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Gender im (Re)Konstruktionsprozess: Perspektiven geschlechtsbezogener Bildung

  • Martina Busche

Zusammenfassung

Auf dem Weg zum Erwachsenwerden spielt Geschlecht für Jugendliche eine große Rolle. Zwischen Spannung und Angst müssen sie sich mit neuen Anforderungen, Erwartungen und Entwicklungen zurechtfinden. Geschlecht als etwas, das sich Menschen im Laufe der Zeit auf unterschiedliche Arten aneignen, bringt auch Probleme mit sich: So wird z. B. im schulischen Rahmen Gewalttätigkeit häufig im Bezug auf Jungen thematisiert, bei Mädchen eher mangelndes Durchsetzungsvermögen und Passivität.2 Hier setzt die geschlechtsbezogene Bildung an: Zur geschlechtsbezogenen Bildung lassen sich alle Ansätze von Jungen- und Mädchenarbeit sowie Koedukation zählen, die Geschlecht als individuelles und strukturelles Problem thematisieren, gleichzeitig aber am Individuum orientiert die jeweiligen Handlungsmöglichkeiten jenseits enger Geschlechterrollen vergrößern wollen. Konkret geht es um eine Unterstützung der Jugendlichen, sich in Ruhe mit sich und den gesellschaftlichen Anforderungen an sie als Geschlechtswesen auseinanderzusetzen. Die Orte geschlechtsbezogener Bildung können außerschulische Bildungsstätten sein, schulische Projekttage, Freizeit- und Jugendzentren, aber auch der tägliche Unterricht, denn die Herstellung von Geschlecht kann überall stattfinden. Der geschlechtsbezogenen Jugendbildung geht es dabei um eine Reflektion geschlechtlichen Handelns, um einen Beitrag zur Überwindung des gesellschaftlichen Geschlechtermißverhältnisses zu leisten.

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Authors and Affiliations

  • Martina Busche

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