Advertisement

Desintegration, Anerkennungsbilanzen und die Rolle sozialer Vergleichsprozesse für unterschiedliche Verarbeitungsmuster

  • Reimund Anhut
  • Wilhelm Heitmeyer
Part of the Analysen zu gesellschaftlicher Integration und Desintegration book series (ANALYSEN)

Zusammenfassung

Erklärungsgegenstand des Bielefelder Desintegrationsansatzes sind die verschiedenartigen Phänomene der Gewalt(-kriminalität), des Rechtsextremismus, der ethnisch-kulturellen Konflikte und der Abwertung und Abwehr schwacher Gruppen. Sie können unter einer konflikttheoretischen Perspektive als je spezifische, problematische Verarbeitungsmuster individueller bzw. sozialer Desintegrationszustände gesehen werden. Desintegration markiert die nicht eingelösten Leistungen von gesellschaftlichen Institutionen und Gemeinschaften, existentielle Grundlagen, soziale Anerkennung und persönliche Integrität zu sichern. Der Desintegrationsansatz erklärt also die Entstehung der oben genannten Phänomene mit ungenügenden Integrationsleistungen einer Gesellschaft.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Albrecht, G. (1999): Sozialer Wandel und Kriminalität. In: Albrecht H. J./Kury, H. (Hrsg.), Kriminalität, Strafrechtsreform und Strafvollzug in Zeiten des sozialen Umbruchs. Freiburg. S. 1–56.Google Scholar
  2. Albrecht, G. (2001): Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität. In: Albrecht, G./ Backes, O./ Kühnel, W. (Hrsg.), Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität. Frankfurt/M. S. 9–67.Google Scholar
  3. Albrecht, G. (2002): Soziologische Erklärungsansätze individueller Gewalt und ihre empirische Bewährung. In: Heitmeyer, W. / Hagan, J. (Hrsg.), Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Wiesbaden. S. 763–818.Google Scholar
  4. Anhut, R./Heitmeyer, W. (2000): Desintegration, Konflikt und Ethnisierung. Eine Problemanalyse und theoretische Rahmenkonzeption. In: Heitmeyer, W. / Anhut, R. (Hrsg.), Bedrohte Stadtgesellschaft. Gesellschaftliche Desintegrationsprozesse und ethnisch-kulturelle Konfliktkonstellationen. Weinheim. S. 17-75.Google Scholar
  5. Baumeister, R./Bushman, B. (2002): Emotionen und Aggressivität. In: Heitmeyer, W./Hagan, J. (Hrsg.): Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Wiesbaden. S.598–618.Google Scholar
  6. Beck, U. (1986): Risikogesellschaft: auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt/M.Google Scholar
  7. Bierhoff, H.U./Wagner, U. (1998): Aggression: Definition, Theorie und Themen. In: Dies. (Hrsg.), Aggression und Gewalt: Phänomene, Ursachen und Interventionen. Stuttgart, Berlin, Köln. S. 2–25.Google Scholar
  8. Bulmahn, Th. (2000). Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit. Unterschiedliche Bewertungen in Ost- und Westdeutschland. In: ISI 23. S. 5–9.Google Scholar
  9. Cierpka, M. et al. (1997): Über Aggression und Gewalt bei Kindern in unterschiedlichen Kontexten. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 3/1997. S. 152–168.Google Scholar
  10. Eckert, R. (1993): Gesellschaft und Gewalt — ein Aufriss. In: Soziale Welt. Heft 3. S. 358–374.Google Scholar
  11. Eisenberg, G. (2002): Die Innenseite der Globalisierung. Über die Ursachen von Wut und Hass. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. S. 21–28.Google Scholar
