dasein für andere‘ durch den Anspruch auf ‚ein Stück eigenes Leben‘ (Beck-Gernsheim 1983) Konkurrenz bekam. Das Problem wird noch durch Folgendes verschärft: Die Mütter beanspruchen dieses ‚Stück mehr eigenes Leben‘ gerade zu einem historischen Zeitpunkt, zu dem gleichzeitig stärker als zuvor die Eigeninteressen von Kindern zugestanden werden(...). Dies erfordert in der Praxis paradoxerweise eine stärkere Bereitschaft zum Da-Sein, zum Eingehen auf die Interessen des Kindes, zur Selbstzurücknahme in vielen kleinen Alltagssituationen.“ und „Die (...) Belastungen sind sicherlich nicht Neues. Sie verschärfen sich allerdings in dem Maße, in dem die Arbeit mit Kindern zur ausschließlichen subjektiven Begründung für das Leben als Hausfrau wird. Sie nehmen zu, je mehr die anderen Arbeiten im und ums Haus erleichtert werden (...) und die Aufmerksamkeit der Hausfrau sich vor allem auf die Beschäftigung mit Kindern richtet. Sie nehmen auch zu, je mehr sich die Familien dafür entscheiden, nur wenige Kinder zu bekommen und sich dafür um so intensiver um jedes einzelne Kind zu kümmern. Sie verschärfen sich schließlich, je mehr die Freizeit für die anderen Mitglieder der Gesellschaft zunimmt (Buchholz et al. 1982; Urdze/Rerrich 1981; Wahl et al. 1980) und der Kontrast zwischen der 40-Stunden-Woche der Berufstätigen und dem ständigen Einsatz der Mutter deutlicher wird.“ Rerrich, Maria S. (1983): Veränderte Elternschaft. Entwicklungen in der familialen Arbeit mit Kindern seit 1959. In: Soziale Welt, 4, S. 444 f.Google Scholar
  128. 600.
    Zur Bedeutung und zum Gebrauch des unbestimmten Personalpronomen „man“ vgl. z. B.: „Man“ „umfaßt singularische und pluralistische Vorstellungen und reicht von der Vertretung des eigenen Ich bis zu der gesamten Menschheit.“ Der Große Duden: Band 4, Grammatik (1973): Bibliographisches Institut Mannheim et al.: Dudenverlag, S. 300Google Scholar
  129. 601a.
    Vgl. z. B. Rosenbaum, Heide (1982): Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Frankfurt a. M: Suhrkamp, S. 340 ff.Google Scholar
  130. 601b.
    Vgl. z. B. Rosenbaum, Heide (1982): Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Frankfurt a. M: Suhrkamp, S. 288 ff.Google Scholar
  131. 602a.
    Zur Illustration die Anleitung zur Herstellung von Babykost (Gemüsebrühe und Gemüsebrei) aus einem Nachkriegsratgeber: „½ Pfund Mohrrüben werden im kaltem Wasser gereinigt, leicht geschabt und in feine Scheiben geschnitten. Diese werden dann mit ¾ Liter Wasser 1 Stunde lang gekocht. Das Ganze wird durch ein Haarsieb gegossen, jedoch nicht gepreßt, die Brühe mit abgekochtem Wasser auf ½ Liter wieder aufgefüllt. (...) Die Gemüse sind in ihrem eigenen Saft zu kochen, das Kochwasser ist nicht wegzuschütten, zu dem Gemüsebrei kann man, bevor man ihn durch ein feines Haarsieb drückt, etwas Kartoffelbrei hinzufügen, oder in der Zeit, wo es wenig frische Obstsäfte gibt, auch eine kleine Menge roh geriebener Kartoffeln unter den Gemüsebrei mischen. Um den Vitamingehalt der Gemüse durch das Kochen nicht unnötig zu vernichten, kann man z. B. junge Karotten mit der Glasreibe fein reiben und dann mit etwas Butter oder etwas Milch kurz (10 Min.) dämpfen.“ Bundesverband der Deutschen Standesbeamten (Hg.)(1953): Hausbuch für die deutsche Familie. Frankfurt a.M., S. 73Google Scholar
  132. 602b.
    zitiert nach Rerrich, Maria S., a. a. O., S. 430Google Scholar
  133. 603.
    Vgl. Krüger u. a. (1987), die in einer regional auf den Stadtstaat Bremen begrenzten repräsentativen Studie über Mütter von Kindern unter drei Jahren versuchen nachzuweisen, „wie wenig der Status Hausfrau oder Berufsfrau, wie sehr dagegen die soziale Lage ausschlaggebend für das Leben mit kleinen Kindern ist.“ Krüger, Helga; Born, Claudia; Einemann, Beate; Heintze, Stine; Saifi, Helga (1987): Privatsache Kind Privatsache Beruf. „...Und dann hab’ ich ja noch Haushalt, Mann und Wäsche!“ Opladen: Leske und Budrich, S. 176 ff.Google Scholar
  134. 604a.
    Vgl. z. B. die Studie von Krüger u. a. (1987), in der diese feststellen, dass die Isolation „als wichtigstes und negativstes ‚Nebenprodukt‘“ des Hausfrauenlebens beschrieben wird. „Ausgangspunkt (...) ist die Erfahrung, daß das Kleinkind gleichberechtigte Gesprächspartner für die Mütter nicht ersetzen kann.“. Und „Fast alle Kontakte (...), von denen die Hausfrauen erzählen, beziehen sich auf die ganze Familie, tagsüber in erster Linie vermittelt über das Kind, abends vermittelt über den Mann. Eigenständige Kontakte, einen eigenständigen Bereich, unabhängig von der Familie, haben offenbar die wenigsten Hausfrauen.“ Krüger, Helga; Born, Claudia; Einemann, Beate; Heintze, Stine; Saifi, Helga (1987): a. a. O., S. 83–85. „Isolation“ als ein wesentliches Belastungsmoment im Hausfrauenleben wird durch weitere Studien bestätigt.Google Scholar
  135. 604b.
    Siehe z. B.: Sozialforschungsstelle Dortmund Landesinstitut, Hilf, Ellen (1997): Hausfrauen in Luxemburg. Explorativstudie. Dortmund, S. 44Google Scholar
  136. 605.
    Zu den differenzierten Funktionen von sozialrelevanten Kontakten vgl. Marbach, Jan H. (1989): Soziale Netzwerke von Familien. Wer hat, dem wird gegeben. In: Brodersen, Imgke; Duve, Freimut (Hg.)(1989): Familienalltag. Ein Report des Deutschen Jugendinstituts. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, S. 86 ff.Google Scholar
  137. 606.
    Zu der sozialpolitischen und wissenschaftlichen Verarbeitung der auf Wirth (1939) und Parsons (1949) zurückgehenden These von der sozialen Isolation der Kernfamilie siehe Marbach, (1989): a. a. O., S. 82 ff.Google Scholar
  138. 607.
    Einen Überblick über die zunehmende Technisierung von Familienhaushalten geben Meyer & Schulze mit einer Tabelle zur „Verbreitung von technischen Geräten in privaten Haushalten 1964–1991“. Meyer, Sybille; Schulze, Eva (1993): Technisiertes Familienleben. Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung 1950–1991. In: Meyer, Sybille; Schulze, Eva (Hg.)(1993): Technisiertes Familienleben. Blick zurück und nach vorn. Berlin: Ed. Sigma Bohn, S. 21Google Scholar
  139. 608a.
    Zur Situation von Hausfrauen und deren Erleben siehe: Pross, Helge (1971): Die Wirklichkeit der Hausfrau. Reinbek b. Hamburg: RowohltGoogle Scholar
  140. 608b.
    Krüger, Helga u. a. (1987): a. a. O.Google Scholar
  141. 608c.
    Becker-Schmidt, Regina u. a. (1982): a. a. O.Google Scholar
  142. 608d.
    Ochel, Anke (1989): Hausfrauenarbeit. Eine qualitative Studie über Alltagsbelastungen und Bewältigungsstrategien von Hausfrauen. München: Profil.Google Scholar
  143. 608e.
    Sozialforschungsstelle Dortmund Landesinstitut, Hilf, Ellen (1997): a. a. O.Google Scholar
  144. 609a.
    Siehe z. B. Hofbauer, Hans (1979): Zum Erwerbsverhalten verheirateter Frauen. In: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2, S. 220Google Scholar
  145. 609b.
    sowie Krüger, Helga; (1987): a. a. O., S. 35Google Scholar
  146. 610.
    Vgl. auch die Ausführungen in dieser Fallanalyse im Folgenden sowie unter der Überschrift „Familienleben nach gelungenem beruflichen Wiedereinstieg.“Google Scholar
  147. 611.
    Notz, Gisela (1999/2): Die neuen Freiwilligen. Das Ehrenamt — Eine Antwort auf die Krise. Neu Ulm: AG SPAK Publikationen, S. 8Google Scholar
  148. 612.
    Also, ich denke, das war so, so ein bisschen verschieden im Laufe des Jahres, aber so zwischen zehn und fünfzehn Stunden waren das.“ Interview Nr. 4, Z.: 382–385Google Scholar
  149. 613.
    Zu dem Konzept des „Geschlechterkontrakts“ der Schwedin Yvonne Hirdman siehe Pfau-Effinger, Birgit (1994). Es geht von folgender Annahme aus: „Jede Gesellschaft und Zeit entwickelt (...) einen Kontrakt zwischen den Geschlechtern. Dieser enthält spezifische Vereinbarungen darüber, was die Menschen unterschiedlichen Geschlechts tun, denken und sein sollten. Es ist unvermeidlich, daß jeder Vertrag Grauzonen läßt, welche der Sitz von Geschlechterkonflikten werden und möglicherweise der Ausgangspunkt für den Übergang zu einem neuen Geschlechterkontrakt sind. Das Geschlechtersystem zeigt daher zentrale Variationen in Raum und Zeit.“ Die Stärke des Ansatzes liegt vor allem darin, dass er „die Bedeutung von Aushandlungsprozessen zwischen Akteuren für soziale Ordnungen (betont), selbst wenn diese auf ungleichen Machtvoraussetzungen beruhen. (...) Im Unterschied etwa zu Konzepten, die mit der Bedeutung patriarchalischer Strukturen argumentieren (...), ist es hier möglich, auch die Frauen systematisch als Akteure und damit neben strukturtheoretischen stärker auch handlungstheoretische Elemente einzubeziehen.“ Pfau-Effinger, Birgit (1994): Erwerbspartnerin oder berufstätige Ehefrau. Sozio-kulturelle Arrangements der Erwerbstätigkeit von Frauen im Vergleich. In: Soziale Welt, 45, Göttingen, S. 324 f.Google Scholar
  150. 614a.
    Die erste bundesdeutsche repräsentative Untersuchung und damit die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse zur innerfamilialen Arbeitsteilung wurden Anfang der 70er von Helge Pross (1976) in einer Befragung nicht erwerbstätiger Ehefrauen erhoben. Die Ergebnisse der Studie besagen, dass in den Ehen und Familien die dem klassischen Geschlechterverhältnis entsprechende Arbeitsteilung dominierte und die nicht erwerbstätigen Ehefrauen die Haus- und Familienarbeit im Wesentlichen allein verrichten. „Nur selten geht er (der Mann) seiner Frau zur Hand. Wenn überhaupt, dann assistiert er beim Geschirrspülen und beim Einkaufen, nicht beim Putzen, Kochen, Waschen.“ (S. 143) Ganz überwiegend bejahten die Frauen, „daß der Mann mit seiner Tagesarbeit genug für die Familie geleistet hat und daher durch die Arbeit im Haushalt nicht noch zusätzlich belastet werden sollte“ (ebd. S. 143) (Originaltext der gestellten Frage!). Pross zieht aus diesen Antworten den Schluss, dass die Frauen mit der klassischen Arbeitsteilung (Nichtbeteiligung der Männer an der Haus- und Familienarbeit) sehr zufrieden sind. Offen bleibt, ob und inwieweit die wenig neutral formulierte Frage das Ergebnis einseitig in diese Richtung beeinflusst hat. In einer zweiten von Pross 1975 durchgeführten repräsentativen Befragung verheirateter Männer wurde sowohl die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in den Familien als auch die Bejahung dieser Arbeitsteilung (durch die Männer) bestätigt — unabhängig davon, ob die Ehefrau erwerbstätig ist oder nicht. „In den Ehen fast aller Befragten gibt es eine klare Arbeitsteilung: Die Frau kümmert sich um den Haushalt, der Mann packt gelegentlich oder bloß ausnahmsweise häufig zu (......). Ob die Frau berufstätig ist oder nicht, der Haushalt ist ihr Ressort.“ (ebd. S. 94). Dabei wird die Berufstätigkeit der Ehefrau nicht generell abgelehnt. Pross schreibt dazu: „Die Bejahung weiblicher Berufstätigkeit, die Anerkennung der Berufseignung der Frau (...), sind Optionen für Verhaltensweisen der Frau, die man freundlich gelten läßt, sich aber nicht wünscht. (...) Die gewünschte Frau ist nicht die Berufsfrau, die gewünschte Frau ist die Familienfrau.“ (ebd. S. 167) Pross, Helge (1975): a. a. O.Google Scholar
  151. 614b.
