Advertisement

Einleitung

  • Marion Müller
Chapter
  • 69 Downloads
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS)

Zusammenfassung

Gegenstand dieser Arbeit sind Geschlecht und Ethnie als zwei Dimensionen sozialer Ungleichheit sowie die Frage nach ihrem Verhältnis zueinander. In unserem Alltagsverständnis gelten Geschlecht und Ethnie als zugeschriebene (askriptive), „natürliche“ Merkmale und damit quasi-vorgesellschaftliche Größen. Gleichzeitig ist mit der geschlechtlichen und ethnischen Kategorisierung, also der Sortierung von Menschen nach Geschlecht und Ethnie, oftmals auch die Zuweisung ungleicher gesellschaftlicher Positionen und Rollen verbunden. Das wiederum steht offensichtlich im Widerspruch zu der Selbstdefinition moderner meritokratisch organisierter Gesellschaften (vgl. Heintz 2001, S. 10 ff.; Weinbach und Stichweh 2001). Insofern stellen Geschlecht und Ethnie Beispiele für ein Paradoxon der Moderne dar. Aus der Perspektive funktionaler Differenzierung erscheint nämlich eine soziale Ordnung nach geschlechtlicher und ethnischer Zugehörigkeit als Anachronismus und Überhang einer längst vergangenen ständischen Hierarchie, und die Zuweisung von Positionen nach zugeschriebenen Kriterien wie Geschlecht, Ethnie oder privilegierter Geburt wird als illegitim empfunden. Entsprechend galt in der Soziologie lange Zeit die Überzeugung, dass derartige vormoderne „Restbestände“ mit zunehmender ökonomischer Modernisierung, funktionaler Arbeitsteilung und kultureller Säkularisierung verschwinden würden (vgl. Esser 1988).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Westdeutscher Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Marion Müller

There are no affiliations available

Personalised recommendations