  12. Findeisen, H.V./Kersten, J. (1999): Der Kick und die Ehre. Vom Sinn jugendlicher Gewalt. München.Google Scholar
  13. Fuchs, M. (2003): Rechtsextremismus von Jugendlichen. Zur Erklärungskraft verschiedener theoretischer Konzepte. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Jg. 55, Heft 4. S. 654–678.CrossRefGoogle Scholar
  14. Heinz, W.R. (1996): Berufsverläufe im Transformationsprozeß. In: Hormuth, S.E./Heinz, W.R./ Kornadt, H.-J./Sydow, H./Trommsdorff G. (Hrsg.), Individuelle Entwicklung, Bildung und Berufsverläufe. Opladen. S. 273–328.Google Scholar
  15. Heitmeyer, W. (1992): Desintegration und Gewalt. In: Deutsche Jugend. Jg. 40. H.3. S. 109–122.Google Scholar
  16. Heitmeyer, W. (1994): Das Desintegrationstheorem. Ein Erklärungsansatz zu fremdenfeindlich motivierter, rechtsextremistischer Gewalt und zur Lähmung gesellschaftlicher Institutionen, In: Ders. (Hrsg.), Das Gewalt-Dilemma. Frankfurt/M. S. 29–69.Google Scholar
  17. Helsper, W. (1995): Zur „Normalität“ jugendlicher Gewalt: Sozialisationstheoretische Reflexion zum Verhältnis von Anerkennung und Gewalt. In: Helsper, W./ Wenzel, H. (Hrsg.), Pädagogik und Gewalt: Möglichkeiten und Grenzen pädagogischen Handelns. Opladen. S. 113–154.Google Scholar
  18. Herkner, W. (Hrsg.) (1991): Lehrbuch Sozialpsychologie. Bern.Google Scholar
  19. Hodges, E.V.E./Card, N.A./Isaacs, J. (2002): Das Erlernen von Aggression in Familie und Peergroup. In: Heitmeyer, W./Hagan, J. (Hrsg.), Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Wiesbaden. S. 619–638.Google Scholar
  20. Hengsbach, Friedrich (1997): Der Gesellschaftsvertrag der Nachkriegszeit ist aufgekündigt. Sozio- ökonomische Verteilungskonflikte als Ursache ethnischer Konflikte. In: Heitmeyer, W. (Hrsg.), Was hält die Gesellschaft zusammen? Bundesrepublik Deutschland: Auf dem Weg von der Konsens- zur Konfliktgesellschaft. Band 2. Frankfurt/M. S. 207–232.Google Scholar
  21. Hormuth, S.E./Heller, P. (1996): Erwachsene im Transformationsprozeß. In: Hormuth, S. E./ Heinz, W.R./ Komadt, H.-J./ Sydow, H./ Trommsdorf, G. (Hrsg.), Individuelle Entwicklung, Bildung und Berufsverläufe. Opladen. S. 143–199.Google Scholar
  22. Hurrelmann, K. (2002): Einführung in die Sozialisationstheorie. Weinheim/Basel.Google Scholar
  23. Hurrelmann, K. (1990): Familienstreß, Schulstreß, Freizeitstreß. Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche. Weinheim/Basel.Google Scholar
  24. König, H.D. (Hrsg.) (1998): Sozialpsychologie des Rechtsextremismus. Frankfurt/M.Google Scholar
  25. Kaufmann, Franz-Xaver (1997): Schwindet die integrative Funktion des Sozialstaates? In: Berliner Journal für Soziologie. Heft 1. S. 5–19.Google Scholar
  26. Möller, K. (2001): Coole Hauer und brave Engelein. Gewaltakzeptanz und Gewaltdistanzierung im Verlauf des frühen Jugendalters. Opladen.Google Scholar
  27. Neidhardt, F. (2002): Besprechungsessay: Rechtsextremismus — ein Forschungsfeld. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Jg. 54. Heft 4. S. 777–787.Google Scholar
  28. Neumann, J. (2001): Aggressives Verhalten rechtsextremer Jugendlicher. Eine sozialpsychologische Untersuchung. Münster.Google Scholar
  29. Noll, H.-H. (1992): Zur Legitimität sozialer Ungleichheit in Deutschland: Subjektive Wahrnehmungen und Bewertungen. In: Mohler, P.P./Bandilla, W. (Hrsg.), Blickpunkt Gesellschaft. Bd. 2. Opladen. S. 1–20.Google Scholar