    Pross, Helge (1978): Die Männer. Eine repräsentative Untersuchung über die Selbstbilder von Männern und ihre Bilder von der Frau. Reinbek b. Hamburg: RowohltGoogle Scholar
  152. 615a.
    Zu den Folgen der Verwöhnung auf die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen siehe z. B.: Oehler, Barbara (1977): Der Einfluss der verwöhnenden und verzärtelnden Erziehung auf die gesunde und kranke Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit. Eine Untersuchung zur Individualpsychologie. Abhandlung zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät I der Universität Zürich. Zürich: Zentralstelle der Studentenschaft.Google Scholar
  153. 615b.
    Sowie: Albert Wunsch (2000): „Verwöhnung wirkt wie eine Droge und macht auf Dauer auch genauso abhängig. Dies äußert sich im Unvermögen, ein eigenständiges Leben zu führen. Menschen werden jedoch nur stark und selbstverantwortlich, wenn sie in förderlichen Beziehungen zum Leben herausgefordert werden. Verwöhnung verhindert diesen Prozess des Selbst-Werdens vielfältig und subtil.“ Wunsch, Albert (2000): Die Verwöhnungsfalle. Für eine Erziehung zu mehr Eigenverantwortlichkeit. München: Kösel, S. 14Google Scholar
  154. 616.
    Explizit pädagogisches Verhalten beschreibt Hartmut von Hentig (1978) folgendermaßen: „Die Erwachsenen filtern (...)ihre Taten und Äußerungen gegenüber den Kindern durch das, was sie als ‚die richtige Erkenntnis von Pädagogik‘ zu haben meinen; sie agieren und reagieren nicht spontan, nicht aufgrund dessen, was sie selber erfahren haben und darum empathisch beurteilen können, nicht als die Person, die sie sind, auf die Person hin, die das Kind ist.“ Hentig, Hartmut von (1978): Vorwort. In: Ariès, Philippe (1978): Geschichte der Kindheit. München: dtv, S. 34Google Scholar
  155. 617.
    Die Psychotherapeutin und Ärztin Hilde Bruch, „eine in bezug auf Eßstörungen international anerkannte Autorität“, äußert zu anorektischen Personen: Sie haben „nicht gelernt (...) ihre Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle als eigene wahrzunehmen und von denen ihrer Eltern zu unterscheiden. Sie leben innerlich in einer viel zu engen symbiotischen Beziehung zu ihren Eltern, die eine hohe Meinung von ihnen haben und viel von ihnen verlangen, aber sie gleichzeitig mit großer Liebe und Aufmerksamkeit versorgen. Die Eltern lesen ihren Kindern sozusagen jeden Wunsch von den Augen ab, kontrollieren jede Regung und wissen daher immer besser über die Bedürfnisse der Heranwachsenden Bescheid als diese selbst. Das hat zur Folge, daß die Kinder, so sehr sie auch alle möglichen Privilegien genießen, ‚sich nicht als einheitliche oder selbstbestimmte Individuen erfahren, als Menschen, die das Recht haben, noch ihren eigenen Vorstellungen zu leben‘. Sie haben sich so sehr daran gewöhnt, sich den Vorstellungen anderer anzupassen, daß es ihnen nicht schwer fällt, sich über die eigenen Bedürfnisse hinwegzusetzen und den eigenen Körper wie einen ‚Fremdkörper‘ zu behandeln.“ Hirsch, Anna Maria (1991): a. a. O., S. 220 f.Google Scholar
  156. 618a.
    Vergleiche z. B.: „Irgend etwas in der Tochter hat die Mutter nicht genährt, nicht gehalten, nicht gesehen. Dies ist die Lücke, das fehlende Stück in der späteren Identität der Frau.“ Ulanov. Ann Beiford (1979): „Fatness and the Female.“ Psychological Perspectitives 10. Ohne Seitenangabe, zitiert nach Dowling, Colette (1992): Perfekte Frauen. Die Flucht in die Selbstdarstellung. Frankfurt a. M.: Fischer S. 109. „Sich auf Untersuchungen wie die von Harlowe stützend, schlußfolgerte Hilde Bruch, daß Eßstörungen sich direkt von der Mutter-Kind-Beziehung herleiten lassen. Wenn Mütter die von ihren Kindern ausgehenden Signale nicht angemessen beantworten, erleben diese schließlich ihre Bedürfnisse als weitgehend bedeutungslos. Das mindert die Fähigkeit, Gefühle auszudrücken und zu erkennen. Ein Mädchen, das so aufgewachsen ist, kann wohl den Eindruck erwecken, daß es angemessen funktioniert, da es sich doch in der Tat, so Bruch, wie eine Maschine ‚auf eine roboterhafte Unterwerfung unter die Anforderungen seiner Umgebung‘ (Ulanov, a. a. O., S. 20) eingelassen hat. Es kann keine Handlung selbst initiieren oder sein Leben in die Hand nehmen. (...) hat es Schwierigkeiten, die Nahrungsaufnahme zu kontrollieren, Schmerz auszudrücken oder Botschaften darüber zu vermitteln, wie es sich innerlich fühlt. Tatsächlich weiß es nicht, wie es sich fühlt. Es hat zutiefst die Verbindung zu seinem Selbst verloren.“Google Scholar
  157. 618b.
    Dowling, Colette (1992): a. a. O., S. 108Google Scholar
  158. 619.
    Vgl. z. B.: „Im allgemeinen aus wohlsituierten Familien stammend, fühlen sie sich einem starken Druck zu Anpassung und untadeligem Verhalten ausgesetzt. Sie glauben, etwas Besonderes zu sein und leisten zu müssen, und fühlen sich andererseits, von den Eltern wohlbehütet und verwöhnt, einem selbständigen, selbstverantwortlichen Leben in keiner Weise gewachsen. Hungern, vielleicht zunächst halb spielerisch erprobt, um einem allgemeinen Schönheitsideal zu entsprechen und Selbstkontrolle zu üben, erweist sich bald als ein sehr effektives Mittel, sich der pubertären Entwicklung mit ihren körperlichen Veränderungen zu widersetzen und klein und schutzbedürftig zu bleiben wie bisher.“ Hirsch, Anna Maria (1991): a. a. O., S. 219Google Scholar
  159. 620.
    Siehe z. B.: Dowling, Colette (1992): a. a. O., S. 104Google Scholar
  160. 621.
    Zu dem Empfinden der Mutter einer an Essstörungen leidenden Tochter und ihren Veränderungen durch einen therapeutischen Prozess, der die Beziehungsarbeit mit der Tochter wesentlich erleichtert, siehe: Dowling, Colette (1992): a. a. O., S. 110 ff.Google Scholar
  161. 622.
    Zu den manipulativen Elementen einer allumfassenden kindlichen Versorgung siehe Elisabetl Beck-Gernsheim (1989). „Bei vielen Autoren kündigt sich eine ‚Abkehr von der Pädagogisierung‘ an. Der allumfassende Zugriff der Pädagogik, einst als Formel für Fortschritt und Befreiung gesehen wird in Frage gestellt, ja offen verdächtig. Da ‚scheint die selbstlose Liebe des Erziehers heute erbarmungslos, die Parteilichkeit für das Kind als rastlose Vervollkommnung von Überwachung Disziplinierung: als Dressur‘ (Honig, 1988, S. 171). Unterstützt wird diese kritische Perspektive durch die Ergebnisse empirischer Forschung wie durch Erfahrungen in der Familientherapie. Danach ist die umfassende Zuwendung, die das Kind heute bekommt, oft so uneigennützig nicht, sie zeigt mehr als nur Spuren einer ‚besitzergreifenden Liebe‘ (Ariès, 1978, S. 562). Das Kind mit seiner offenen Zukunft konfrontiert die Eltern mit ihrer eigenen Lebensgeschichte, den darin enthaltenen Ängsten, unerfüllten Wünschen, vergeblichen Ambitionen. Wer sagt, ‚das Kind soll es einmal besser haben als ich‘ denkt nicht immer nur ans Kind, sondern oft auch an sich. Erziehung, so wie sie heute geschieht, ist — manchmal offen, manchmal verdeckt — auch mit Erwartungshaltungen gekoppelt. Die dahinter stehende Hoffnung heißt: ‚Wenn wir für die optimale Förderung sorgen, dann erwarten wir auch ein optimales Produkt. (Hervorhebung durch Verf.)“ Beck-Gernsheim, Elisabeth (1989): Mutterwerden — der Sprung in ein anderes Leben. Frankfurt a. M.: Fischer, S. 147Google Scholar
  162. 623.
    Metzger, Jutta Anna (2001): a. a. O., S. 221Google Scholar
  163. 624.
    Vergleiche z. B. J. Korczak (1970), der bereits Anfang des letzten Jahrhunderts für ein „Recht des Kindes auf Achtung“ eintrat (Korczak, Janusz (1970)): Das Recht des Kindes auf Achtung. Göttingen: Vandenhoek und Ruprecht) und u. a. folgende Forderungen aufstellte: „Ich fordere die Magna Charta Libertatis als ein Grundgesetz für das Kind. Vielleicht gibt es noch andere — aber diese drei Grundrechte habe ich herausgefunden: 1. Das Recht des Kindes auf seinen Tod. 2. Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag. 3. Das Recht des Kindes, so zu sein, wie es ist.“ (Hervorhebung durch Verf.) Korczak, Janusz (1967): Wie man ein Kind lieben soll. Göttingen: Vandenhoek und Ruprecht, S. 40Google Scholar
  164. 625.
    „Das Kind hat ein Recht auf sein eigenes Leben, und das heißt auch auf Schwächen, Mißerfolge und Niederlagen. Es hat ein Recht darauf, daß nicht alles, was es tut, von Erwachsenen begleitet, kommentiert, unterstützt, kurz: durch die pädagogische Mühle gedreht wird. Es hat ein Recht auf Freiraum jenseits aller guten Absichten und Einsichten aller Pläne und Zwecke. Je weiter die ‚Inszenierung der Kindheit‘ heute vordringt, die letzten Nischen erobert, desto wichtiger wird im Gegenzug die einfache Frage: Nützt es dem Kind, wenn alle Energien, alle emotionalen Reserven der Eltern sich auf es konzentrieren? Wenn es ständig im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, liebevoll ermahnt, gedrängt, gegängelt gelenkt wird? (...)Heute muß es manchmal schon heißen: Schützt das Kind vor der allgegenwärtigen Fürsorge der Eltern! Wo die Entdeckung der Kindheit sich auswächst zum Glauben an die pädagogische Allmacht, wo sie entsprechende Wunschphantasien auf Seiten der Eltern erzeugt, da eben wird es dann wichtig, daß die Eltern auch wieder Zweifel erlernen: ‚Zweifel an der Vorstellung, menschliche Schicksale und Verhältnisse seien herstellbar; das Leben sei eine Konstruktion, die Erziehung ein Labor, eine Bauhütte oder ein Planungsbüro, Konflikte so etwas wie technische Pannen‘ (Hentig, Hartmut von (1978): S. 39) Dann könnte manchmal die Einsicht kommen: Vielleicht ist die ‚optimale Förderung‘, die die Ratgeber-Literatur zur obersten Pflicht macht, so optimal gar nicht im Sinne des Kindes. Vielleicht ist das Beste — des Guten zuviel.“ Beck-Gernsheim, Elisabeth (1989): a. a. O., S. 150Google Scholar
  165. 626.
    Und vor allem so, die haben dann auch sehr schwer durch müssen so, um sich überhaupt ’ne Existenz zu schaffen, mit Arbeiten, die nicht sehr schön waren, die haben so Fast-Food-Laden, sind studiert, beide studiert, aber so was konnte man in Amerika damit nicht anfangen, was Richtiges.“ Interview Nr. 4, Z.: 538–544Google Scholar
  166. 627.
    Hm, ach, das war schwierig und auch gefühlsmäßig’ne ganz schwierige Lage. Also die ging sofort nach dem Abitur au pair nach Amerika. Das hatte sie immer gewollt. Die hatte wegwollen.“ Interview Nr. 4, Z.: 478–480Google Scholar
  167. 628.
