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Strategien erfolgreicher Mitgliederrekrutierung der politischen Parteien

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Zusammenfassung

Bereits wenige Jahre nach ihrer Neugründung hatten die deutschen Parteien einen erheblichen Mitgliederverlust zu beklagen. Den Grund dafür sah Werner Weber in einem allgegenwärtigen „Parteienüberdruß“, der durch die „Bereitschaft, den Parteien auszuweichen“und durch eine „stumme Ablehnung des parteipolitischen Betriebes“gekennzeichnet sei (Weber 1951: 61). In den Augen der Bürger, so Rudolf Zorn, waren die Parteien nicht mehr als „Stellenvermittlungsorganisationen und Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit“(Zorn 1953: 37). Die Analyse der beiden Autoren könnte aus der Parteienverdrossenheitsdebatte der neunziger Jahre stammen. Dazwischen liegen aber fünf Jahrzehnte unterschiedlicher Konjunkturzyklen innerparteilicher Partizipation. Politische Partizipation im Allgemeinen ist evolutionären Entwicklungen unterworfen, die für Parteien günstige oder ungünstige Rahmenbedingungen schaffen können. Die Anpassungsfähigkeit der Parteien wird entscheiden, ob und wie sie die gegenwärtige Mitgliederkrise überstehen werden.

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