  30. Nolting, H.P. (1999): Lernfall Aggression: wie sie entsteht — wie sie zu vermindern ist; ein Überblick mit Praxisschwerpunkt Alltag und Erziehung. Hamburg.Google Scholar
  31. Peters, H. (1995): Da werden wir empfindlich. Zur Soziologie der Gewalt. In: Lamnek, S. (Hrsg.), Jugend und Gewalt. Devianz und Kriminalität in Ost West. Opladen. S. 25–38.Google Scholar
  32. Petermann, F. (1998): Aggressives Verhalten. In: Oerter, R. (Hrsg.), Entwicklungspsychologie: Ein Lehrbuch. Weinheim. S. 1017–1023.Google Scholar
  33. Peuckert, R. (1997): Die Destabilisierung der Familie. In: Heitmeyer, W. (Hrsg.), Was treibt die Gesellschaft auseinander? Frankfurt/M. S. 287–327.Google Scholar
  34. Ratzke, K./Cierpka, M. (1999): Der familiäre Kontext von Kindern, die aggressive Verhaltensweisen zeigen. In: Cierpka, M. (Hrsg.), Kinder mit aggressiven Verhalten: ein Praxismanual für Schulen, Kindergärten und Beratungsstellen. Göttingen. S. 25–60.Google Scholar
  35. Rippl, S. (2003): Kompensation oder Konflikt? Zur Erklärung negativer Einstellungen zur Zuwanderung. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Jg. 55. Heft 2. S. 231–252.CrossRefGoogle Scholar
  36. Scherr, A. (1999): Befunde der Rechtsextremismusforschung, Gründe und Ursachen der Attraktivität rechtsextremer Orientierungen für Jugendliche. In: Dünkel, F./Geng, B. (Hrsg.), Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. S. 69–89.Google Scholar
  37. Schmidtchen, G. (1997): Wie weit ist der Weg nach Deutschland? Sozialpsychologie der Jugend in der postsozialistischen Welt. Opladen.Google Scholar
  38. Schneider, U. et. al. (1990): Erstgutachten der Unterkommission Psychologie. In: Schwind, H.-D. (Hrsg.), Ursachen, Prävention und Kontrolle von Gewalt: Analyse und Vorschläge der Unabhängigen Regierungskommission zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt (Gewaltkommission). Bd. 2. Berlin.Google Scholar
  39. Schubarth, W. (2000): Gewaltprävention in Schule und Jugendhilfe. Neuwied.Google Scholar
  40. Silbereisen, R. K. (1997): Viel erreicht, noch mehr zu bewältigen: Zum Bericht der KSPW über individuelle Entwicklung, Bildung und Berufsverläufe. In: Berliner Journal für Soziologie. Heft 4. S. 569–581.Google Scholar
  41. Tedeschi, J.T. (2002): Sozialpsychologie von Aggression und Gewalt. In: Heitmeyer, W./Hagan, J. (Hrsg.), Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Wiesbaden. S. 573–597.Google Scholar
  42. Tedeschi, J.T./Felson, R.B. (1994): Violence, Aggression and Coercive Actions. Washington D.C.CrossRefGoogle Scholar
  43. Tillmann, K.-J. (1997): Sozialisationstheorien: eine Einführung in den Zusammenhang von Gesellschaft, Institution und Subjektwerdung. Reinbek.Google Scholar
  44. Wrosch, C./Heckhausen, J. (1996): Adaptivität sozialer Vergleiche: Entwicklungsregulation durch primäre und sekundäre Kontrolle. In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und pädagogische Psychologie. Vol. 28. Nr. 2. S. 126–147.Google Scholar
  45. ZUMA (1996): Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften. ALLBUS, Mannheim.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

Authors and Affiliations

  • Reimund Anhut
  • Wilhelm Heitmeyer

There are no affiliations available

Personalised recommendations