    Die hatte wegwollen, das haben wir auch im, im Kopf total unterstützt und haben das auch arrangiert, dass ging über Verwandte, aber es war schon, ja, auch natürlich mit all den Ängsten, wenn ein Kind 19 Jahre, sie war gerade 20 geworden, da jetzt loszulassen. Was da kam, wussten wir auch gar nicht, also ich denke beinah, dass es mir nicht so schwer fiel damals, weil ich so aus meiner eigenen Erfahrung wusste, was man so alleine auch fertig bringen kann mit 20 Jahren (Frau A. war als junges Mädchen ebenfalls im Ausland gewesen. M. D.), während ich weiß, dass mein Mann damals sehr gelitten hat, also das war furchtbar. Er hat, er hat nie gesagt: tu das nicht, lass das, oder: sollte man doch nicht tun, oder so. Aber er war in höchsten Zweifeln, ob das gut war, während ich dachte, eigentlich, das wird die Tochter schon schaffen. Aber das war eben so aus meiner eigenen Erfahrung her. Und da er keine hatte und da sicher auch andere Ängste noch hatte als ich.“ Interview Nr. 4, Z.: 480–492Google Scholar
  168. 630.
    „Ja, das ging über’n Gartenzaun, denn das war eine Nachbarin, die das gemacht hat und die dann einfach gesagt hat, ich muss aufhören. Die musste wieder berufstätig werden, das kann ich nicht nebenbei machen, wollen Sie das jetzt nicht machen? Ein Kind weniger und weniger zu tun. Ja, und dann bin ich da mal hingegangen. Das ist immer, das war bei der Schule so, das war bei den Elternsachen so, das habe ich eigentlich dann nicht lange beschlafen oder so, sondern das ging dann sehr schnell, dass ich dann, das kam nun, und das war’s nun. Wenn dann irgendwas gewesen wäre, was mich wieder zurückgeschreckt hätte, dann hätte ich mich vielleicht noch mal sehr besonnen, das zu tun. Aber das war immer alles gleich so sympathisch, dass ich gleich, dass ich schnell ja gesagt hab‘.“ Interview Nr. 4, Z.: 587–598Google Scholar
  169. 631.
    Offenbar findet hier der sozialstaatliche Ausbau und die damit verbundene Arbeit unter der Federführung einer Einrichtung der Wohlfahrtspflege kostenlos über ehrenamtliche Helferinnen statt, bevor das Hilfesystem professionalisiert wird. Zum Kontext ehrenamtlicher Arbeit im sozialen Hilfesystem siehe: Olk, Thomas (1992): Zwischen Hausarbeit und Beruf. In: Müller, Siegfried; Rauschenbach, Thomas (Hg.)(1992/2): Das soziale Ehrenamt. Nützliche Arbeit zum Nulltarif. Weinheim et al.: Juventa, S. 19–36Google Scholar
  170. 632.
    Dann wurde ich eines Tages gefragt, ob ich nicht die Geschäftsführung von der XY-Geschäftsstelle hier übernehmen wollte. Dann habe ich einen Schreibtisch in mein Wohnzimmer gestellt und war dann Geschäftsführerin von einer Kreisstelle von der XY, die auch sehr im Aufbau war.“ Interview Nr. 4, Z.: 114–118Google Scholar
  171. 633.
    Beck-Gernsheim, Elisabeth (1983): „Vom ‚Dasein für andere‘ zum Anspruch auf ein Stück ‚eigenes Leben‘ — Individualisierungsprozesse im weiblichen Lebenszusammenhang“. In: Soziale Welt, 3, S. 307–340Google Scholar
  172. 634.
    Diezinger, Angelika (1991): Frauen: Arbeit und Individualisierung. Chancen und Risiken. Eine empirische Untersuchung anhand von Fallgeschichten. Opladen: Leske + Budrich, S. 126Google Scholar
  173. 635.
    I.: „Dann kam irgendwann das Angebot in dem Biographieseminar.“ Frau A.: „Ja. Also, das war nicht direkt in dem Biographieseminar. Das war dann schon zu Ende. Das waren, was weiß ich, sechs Kurs-Treffen, sechsmal zwei Stunden am Vormittag. Aber diese junge Frau, wir hatten auch schnell Kontakt, in diesen Gesprächen mit den anderen, was ja eben immer wieder, der Lehrerinnenberuf ist ja so’n, den kann man, das kann man ja auch nur werden, wenn man ganz gut auf Menschen zugehen kann oder sich aufschließen kann, auch da sich einzulassen auf andere [Bandwechsel] sich überwinden, und diese Frau war nun auch so, also da, wir waren uns sympathisch. Ich hab sie auch mal zur Bahn begleitet. Mehr war eigentlich gar nicht. Wir wussten wirklich nur die Namen. Wir wussten so ein bisschen die Familienumstände, denn sie hatte ihre da auch eingebracht (lacht), also das wusste sie bei mir, sie wusste, dass die Frau so frei ist im Moment, ja, und ein Studium war da natürlich schon Voraussetzung, also eine Studierte musste das schon sein. Aber die Richtung stimmte. Und dann fiel ihr das wieder ein, als sie wusste, sie muss früher aufhören, als eigentlich geplant.“ Interview Nr. 4, Z.: 630–646Google Scholar
  174. 636.
    Bundesgeschäftsstelle eines WohlfahrtsverbandesGoogle Scholar
  175. 637.
    Konfession anonymisiertGoogle Scholar
  176. 638.
    „Es war eben so, da waren auch natürlich damals schon stellensuchende Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen, die so was eigentlich hätten machen müssen, diese Stelle, aber da hatte so ein HA große Schwierigkeiten für ein Vierteljahr einzustellen. Wie sollte man sie nachher wieder wegschicken? Das war damals meist so kompliziert für die Kirche, diese Leute dann wieder wegzuschicken, dass sie froh waren, dass da jemand war, der versorgt war und der auf jeden Fall wieder nach Hause gehen konnte.“ Interview Nr. 4, Z.: 130–136Google Scholar
  177. 639.
    Zur Definition des Wortes Familienfrau verweise ich auf Herlyn & Vogel (1993). In Anlehnung an sie soll der Begriff für Frauen verwendet werden, die folgenden Kriterien entsprechen, „durchgängige ökonomische Abhängigkeit von dem Einkommen des Ehemannes und ein Selbstverständnis, in dem die Versorgung der Familie und insbesondere die Kindererziehung an erster Stelle stehen.“ Herlyn, Ingrid; Vogel, Ulrike u. a. (1993): Begrenzte Freiheit — Familienfrauen nach ihrer aktiven Mutterschaft. Eine Untersuchung von Individualisierungschancen in biographischer Perspektive. Bielefeld: Kleine, S. 19Google Scholar
  178. 640.
    Aber da war natürlich die ganze Beratungsarbeit 218 drin, die Frauenhäuser, Mutter-und-Kind-Projekte, Alleinerziehende, Müttergenesung, Familienbildung“ Interview Nr. 4, Z.: 163–165Google Scholar
  179. 641.
    Vergleiche z. B.: Winkler, Rolf (1995): Aufgeholt, aber nicht gleichgezogen. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zur beruflichen Situation und Existenzsicherung von Frauen in Nordrhein-Westfalen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. B 36–37/ 95, 1. September 1995, S. 40Google Scholar
  180. 642.
    Institutionelle Personalgewinnungsmaßnahmen wären z. B. Stellenausschreibung in der Tagesoder Fachpresse, Suchmeldung beim Arbeitsamt, Beauftragung einer Personalgewinnungsagentur gewesen.Google Scholar
  181. 643.
    Also, die Mittlere ist dann ziemlich bald nach der Ersten, nach der Großen gegangen. Die war dann mit ihrer Ausbildung als Kindergärtnerin fertig und hat auch da gewohnt schon in dem Ort, wo sie dann im Kindergarten war. Die ist auch nicht wieder dann nach Hause zurückgekommen und hat dann immer an irgendwelchen Stellen gelebt.“ Interview Nr. 4, Z.: 942–947Google Scholar
  182. 644.
    Imhof formte diesen Begriff. „Mit den „gewonnenen Jahren“ konstituiert sich eine neue Phase zumindest im familienbezogenen Lebenslauf“ Imhof, A. (1981) zitiert nach Herlyn, Ingrid u. a. (1993): a. a. O., S. 28Google Scholar
  183. 645a.
    Vgl. hierzu das Konzept des „Wendepunktes“ von Borkowsky & Streckeisen (1989), die mit Bezug auf Ursula Lehr (1978) darunter ein Ereignis verstehen, „dass die bisherige Orientierungsgrundlage eines Subjekts erschüttert und einen Wandlungsprozess auslöst. Im Verlauf dieses Prozesses werden Erfahrungen überdacht, erfolgen Bilanzierungen und Neuorientierungen und beginnt sich eine andere Orientierungsgrundlage zu entwickeln.“ Streckeisen, Ursula (1991): Statusübergänge im weiblichen Lebenslauf. Über Beruf, Familie und Macht in der Ehe. Frankfurt a. M. et al.: Campus.Google Scholar
  184. 645b.
    Borkowsky, Anna & Streckeisen, Ursula (1989): Arbeitsbiographien von Frauen. Eine soziologische Untersuchung struktureller und subjektiver Aspekte. Reihe Arbeits- und Sozialwissenschaften. Band 12. Grüsen: Rüegger;Google Scholar
  185. 645c.
    Lehr, Ursula (1978): Das mittlere Erwachsenenalter — ein vernachlässigtes Gebiet der Entwicklungspsychologie. In: Oerter, Rolf (Hg.)(1978): Entwicklung als lebenslanger Prozeß. Hamburg: Hoffmann und Campe, S. 144–177Google Scholar
  186. 646.
    Die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zur beruflichen Lage und der Sicherung der Existenz von Frauen in dem Bundesland NRW (Winkler 1975) legen dar, dass Teilzeitarbeit die „dominierende Arbeitszeitform von Frauen (ist M. D.), die nach einem längeren Rückzug aus dem Erwerbsleben in die Berufstätigkeit zurückkehren. Entsprechend sind 45–65-jährige Ehefrauen — soweit sie erwerbstätig sind–überwiegend teilzeitbeschäftigt (1992 in NRW zu 55,2 Prozent).“ Winkler, Rolf (1995): a. a. O., S. 40Google Scholar
  187. 647.
    Siehe hierzu auch Beck-Gernsheim (1980): „Zu den verbreitetsten Strategien gehört es, die Alltagsarbeit möglichst rationell zu gestalten, um den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten (...). Maßstäbe zeitökonomischen Handelns, sonst vor allem für die Berufsarbeit typisch, werden auch auf die Haushaltsführung übertragen. Es wird bewußt geplant und organisiert, z. B. beim Einkaufen oder Kochen, bei der Anschaffung arbeitssparender Geräte, bei der Bevorzugung pflegeleichter Kleidung und erst recht bei der sorgfältigen Abstimmung des Tagesablaufes.“ Beck-Gernsheim, Elisabeth (1980): a. a. O., S. 209–210Google Scholar
  188. 648.
    Von Oktober 1974 bis September 1989, d. h. zur Zeit des beruflichen Wiedereinstiegs von Frau A., galt im kirchlichen Arbeitsvertragsrecht die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche. Kaiserswerther Diakonie, Personalabteilung (2001): Von 1961–2001, Entwicklung der wöchentlichen Arbeitzeit nach Bundesangestelltentarif kirchlicher Fassung. Unveröffentlichte Übersicht.Google Scholar
  189. 649.
    Beispielhaft mit vier mal werktags fünf Arbeitsstunden und einmal (freitags) vier Arbeitsstunden berechnet.Google Scholar
  190. 650.
    Nach einer repräsentativen Befragung des ISO im Jahr 1993 leisten 39% aller Befragten regelmäßig Mehrarbeit, durchschnittlich 4,5 Stunden die Woche, Männer häufiger (44%) als Frauen (31%); 5% der Frauen und 13% der Männer arbeiten täglich mehr, als die reguäre Arbeitszeit vorsieht, und nur 37% aller Überstunden werden abgegolten. 76% der Befragten geben als Ursache für die Mehrarbeit arbeitsorganisatorische Zwänge an. Bauer, Frank; Groß, Hermann; Schilling, Gaby (1994): Arbeitszeit’93. Resultate einer aktuellen Repräsentativbefragung bei abhängig Beschäftigten in Westdeutschland durch das Institut zur Erforschung sozialer Chancen. Düsseldorf: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-WestfalenGoogle Scholar
  191. 651.
