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Determinanten fremdenfeindlicher Vorurteile

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Zusammenfassung

In Abbildung 5.3 (S. 125) wurden die Hypothesen in einem Modell zusammengefaßt. Bei der Überprüfung müssen Einschränkungen durch die Datenbasis in Kauf genommen werden. Insbesondere fehlende Indikatoren zur nationalen Identität führen zu einer starken Vereinfachung des Modells, was sich unmittelbar in der Wahl der Analysestrategie niederschlagen wird (Abschnitt 7.2). Entlang der unterschiedlichen Erklärungsansätze wird im folgenden die Operationalisierung erläutert.

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Literatur

  1. 1.
    Im Eurobarometer 30 (1988) wurden dagegen Kontakte in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz und im Freundeskreis zu verschiedenen Gruppen (Rasse, Religion, Kultur) erhoben, wobei die Kontakthypothese bestätigt wurde (vgl. Zick, 1997, 275f., 320).Google Scholar
  2. 6.
    Lipset (1960) ging davon aus, daß jede soziale Schicht eine demokratische und extremistische politische Ausdrucksform besitzt. Die demokratische Ausdrucksform des Mittelstandes sei der Liberalismus, die extremistische Variante der Faschismus. Insbesondere die ideologische Nähe von Liberalismus und Faschismus (vgl. Falter, 1981, 390f.) wurde bestritten. Beim Nationalsozialismus handelt es sich nach Winkler (1972, 187), der sich ebenfalls mit der Lipsetschen These auseinandergesetzt hat, um eine rechte Ideologie und nicht um einen Extremismus der (politischen) Mitte. Zumindest partielle Bestätigung finden dagegen die Thesen Lipsets zum Zusammenhang zwischen Sozialstruktur und Wahlverhalten (vgl. Falter, 1991).Google Scholar
  3. 9.
    Prinzipiell besteht natürlich die Möglichkeit, den Einfluß von manifesten Kovariaten auf eine abhängige latente Variable zu modellieren, die durch ordinale Indikatoren gemessen wird (vgl. Jöreskog, 2002b). Dieses Vorgehen ist hier jedoch problematisch, weil der latente Faktor Fremdenfeindlichkeit durch dichotome Variablen gemessen wurde. In diesem Fall lassen sich nicht gleichzeitig die Mittelwerte und die Varianzen der zugrundeliegenden Variablen schätzen (vgl. Kapitel 6), mit der Konsequenz, daß keine Kovarianzmatrizen (sondern nur Korrelationen) geschätzt werden können.Google Scholar
  4. 10.
    Beachtet werden muß, dal Agresti (1996) das umgekehrte Wahrscheinlichkeitsverhältnis betrachtet, d.h. die Wahrscheinlichkeit, in Kategorie j oder niedriger zu fallen, im Vergleich zur Wahrscheinlichkeit, in eine höhere Kategorie zu fallen. Der Unterschied drückt sich in unterschiedlichen Vorzeichen der Logit-Koeffizienten aus. In SAS wird die Wahrscheinlichkeit modelliert, in eine niedrigere statt in eine höhere Kategorie zu fallen, in STATA ist es genau umgekehrt. In SAS bedeutet ein positives β eine größere Wahrscheinlichkeit, in eine niedrigere (!) statt höhere Kategorie zu fallen (negativer Zusammenhang zwischen Prädiktor und abhängiger Variable). In STATA bedeutet ein positives Vorzeichen des Logit-Koeffizienten eine größere Wahrscheinlichkeit einer höheren im Vergleich zu einer niedrigeren Ausprägung der abhängigen Variable (positiver Zusammenhang).Google Scholar
  5. 11.
    In STATA läßt sich sowohl die Gültigkeit dieser Annahme für das Gesamtmodell testen (Score-Test) als auch für einzelne Prädiktoren (vgl. Long und Freese, 2001).Google Scholar
  6. 13.
    Angegeben werden nicht-modifizierte Wald-Tests (vgl. Hosmer und Lemeshow, 2000, 212 f.).Google Scholar
  7. 17.
    In Flandern gibt es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Identifikation mit Belgien und fremdenfeindlichen Vorurteilen, wobei Befragte ohne Stolz auf Belgien unwesentlich geringere Vorurteile aufweisen als die beiden anderen Gruppen. In Wallonien sind die Vorurteile derjenigen, die Stolz auf ihre Zugehörigkeit zu Belgien äußern, geringer ausgeprägt als die Vorurteile der sehr stolzen und der nicht-stolzen Befragten. Auch hier ist der Effekt nicht signifikant, aber stärker ausgeprägt als in Flandern. Interpretiert man die Ergebnisse nur für die Stichprobe, dann ist der Effekt in den beiden Gebieten genauanders als nach den Ergebnissen von Maddens et al (2000) erwartet werden konnte. Eine Erklärung mag darin liegen, daß in der Untersuchung von Maddens et al. (2000) eine wallonische/flämische Identität mit der belgischen Identität in eine Rangfolge gebracht werden mußte.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

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