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Luhmanns analytischer Anti-Humanismus: Eine halbierte Theorie der modernen Gesellschaft

  • Uwe Schimank
Chapter

Zusammenfassung

Dieses Kapitel — das auf einen 1991 verfassten Beitrag für einen nie erschienenen Sammelband über die „impliziten Anthropologien“verschiedener Sozialtheorien zurückgeht — rekonstruiert die allgemeinen sozialtheoretischen Prämissen von Luhmanns systemtheoretischer Herangehensweise an Sozialität schlechthin und gesellschaftliche Differenzierung im Besonderen.

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Literatur

  1. 55.
    Ausführlich wird diese strukturalistische Marx-Deutung vor allem in Althusser/ Balibar (1968) entwickelt.Google Scholar
  2. 56.
    Das erkennt auch Habermas (1985: 427–428), wenn er Luhmanns „neuer“Theorie eine „… Begriffssubstitution, die bewußtseinsphilosophische Denkfiguren in der Form struktureller Analogien beibehält…“, attestiert.Google Scholar
  3. 57.
    So insbesondere der Duktus von Luhmanns (1980a) Nachzeichnung der frühneuzeitlichen Anthropologie.Google Scholar
  4. 58.
    Ohne dass dieser Beurteilungsstandpunkt hier näher begründet oder erläutert werden könnte — siehe dazu Näheres in den Kapiteln 5 und 6 sowie in Schimank (1992c).Google Scholar
  5. 59.
    Oder von ihnen als etwas analytisch höchst Unpraktischem und Verzichtbarem spricht (Luhmann 1988b: 132, Fn. 9).Google Scholar
  6. 60.
    Siehe dazu Coleman (1974; 1990: 421–450) und Vanberg (1982).Google Scholar
  7. 61.
    Auf Arnold Gehlen (1940) und Helmuth Plessner (1928) wird namentlich hingewiesen; Max Scheler (1928; 1961) hätte ebenfalls erwähnt werden können. Umso unverständlicher — und undankbarer — dann die Aussage in einem Interview aus dem Jahr 1985, wo es lapidar heißt: „Die deutsche philosophische Anthropologie hingegen habe ich nie gemocht.“(Luhmann 1987a: 132)Google Scholar
  8. 62.
    Dabei reformuliert er im Wesentlichen organisationstheoretische Überlegungen, wie sie insbesondere von Chester Barnard (1938: 167–171) und Herbert Simon (1945: 110–112) entwickelt worden waren — siehe ferner March/Simon (1958: 84–93).Google Scholar
  9. 63.
    Freilich, wie nicht erst der junge Marx sah, um den Preis der „Entfremdung“des Organisationsmitglieds von der Organisation. Das je individuelle Coping mit dieser Identitätsbedrohung hat wiederum soziale Folgen — siehe dazu Schimank (1981).Google Scholar
  10. 64.
    Diese beiden Richtungen, in denen Kommunikationsmedien als Selektivitätsverstärker dienen können, werden von Luhmann nicht genügend auseinander gehalten.Google Scholar
  11. 65.
    In Parsons’ (1961: 171/172) “cybernetic hierarchy of control” der vier analytischen Subsysteme des Handlungssystems stehen “personality” und “social system” — lässt man die anderen beiden Subsysteme einmal außer Acht — in einem sehr ähnlichen Verhältnis zueinander. Das personale System steuert zur Handlungskonstitution eher frei flottierende Energie, das soziale Systeme eher Information, also Regelung dieser Handlungsenergie bei.Google Scholar
  12. 66.
    Zum biologischen Konzept der Autopoiesis siehe nur Maturana/Varela (1975). Luhmanns Verwendungsweise wird insbesondere in Luhmann (1984b) darlegt.Google Scholar
  13. 67.
    Zu diesem Verständnis von Kausalität siehe Luhmann (1962; 1968c: 24–33).Google Scholar
  14. 68.
    Dazu siehe die detailgenauen Analysen von Schneider (1991) und Fuchs (1991).Google Scholar
  15. 69.
    Siehe dazu bereits Stichweh (1987b).Google Scholar
  16. 70.
    Im Sinne von Schelling (1960: 54–58), hier für die soziale Koordination von Wirklichkeitsdeutungen.Google Scholar
  17. 71.
    Siehe auch Luhmann (1985a: 36), wo die Person als „Erwartungskollage“charakterisiert wird.Google Scholar
  18. 72.
    Der Unterschied zur Theorieperspektive von Parsons ist hier interessant. Dieser hegt eine “over-socialized conception of man” (Wrong 1961). Für ihn werden menschliche Akteure insbesondere durch Sozialisation dazu gebracht, ihr eigenes „Wollen“dem sozial etablierten „Sollen“anzugleichen. Luhmann verficht keine derartige Identitätsvorstellung von psychischem „Wollen“und sozialem „Sollen”. Für ihn kann das „Wollen” so ziemlich sein, wie es will, weil es sozial gegenüber dem Zwang autopoetischer Kommunikationszusammenhänge einfach nicht durchsetzungsfähig ist.Google Scholar
  19. 73.
    Zur Unterscheidung von direkter und indirekter Kommunikation siehe Thielemann (1991: 12–32).Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

Authors and Affiliations

  • Uwe Schimank

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