    VgL: „daß Arbeit selbst ein Geschlecht hat (...) und daß sie Menschen wie Tätigkeiten wechselseitig in eine hierarchische geschlechtsspezifische Ordnung bringt, die Männer als den Frauen übergeordnete reproduziert.“ (S. 8) „Das Männliche ist das Überlegene, Aktive, Mächtige; das Weibliche ist das Unterlegene, Gehorsame und Geführte.“ (S. 234) Cockburn, Cynthia (1988): Die Herrschaftsmaschine. Berlin et al.: ArgumentGoogle Scholar
  192. 652.
    Vgl. z. B. Künzler, Jan (1994): Familiale Arbeitsteilung. Die Beteiligung der Männer an der Hausarbeit. Bielefeld: Kleine, S. 174 ff.Google Scholar
  193. 653.
    Siehe z. B. den Textauszug Interview Nr. 4, Z.: 562–585 in dieser Fallanalyse auf S. 212Google Scholar
  194. 654.
    Ja, also das ist so ein bisschen, ein Kapitel, was keinen richtigen Abschluss hatte, da mein Mann ganz plötzlich an einem Herzinfarkt innerhalb von einer Stunde gestorben ist. Mitten nach einem Urlaub, mitten raus, ich hob das also gar nicht mehr, es gab keine (lacht), kein, es war noch so mitten drin, es war keine Auswertung.“ Interview Nr. 4, Z.: 972–979Google Scholar
  195. 655.
    Vielleicht hätte er auch gar nicht mehr die Kraft gehabt und dann wäre auch etwas ziemlich Trostloses gekommen. Ich denke, er hat das manchmal auch so gedacht. Und wir haben eigentlich immer das Gefühl, er ist froh, dass das so mitten raus noch sein durfte, dass er gar nicht mehr sich Vorstellungen machen musste, was schaffe ich noch. Und vielleicht noch diese schreckliche Erfahrung, dass er gar keine Kraft mehr hatte, noch da was zu machen hinterher. Also, insofern denke ich, war das auch wieder ein schöner Abschluss. Aber wir konnten eben gar nicht mehr noch mal so gucken, wie war das nun eigentlich.“ Interview Nr. 4, Z.: 1019–1029Google Scholar
  196. 656.
    Zur Trauerreaktion von Frau A. vgl. auch die folgenden Ergebnisse aus der Trauerforschung: „Die Trauerreaktion auf den Partnerverlust weist große interindividuelle Unterschiede auf, wobei der Beziehungsqualität zwischen verstorbener und trauender Person große Bedeutung zukommt (Stappen 1988, Müller-Daehn/Fooken 1993, Baltes/Skrotzki 1995) und abhängig ist von der Todesart (Lehr 1987, Baltes/Skrotzki 1995) im Sinne einer möglichen Antizipation des Todes und dem Alter der Verwitweten. (...)Backes (1991) beschreibt das Verlusterlebnis dann als ambivalent, wenn die Beziehung nicht (mehr) besonders befriedigend war, dennoch verlieren diese Frauen nicht nur einen alltäglichen Ansprechpartner, sondern auch die Person, für die sie da sein und mit der sie zärtlich und vertraut sein konnten. Gerade nach dem Partnertod ist weibliche Sexualität weitgehend ein Tabuthema (Backes 1991, 92).“ Sommer-Himmel, Roswitha (2001): Großeltern heute. Betreuen, erziehen, verwöhnen. Eine qualitative Studie zum Betreuungsalltag mit Enkelkindern. Bielefeld: Kleine, S. 49Google Scholar
  197. 651.
    Und die Jüngste, die ist nach dem Tod meines Mannes, da hatten wir noch mal ein Haus mit ihr gemietet, da war sie bei uns noch, und da mussten wir den Haushalt auflösen.“ Interview Nr. 4, Z.: 947–949Google Scholar
  198. 658.
    „Ja, also eine normale Woche konnte eben sein, dass ich zwei Tage oder einen Tag im Büro war und die anderen Tage irgendwo, in Hannover, in Düsseldorf, in Berlin, auf Konferenzen saß oder Akademietagungen oder auch viele Gremien natürlich so. Hatten meistens was mit § 218 zu tun oder auch mit dieser unglückseligen Bundesstiftung, die kennen wir heute schon gar nicht mehr. Was haben wir Tage und Stunden, ich musste manchmal zwei, drei Tage nach Bonn und ein oder zwei Jahren also alle vier Wochen einmal, bis dieses Ding installiert war und Bedingungen gekriegt hatte, die dann alle wirklich tragen konnten, einigermaßen, da mussten wir auch furchtbar drum kämpfen. Dann gab es natürlich auch so Kommissionsarbeit bei der XY für bestimmte Denkschriften oder auch Studien, die wir machten. Das waren dann auch sehr intensive, auch übers Wochenende. Aber sonst ging’s montags um sieben Uhr morgens los und eigentlich war ich so um sechs Uhr oder sieben Uhr fertig.“ Interview Nr. 4, Z.: 217–230Google Scholar
  199. 659.
    „Ich zog dann in diese kleine Wohnung hier, die schnell versorgt war, auch schnell alleingelassen war. Also ich war sozusagen völlig unabhängig.(...) Und da war das alles gut zu machen.“ Interview Nr. 4, Z.: 715–717Google Scholar
  200. 660.
    Ergebnisse aus der Witwenforschung zeigen, dass sich eine Erwerbstätigkeit positiv auf die Verarbeitung des Partnerverlustes auswirkt. Vgl. Sommer-Himmel, Roswitha (2001): a. a. O., S. 51Google Scholar
  201. 662.
    Und dann bin ich wieder ganz normal, das heißt schon wieder nicht mehr ganz normal, als ich das dann noch übernommen hatte, bin ich dann auch nicht mit 60 rausgegangen, sondern erst mit 63. Das sollte man ja wenigstens ein paar Jahre gemacht haben, sonst war’s ganz sinnlos, da erst sich einzuarbeiten und dann gleich schon wieder aufzuhören. Und da habe ich vor zwei Jahren, 96, Mitte 96 aufgehört.“ Interview Nr. 4, Z.: 179–184Google Scholar
  202. 663.
    Nach U. Lehr (1988) gelingt die Anpassung an die ungewohnte Lebenssituation nach Eintritt in den Ruhestand leichter bei geringem Engagement in der Erwerbsarbeit, bei Beeinträchtigungen der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit und wenn sich aus der familiären Situation neue, stark anregende Aufgaben ergeben. Außerdem wirken hervorstechende Freizeitinteressen, außerfamiliäre Aufgaben und der Entschluss weiterhin zu arbeiten als begünstigende Einflussfaktoren. Lehr, Ursula (1988): So einsam sind sie nicht. In: Psychologie heute, Nr. 7, S. 36–41Google Scholar
  203. 664.
    Aber nicht dass ich jetzt nun plötzlich einen Reisetick entwickelt hätte. Ich hob auch nicht die Vorstellung, dass ich wer weiß was noch sehen möchte, was sich da ergibt, ist schön, aber nicht so das Bedürfnis. Oder dass ich jetzt plötzlich ins Theater gehen würde, also nichts, was ich, also ich habe nicht das Gefühl, ich müsste noch etwas tun, was ich nicht vorher auch schon getan hätte.“ Interview Nr. 4, Z.: 924–930Google Scholar
  204. 665.
    Vgl. Sommer-Himmel, Roswitha (2001): a. a. O., S. 29 f.Google Scholar
  205. 666.
    Vgl. Sommer-Himmel, Roswitha (2001): a. a. O., S. 102Google Scholar
  206. 667.
    Bertram (1996) zeigt auf, dass auch nach Familiengründung der Kinder die Beziehungsmuster zwischen Eltern und Kindern in einigen Punkten (z. B. bei persönlichen Gesprächen und eigenen Gefühlen) bestehen bleiben. Er spricht neben der Sozialisations- und Regenerationsfunktion der Familie sowie deren emotionaler Stabilisierungsfunktion auch von der Funktion der Generationensolidarität. Bertram, Hans (1996): Familienwandel und Generationenbeziehungen. In: Buba, Hans Peter & Schneider, Norbert F. (Hg.)(1996): Familie. Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 61–79Google Scholar
  207. 668.
    Vgl. Sommer-Himmel (2001) „Die Großelternrolle wird auch als „roleless role“ beschrieben, da es kaum institutionalisierte Normen gibt, jedoch schichtspezifisch unterschiedliche Erwartungen. (Marx 1996, 76). Sie ist mehrdeutig und auch widersprüchlich, enthält sie doch die Forderung nach Unterstützung ohne Einmischung (...) und die Rollenbeziehungen untereinander sind unklar.“ Sommer-Himmel, Roswitha (2001): a. a. O., S. 56Google Scholar
  208. 669.
    In diesem Zusammenhang soll auf das nicht haushaltsorientierte und an die Kernfamilie gebundene Familienverständnis von Backes (1996) verwiesen werden. Sie definiert den Begriff Familien wie folgt: „Familie ist kein statisches Gebilde, sondern eine Lebensform von Generationen und Geschlechter, deren Gestalt sich im Lebenslauf immer wieder verändert. Sowohl das Zusammenleben und das getrennte Leben von Eltern mit kleinen, heranwachsenden und erwachsenen Kindern als auch von Erwachsenen mit ihren älteren und hochbetagten Eltern sowie Enkelkindern mit ihren Großeltern wird darunter gefaßt.“ Backes, Gertrud M. (1996): Familienbeziehungen und informelle soziale Netzwerke im sozialstrukturellen und sozialdemografischen Wandel. In: Zeitschrift für Gerontologische Geriatrie, 29, S. 30Google Scholar
  209. 670.
    Tartler, (1996) zitiert nach Sommer-Himmel, Roswitha (2001): a. a. O., S. 71Google Scholar
  210. 671.
    Nach Sticker (1987) steht (mit nicht erwachsenen Enkelkindern) die emotionale Befriedigung in der Rolle der Großeltern im Zusammenhang mit der Gelegenheit, Zeit alleine mit den Enkeln zu verbringen und damit den Kontakt ohne ein weiteres Familienmitglied gestalten zu können. Sticker, E. J. (1987): Beziehungen zwischen Großeltern und Enkeln. In: Zeitschrift für Gerontologie, 20, S. 269–274Google Scholar
  211. 672.
    Siehe z. B. Levy, Rene (1977): Der Lebenslauf als Statusbiographie. Die weibliche Normalbiographie in makro-soziologischer Perspektive, Stuttgart: EnkeGoogle Scholar
  212. 673.
    Diese nachelterliche Phase wird in der Frauenforschung auch als „empty-nest-Phase“ bezeichnet. Vergleiche z. B. Herlyn, Ingrid u. a. (1993): a. a. O., S. 13Google Scholar
  213. 674.
    Vgl. Beck-Gernsheim, Elisabeth (1989): Mutterwerden — der Sprung in ein anderes Leben. Frankfurt a. M.: Fischer, S. 29 ff.Google Scholar
  214. 675.
    Im Folgenden einige Beispiele dazu: Aus einem medizinischen Ratgeber für werdende Mütter: „Ihr Kind ist Ihnen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Es steht in Ihrer Macht, aus ihm einen frohen glücklichen Menschen zu machen oder es in seinem Entwicklungsvermögen zu hemmen. Durch Ihr Verhalten in den ersten Lebensjahren des Kindes legen Sie den Grundstein zu seinem Charakter.“ (Haussier, 1976; 35) Aus dem Einführungstext eines Erziehungsratgebers: „Hier ist Hilfe für die Eltern, die sicher sein wollen, daß ihr Kind alle Chancen im Leben hat. Denn der Weg zum Erfolg beginnt in den ersten sechs Lebensjahren, wenn die intellektuelle und emotionale Entwicklung des Kindes sehr weitgehend von den Eltern abhängt und wenn (...) die Eltern das nutzbare Intelligenzniveau des Kindes erheblich erhöhen können durch die Art der Erziehung, die sie ihm zuteil werden lassen.“ (Beck, 1979; 1) Aus den Münchner Elternbriefen des Stadtjugendamtes, die alle jungen Eltern kostenlos zugesandt bekommen: „Eltern, die ihre Aufgabe ernst nehmen, wissen auch, daß es in der Erziehung nie ganz glatt geht. Gerade weil Sie sich solche Mühe geben, klingt es vielleicht ein wenig hart, wenn wir sagen: Liebe Eltern, Schwierigkeiten, die Sie gerade während der ersten Lebensjahre mit Ihrem Kind haben, gehen in erster Linie auf Ihr Konto.“ (Szcesny-Friedmann, 1987; 3) Zitiert nach: Beck-Gernsheim, Elisabeth (1988): Private Erziehungsarbeit zwischen Allmacht und Ohnmacht. In: Rapin, Hildegard (Hg.)(1988a): Frauenforschung und Hausarbeit. Reihe: „Stiftung DER PRIVATE HAUSHALT.“ Frankfurt a. M. et al.: Campus, S. 149Google Scholar
  215. 676.
