Advertisement

... Männer sterben früher und auch Frauen haben Herzinfarkt Gesundheit und Geschlechtsbezug

  • Brigitte Sorg

Zusammenfassung

In der gesundheitlichen Versorgung, Gesundheitsforschung und -politik waren geschlechtsbezogene Aspekte lange auf weibliche Fortpflanzungsorgane und darauf, dass manche Krankheiten „typische“ Frauen- oder Männerkrankheiten sind, beschränkt. So galten der Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fälschlicherweise als typische Männerkrankheiten. 1998 war der Anteil von Frauen, die einen Herzinfarkt erlitten, genau so hoch wie der von Männern (Engelmann/Stamm 2003: 10; BMFSFJ: 109f.). Mittlerweile findet in den Gesundheitswissenschaften (Public Health) langsam ein Paradigmenwechsel statt: Weg von einer androzentristischen über eine frauenspezifische bis hin zu einer mehr und mehr geschlechtsbezogenen Sichtweise. Der Artikel stellt die Entwicklung dar und beschreibt, wie geschlechtsbezogene Verzerrungseffekte in der (Gesundheits)forschung identifiziert und vermieden werden können und dies Teil einer politischen Strategie des Gender Mainstreaming sein kann.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Altgeld, T. (2003): Was spricht Männer an? Männergerechte Gesundheitskommunikation findet in der Gesundheitsförderung und Prävention kaum statt? In: Impulse (39): B.Google Scholar
  2. Altgeld, T. (Hrsg.) (2004): Männergesundheit. Neue Herausforderungen für Gesundheitsförderung und Prävention. Weinheim/München: Juventa.Google Scholar
  3. Bellach, B. M. (2000): Leitlinien und Empfehlungen zur Sicherung von Guter Epidemiologischer Praxis. Eine Mitteilung der Arbeitsgruppe Epidemiologische Methoden der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Epidemiologie (DAE). In: Bundesgesundheitsblatt–Gesundheitsforschung–Gesundheitsschutz 43 (6): 468–475.Google Scholar
  4. BMFSFJ - Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (2001): Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland: Eine Bestandsaufnahme unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Entwicklung in Ost und West. Schriftenreihe des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  5. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2003): Leitbegriffe der Gesundheitsförderung. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden in der Gesundheitsförderung. Schwabenheim.Google Scholar
  6. Doyal, L. (2000a): Gender Equity in Health. Debates and Dilemmas. In: Social Science & Medicine 51 (6): 931–939.Google Scholar
  7. Doyal, L. (2000b): Sex, Gender and Health.http://www.medicusmundi.ch/bulletin/bulletin7702.htm(23. 10. 2000 )
  8. Doyal, L. (2003): Biological sex and social gender: challenges for preventive and social medicine. In: Sozial-und Präventivmedizin 48 (4): 207–208.Google Scholar
  9. Eichler, M.; Fuchs, J.; Maschewsky-Schneider, U. (2000): Richtlinien zur Vermeidung von Gender Bias in der Gesundheitsforschung. In: Zeitschrift für Gesundheitswissenschaft 8 (4): 293–310.Google Scholar
  10. Eichler, M. et al. (2002): Zu mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern: Erkennen und Vermeiden von Gender Bias in der Gesundheitsforschung (deutsche Bearbeitung von Fuchs J.; Maschewsky K./Maschewsky-Schneider U.). Blaue Reihe. Berlin: BZPH (Berliner Zentrum Public Health).Google Scholar
  11. Engelmann, U.; Stamm, J. (2003): Gender und Gesundheit. Gender-Aktivitäten in der gesetzlichen Krankenversicherung. In: Feministisches Frauen Gesundheitszentrum Berlin (Hrsg.): Clio–die Zeitschrift für Frauengesundheit ( 56 ): 10–12.Google Scholar
  12. Faltermaier, T. (2004): Männliche Identität und Gesundheit. Warum Gesundheit von Männern? In: Altgeld (2004): 11–33.Google Scholar
  13. Franzkowiak, P.; Helfferich, C.; Weise, E. (1998): Geschlechtsbezogene Suchtprävention: Praxisansätze, Theorieentwicklung, Definitionen. Forschung und Praxis in der Gesundheitsförderung. Bd. 2. Köln: BZgA.Google Scholar
  14. Fuchs, J.; Maschewsky-Schneider, U. (2002): Geschlechtsangemessene Publikationspraxis in den Gesundheitswissenschaften im deutschsprachigen Raum?–Ergebnisse einer Literaturreview. In: Das Gesundheitswesen 64: 284–291.Google Scholar
  15. Hahn, D.; Maschewsky-Schneider, U. (2003). Geschlechtsunterschiede und Gesundheit/Krankheit. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( 2003 ): 549–52.Google Scholar
