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Teilsystemevolutionen und Akteurstrategien: Die zwei Seiten der Strukturdynamiken der modernen Gesellschaft

  • Uwe Schimank

Zusammenfassung

Dieses Kapitel — ursprünglich erschienen in: Soziale Systeme 1/1995: 73–100 -führt system- und akteurtheoretische Herangehenmeisen an gesellschaftliche Differenzierung zusammen. Nachdem in den vorangegangenen Kapiteln zunächst die systemtheoretische Perspektive reflektiert und dann mit der akteurtheoretischen Sicht kontrastiert worden ist wird hier skizziert, wie eine ertragreiche Verknüpfung beider aussehen könnte.

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Literatur

  1. 124.
    Ich hege also keine großen Hoffnungen hinsichtlich einer generellen theoretischen Integration — obwohl so etwas natürlich ex ante nie auszuschließen ist.Google Scholar
  2. 125.
    Zur Unterscheidung von direkter und indirekter Kommunikation siehe, an Luhmann anknüpfend, Thielemann (1991: 12–32).Google Scholar
  3. 127.
    Ganz abgesehen von der Frage, ob überhaupt sämtliches Handeln auf der Gesellschaftsebene teilsystemisch institutionalisiert ist oder es nicht auch nicht-systemhafte Handlungszusammenhänge gibt. Man muss diesbezüglich nicht nur an Jürgen Habermas (1981a; 1981b) „Lebenswelt“denken. Renate Mayntz (1988: 20–23) stellt diese Frage etwa auch für Familien oder Intimbeziehungen.Google Scholar
  4. 128.
    Dazu siehe allgemein Luhmann (1987c: 40–44; 1988a: 302–323). Google Scholar
  5. 131.
    Plastische Beispiele finden sich in den wissenschaftshistorischen Studien Timothy Lenoirs (1992). Bruno Latours (1984; 1987) Theorieperspektive bezieht ebenfalls beide Aspekte systematisch ein, ebnet aber analytisch die in differenzierungstheoretischer Perspektive wichtigen Unterschiede zwischen ihnen ein. Google Scholar
  6. 133.
    Hier findet sich die schon erwähnte analytische Fiktion wieder. Luhmann leugnet nicht die Existenz von Akteuren, die zwar keineswegs immer, aber doch immer wieder einmal strategisch kalkulierend handeln. Doch er meint, theoretisch so tun zu können, als ob ein derartiges strategisches Handeln nichts anderes wäre als ein unreflektierter Vollzug der jeweiligen teilsystemischen Autopoiesis — und zwar deshalb, weil es im Ergebnis keinen Unterschied macht. Keine Frage ist, dass strategisches Handeln in die teilsystemische Autopoiesis eingebettet ist. Das heißt aber eben nicht, dass es gleichsam spurlos in ihr versinkt. Google Scholar
  7. 136.
    Etwas anders sieht das Rudolf Stichweh (1991), der für eine Historisierung der Systemtheorie optiert. Google Scholar
  8. 137.
    Siehe hierzu auch Kapitel 11 sowie Schimank(1991: 507–509). Google Scholar
  9. 138.
    Der Tatbestand der Reflexivität ergibt sich hier somit daraus, dass Interessen bestehen, deren Gegenstand wiederum Interessen sind. Allgemein zu derartigen „reflexiven Mechanismen“siehe Luhmann (1966). Google Scholar
  10. 139.
    Eine genauere analytische Konzeptualisierung könnte die durch institutionelle Restriktionen gebildete „Sol-lens“-Dimension aus der „Wollens“-Dimension herausnehmen. Siehe dazu am Fall von Steuerungshandeln Schimank (1992b). Google Scholar
  11. 140.
    Siehe dazu auch die prägnante akteurtheoretische Charakterisierung von Sozialität bei James Coleman (1990: 29): Sozialität ergibt sich für ihn aus einem „… simple structural effect: Actors are not fully in control of the activities that can satisfy their interests, but find some of those activities partially or wholly under the control of other actors.“Google Scholar
  12. 141.
    Die Konstellationen bewegen sich gleichsam aus eigener Kraft. Siehe dazu auch das Konzept der Eigendynamik bei Mayntz/Nedelmann (1987).Google Scholar
  13. 142.
    Boudon (1984: 173–179) spricht diesbezüglich von „Cournot-Effekten“. Google Scholar
  14. 143.
    Boudon (1983; 1984) plädiert daher polemisch für eine “no-theory of social change“. Google Scholar
  15. 144.
    Siehe auch Jon Elsters Idee (1989: 3–10) einer “toolbox of mechanisms“als Ziel sozialwissenschaftlicher Theoriebildung. Google Scholar
  16. 145.
    Damit verfolge ich ein anderes Interesse als Jens Alber (1989), der hinsichtlich der Erklärung bestimmter Strukturdynamiken des Gesundheitssystems, insbesondere der sogenannten „Kostenexplosion“, die system- und die akteurtheoretische Perspektive miteinander konfrontiert, um herauszufinden, welche davon die besseren Erklärungsleistungen erbringt, Alber steht damit in der wissenschaftstheoretischen Tradition des frühen Kritischen Rationalismus, der harte Konfrontation einander widersprechender Theorien für die beste Strategie des Erkenntnisfortschritts hielt Schon Imre Lakatos (1970) hat freilich betont, dass die tatsächliche „Logik der Forschung“nicht über solche „Entweder/oder“-Alternativen voranschreitet. Google Scholar
  17. 146.
    Dieser Aspekt wird von Luhmann (1990a: 289–299) mit der Unterscheidung von „Autonomie“und „Unabhängigkeit“wissenschaftlicher Forschung erfasst. Anwendungsbezogene Forschung ist demzufolge zwar hinsichtlich ihrer Themen umweltabhängig, hinsichtlich der Bewertung ihrer Erkenntnisse als wahr bzw. unwahr jedoch genauso autonom wie die anwendungsfernste Grundlagenforschung. Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

Authors and Affiliations

  • Uwe Schimank

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