    „Aus der soziologischen Lebenslaufforschung ist bekannt, daß glückliche Umstände einer früheren Lebensphase sich später nicht unbedingt als Gewinn erweisen — oder anders herum: daß schlechte Bedingungen in früher Zeit nicht zu lebenslangen Nachteilen führen müssen. (...) Denn über die Erfolgsbilanz an einem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt entscheidet, inwiefern bestimmte individuelle Eigenschaften oder Fähigkeiten gerade gesellschaftlich gefordert oder prämiert werden. Aber es gibt vermutlich auch so etwas wie die spezifische Chancenstruktur von Lebensläufen, die mit bestimmten historischen Bedingungen zusammenpassen.“ Bude, Heinz (1997): Das Altern einer Generation. Die Jahrgänge 1938–1948. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 97Google Scholar
  216. 678.
    Interview Nr. 12, Z.: 106–107Google Scholar
  217. 679a.
    Erst 1951 wurde in der Bundesrepublik Deutschland das Eheverbot für Beamtinnen aufgehoben. Siehe Berghahn, Sabine (1993): Frauen, Recht und langer Atem — Bilanz nach über 40 Jahren Gleichstellungsgebot in Deutschland. In: Helwig, Gisela; Nickel, Hildegard Maria (Hg.) (1993): Frauen in Deutschland 1945–1992. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 81Google Scholar
  218. 679b.
    Berghahn, Sabine (1993): Frauen, Recht und langer Atem — Bilanz nach über 40 Jahren Gleichstellungsgebot in Deutschland. In: Helwig, Gisela; Nickel, Hildegard Maria (Hg.) (1993): Frauen in Deutschland 1945–1992. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 130Google Scholar
  219. 681.
    „Ja, und so hab ich dann, das war 1952, meinen Dienst im Lande HX aufgenommen, hab dann noch mal ziemlich Referendarzeit aufgebrummt bekommen, weil mir die Tätigkeit am Amtsgericht in K. (ehemalige DDR) nicht angerechnet wurde.“ Interview Nr. 12, Z.: 91–94Google Scholar
  220. 682.
    Nach Huinink (1991) beträgt der Anteil der kinderfreien Frauen in der Kohorte der zwischen 1930–1945 Geborenen ca. 11%. Huinink, Johannes (1991): Familienentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. In: Mayer, Karl Ulrich; Allmendinger, Jutta; Huinink, Johannes: (1991): Vom Regen in die Traufe: Frauen zwischen Beruf und Familie. Frankfurt a. M. et al.: Campus, S. 294Google Scholar
  221. 685.
    Born u. a. (1996) definieren bereits das Interesse, eine qualifizierte Berufsausbildung zu absolvieren, als „erstes Bestimmungsstück für das Vorhandensein von Berufsorientierung.“ Born, Claudia; Krüger, Helga; Lorenz-Meyer, Dagmar (1996): a. a. O., S. 82Google Scholar
  222. 686.
    In der Bundesrepublik Deutschland werden erst im Juli 1977 mit dem ersten Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts die Gleichberechtigung im Bereich der persönlichen Ehewirkungen verwirklicht sowie das Partnerschaftsprinzip eingeführt, welches die gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe aufhob und der verheirateten Frau die Erwerbstätigkeit ohne Einwilligung des Gatten ermöglichte. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.) (1998): Frauen in der Bundesrepublik Deutschland. Bonn, S. 199Google Scholar
  223. 687.
    Brigitte, 1951, zit. nach Feldmann-Neubert, (1991): Frauenleitbild im Wandel 1948–1988: Von der Familienorientierung zur Doppelrolle. Weinheim et al.: Juventa, S. 127Google Scholar
  224. 688.
    Jurczyk & Rerrich (1993) definieren „Alltägliche Lebensführung“ folgendermaßen: „Unter alltäglicher Lebensführung verstehen wir das konkrete alltägliche Tun in den unterschiedlichen Lebensbereichen und die Methode, wie es organisiert wird. Die alltägliche Lebensführung ist eine aktive Leistung von Personen, die den Zweck hat, die verschiedenen Tätigkeiten zu einem kohärenten und konsistenten Ganzen zusammenzufügen. Dazu gehört es, äußere Anforderungen mit den eigenen Interessen in einer Art und Weise zu vereinbaren, daß das tägliche Leben „läuft“ und „weiterläuft“.“ Jurczyk, Karin; Rerrich, Maria S. (Hg.) (1993): Die Arbeit des Alltags. Beiträge zu einer Soziologie der alltäglichen Lebensführung. Freiburg im Breisgau: Lambertus, S.19Google Scholar
  225. 689.
    „War auch unregelmäßig, der war beim JJJ (Kreisbehörde) in D., dann war er beim LLL (Landesbehörde), beim Ministerium, die Wege wurden also immer weiter. Und damit dann auch die Abwesenheit von zu Hause. Vater kam oft nach Hause, wenn, als die Kinder schon im Bett waren, kam er an, oft genug.“ Interview Nr. 12, Z.: 271–275Google Scholar
  226. 690.
    Die Vorzüge der vom Ehepaar L. gewählten Betreuungsform für die mütterliche Gestaltung der Schnittstelle Beruf/Familie werden vor dem Hintergrund von Forschungsergebnissen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich. Vgl. hierzu z. B. die Ergebnisse einer amerikanischen Studie, in der 139 Dual-Carreer-Couples mit Kindern im Vorschulalter u. a. bezüglich ihrer alltäglichen Belastungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie untersucht wurden. Aus der Untersuchung geht hervor, dass ca. 75% der befragten Mütter antworteten, so gut wie täglich Stresssituationen ausgesetzt zu sein, besonders morgens, wenn sie selbst pünktlich an der Arbeitsstelle sein wollten oder sie die Kinder zur rechten Zeit zu ihrer Betreuung bringen mussten. Emmons, C. A.; Biernat, M.; Tiedje L. B.; Lang, E. & Wortman, C. B. (1990): Stress support and coping among women professionals with preschool children. In: Eckenrode, J.; Gore, S. (Hg.): Stress between work and family. New York: Plenum Press, S. 77Google Scholar
  227. 691.
    Zur „Bedeutung von Familienkontakten im Alter“ vgl. Sommer-Himmel, Roswitha, (2000) a. a. O., S. 29 ff.Google Scholar
  228. 696.
    Nur beim zweiten Kind, da habe ich etwas länger ausgehalten, das hatte aber einen ganz bestimmten Grund. Ich hatte einen Landgerichtspräsidenten hier in Z., der war also auch noch aus der Denkzeit des 19. Jahrhunderts. Und als ich dann beim zweiten Kind einen, na ja, ein Attest des Arztes beibrachte, weil ich stillte, auf Verlängerung, hat mich dieser Landgerichtspräsident zum Amtsarzt geschickt. Ja, da wurde ich amtsärztlich noch untersucht. Der Amtsarzt hatte dann aber für meine Situation Verständnis. Und hat mir noch eine längere Stillzeit verordnet als der Hausarzt.“ I.: „Undwie lange waren Sie dann zu Hause?“ Frau L.: „Da war ich dann neun Wochen zu Hause.“ Interview Nr. 12, Z.: 281–291Google Scholar
  229. 697.
    Vgl. Born & Vollmer (1983), die daraufhinweisen, dass es trotz der gesellschaftlichen Norm einer mütterlichen Kinderbetreuung Familien gibt und gab, die auch ihre kleinen Kinder selbstverständlich außerfamiliär versorgen lassen. Dabei handelt es sich nach ihren Beobachtungen überwiegend um hochqualifizierte Paare vornehmlich aus dem (sozial-) wissenschaftlichen Sektor, die durch ihren Status und ihre Kompetenz „relativ unabhängig von der vorherrschenden gesellschaftlichen Meinung sind.“ Born, Claudia; Vollmer, Christine (1983): Familienfreundliche Gestaltung des Arbeitslebens. Schriftenreihe des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit, Band 135. Stuttgart: Kohlhammer, S. 151Google Scholar
  230. 698.
    Ich kam dann..(Jahreszahl anonymisiert M.D..), weil mein Mann versetzt worden war, nach Z., ans Landgericht nach Z.“ (Interview Nr. 12, Z.: 111–112)Google Scholar
  231. 699.
    Psychoanalytische Ansätze gehen davon aus, dass Phasen hoher Belastung, Überforderung und Stress dem Vergessen anheim fallen können. Vgl. Brenner, Charles (1967/5): Grundzüge der Psychoanalyse. Frankfurt a. M.: Fischer, S. 98 ff.Google Scholar
  232. 700.
    Paetzold (1996) unterschiedet für die 0–3 jährigen Kleinkinder zwischen institutionellen (Kinderkrippe), familiennahen (Tagesmutter, Kinderfrau und Großeltern) sowie semi-formellen (Spielkreis und Krabbelgruppe) Betreuungsformen. Paetzold, Bettina (1996): a. a. O., S. 159Google Scholar
  233. 701.
    Verlässliche repräsentative Daten zu den Bildungsabschlüssen und den Qualifikationen von Beschäftigten in Privathaushalten sind auch wegen der hohen Dunkelziffer bei den Beschäftigungsverhältnissen nicht zu bekommen. Angaben finden sich bei Höglinger, Andrea & Berka, Gerhard (1994): Arbeit in Privathaushalten. Alte Probleme in neuer Zeit. Studie der Sozialwissenschaftlichen Abteilung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, Wien. Sowie Hoose, Daniela & Hungerland, Beatrice (1992): Dienstbotenarbeit im Privathaushalt. Auswege aus dem Spannungsverhältnis zwischen privater Alltagsarbeit und Erwerbsarbeit? Diplomarbeit, Bergische Universität — Gesamthochschule Wuppertal, WuppertalGoogle Scholar
  234. 702.
    Vgl. die Ausführungen von Paetzold (1996) „Die kostspieligste Variante der Tagesbetreuung ist die Kinderfrau, die zu dem zu betreuenden Kind ins Haus kommt. Dadurch muss das Kind morgens nicht aus dem Schlaf gerissen werden, hat seine vertraute Umgebung und kann auch bei Krankheit problemlos betreut werden. Da es sich durch die höhere Bezahlung eher um ein Arbeitgeberverhältnis handelt, hat die Mutter mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten beim Tagesablauf. Flexible Absprachen sind bei höchst individueller Betreuung des Kindes möglich. Sind keine Geschwister da, fehlen jedoch Spielkameraden/innen. Auch hier ist das Problem der Instabilität.“ Dabei werden von ihr folgende Gründe für die Instabilität angegeben: „Krankheit der Kinderfrau“, „Differenzen zwischen (...) Mutter“ und Kinderfrau, Umzug der Kinderfrau, Schwierigkeiten zwischen Kinderfrau und betreutem Kind, aus der Sicht der Mutter eine zu starke emotionale Bindung an die Kinderfrau. Paetzold, Bettina (1996): a. a. O., S. 160Google Scholar
  235. 703.
    Einen zusammenfassenden Überblick zum Stand der wissenschaftlichen Forschung bezüglich der Auswirkungen einer ergänzenden Fremd- bzw. einer ausschließlichen Familienbetreuung auf das Kind gibt Paetzold, Bettina (1996): a. a. O., S. 157 ff.Google Scholar
  236. 704.
    In Z. wechselt Frau L. nach einer kurzen Phase der Erwerbstätigkeit am Landgericht zum Amtsgericht, weil es anscheinend zwischen ihr und dem Landgerichtspräsidenten Diskrepanzen und Auseinandersetzungen (wegen der von Frau L. zu leistenden reproduktiven Aufgaben?) gibt. Vgl. z. B. Interview Nr. 12, Z.: 108–116Google Scholar
  237. 705.
    Als sie kleiner waren, dann ist das (die Arbeit M.D.) mit mir heim gegangen. Dann hin ich oft am frühen Nachmittag nach Haus“. Interview Nr. 12, Z.: 196–199Google Scholar
  238. 706.
    Zur „Vereinbarung unterschiedlicher Zeit- und Raumsysteme“ sei verwiesen auf die Ausführungen von Jansen-Schulz, Bettina, (2001): Lebensplanung von Hochschulfrauen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In: Deutscher Hochschullehrerinnenbund e.V. (DHB): Öffentliches Kolloquium am 27. 01. 2001 an der Christian-Albrecht Universität Kiel: Tagungsbeiträge: „Frauenkarrieren in der Wissenschaft — geplantes Risiko oder riskanter Plan?“ Freie Universität Berlin, S. 46 f.Google Scholar
  239. 707.