  16. Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.) (2002): Alles Gender? Oder was? Theoretische Ansätze zur Konstruktion von Geschlecht(ern) und ihre Relevanz für die Praxis in Bildung, Beratung und Politik 1. Berlin: Heinrich-Böll-Stiftung.Google Scholar
  17. Helfferich, C.; von Troschke, J. (1994): Der Beitrag der Frauengesundheitsforschung zu den Gesundheitswissenschaften/Public Health in Deutschland. Schriftenreihe der Koordinierungsstelle Gesundheitswissenschaften/Public Health an der Abteilung fur Medizinische Soziologie der Universität Freiburg, Bd. 2: Freiburg.Google Scholar
  18. Helfferich, C. (2003): Geschlechterperspektive in der Gesundheitsforderung. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( 2003 ): 47f.Google Scholar
  19. Hollstein, W. (2000): Männlichkeit ist eine hochriskante Lebensform - Traditionelle Männlichkeit und ihre Folgen fur Krankheit und Gesundheit. In: Dr. med. Mabuse. Die Zeitschrift im Gesundheitswesen 125 (Mai/Juni 2000 ).Google Scholar
  20. Jahn, I. (2002): Methodische Probleme einer geschlechtergerechten Gesundheitsforschung. In: Kolip/Hurrelmann ( 2002 ): 142–156.Google Scholar
  21. Jahn, I.; Kolip, P. (2002): Die Kategorie Geschlecht als Kriterium frdieProjektfrderung von Gesundheitsfrderung Schweiz. BIPS (Bremer Institut frPrventionsforschung und Sozialmedizin). http://www.gesundheitsfoerderung.ch/de/pro/files/progeschlechtkriteriumkolip.pdf(15.09.2003).
  22. Klotz, T.; Hurrelmann, K.; Eickenberg H.-U. (1998): Männergesundheit und Lebenserwartung. Der frühe Tod des starken Geschlechts. In: Deutsches Arzteblatt 95, Heft 9, 27. Februar 1998, A 460-A464.Google Scholar
  23. Kolip, P. (Hrsg.) (1994): Lebenslust und Wohlbefinden. Beiträge zur geschlechtsspezifischen Jugendgesundheitsforschung. Weinheim München: Juventa.Google Scholar
  24. Kolip, P.; Hurrelmann K. (2002): Geschlecht-Gesundheit-Krankheit: Eine Einführung. Bern/Göttingen/Toronto: Hans Huber.Google Scholar
  25. Kolip, P. Lademann, J.; Deitermann, B. (2004): Was können Männer von der Frauengesundheitsbewegung lernen? In: Altgeld (2004): 11–33.Google Scholar
  26. Lange, C.; Lampert, T. (2003): Stand und Perspektive einer geschlechtssensiblen Gesundheitsberichterstattung. In: der mann–Wissenschaftliches Journal für Männergesundheit ( 3 ) 1: 20–25.Google Scholar
  27. Magistrat der Stadt Wien (1999). Wiener Männergesundheitsbericht 1999. Magistratsabteilung für Angelegenheiten der Landessanitätsdirektion. Wien.Google Scholar
  28. Maschewsky-Schneider, U. (1996): Frauen - das kranke Geschlecht? Mythos und Wirklichkeit. Leverkusen.Google Scholar
  29. Maschewsky-Schneider, U. (1997): Frauen sind anders krank - Zur gesundheitlichen Lage der Frauen in Deutschland. Weinheim/München: Juventa.Google Scholar
  30. Maschewsky-Schneider, U.; Fuchs, J. (2001): Gender Bias–Gender Research: Entwicklung von methodologischen Standards zu geschlechtsspezifischer Forschung am Beispiel Public Health. In: Zwingmann ( 2001 ): 235–252.Google Scholar
  31. Merbach, M.; Klaiberg, A.; Brähler, E. (2001): Manner und Gesundheit–neue epidemiologische Daten aus Deutschland im Überblick. In: Sozial-und Präventivmedizin 46 (4): 240–247.Google Scholar
  32. Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen (2000): Gesundheit von Frauen und Männern. Landesgesundheitsbericht 2000. Landesinstitut für den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Bielefeld.Google Scholar
  33. Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg (2003): Zwei Geschlechter - zwei Gesundheiten? Berichte zur Gesundheit von Männern und Frauen im Land Brandenburg. Potsdam.Google Scholar
  34. Schneider, U. (1981): Was macht Frauen krank? Ansätze zu einer frauenspezifischen Gesundheitsforschung. Frankfurt/M.Google Scholar
  35. Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales (2001): Frauengesundheitsbericht Bremen. Freie Hansestadt Bremen.Google Scholar
  36. Sozialministerium Baden-Württemberg (2000): Zur gesundheitlichen Situation der Frauen in Baden-Württemberg. Stuttgart.Google Scholar
  37. Winter, R.; Neubauer, R. (2004): Balancierte Männergesundheit. In: Altgeld (2004): 243–255. Zwingmann, C. (Hrsg.). Rehabilitation weiblich - männlich. Geschlechtsspezifische Rehabilitationsforschung. Weinheim/München: Juventa.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Brigitte Sorg

There are no affiliations available

Personalised recommendations