    Vgl. Jansen-Schulz (2001), sie formuliert: „Berufliche Zeiten sind langfristig und kurzfristig zum großen Teil planbar. Hiermit sind sowohl Jahresplanungen als auch tägliche Planungen gemeint. Das Leben mit Kindern ist höchstens kurzfristig planbar, und dieser Plan wird durch die Spontaneität der Kinder immer wieder aufgehoben und muss neu geordnet werden. Kinder können — je nach Alter natürlich unterschiedlich — ihre Bedürfnisse nicht zurückstecken, sondern müssen sie sofort ausleben bzw. befriedigt bekommen. Die Kompromissbereitschaft nimmt zwar mit zunehmendem Alter der Kinder zu, wird jedoch durch Krankheit, verunsichernde Erlebnisse etc. immer wieder durchbrochen.“ Jansen-Schulz (2001): a. a. O., S. 46Google Scholar
  240. 708.
    Elisabeth Beck-Gernsheim (1988b) bezeichnet das karriereorientierte Leben als „in vieler Hinsicht einseitig und bedürfnisfern, gezähmt und diszipliniert, kurz stromlinienförmig durchorganisiert auf das eine Ziel: ‚Leistung‘. Die Maßstäbe ökonomischer Rationalität greifen auch in das persönliche Leben über (...). Die Frage stellt sich: Gibt es ein Leben nach der Karriere? Welcher Art Leben ist da, was bleibt noch?“ Beck-Gernsheim, Elisabeth (1988b): a. a. O., S. 115Google Scholar
  241. 709.
    Interview Nr. 12, Z.: 819Google Scholar
  242. 7l0.
    Die hat ja sehr leiden müssen; nach meiner Verhaftung ist der Staatssicherheitsdienst dauernd gekommen und wollte die Mutter auch festnehmen, drohte, dass er sie festsetzen könne, wenn ich nicht zurückkäme.“ Interview Nr. 12, Z.: 833–836 „Das war schon schlimm, dass man Familienangehörige büßen lässt für das Tun. Also ja, ich war ja ein Verbrecher, eine Verbrecherin besser gesagt, weil ich ja für den (oppositionellen, politisch arbeitenden Juristenkreis M. D.) gearbeitet habe und dann, diese, ich musste ja diese Spitzelverpflichtungserklärung unterzeichnen. Und das war in Russisch, und das musste ich unterzeichnen, und dann auch, auch auf Deutsch gaben sie es mir dann auch zu lesen. Erst musste ich’s auf Russisch unterzeichnen mit einem zwölf Seiten langen Protokoll, und in der Erklärung stand dann drin: Ich bin mir aber bewusst, dass ein Bruch dieser Verpflichtung die Bestrafung nach dem Sowjetischen Strafgesetzbuch nach sich zieht. Na, das musste ich halt, und auf Grund dessen haben die dann meine Eltern (?).“ (Satz bleibt unvollständig. M. D.) Interview Nr. 12, Z. 843–853Google Scholar
  243. 711.
    Die konnten wir ja, die sollten, ach, sie hatten ihre Ausreise. Es wurde uns avisiert per Telefonanruf da wohnten wir noch in M., am 12. August 61. Und da haben wir unseren Nachbarn signalisiert, wir haben damals so ein Eckreihenhaus gehabt, und da wohnte eine Familie, die Paske hieß, mit P, und wir haben zur gleichen Zeit die Kinder bekommen, es war ein herzliches Verhältnis. Wir haben gesagt, Kinder, wir müssen ein Fläschchen Sekt trinken. Nein, warten wir mal ab. Ich kann mich noch gut dran erinnern an die Nacht, das war so morgens um halb sechs, da haben die, die Schlafzimmer grenzten so aneinander, und so dick waren die Wände nicht, die haben geklopft. Das passierte eigentlich ganz, ganz selten. Na ja, und dann stellte sich heraus, dass die Nachrichten gehört haben: Die Mauer wird in Berlin gebaut. Ja. Und da war’s vorbei. Und dann ist meine Mutter von dem Zeitpunkt an noch kränker geworden.“ Interview Nr. 12, Z.: 821–833Google Scholar
  244. 712.
    Vgl. z. B. Hausen, Karin (1976): Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere“ — Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben. In.: Conze, Werner (Hg.) (1976): Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas. Stuttgart: Klett, S. 366 ff.Google Scholar
  245. 713.
    Ich war 17 Jahre Richter insgesamt. Und dann kam über diesen Beruf als, ich war wesentlich in der Frauengerichtsbarkeit tätig, Vormundschaftsrichterin, die ganzen Sorgerechtssachen und all dies, der Bezug halt zum Familienrecht. Das stand ja damals so an, die ersten Diskussionen über Familienrecht und Änderung des Eherechtes, und da hielt ich dann Vorträge. Das war dann der Einstieg in die Politik. Ich wurde hier Vorsitzende der [(...)Frauenvereinigung einer großen Volkspartei M. D..], damals hieß sie noch, ach Gott, ich weiß gar nicht mehr, wie sie damals hieß, ist auch egal die damalige Form, und dann kandidierte ich halt für den Landtag und war (...) (Datumsangabe M. D.) an im Landtag bis zu meinem Ausscheiden.“ Interview Nr. 12, Z.: 116–126Google Scholar
  246. 714a.
    Zu den enormen Belastung von Politikerinnen vgl. zum Beispiel folgende Ausführungen: „Die Bedingungen in der politischen Arbeit, speziell die einer Abgeordnetentätigkeit, sind menschlichen Bedürfnissen nach Entspannung, nach Auftanken durch emotionale, fürsorgliche Nähe besonders abträglich. Viele Studien haben deutlich auf den in der Politik innewohnenden Zwang zur Anpassung an männliche Arbeits- und Lebensformen hingewiesen (Schöler-Macher 1994) und auf den hohen individuellen Preis, den Männer wie Frauen dafür zahlen (Eckart 1988). In der Politik werden typische männliche Karrieremuster vorgeschrieben, daran hat auch die vermehrte weibliche Anwesenheit nicht viel geändert. Für Männer konnte dieses Muster zur Normalität werden, weil ihnen (mindestens) eine Frau emotional zur Seite stand, um Konkurrenz und Belastungen zu kompensieren und zu ermöglichen.“ Meyer, Birgit (1993): „Hat sie heute denn überhaupt gekocht?“ Frauen in der Politik von der Nachkriegszeit bis heute. In: Zeitschrift für Frauenforschung, 3/1993, S. 23 sowie: „Allerdings müssen Frauen mit außergewöhnlichem Selbstvertrauen, Ehrgeiz und innerer Motivation für eine politische Karriere ausgestattet sein, um die erwartbare Doppel- und Dreifachbelastung tatsächlich meistern zu können. Einschränkungen und Abstriche im Privatleben sind der Preis, den nahezu alle Frauen in politischen Spitzenpositionen bezahlen müssen.“Google Scholar
  247. 714b.
    Foster, Helga; Lukoschat, Helga; Schaeffer-Hegel, Barbara (Hg.)(1998):a. a. O., S. 139Google Scholar
  248. 715.
    Foster, Lukoschat & Schaeffer-Hegel (Hg.)(1998) stellten in ihrer 1996/1997 durchgeführten repräsentativen Gesamterhebung über alle weiblichen Abgeordneten in Deutschland fest, dass Politikerinnen entsprechend reagieren, vor allem um sich vor Abwertungen und unqualifizierten Angriffen zu bewahren. Foster, Helga; Lukoschat, Helga; Schaeffer-Hegel, Barbara (Hg.) (1998): Die ganze Demokratie. Zur Professionalisierung von Frauen für die Politik. Pfaffenweiler: Centaurus, S. 125Google Scholar
  249. 716.
    Vgl. das Kapitel „Ohne diesen Mann hätte ich das nicht geschafft.“ auf S. 273 dieser Fallanalyse.Google Scholar
  250. 717.
    Clement & Clement (2001) definieren den Begriff wie folgt: „Unter Doppelkarriere-Paaren (Dual-Career-Couples und Doppelkarriere Paare werden von Clement & Clement synonym verwandt. M. D.) werden Paare verstanden, bei denen ‚beide Partner hochqualifiziert sind und eigene Berufslaufbahnvorstellungen verfolgen‘ (Lange und Schulte 1995), ohne auf Kinder und ein befriedigendes Familienleben verzichten zu wollen. Wir schließen in diese Definition Kinder deshalb ein, weil die damit verbundenen Pflichten und die ‚Familienarbeit‘ die Doppelkarrieren überhaupt erst zu kritischen Unternehmen machen. Die Familienarbeit kinderloser Dual-Career-Couples erscheint uns — soweit nicht pflegebedürftige Angehörige oder vergleichbare existenzielle Verbindlichkeiten eine Rollen spielen — vergleichsweise übersichtlich. Dual-Career-Couples unterscheiden sich von Dual-Earner-Couples (Doppelverdienern) dadurch, dass sie Arbeit als sinnstiftenden Bestandteil ihrer persönlichen Identität sehen. (Stoltz-Loike 1992), nicht lediglich, wie letztere, als finanzielle Notwendigkeit oder als Möglichkeit, irgendwie beschäftigt zu sein und dazuzuverdienen. Der Begriff >karriereambitioniert< ist nicht synonym mit qualifizierter Erwerbsarbeit gemeint. Stoltz-Loike schließt zunehmende Verantwortung, Macht und finanzielle Vergütung in ihre Definition von Karriere ein.“ Clement, Ulrich & Clement, Ute, a. a. O., S. 254–255Google Scholar
  251. 718.
    Zur möglichen Faszination von hochqualifizierter Erwerbsarbeit vgl. Clement & Clement (2001): „Es wäre nun einseitig, die Zeitenengpässe nur unter dem Aspekt von Notwendigkeiten zu sehen. Zeitdruck ist ein subtil tendenziöser Begriff, der die handelnde Peron zum Objekt der Zeit macht, die defensiv motiviert handelt. Ein ganz relevanter Faktor ist aber die Faszination, die es auslösen kann, unter Hochleistungsbedingungen an anspruchsvollen und folgenreichen Aufgaben zu arbeiten. Das euphorisierende Hochgefühl, in Zentren ökonomischer oder politischer Macht halbe Nächte durchzuarbeiten, hochverantwortliche chirurgische Notoperationen nach Nachtdiensten mit Schlafdefizit durchzuführen, wissenschaftliche Versuchsreihen am Wochenende durchlaufen zu lassen, mit Jetlag aus einer transatlantischen Konferenz in eine entscheidende Sitzung zu eilen — das Bewusstsein, am schnell pochenden Puls der Welt zu sein, übt einen magischen Sog aus, für den nicht nur der Preis gelegentlicher Erschöpfung gern bezahlt wird. Selbst wenn, subjektiv und ehrlich gemeint, Karriere und Familie gleich bewertet warden — die Rechtfertigung, man könne das Wichtige und Wertgeschätzte auf später verschieben, führt im Ergebnis zu einer Priorisierung der Karriereinteressen.“ Clement, Ulrich & Clement, Ute (2001): a. a. O., S. 257Google Scholar
  252. 721.
    Vgl Herzberg, Irene (2001), die in ihren Ausführungen aus kindheitstheoretischer, entwicklungspsychologischer und sozialisationstheoretischer Perspektive die Frage erörtert, ob und wie viel Entwicklungsbegleitung für Kinder hilfreich und notwendig ist, um ein Leben in einer hochkomplexen Gesellschaft bewältigen zu können. Herzberg, Irene (2001): Kleine Singles. Lebenswelten von Schulkindern, die ihre Freizeit häufig allein verbringen. Weinheim et al.: Juventa, S. 19 ff.Google Scholar
  253. 722.
    Vgl. hierzu die Ausführungen von Irene Herzberg (2001): sie schreibt: „In der Sozialisationsforschung ist heute unbestritten, dass das Verhältnis von Kindern zu ihrer Umwelt keiner Einbahnstraße gleicht, sondern als interaktives, dynamisches Verhältnis wechselseitiger Beeinflussung und Einflussnahme zu denken ist. Mit dem Begriff des ‚produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts‘ (vgl. Hurrelmann 1986, S. 64) wollte Hurrelmann dieses Prozessgeschehen ausdrücken. Er setzt dem funktionalen ein dialektisches Paradigma entgegen, in dem die Eigentätigkeit des Kindes an seiner Sozialisation, der Erwerb von Handlungsfähigkeit als ein ‚selbstinitiierter Vorgang‘ entworfen wird (vgl. Hurrelmann 1983, S. 93). Jedoch sind Menschen, gleich welchen Alters, keine freischwebenden Subjekte, sondern eingebunden in soziale und ökologische Kontexte, in Umwelten also. Umweltgegebenheiten werden subjektiv aufgenommen, interpretiert und verarbeitet. Subjektive Akte sind konstruktive Akte. Nicht die Realität ‚an sich‘, sondern wie sie wahrgenommen wird, entscheidet maßgeblich darüber, wie das Subjekt seiner Realität gegenübertritt und sich zu ihr verhält. Dennoch gibt es Grenzen, die in der Realität an sich liegen; nicht alles lässt sich beliebig interpretieren und eigenen Wünschen verfügbar machen.“ Herzberg, Irene (2001): a. a. O., S. 30Google Scholar
  254. 724.
    Vgl. hierzu auch die Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2001): Berufsmobilität und Lebensform — Sind berufliche Mobilitätserfordernisse in Zeiten der Globalisierung noch mit Familie vereinbar? In der Studie heißt es u. a., dass Familie und Mobilität schwer vereinbar sind. „Knapp die Hälfte der Mobilen hat ein Kind. Jede/r zweite von ihnen berichtet, dass sich das Mobil-Sein negativ auf das Zusammenleben mit Kindern auswirkt.“ Sowie „Nur jeder dritte Mobile berichtet von Vorzügen; es überwiegt meist eine Mischung aus Vor- und Nachteilen. Einem Zugewinn an individueller Autonomie und persönlicher Freiheit stehen Zeitmangel, soziale Isolierung und Entfremdung von der Familie gegenüber. Durchweg positive Reaktionen auf das bewegte Leben sind selten.“ ULA Nachrichten, Zeitung für Führungskräfte der Deutschen Wirtschaft. Nr. 9/10, 2001, S. 3Google Scholar
  255. 725.
    Vgl. hierzu Schmidt, Martina (1989), die mit Bezug auf Birnbaum 1975 feststellt, dass das Ehebild der verheirateten Karrierefrau positiver gefärbt ist als das der ledigen Karrierefrau (die stärker akzentuiert, dass die Ehe Opfer verlangt und Grenzen setzt) und das der Hausfrau (die die einschränkenden Aspekte der Ehe stärker betont). Schmidt, Martina (1989): a. a. O., S. 271 f.Google Scholar
  256. 726.
    Zu den Vorteilen des „Verheiratetseins“ für erfolgreiche Frauen schreibt Martina Schmidt (1989): „Man könnte annehmen, daß die ledige Karrierefrau günstigere Bedingungen als die verheiratete habe, um ihren beruflichen Aufstieg zu verwirklichen, da sie den Rollenkonflikt zwischen Familie und Karriere vermeidet und frei ist von der Doppelbelastung. Dabei wird jedoch die Bedeutung der gesellschaftlichen Anerkennung unterschätzt, die verheirateten Frauen zuteil wird (Bernadoni/Werner 1985). Sogar eine geschiedenen Frau scheint einen höheren Status zu genießen als eine ledige. (...) Während die Karrierefrau und Mutter bewundert wird als eine, die alles erreicht hat, gibt es für die ledige Karrierefrau nur abwertende Bezeichnungen wie ‚Blaustrumpf‘ oder ‚alte Jungfer‘ (Birnbaum 1975; Gilson/Kane 1987). Schnell unterstellt man ihr, aufgrund ihrer „Karrierebesessenheit‘ keinen Mann ‚abgekriegt‘ zu haben. Im Extremfall setzt sie sich dem Verdacht aus, eine ‚Männerhasserin‘ oder (.) lesbisch zu sein (Bernadoni/ Werner 1985).“ Schmidt, Martina (1989): a. a. O., S. 273Google Scholar
  257. 727.
    Verwiesen werden soll in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse der Deutschen Shell-Studie 85. Zu den sozialen Orientierungsmuster von rauchenden und Alkohol trinkenden Jugendlichen schreibt A. Fischer: „Als Dinge, die vor allem die Jugendlichen lernen sollten, nennen die Nichtraucher deutlich häufiger ‚alte Werte‘: Mit dem Gegebenen zufrieden sein, gute Umgangsformen, Ordnung und Sauberkeit, Pflichtgefühl und Fleiß. Genau diese Werte halten die rauchenden Jugendlichen für eher unwichtig — und zwar für Jugendliche und Erwachsene. Die Raucher nehmen den Generationskonflikt mit deutlich größerer Sensibilität wahr als die Nichtraucher: 76% der Raucher gegenüber nur 65% der Nichtraucher glauben, daß Jugendliche und Erwachsenen weniger gut oder überhaupt nicht gut miteinander auskommen.“ „Aus den Daten der vorliegenden Studie ergeben sich keine Hinwiese darauf, daß die Jugendlichen, die rauchen und /oder trinken, in einem besonderen Maße gefährdet sind. Andererseits sind Rauchen und Trinken keine Verhaltensweisen, die von den Jugendlichen nur zufällig oder aus modischen Gründen, d. h. ohne Beziehung zu anderen Merkmalen ausgeübt werden. (...) Rauchen und Trinken scheinen Verhaltensweisen zu sein, die auf dem Hintergrund einer spezifischen Sozialisationsgeschichte entstehen. Schwierigkeiten und Konflikte in Elternhaus und Schule, der Wunsch nach einer frühen Ablösung von der Familie und das Bestreben, sich nicht unterkriegen zu lassen und das zu tun, was man selbst für richtig hält, scheinen günstige Bedingung für Rauchen und Trinken zu sein. Hinzu kommen die starke Einbindung in soziale Beziehungen mit anderen Jugendlichen und ein gewisse Abwertung der Werte der Erwachsenenwelt. Möglicherweise sind Rauchen und Trinken Signale dafür, daß man bereit ist, auf eigene Gefahr, die Erwachsenenrolle früh zu übernehmen, wenn auch mit anderen Inhalten, als dies die Erwachsenen für richtig halten. Die daraus entstehenden Konflikte werden in Kauf genommen, vielleicht sogar für die eigene Identitätsbildung für notwendig gehalten. Nichtraucher und Nichttrinker passen sich dagegen eher an die herrschenden Normen an, was ein Jugendlicher sein soll und zu tun hat. Die Ablösung vom Elternhaus geschieht später und problemloser. Auf intensive Kontakte mit anderen Jugendlichen legen sie weniger Wert, Anerkennung durch die Erwachsenen hat für sie ein großes Gewicht. Erkauft wird dieser weniger riskante Einstieg in die Erwachsenenrolle durch einen stärkeren Rückzug auf die eigene Person, durch höhere Anpassungsleistungen und durch den Verzicht auf Ausbrüche aus dem vorgegebenen Rahmen.“ Fischer, Arthur (1985): Rauchen und Trinken. In: Jugendwerk der Deutschen Shell (Hg.) (1985): Jugendliche und Erwachsene’85. Generationen im Vergleich. Bd. 2 Fischer, Arthur: Freizeit und Jugendkultur. Leverkusen: Leske + Budrich, S. 38 sowie S. 47 f.Google Scholar
  258. 728.
    Zum kontrastierenden Vergleich soll im Folgenden der von D. Baumrind (1967, 1978) als autoritative bezeichnete Erziehungsstil skizziert werden, der sich zur Herausbildung von Sozialkompetenz und Selbstbewusstsein besonders bewährt hat. „Autoritativen Eltern gelingt eine sowohl auf individuelle Autonomie (das Ich als ‚active agency‘) wie auf Gemeinschaft und geteilte Werte bezogene Erziehung, weil sie die Eigenständigkeit des Kindes achten, aber gleichwohl seine Umwelt kontrollieren und Verantwortung für ihr Kind übernehmen..(...) Sie halten das Kind weder in einer Unterordnungsrolle (autoritär), noch betrachten sie sich als Ressource, über die das Kind nach eigenem Belieben verfügen kann (permissiv). Vielmehr bestehen sie konsequent darauf, Kindern gegenüber die Perspektive Erwachsener zur Geltung zu bringen; sie achten und unterstützen die Interessen und Eigenart des Kindes, seine gegenwärtigen Fähigkeiten und Standpunkte, stellen aber auch deutlich zukunftsbezogene Anforderungen und setzen diese argumentativ, aber auch mittels Macht durch. Es sind Eltern, die Eigenständigkeitsprogramme nicht mit der Abgabe elterlicher Verantwortung verwechseln.“ Herzberg, Irene (2001): a. a. O., S. 59Google Scholar
  259. 729.
    Zur Bedeutung der Berufswahl für junge Frauen vgl. z. B.: Keddi & Sardei (1991): a. a. O.Google Scholar
  260. 730.
    Über den Berufsfindungsprozess ihrer ältesten Tochter berichtet Frau L.: „Auch unsere Älteste, die machte Abitur, da war sie 21, und dann ging sie nach A. zum Studium und dann auf einmal ging sie in die Ausbildung von III (Presseagentur), und zwar war sie, waren wir befreundet und sind das auch noch, damals war die Marianne Wiesenschmidt Leiterin von LLL (Deutscher Fernseh- und Rundfunksender) dem Studio in Z. Jetzt ist sie ja Abteilungsleiterin da in A. vom LLL. Und die hat also mit unserer Yvonne gefuschelt, wie man das so schön sagt. Und dann auf einmal kam Yvonne an und sagte, also ich, fünf Semester hat sie studiert, glaub ich, ich höre auf, ich gehe in die andere Ausbildung. Da war natürlich bei uns etwas der Hausfrieden schiefhängend. Dann kam die Frau Wiesenschmidt an und hat meinen Mann und mich in die Senkel gestellt. Also wir, wir seien, na ja, ihr seid wohl ganz plemplem, eure Tochter ist unter 35 Bewerbern aus dem ganzen Bundesgebiet ausgesucht worden, darunter seien also Hochschulabsolventen gewesen, die nicht genommen worden seien, da war also eine Werbungskampagne von III. Dann ist sie halt auf die ursprüngliche journalistische Ausbildung zurück, war bei III in W. Und da musste sie ja auch in W. wohnen. Und dann ging sie von dort nach I. Und da weiß ich noch, wie sie anrief. Das war ein Lehrgang, sollte ein Halbjahr dauern und fing an am 10. Januar. Am 14. Januar hat sie angerufen. Es gefällt mir hier gar nicht, ich weiß das schon alles, was die machen. Oh, war ich so wütend am Telefon. Deine Hoffart und deine Arroganz! Vier Wochen, och, acht Wochen später war sie schon wieder bei III und war Redakteurin. Da haben sie die Ausbildung abgebrochen.“ Interview Nr. 12, Z.: 869–905Google Scholar
  261. 732.
    Die Wörter Kinderfreiheit und kinderfrei werden hier in Anlehnung an das amerikanische Worte „childfree“ benutzt, das von der US-amerikanischen „National Alliance for Optional Parenthood“ geprägt wurde. Im Gegensatz zu den Wörtern „Kinderlosigkeit“ und „kinderlos“ implizieren sie keinen Mangel und signalisieren, dass es auch eine aktive Entscheidung sein kann, ohne Kinder zu leben. Vgl. Lang, Susan (1994): Wir Frauen ohne Kinder. Was Männer nie begründen müssen. Augsburg: Goldmann Verlag, S. 62Google Scholar
  262. 733.
    Vgl. hierzu auch die folgende Textpassage: I.: „Wenn Sie an Ihre Kinder denken, können Sie die Beziehung ein bisschen beschreiben, mögen Sie das tun?“ FrauL.: „KeineProbleme“ I.: „Nein, ich meine auch nicht Probleme, sondern“ Frau L: „Nein, also ich hätte ohne Kinder nicht leben können. Ja. Das könnte ich mir gar nicht vorstellen.“ I.:Deswegen ist es auch für Sie so unverständlich, dass Ihre Tochter sich so entschieden hat. Ja. (Interview wird unterbrochen, weil Frau L. weint. M. D.) Frau L.: „Na, ich hab auch zu ihr gesagt: Hoffentlich tut dir das mal nicht leid.“ Interview Nr. 12, Z.: 1401–1410Google Scholar
  263. 734.
    Frau L. geht anscheinend davon aus, dass ihre jüngste Tochter ebenfalls kinderfrei bleiben wird, wie aus der folgenden Textpassage zu entnehmen ist. Die Erwartung auf Enkelkinder richten sich aber offenbar vor allem an die Älteste. „Die (die jüngste Tochter, M. D.) lebt in Ei. Und ist, die ist noch nicht verheiratet, die hat zwar einen Freund, aber ob die mal heiratet. (...) Aber sie hat also einen sehr netten Freund und sehr ordentlich, und sie ist ganz glücklich auch mit ihrer Arbeit.“ Interview Nr. 12, Z.: 1423–1429Google Scholar
  264. 735.
    I.: „Ich würde gerne noch einmal auf Ihre gegenwärtige Situation zu sprechen kommen. Die Beendigung der Erwerbsarbeit ist ja ein ziemlich großer Einschnitt im Leben. Wie war das bei Ihnen?“ Frau L.: „Ach, das ist kein großer Einschnitt, eigentlich, ist mir viel mehr nachgegangen, aber das hat sich auch erst im Laufe der Jahre so verstärktes Gefühl, mir hat eigentlich immer Leid getan, den Richterberuf aufgegeben zu haben. Während die Aufgabe der Mandatstätigkeit, die hat man irgendwie dann einmal satt, und ich hatte da keine Schwierigkeiten, weil die politischen Verhältnisse in A. sich so gestalteten, dass mir das sogar sehr gut getan hat“ I.: „Dass Sie eigentlich froh waren, als es vorbei war“ Frau L.: „Ja. Da war ich froh. Ich hätte eigentlich mit dem Wolfgang Kranz (Ministerpräsidenten) gehen sollen. Ja. Was danach kam, war noch mal schrecklich. Und da hab ich nämlich noch mal erleben müssen, wie ein, derselbe Mann, der den Wolfgang, dem Wolfgang Kranz zugesetzt hat, dann auch dem neuen Ministerpräsidenten zusetzte. Und das war dann eigentlich schlimm. Das hat man so voll auch mitgekriegt. Das sind, das sind, also die Zeiten möchte ich eigentlich aus meinem Leben streichen:“ I.: „Wie lange war das? “ Frau L.: „Das war dann noch zwei Jahre“ Interview Nr. 12, Z.: 1224–1247Google Scholar
  265. 737.
    „Freizeit wird nun als Zeit des Tages definiert, die abzüglich aller Hausarbeit, Schlaf und Zeit für persönliche Bedürfnisse wie Körperreinigung zur freien Verfügung übrigbleibt (Kössler 1990: 537). Rentner verfügen im Verhältnis zu allen anderen erwachsenen Personen mit knapp 8,5 Stunden pro Tag über die längste Freizeit, Rentnerinnen haben knapp 7 Stunden Freizeit (Kössler 1990: 538 ff.).“ Gather, Claudia (1996), a. a. O., S. 29Google Scholar
  266. 738.
    Ekerdt, David J. prägte für diese Gestaltung des Rentnerlebens den Begriff der „busy ethic“. Ekerdt, David J. (1986): The Busy Ethic: Moral Continuity between Work and Retirement. The Gerontologist, 26. Jg., S. 239–244Google Scholar
  267. 739a.
    Vgl.: Fogarty, Michael P.; Rapoport, Rhona; Rapoport, Robert N. (1971) Sex, Career and Family, London: George Allen & Unwin Ltd.Google Scholar
  268. 739b.
    Rapoport, Robert N. & Rapoport, Rhona (1965): Work and Family in Contemporary Society, American Soziological Review, 30, S. 381–394.Google Scholar
  269. 739c.
    Rapoport Rhona & Rapoport, Robert N. (1969): The Dual Career Family: A Variant Pattern and Social Change, Human Relations, 22, S. 3–30.Google Scholar
  270. 739d.
    Rapoport, Rhona & Rapoport, Robert N. (1971): Futher Considerations on the Dual Career Family, Human Relations 24, 6, S. 519–533.Google Scholar
  271. 740.
    Weist ein Elternteil oder weisen beide Eltern eine eher instrumentelle „joborientierte“ Arbeitsmotivation auf, wird in der englischsprachigen Literatur von „dual-earner-families“ gesprochen.: Fogarty, Michael P.; Rapoport, Rhona; Rapoport, Robert N. (1971): a. a. O., S. 338Google Scholar
  272. 741.
    Höpflinger, François; Charles, Maria; Debrunner, Annelies (1991): Familienleben und Berufsarbeit. Zum Wechselverhältnis zweier Lebensbereiche. Zürich: Seismo Verlag, S. 153Google Scholar
  273. 742.
    Zur Kritik am Konzept der „Dual-Career-Families“ siehe Höpflinger, François u. a. (1991): a. a. O., S. 151 ff.Google Scholar
  274. 743.
    Höpflinger, François; u. a. (1991): a. a. O., S. 155Google Scholar
  275. 744.
    Parteipolitik ist in Deutschland „ein ‚männlich‘ dominiertes und geprägtes Handlungsfeld. Seit der Entstehung der neuzeitlichen Demokratie im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart bestimmt ‚Männlichkeit‘ als ‚Strukturierungsmerkmal‘ (Sauer 1994, 122) die institutionellen Regelungen wie auch die offiziellen und die informellen Formen und Praxen des politischen Apparates.“ Foster, Helga; Lukoschat, Helga; Schaeffer-Hegel, Barbara (Hg.) (1998): a. a. O., S.13Google Scholar
  276. 745.
    Die zeitliche Gestaltung von familialen und beruflichen Zyklen können ein Vereinbarkeitsarrangement begünstigen oder verkomplizieren. Eine Entzerrung der ersten beruflichen Etablierungsphase und der Phase der Familiengründung begünstigen ein duales Karrieremuster. Vgl. Höpflinger, François u. a. (1991): a. a. O., S. 162Google Scholar
  277. 746a.
    Greenhaus & Beutell (1985) differenzieren zwischen drei Interrollenkonflikten, die sich durch Unvereinbarkeiten bei der Bewältigung der familiären und beruflichen Vereinbarkeit ergeben können. Zeitliche Konflikte („time-based conflikt“) Überlastung/Überforderung/Stress („strain-based conflict“) Normative/Verhaltensbezogene Konflikte („behavior-based conflict“) Greenhaus, Jeffrey; Beutell, Nicholas (1985) S. 309, zitiert nach Höpflinger, François u. a. (1991): a. a. O., S. 162 „Normative Dilemmas treten vor allem auf, wenn familial-berufliche Rollenkombinationen sozio-kulturell negativ bewertet oder gar als unvereinbar interpretiert werden. Wird in einer Gesellschaft die Abwesenheit der (leiblichen) Mutter negativ eingeschätzt, ergibt sich für Frauen ein normatives Dilemma zwischen der Erfüllung der Mutterrolle und beruflichen Anforderungen. Tatsächlich ist die Unvereinbarkeit von Mutterschaft und Vollerwerbstätigkeit bzw. von Mutterschaft und Berufskarriere immer noch ein relativ verbreitetes Einstellungsmuster, gerade in Ländern mit vergleichsweise geringer Frauenerwerbsquote. Vollberufstätige Mütter kleiner Kinder sehen sich dem normativen Dilemma gegenüber, einerseits ihre berufliche Leistungsfähigkeit zu ‚beweisen‘. Andererseits müssen die sich mit dem Verdacht auseinandersetzen, ihre Kinder zu ‚vernachlässigen‘. Erst neuere wissenschaftliche Arbeiten und sozialpolitische Diskussionen haben mit dem Vorurteil etwas aufgeräumt, dass die mütterliche Erwerbstätigkeit einen negativen Effekt auf Sozialisation und Entwicklung von Kindern aufweist.“Google Scholar
  278. 746b.
    Höpflinger, François u. a. (1991): a. a. O., S. 132Google Scholar
  279. 747a.
    „Auch für die gehobenen Bürgersfrau hieß — in Preußen und im späteren Kaiserreich eher imitierend als sich abgrenzend gegenüber dem Hofleben — Haushaltsführung noch, Dienstboten, meist ärmere Frauen, anleiten...“ „Es gehörte zum bürgerlichen Lebensstil, insbesondere die niederen Dienstsleistungen an Dienstboten zu delegieren.“ Ostner, Ilona (1988): Die kurze Geschichte der Haus(frauen)arbeit. In: Deutsches Jugendinsitut (Hg.)(1988): Wie geht’s der Familie? Ein Handbuch zur Situation der Familien heute: München: Kösel, S. 207Google Scholar
  280. 747b.
    Ostner, Ilona (1988): Die kurze Geschichte der Haus(frauen)arbeit. In: Deutsches Jugendinsitut (Hg.)(1988): Wie geht’s der Familie? Ein Handbuch zur Situation der Familien heute: München: Kösel, S. 213Google Scholar
  281. 748.
    Ostner, Ilona (1988): a. a. O., S. 207Google Scholar
  282. 749a.
    Die folgende chronologische Aufführung mehrerer bundesrepublikanischer Studien soll beispielhaft verdeutlichen, dass eine berufliche Karriere für Frauen häufig mit dem Verzicht von Kindern verknüpft ist. - 39, d.h. 69,7% der von Bock-Rosenthal (1978) interviewten 56 Karrierefrauen waren kinderfrei. Bock-Rosenthal, Erika; Haase, Christa; Streek, Silvia (1978): Wenn Frauen Karriere machen. Frankfurt a. M. et al.: Campus - 61% der Frauen (Datenbasis: 171), aber nur 13% der Männer (Datenbasis: 334) waren in der von Bischoff zusammen mit der Zeitschrift Capital 1986 durchgeführten Studie „Männer und Frauen in Führungspositionen in der BRD“ kinderfrei.Google Scholar
  283. 749b.
    Bischoff, Sonja (1990): Frauen zwischen Macht und Mann. Männer in der Defensive. Führungskräfte in Zeiten des Umbruchs. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, S. 36 f. - die Hälfte der 10 von Bernadoni und Werner (1986) interviewten erfolgsorientierten Frauen waren Mütter.Google Scholar
  284. 749c.
    Bernardani, Claudia & Werner, Vera (1986): Erfolg statt Karriere. Einstellungen erfolgsorientierter Frauen zum beruflichen Aufstieg. Deutsche Bonn: UNESCO-Kommission. - Von den 68 bundesrepublikanischen Managerinnen der oberen Leitungsebene, die Nerge in ihrer Studie berücksichtigte, waren 47 ohne Kinder.Google Scholar
  285. 749d.
    Nerge, Sonja (1993): Frauenfrühling im Management? Europas Management zwischen Kulturpatriarchat und Emanzipation. Berlin: Ed. Sigma, S. 150Google Scholar
  286. 750.
    Aus einer amerikanischen Studie über 139 Dual-Career-Couples mit Kindern im Vorschulalter geht hervor, dass dreiviertel der befragten Frauen so gut wie täglich Stresssituationen erleben, wenn sie morgens zu einer festen Zeit auf der Arbeitsstelle sein wollen und die Kinder/das Kind zuvor bei der Betreuungsperson abgeben müssen oder wenn sie abends das Büro pünktlich verlassen müssen, um die Kinder zu einem festen Zeitpunkt aus der Betreuung abzuholen. Emmons, C. A.; Biernat, M.; Tiedje L. B.; Lang, E. & Wortman, C. B. (1990): a. a. O., S. 77Google Scholar
  287. 751.
    Die sog. „Bereicherungs- oder Rollenerweiterungsthese“ verweist auf die mit der Rollenvielfalt verbundenen bereichernden und anregenden Aspekte bei einer parallelen Realisierung von beruflichen und mütterlichen Rollenanforderungen vor allem auch für hochqualifizierte Frauen. Vgl. z. B.: Höpflinger, François u. a. (1991): a. a. O., S. 44Google Scholar
  288. 753.
    Verwiesen werden soll in diesem Zusammenhang auf die Habermassche These von der Koloniali-sierung der Familie, die von einer asymmetrischen Beziehung zwischen beruflichen und privaten Lebenswelten ausgeht. Dabei wird nicht nur für den Fall eines Interessenkonfliktes zwischen beruflichen und familiären Anforderungen die Anpassung der Familie prognostiziert, sondern sie besagt, dass der „Rationalitätsvorsprung“ der Arbeitswelt dazu führt, dass berufliche Prinzipien und Aspekte (z. B. Technisierung, Effizienz, Spezialisierung) die private Lebenswelt zunehmend durchdringen. Habermas, Jürgen (1981) a. a. O. S. 548 ff.Google Scholar
  289. 754.
    In einem deutsch-brasilianischen Vergleich zur „legendären Ressource“ von Dienstmädchen kommt Klaus Wahl zu der Überzeugung, dass nur „ganz spezifische Konstellationen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedingungen (.) hinter dem Aufkommen und Verschwinden der Dienstmädchen stehen.“ (S. 47) Diese Konstellation besteht nach Wahl in dem Zusammentreffen von - einem Überangebot von weiblichen Arbeitskräften - einer starken Arbeitsnachfrage sowie - einem deutlichen Einkommensgefälle zwischen den Gesellschaftsschichten. Wahl, Klaus (1991): Dienstmädchen: Geschichte oder Zukunft? Eine legendäre Ressource im deutsch-brasilianischen Vergleich. In: Diskurs, 1, S. 47–50Google Scholar

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